Mittwoch, 30. September 2015

Die Bergehalde bei Göttelborn - wie auf einem fremden Planeten

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Ein ganz spezieller Aussichtsberg im Saarland. Ein faszinierender fast-360-Grad-Panoramablick auf die so erstaunlich bewaldete saarländische Landschaft erwartet denjenigen, der sich die gut gangbare Strecke den Berg hinauf angeht, oben auf einem sehr großen Plateau (Achtung auf die Ohren: extrem windig!) befindet sich das sogenannte Himmelsauge, ein kleiner Teich.
Nach kurzer Zeit schon lässt man die Baumgrenze hinter sich, und gewinnt an Höhe mit zunehmendem Blick auf den im Tal liegenden kleinen See, an dem man auch nächtens Fledermäuse beobachten könnte, dazu gibt es einen Hinweis zu Beginn des Weges, man kann sich dafür einen speziellen Rucksack ausleihen.

Besonders interessant fand ich, dass man am Wegesrand viele lose Schlackenstücke liegen hat, einige davon habe ich neugierig auseinandergebrochen, sie sind blättrig und leicht zu trennen, und ich fand auch einige Pflanzenversteinerungen - Foto ganz am Ende dieser Fotostrecke.

Leider war der Startpunkt recht schwierig zu finden, da zumindest von da wo ich kam, keinerlei Ausschilderung zu finden war. Irgendwann richtete ich mich nach den Hinweisen auf den Campus Göttelborn, und auf dem dortigen Parkplatz war ich dann auch genau richtig.


































Dienstag, 29. September 2015

Tagesausflug Luxemburg-Stadt

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Luxemburg ist wie keine andere Haupstadt - für mich persönlich teilt sie sich in drei "Etagen" ein:

oben der futuristische Kirchberg mit den Banken und den EU-Gebäuden (wo ich noch nicht war, aber noch hin will), die mittlere Ebene der Oberstadt, wo sich Einkaufsstraßen, Fußgängerzone und elegante Baustile finden sowie unten in der Schlucht (ja, die Stadt ist von einer tiefen Schlucht durchzogen) der dörflich anmutende, alte Stadtteil "Grund", mit z.T. sogar mittelalterlichen Gebäuden.


Mit dem Bus für 16 Euro - hin und zurück - am frühen Morgen hingefahren, nur 5 Leute im Bus, ein sehr netter Fahrer, der mir die willkkommene Zusatzinfo gab, dass ich mit der Fahrkarte auch sämtliche Busse in Luxemburg-Stadt kostenlos benutzen könne - schönes Wetter, ruhige Fahrt.

Bei Ankunft am Luxemburger Hauptbahnhof fand ich gleich die schon im Internet ermittelte Buslinie 1, die mich in die Oberstadt bringen sollte.
Nach 4-5 Haltestellen erschien mir doch merkwürdig, dass die Gegend immer vorortiger wurde, also den Busfahrer mal vorsichtig auf deutsch angesprochen: ich fahre in die falsche Richtung!
Also raus aus dem Bus und auf der anderen Straßenseite in die entgegengesetzte Linie eingestiegen, bis ich wieder am Bahnhof zurück war.

Nun entschied ich mich, es doch lieber zu Fuß zu wagen und orientierte mich am mitgeführten Stadtplan, leider lag ich auch da ziemlich falsch....aber immerhin habe ich auf diese Weise diesen wunderbaren Friedhof mit außergewöhnlich vielen luxuriösen Grabstätten entdeckt:






die Oberstadt ist gar nicht so weit entfernt, bald habe ich die Grand Rue gefunden und stoße auch hier wieder auf eine der Besonderheiten von Luxemburg, die Mehrsprachigkeit.

Vieles ist in Französisch, einiges aber auch in Letzeburgisch (was erfreulicherweise sehr hoch gehalten wird und das ich als Saarländerin gut lesen kann, ist es doch mit dem Moselfränkisch verwandt), in Deutsch oder auch in Englisch geschrieben, manchmal ist es auch einfach gemischt: mehrere Sprachen in einem Satz, man muss sich erst mal sortieren, bevor man den Sinn versteht.

Die Oberstadt ist zwar schon erkennbar anders als z.B. deutsche Innenstädte, überwiegend findet man aber auch hier die üblichen Verdächtigen, Läden, die eben in jeder Stadt zu finden sind.


Hier das großherzogliche Palais, mit einem zackig samt Maschinenpistole (-gewehr?) auf und ab marschierend und die Hacken knallend




Nur wenige Straßenwindungen später stehe ich schon am "schönsten Balkon Europas", Corniche genannt und blicke hinüber zum modernen Stadtviertel Kirchberg, zu den Bock-Kasematten und hinunter in den geschätzt 40 Meter tiefer liegenden alten Stadtteil "Grund" - für die Kasematten blieb mir dieses Mal keine Zeit. Kommen nächstes Mal an die Reihe, als Kontrastprogramm zum Kirchberg.



Hier sieht man in der Ferne die hohen Gebäude des Kirchbergs thronen, welch ein Gegensatz!



In einem Reiseblog hatte ich den Hinweis auf einen Aufzug hinunter nach Grund gefunden, es war sogar gut ausgeschildert, man muss nur quer über den Hof der Gerichtsgebäude gehen, da sieht man das Aufzugszeichen





Das eigentliche Wahrzeichen der Stadt, die Adolph-Brücke, ist seit Monaten wegen Instandsetzungsarbeiten leider gänzlich verhüllt, auf Bauzäunen lese ich: "de neie Breck"

Das Symbol dieser Brücke findet sich übrigens häufig in der Stadt wieder, u.a. bei der Luxemburger Sparkasse.





Unweit vom großherzoglichen Palast, quasi nur um die Ecke in der Rue de l'eau, trieb mich die Neugier zum kleinen Geschäft von Starköchin Lea Linster, ich hatte in einem Reiseführer gelesen, dass sie hier Madeleines, dieses hübsche Kleingebäck, verkauft und dachte, das wäre doch ein nettes Mitbringsel.

Allerdings bin ich fast rückwärts wieder aus dem Lädchen heraus: 1,99 Euro für ein einziges Madeleine (oder heißt es "eine einzige"?), 6 Stück "nur" 10 Euro - puh, das ist dann doch wohl eher was für einen portemonnaistärkeren Kundenkreis bestimmt, nicht, dass ich anzweifele, dass sie das wert sind, aber wenn ich hochrechne nach geschätztem Gewicht komme ich da auf einen Kilopreis von an die 100 Euro...


Der zentrale, größte Platz in der Oberstadt ist der Place des Armes, auch Paradeplatz, auch Pless ge genannt, rundum finden sich Restaurants sowie das Stadtpalais.
Manchmal sah ich unterwegs mysteriöse Schilder mit dem Hinweis "Knuedler" und fragte mich, was das wohl sein könnte - bis ich in einem Reiseführer fand: das ist ein alternativer Name für den anderen oberstädtischen Platz, den Place Guillaume II, und zwar lebten dort früher Mönche, und nach dem Knoten im Gürtel der Mönche bekam der Platz - bis heute - den alternativen Namen Knuedler


Im Café Francais habe ich gut gegessen, die Plat du Jour bestehend aus Couscous mit Gemüse, einem Hähnchenbein und der leckeren Merguez-Wurst.


Hier wollte ich ein Eis essen, wurde aber mehr als 15 Minuten lang nicht bedient, immerhin gelang es mir, nach einiger Zeit wenigstens eine Eiskarte zu ergattern, aber auch danach wurde ich weiter ignoriert, ich gab dann auf und wollte mir draußen am Verkaufsfenster ein Eis zum Mitnehmen kaufen, nur um dann dort zu erfahren, dass sie einen Großteil der Eissorten, die sie auf dem dort stehenden Kundenstopper anpreisen, überhaupt nicht gibt - klasse Service, Leute!


Der Hämmelsmarschbrunnen, dessen tiefere Bedeutung ich noch nicht ganz durchblickt habe, anscheinend gibt es einen jährlichen Musikumzug, bei dem eine Musik namens Hämmelsmarsch gespielt wird





am Bahnhof und an mehreren anderen Stellen in der Stadt kann man Fahrräder ausleihen



Nun zum Stadtteil "Grund" mit seiner ganz besonderen Atmosphäre! Den Weg nach unten kann man sich sparen, wenn man den kostenlosen öffentlichen Aufzug von dem Platz zwischen den Gerichtsgebäuden nimmt



Beim Verlassen des Aufzugs geht man durch einen kleinen Tunnel, in dem Kunstwerke ausgestellt sind, offenbar von Kindern (Schulkindern?) sehr fantasiereich angefertigt, das Thema war wohl "Erfindungen, die den Alltag erleichtern" - fand ich sehenswert und amüsant




Das komplette Kontrastprogramm zu der Oberstadt bietet sich hier an allen Ecken, ich zeige einfach mal nur die Eindrücke, die ich einfangen konnte:
















diese Aufkleber in letzeburgisch sah ich dort an mehreren Stellen, anscheinend ein Theaterprojekt? Wer es sich nicht übersetzen kann: Luxemburg, du hinterhältiges Stück Sch... - warum auch immer






Wandert man ein Stück das Tal entlang (vom Aufzug her gesehen in die linke Richtung, wenn man mit dem Rücken dazu steht), wird es immer mittelalterlicher und romantischer, eine kleine Apfelplantage mitten in der Großstadt, sogar ein Weinberg! Und auf dem folgenden Foto die "Stierchen" genannte Brücke aus dem 14. Jahrhundert
Stierchen bedeutet übrigens in letzeburgisch Sternchen, warum die Brücke so genannt wird, scheint nicht klar