Montag, 25. September 2017

Eifelurlaub Tag 13: Die Heimfahrt als Erlebnistour

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Der große Vorteil vom Urlauben in Nähe des Heimatortes (160 km) ist, dass man keine lange Heimfahrt vor sich hat und so habe ich diesen Tag auch voll durchgeplant (eine Station ergab sich allerdings zufällig!) und daraus eigentlich auch noch einen weiteren Urlaubstag machen können


Meine dilettantische Zeichnung erhebt keinerlei Anspruch darauf, maßstabgerecht zu sein!

Nach dem Auszug aus der Ferienwohnung erst mal frühstücken im Café Plüsch und dann eine Monrealer Abschiedstour durch die Ortsmitte, die ich beim ersten Mal wegen des dort aufgebauten Festzeltes nicht sehen konnte - es ist einfach ein wunderschönes Dörfchen, wurde auch bereits 2 x zum schönsten Dorf von Rheinland-Pfalz gewählt


Den Besuch der Töpferei muss ich mir für nächstes Mal aufsparen, sie öffnet zu spät für meine Abreise (und zuvor hab ich es einfach nicht dorthin geschafft...)

 Für das nächste Ziel mache ich einen Schwenker Richtung Mosel, bevor ich aber hinunterfahre ins Moseltal fahre ich einem Tipp folgend auf den Parkplatz des Freizeitparks Klotten (er ist von den Attraktionen her - ausgenommen der Wildpark - wohl am ehesten was für Kinder bis 10 Jahre), weil man von dort einen tollen Blick aufs Moseltal hat

Aussichtspunkt Klotten
20 km von Monreal entfernt liegt mitten in einem Wald-Wiesen-Gelände der Freizeit- und Wildpark Klotten, diesen besuchte ich jetzt natürlich nicht (falls ich mal Enkel haben sollte, ist er vorgemerkt), sondern schaute mir dort die super Aussicht auf das Moseltal und den Weinort Cochem an (leider Gegenlicht, bekam es nicht besser hin)

 


 Moselstädtchen Cochem
4 km hinunter ins Tal über eine Straße mit vielen Mäandern und Geschwindigkeitsbegrenzungen;
Cochem war, obwohl es noch nicht mal Mittag war an diesem Donnerstag, schon sehr überlaufen von Touristen. Immerhin ist ein großer Parkplatz mit moderaten Gebühren sehr gut ausgeschildert, von dort (direkt unterhalb eines preisgekrönten Weinbergs) schlenderte ich an die Mosel, wo ich über die Ausmaße des Flußkreuzschiffes Arosa staunte



Es war kaum möglich, mal ein Foto zu machen, auf dem keine Menschenmengen sich drängten



ganz typisch für die Altstadt: diese sehr schmalen Gassen

Hinter diesem Turm auf dem linken Bild saß ein Bettler; neben ihm ein sehr süßer Hund (keine eigentliche Schönheit, aber sein helles gepflegtes Fell und sein Gesichtsausdruck rührten mich), ich hatte keinerlei Münzgeld und kaufte darum eine Kleinigkeit, damit ich in den Hund-Hut (er hatte seine eigene Spenden"büchse") einen Obolus werfen konnte, ich hielt mich dort noch ein wenig auf, um ihn zu streicheln (nach Anfrage selbstverständlich), und heute ärgere ich mich darüber dass ich sein Herrchen nicht fragte, um ein Foto von ihm machen zu dürfen.

Knappe 30 km weiter war mein nächster Halt beim
Nostalgikum Uersfeld - die gute alte Zeit (40er, 50er und 60er Jahre)
Hier trat ich eine Zeitreise in meine Kindheit und früheste Jugend an, so vieles, das mich daran erinnerte, wie z.B. die Hausarbeit für meine Mutter, damals noch eine junge Frau,war und was uns damals als Kinder begeisterte

Gleich im Eingangsbereich entdeckte ich diese Metall-Wärmflasche, so eine hatte ich als Kind bis Anfang der 60er auch in kalten Nächten im Bett, das Problem war: sie war entweder immer viel zu heiß und man verbrannte sich fast die Füße, oder sie war zu kalt, was auch gruselig war, meine Mutter wickelte ein Handtuch darum, dann kam aber die Wärme nicht mehr richtig durch - und Doppelglasfenster und Heizungen im Schlafzimmer, die gab es damals nicht - immerhin hatten wir Freude an den Eisblumen am Fenster am Morgen...
Schon der Kassenbereich ist so voll von Erinnerungen, man kann gar nicht alles anschauen, denn insgesamt gibt es hier Nostalgie auf 300 Quadratmetern und 2 Etagen...

Einen Kaufladen hatten wir auch, und die ganzen alten Päckchen hier...eine andere Besucherin sprach mich an und fragte, ob ich mich auch noch an den Puffreis erinnerte, der in diesen Päckchen drin war, klar wusste ich das noch, und auch, dass der nach nichts schmeckte, aber trotzdem gegessen wurde

 nur ein Bruchteil aus der Sammlung:







Die Musikbox darf man bedienen! (Ich wählte K3, falls mal jemand da hin kommt, als das rauskam, war ich 8 Jahre alt )


Im Prospektständer dieses Museums fand ich einen Hinweis hierauf ganz in der Nähe, das schob ich noch ein:

Baumhaus Gunderath
Ich hatte allerdings gedacht, das würde nicht weit weg im Wald stehen...aber es ging mehr als 1 km bergauf in einen stillen Wald und es war total einsam dort - kein Mensch weit und breit...
Gleich am Ende dieses Sees hatte ich es vermutet, und dort gab es ja auch schon einige Holzbauten.


 Das war leider ein Irrtum.
Als ich es dann fand, kam mir der Gedanke, dass es doch eher für Kinder gedacht sein könnte...
Es ist 8 Meter hoch, ich kletterte nur bis in die 2. Etage, denn die Böden sind extra alle schräg, auch die Wände, schwierig für einen Erwachsenen, sich da festzuhalten (jedenfalls für mich) - außerdem jeden Meter eine Querstange in Hüfthöhe...aber Hauptsache, ich war da :-)

*edit* und ich hatte vergessen, die Fotos vom Baumhaus einzustellen, hier sind sie:




Jetzt aber weiter, 27 km nach Gillenfeld zum
Vulkansee Pulvermaar
Mit 72 Metern Tiefe einer der tiefsten Seen Deutschlands, Durchmesser fast 700 Meter und annähernd kreisrund, größtes wassergefülltes Maar der Vulkaneifel, umgeben von einem bewachsenen Ringwall und wunderschön.

Eigentlich kann man aus der menschlichen Ameisen-Perspektive da am Kraterrand gar nicht würdig fotografieren, man müsste eine Drohne haben..

Ich habe meine Reise hier beschlossen mit einem Tee und der Inspektion der Badegelegenheit - für nächstes Jahr.
Schon aber irgendwie gruselig, beim Schwimmen 70 Meter Kratertiefe unter sich zu haben - muss aber mal probiert werden.







 Das war ein echt schöner und gelungener Urlaub!

Samstag, 23. September 2017

Eifelurlaub Tag 12: Traumpfädchen Riedener Seeblick

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Ich wusste gar nicht, dass es Traumpfädchen gibt!
Bin per Zufall darauf gestoßen, weil ich am letzten Urlaubstag hier zwischen Autoputzen und Kofferpacken nur noch eine kleine Exkursion machen wollte.
Und dieses Traumpfädchen befindet sich am Waldsee Rieden, wo diese Ferienhaussiedlung liegt, die mich neulich so begeisterte.
Also nix wie hin.
Dort stellte ich dann fest, dass Parken hier nicht so einfach ist, wenn man kein Anwohner ist, und zahlen für einen Wanderparkplatz wollte ich nicht, ich fand dann 100 Meter weiter aber eine prima Stelle, wo auch direkt gegenüber (das haben wohl andere vor mir auch schon entdeckt) ein Trampelpfad runter an den See führt:

 
Dass der Waldsee aus touristischen Gründen künstlich angelegt wurde (was mir vorher nicht klar war), zeigt auch diese Luftbildaufnahme auf einer der Infotafeln

Da ich ja mit dem Gedanken spielte, mich hier mal einzumieten, ging ich die Straßen in dem Feriendorf mal auf und ab, um die Aussicht zu prüfen und war überrascht: der Hang ist wohl nicht steil genug, als dass alle Häuser wirklich Seeblick haben, man schaut offenbar ab der zweiten Reihe ja bloß auf die Dächer der anderen Häuser und vor allem auf die alles dominierende Pizzeria! Lediglich das eine Haus ganz links hat freien Seeblick...

Im Nachhinein kann ich sagen, dass ich entweder an diesem Tag besonders unfit war oder dieser Höhenparameter 


irgendwie geschönt ist...die ersten 2 km geht es nur bergauf bergauf bergauf...und später dann auch wieder nur laaangen Abstieg, dass meine Knie jaulten..., die 5 km kamen mir eher wie 10 vor...ich hätte besser einen 8 km Weg gemacht als diesen hier, aber egal, immerhin gab es schöne Aussichten, viele davon!
(Wenn ich allerdings hochrechne, dass eine Steigung von 157 m auf 5 km immerhin 300 auf 10 wären, brauche ich mich nicht zu wundern)
Aussicht gab es allerdings nicht an der ersten Station, der "Hütte auf dem Perich", das war ein wenig Wandererveräppelung:
 Ob dieses "Tor" natürlich entstanden ist nur durch Traktordurchfahrten?



Nun ist der "Gipfel", also der höchste Punkt der Wanderung auf Udelsheck erreicht 
Aber niemand frage mich, warum ich dort von der ca. 300-Grad-Rundumsicht nur dieses eine Foto machte...


Unbestreitbar, es wird Herbst...noch 7 Monate bis zum nächsten Frühling


Abwärts schaut man dann auf die Orte auf der anderen Seite und einen Steinbruch, später kommt man (leider) eine ganze Strecke weit in den Ort und hinter den Gärten der Häuser vorbei, was ich nicht so mag

 Aber immerhin fällt mein pinkliebender Blick auf diese geile Karre, wäre ich mehrere Jahrzehnte jünger, das wäre genau mein Auto!

Dieser Mini-Bach speist den Waldsee

 Ich erkunde noch die Badesituation - prima, es gibt Umkleidekabinen und weiter vorne auch Duschmöglichkeiten in einer Hütte neben der Pizzeria

 Und nächstes Jahr komme ich im Sommer und schwimme hier! Definitiv! See- oder Flusswasser ist auf der Haut so viel anders als Schwimmbadwasser, ich liebe das!



Dienstag, 19. September 2017

Eifelurlaub Tag 11: Lava-Dome und Lavakeller Mendig, Kaskaden Plaidt-Saffig

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Heute ist mein vorletzter Tag hier...und das Wetter ist wie im April - daher habe ich was indoormäßiges geplant

Lavakeller Mendig (Tickets im Lava-Dome Mendig)

Hm - ich versuche mich davon zu lösen, wie sehr ich mich hier geärgert bzw. geängstigt habe...fällt mir gar nicht leicht, hier einen relativ neutralen Beitrag zu schreiben, ich versuchs aber.

Ich ging da ganz unvoreingenommen ran, Höhlen oder so (sofern ich nicht durch Röhren kriechen soll) machen mir nix aus.
Einzige Führung heute um 13.30 Uhr, sammeln vor dem Eingang des Lava-Domes (warum der so heißt, ist Käse, find ich, es ist ein ganz stinknormales zweistöckiges Gebäude...).

Mit mir warten da etwa 40 Leute, es gibt zwei Führer, beides ältere Herren, beim Aufteilen der Gruppen merke ich, dass der eine ziemlich nuschelt, also schmuggele ich mich in die andere. Aber Pech gehabt, der zweite nette Herr ist auch nur zu 80 % verständlich, wie ich später merken muss.
Wir latschen ca. 200 Meter zum Eingang der Keller, es geht 30 Meter in die Tiefe (man kann wählen Treppe oder Aufzug) und unten geht dann der Vortrag los. 
Soweit so gut, wäre da nicht 10 Meter nebendran noch eine andere Gruppe, die beiden Führer blöken aber nichtsdestotrotz ihre Vorträge gegeneinander an, ich hab nicht besonders viel davon und finde es echt nervig. Es geht von Station zu Station, die ersten 10 Minuten immer im akustischen Wettstreit mit der anderen Gruppe. Und dafür hab ich nun so viel Geld bezahlt...

Immerhin sind wir dann irgendwann alleine, aber das wenige was da vom Vortragenden zu verstehen ist, ist nicht gerade vertrauenerweckend - da ist die Rede von Einstürzen, von herunterkommenden Steinen etc., und dann der Gipfel: an einer Stelle kommt Wasser aus der Decke gelaufen so wie etwa wenn man einen Wasserhahn aufdreht, normalerweise tropft es hier nur, ist ja üblich so.

Dabei würde ich mir jetzt noch nicht viel denken, würde der Führer nicht mehrfach sagen: "Das hab ich ja hier in all den Jahren noch nie erlebt, das ist ja seltsam, wo kommt dieses Wasser her, das hab ich noch nie erlebt" etc.pp.
Mir fällt dabei ein, dass er zuvor was vom Auslaufen des nahen Laacher Sees erzählte - ich frage ihn dann konkret, ob das nicht Anlass zur Besorgnis sei - er zögert einige Sekunden bevor er mit "nein" antwortet.
Ich hab jetzt echt keine Lust mehr (weil auch eigentlich alles gleich aussieht und ich sein Genuschel nicht verstehe und die Altmännerwitze mich auch nicht froh machen) und schaue mich nach Ausgangshinweisen um - es gibt aber keine! Seltsam, ist das nicht Vorschrift??? 

Ich harre also etwas entnervt aus, on top kommt dann noch der Hinweis auf eine geborstene Tragsäule und dass man da immer mal überprüfen müsse - endlich ist es vorbei und es geht zurück zum "Dome".
Hier zunächst dann mal die Fotos aus den Kellern, die zeitweise von 28 örtlichen Brauereien als Bierlager genutzt wurden.
Interessant war noch, dass er auf meine Frage hin, ob diese Keller so wie die "Sieben Stuben" (Lavahöhlen) auch im Krieg als Bunker genutzt wurden (was er bejahte) erzählte, dass im Winter (war es 1940?), als es oben 30 Grad minus war, die Leute sich hier kleine Hütten reinbauten, denn hier war es konstant 16 Grad, und sie lebten hier unten, bis es in Mendig wieder wärmer wurde.







das Bild hier drunter mit der Malerei auf der Wand ist - man glaubt es nicht - das ehemalige "Trauzimmer" - hier ist einer der Steine in der Decke locker (man sieht es auch auf anderen Bildern, alle Decken zeigen praktisch die Unterseiten von solchen erstarrten Lavasäulen) wurde und die "Kapelle" gesperrt wurde

hier eine geborstene Säule links und rechts davon eine Ersatz-Stützsäule 


Und das ist das neue Trauzimmer - angeblich stark frequentiert - für mich wär das nix, ich finds hässlich, aber ist ja Geschmackssache, wie alles

deutliches Beispiel für die Decken

 Anschließend dann der Lava-Dome, auf zwei Etagen viele Infos über Vulkane, auch viel zum Mitmachen (ich habe mittels Handkurbel Vulkane zum Speien gebracht und durch Druck auf einen Gummiball Blasen in Lava hochsteigen lassen, für mein bewahrtes kindliches Gemüt eine nette Abwechslung)
cool gemacht ist diese Vorführung, warum die aber "main show" heißen muss...gehts nicht auch auf deutsch?
Man sitzt auf sechseckigen Hockern (Nachbildung zu den Decken im Lavakeller), und schaut eine Art 3-D-Vorführung über den Vulkanausbruch des Laacher Sees, das ist richtig gut gemacht, es weht auch Wind und die Hocker vibrieren bei der Eruption



Als ich da ankomme, hat eine Vorführung gerade begonnen und ich warte halt, bis die Ampel grün wird, es kommen noch 3 weitere Besucher und warten mit
dann taucht ein Mitarbeiter auf und informiert uns, dass es noch ein paar Minuten länger dauert, weil eine Schulklasse angemeldet ist, wir können aber da trotzdem mit rein, das ist kein Problem, okay, wir warten also
als die Ampel dann grün ist, gehen wir 4 rein, kurze Zeit später taucht ein anderer Mitarbeiter auf und fragt uns im Schulmeisterton - ohne Begrüßung oder Höflichkeitsfloskel - "Wieso sind Sie noch hier drin?"
Ich antworte ihm passend...







So weit verteilte sich der Auswurf des Vulkans in Europa


Abschließend konstatiere ich für mich:

Den Eintrittspreis von 9,50 Euro als Kombi für Dome und Keller finde ich ziemlich übertrieben - 6,50 wären ja noch okay, aber so finde ich es im Vergleich zu anderen Attraktionen überzogen.

Danach sitze ich im Auto und überlege, was ich noch tun könnte, für andere Ziele ist es zu spät mit 16 Uhr, alles wie z.B. Schloss Bürresheim schließt schon um 17 Uhr...

Ich habe aber eine Liste bei mir, die ich mir schon zuhause erstellt hatte mit für mich Interessantem aus der Gegend, und da steht "Plaidt-Saffig, Kaskaden" - das ist weniger als 10 km von hier, da fahre ich dann hin - denn die Sonne scheint endlich wieder!


Und das reißt diesen bis dato etwas vermurksten Tag komplett heraus, hier ist es einfach nur schön, ich treibe mich da fast 2 Stunden herum, die Nette rauscht da zwischen großen Basaltblöcken über eine Distanz von ca. 200 Metern wild herunter, es geht über drei Brücken, anschließend ist noch ein kleiner Park (Rauscherpark), ich finde es himmlisch, dem Brausen des Wasser zuzuhören und den Kaskaden zuzuschauen, das war ein schöner Abschluss des Tages!











Ich werfe kleine Äste in die Strömung und schaue ihnen beim Wegtreiben zu und bin sowas von entspannt - würde ich hier wohnen, ich würde laufend hier stehen.