Freitag, 31. August 2018

Urlaub zuhause Teil 9 - Reise um mein liebes kleines Bundesländchen

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Etappe 9 am 30.08.2018 

Länger als vorher habe ich jetzt Pause gemacht, Grund war einfach das Wetter - normalerweise wäre ich mittwochs wieder los, aber da war Gewitter schon ab mittags gemeldet.

Und gestern fiel ich dann doch auf die Wettervorhersage rein: morgens noch trüb und regnerisch, ab Mittag sollte die Sonne rauskommen und es doch noch schön werden.

Also fuhr ich erst um 11.30 los - kurz gesagt: trüber  Nachmittag mit Regenphasen, machte alles keinen Spaß, aber als ich um 17 Uhr zuhause vorfuhr, da brach die Sonne hervor, na vielen Dank :-)


An irgendeiner Stelle schrieb ich bereits über die Sprachgrenze zwischen Moselfränkisch und Rheinfränkisch, diese Grenze überschreite ich, nachdem ich den Bereich von  Freisen verlasse und im Sankt Wendeler Land fahre, jetzt wieder in Richtung meines eigenen Dialekts, die Karte hier habe ich mit Erlaubnis (per mail) vom Bloginhaber kopieren dürfen 



Ich bin nun zuerst im sogenannten Ostertal unterwegs, was nichts mit Ostern, sondern dem Flüsschen Oster zu tun hat, über die Namensherkunft fand ich nichts.

Das Ostertal ist landschaftlich besonders schön und ich bin da auch schon gewandert. Vom Auto aus sieht man natürlich keine schönen Flussauen.

Schmales Holpersträßchen nach:


Schwarzerden

hat aus römischer Vergangenheit eine Tempelrückwand mit dem Bild eines fliehenden Stiers zu bieten, klar, das Viech wollte nicht geopfert werden - der Mithraskult war ein Männer-Geheimkult und wurde wohl vor allem von Soldaten, die fern der Heimat stationiert waren betrieben. Auf dem Bild hat der Stier schon das Messer am Hals.


Da oben ist es, schützend umbaut:



So sah es vor 2000 Jahren aus:


Obendrüber sieht man noch die Löcher für die Dachbalken:


Schmunzeln musste ich über diese Infotafel, die auch nochmal darauf hinwies, dass Frauen von diesem Kult ausgeschlossen waren und dort auch nicht hin durften, am Ende des Textes steht dann ironisch:  "Heute ist Frauen der Zutritt zum Mithrasdenkmal selbstverständlich gestattet"


Nebenan ein Angelweiher mit Bänken, aber bei dem Wetter..

Das "Ostertaler Zebrapferd" musste ich enttäuschen, ich hab kein Möhrchen dabei

Durch einige Grenzorte, wo nichts besonderes zu sehen war wie z.B. Oberkirchen fuhr ich einfach durch. Zwar gab es überall auch mal ein schönes Bauernhaus zu sehen, aber es  lud mich einfach nicht zum Aussteigen und Knipsen ein.

Bei der Suche nach Besonderheiten zum Ort
Herchweiler - Steinbruchsee

stieß ich auf einer Landkarte auf ein Gebiet namens "Steinbruch am Steinberg" inklusive Baggersee, was mich mal wieder magisch anzog.
Das sollte DER Haupt-Relax-Punkt auf dieser Etappe sein!

Leider fand ich zum Verlinken nur dieses Foto, wo es um einen tragischen Badeunfall ging, aber diesen wundervollen Ort wollte ich unbedingt finden und dort "abhängen" - vielleicht die Füße reinhängen? Oder einfach nur so da sein und genießen.

Steinbruchsee Pfeffelbach


seit dem Unfall ist eigentlich das Betreten verboten, aber einfach sehen wollte ich das doch mal  (Mensch, die Formatierung spinnt wieder...)

Mit einiger Schwierigkeit ermittelte ich, wie man da hinkommt und fand: am besten nicht vom Ort Pfeffelbach (Rhld.-Pf.) aus, zu dem das Gelände gehört, sondern vom saarländischen Herchweiler muss es über eine kleine Straße und dann wohl noch 250 Meter Fußweg gehen.

Ich hing gut eine Stunde mit Suchen dran, traf dann an einem einsamen Gehöft auf eine junge Frau (die meinen Dialekt sprach, schön!), die mir einen anderen Weg beschrieb. Dort fuhr ich dann hin, durch Wald und Feld



und lief und lief...circa 1,5 km lang durch den Wald, und sagte mir immer "noch diese Kurve, dann muss es doch kommen..."



irgendwann schimmerte seltsam-hellgrün eine lange Fläche durch die Bäume und ich hoffte, es könnte der mittlerweile veralgte See sein...

aber nein, bloß eine Wiese, wo sich jemand "häuslich" eingerichtet hatte, also weiter...



Endgültig zur Aufgabe frustriert war ich dann an dieser Wegspinne, drei Möglichkeiten, keinerlei Hinweis, Fazit: aufgeben und umkehren! Ich maulte aber lauthals und einsam da im Wald vor mich hin! Und stampfte auch mal auf!



Auf dem Rückweg plünderte ich aber immerhin noch zwei Holundersträucher, ich hab immer so eine dünne Falt-Einkaufstasche dabei



Überhaupt sah ich auch hier im östlichen Saarland-Grenzgebiet zentnerweise das Obst auf dem Boden liegen und verfaulen, einige Äpfel hab ich wieder mitgenommen (muss heute Mus einkochen!), und an einem abgestürzten Pflaumenbaumast konnte ich noch ein paar leckere Zwetschgen (fast alle gleich gefuttert) ernten





Haupersweiler
Früher fuhr im Ostertal die Ostertalbahn, heute nur noch Museumsbahn. Irgendwann fahre ich da aber mal mit, wäre mein erstes Mal mit diesem Bähnchen, aber dazu muss es schönes Wetter sein.
In mehreren Orten sieht man aber noch die Viadukte der Bahn, z.B. in hier in Haupersweiler:

Osterbrücken
War mein nächster Zielort. Und da musste ich jetzt auch mal Futterpause machen, war ja ohne Mittagessen weg. Kaum saß ich hier, hielt ein anderes Auto, ein Paar stieg aus - um zu rauchen! Iih bäh!

Kaum waren sie weg, fing es an zu platschen und ich raffte schnell meine Siebensachen zusammen, machte aber zuvor noch einen Abstecher dahin, wo ich eigentlich in Osterbrücken hin wollte: zum Martinshof

Hier gibt es einen großen Biolandhof, der zwar keinen Hofladen hat, weil es in Saarbrücken einen großen Martinshof-Laden gibt, wo man aber laut Website einfach mal reinlatschen darf - als ich dann noch sah, da gibt es einen baumumstandenen Weiher mit Inselchen in der Mitte, wollte ich da hin - vor Urzeiten, ca. 35 Jahren - war ich da mal auf einem Hoffest...
Es wäre schön gewesen, vor allem auch der Vogellehrpfad rund um die Anlage hätte mich interessiert, aber so...nein, Abbruch

Ich warte jetzt besseres Wetter ab, selbst wenn ich im Urlaub, der am 5.9. endet, nicht mehr fahren kann, dann mache ich die restlichen Etappen halt an Wochenenden oder an Gleitzeittagen!

Dienstag, 28. August 2018

Ich will mal bei einer Farb-Foto-Challenge mitmachen

Da ich Gärten nenne, zu denen Eintritt zu zahlen ist, vorsichtshalber die Werbeinfo:
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Dazu muss ich aber erst mal mein "Werk" einstellen, damit ich den Link senden kann, ich hoffe, das klappt und ich habe alle Voraussetzungen erfüllt 

Die Challenge stammt von HIER


Die Fotos habe ich selbst gemacht, das linke Foto mit dem blauen Baum stammt aus dem "Jardin sans frontieres" im französischen Bitche vom 12. Juni 2011.

Die Tulpen habe ich am 14.5.2016 im Freizeitgelände "Finkenrech" fotografiert und die große Wicke wuchs in der Nähe meines Arbeitsplatzes.

*hat geklappt! Ich wurde verlinkt*

Montag, 27. August 2018

Urlaub zuhause Teil 8 - Reise rund um mein liebes kleines Bundesländchen

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Etappe 8 am 26.08.2018 

Der Plan heute umfasste zwei "Oma-Sachen" und zwei "Nicht-Oma-Sachen" - ich denk jetzt selber schon in den von einem meiner Sprösslinge kreierten Kategorien ;-)

Die Nicht-Oma-Sachen:
- Schwimmen im See
- Tretboot fahren

Die Oma-Sachen:
- Wildparkbesuch
- Open Air Konzert einer Stadtkapelle

Erstes Etappenziel war eines DER Highlights, mit dem für Tourismus im Saarland geworben wird, und zwar der

Bostalsee

An zwei Wochenenden im Juli 2017 (ich berichtete) war ich schon mal hier, und mein Fazit war am Ende, ich zitiere mich selbst:

"Der Bostalsee und ich, wir werden wohl keine Freunde mehr..."

Seit gestern relativiere ich diesen Satz auf "Der Bostalsee ist klasse, also der See, mit der Organisation rund um den See werde ich mit Sicherheit keine Freunde mehr.."

Ich werde mich jetzt nicht in Details ergehen, aber nur so viel: wer hier zum ersten Mal hinkommt, sollte Zeit mitbringen, bis er das Ziel, das er sucht, gefunden hat, es gibt ja hier eine Vielzahl von Freizeitmöglichkeiten, und sogar zwei sich gegenüberliegende Strandbäder, die Beschilderungen und die Infos lassen allerdings immer noch schwer zu wünschen übrig. Das muss als Meckern dann genügen, denn ich könnte sonst eine Liste mit 10-12 Meckerpunkten hier aufführen. Will ich aber nicht.

Denn der See, seine Lage, das Wasser, der Sandstrand sind wunderbar und haben mehr Gemeckere nicht verdient.

Ich fuhr für dieses Mal an den Strand in Bosen, den ich auch jetzt im Nachhinein sehr viel besser finde als den auf der Gonnesweiler Seite.

Als Tageshöchsttemperatur waren 20-21 Grad gemeldet, nicht gerade jetzt sooo unbedingt das Badewetter...aber wer weiß, ob es für dieses Jahr überhaupt noch eine Bade-Chance gäbe, also nix wie rein!

Zunächst ein paar Fakten:

1,2 Quadratkilometer groß, größter künstlich angelegter Freizeitsee im südwestlichen Raum, Ende der 70er Jahre gestaut, von Saarbrücken leider über 50 km weit weg (sonst wäre ich wohl ständig dort, mittlerweile)
Mit seiner oberen Spitze ist er 6 km von der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz entfernt, so dass ich ihn prima in mein "Grenzprojekt" mit eingliedern kann

Es geht ein kühler Wind, keine 16 Grad um 12 Uhr mittags wie die Digitalanzeige auf dem einen Kassenhäuschen mitteilte (und kühler Wind), aber das Wasser ist warm genug mit 21,8 Grad, also nix wie rein!



Zahlen musste ich nichts, die 3 Kassenhäuschen waren unbesetzt.


Ich war die einzige, die ins Wasser ging! Sonst nur "Fußbader".
Auch sonst: gähnende Leere! Alles Weicheier, aber schön für mich!

Und ich hatte so gleich 3 Lifeguards vom DLRG auf diesem roten Häuschen ganz für mich alleine, da konnte ja nix passieren.



Nach diesen beiden Fotos latschte ich wieder zurück ans Auto, meinen Krempel holen und holte auch die alte kleine Kamera, damit ich auch am und im Wasser Fotos machen kann, man weiß ja nie, wegen Klauen und so, allerdings hätte ich das gar nicht gebraucht, so leer wie es war. Kann also sein, dass die Bildqualität etwas anders ist als sonst. 


Ich hatte den Badeanzug schon zuhause unter die Kleider angezogen, Decke auf den Sand und ab in die Fluten!


Herrlich!


(Ein Anruf zuvor ergab: hier keine Blaualgengefahr)




Nachdem ich mal genug geschwommen hatte, ging ich mit der Kamera in der Hand und dem Bewusstsein, dass mir wahrscheinlich einige Blicke im Rücken folgten mit den Gedanken "wenn die jetzt ausrutscht und mit dem Knipso ins Wasser fällt" bis zur Nichtschwimmergrenze, um den richtigen Eindruck von "im Wasser sein" einzufangen



danach in trockene Tücher gehüllt gegen den echt als kühl empfundenen Wind und Couscous-Salat gemampft - hach ist das Leben doch schöööön!!!!


Dann zu den Tretbooten



mh, das sind nur so riesige Viersitzer...eine junge Frau, die auf dem Steg arbeitet, frage ich, ob es keine kleineren, 1- oder 2-Sitzer gibt? Nein, nur die großen...nee, das ist dann nix für Frau K, vermutlich mit Schlagseite durch einseitige Belastung und ihren beschädigten Gräten mühsam da herumtrampeln...ich muss den Plan leider fallen lassen, schade - und die Elektroboote sind mir mit 10 Euro die halbe Stunde einfach zu teuer (außerdem, das geb ich zu, hätte ich, und das wiegt schwerer, Bedenken, damit nicht zurecht zu kommen und hilflos herumzutreiben oder noch was zu rammen..)


Also setze ich meine Tour entlang der Grenze Saarland/Rheinland-Pfalz fort, allerdings gibt es da ehrlich gesagt praktisch nichts zu sehen außer kleinen Örtchen, zu denen ich auch bei intensivster Suche keine Besonderheiten (außer einem einzigen Hinkelstein) finden konnte, ich hab nur mal die Ortsschilder geknipst so à la "ich war immerhin da"
(den grenznahen Ort Nohfelden habe ich absichtlich ausgelassen, dort gibt es eine Burg, aber ich war da schon im Juni 2017 - das wäre so das einzigst Interessante in der Gegend hier gewesen)

Wieso gibt es denn in der Region praktisch keinerlei und wenn noch so kleine Sehenswürdigkeiten? Warum ist denn da nix???
Ich find doch schon ne große Ilexhecke interessant (Kategorie "Oma-Sachen") :-)

Nun ja, das hier war so ziemlich das "Spektakulärste", was mir an der Strecke begegnete und wofür ich extra ausstieg (Tannenbäumchen für nächste Weihnachten vorgemerkt):



Blick auf den wohl letzten Ausläufer des Schwarzwälder Hochwaldes


denn jetzt geht es durchs "Sankt-Wendeler-Land"


Ich bekomme unterwegs Lust auf meine Thermosflasche voll Getreidekaffee und suche nach einem schönen Plätzchen zum Picknicken, biege aufs Geratewohl irgendwo ab (keine Ahnung, vor welchem Örtchen das war) auf eins dieser gegendtypischen Ministräßchen, gespannt, ob ich fündig werde


Yesssss! Inmitten ländlicher Einsamkeit eine Bank!


Mit diesem Ausblick!


Ich relaxe gut eine halbe Stunde genüsslich vor mich hin und mache mich dann auf zum


Naturwildpark Freisen 

der immerhin sehr schön liegt, der wilde Parkplatz lässt schon mal einiges erhoffen



was dann allerdings dermaßen schmählich enttäuscht wird, dass ich beschlossen habe, kein einziges weiteres Foto davon einzustellen, ich kann nur für mich selber sagen: verschwendete 9 Euro, verschwendete eineinhalb Stunden Lebenszeit, abhaken und vergessen! Nie wieder.

Den letzten Etappenpunkt hatte ich im wöchentlichen Veranstaltungsheft entdeckt:

ein Freiluft-Konzert der Stadtkapelle Neunkirchen in einem Ort namens Bubach im kleinen Park eines kleinen Schlosses namens Buseck, das sollte den Tag schön beschließen

ich gab die Adresse ins Navi ein: 85 km! Häh??? Kann doch nicht sein...nochmal neu eingeben mit "kürzester Strecke", nee, 85 km?

Ich muss dann leider feststellen: das Saarland hat zwei Bubach!

Und das Konzert ist nicht grenznah, liegt nicht an meinem Heimweg und fällt daher aus. Daran bin ich nun allerdings selber schuld.

Bis auf das Schwimmen im See war das aber eher ein Flop-Tag...puh, und der unschönste der ganzen bisherigen Etappen.
Es kann ja nur besser werden *hoff*

(noch 10 Tage Urlaub)






Donnerstag, 23. August 2018

Urlaub zuhause Teil 7 - Reise rund um mein liebes kleines Bundesländchen

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Etappe 7 am 22.08.2018 

Ich hatte wieder einen so schönen Plan...

Daran war auch nichts falsch, im Gegenteil - die Idee war:

- schon um 10 Uhr morgens (es wird ja wieder ein heißer Tag mit einer Temperaturspitze von 31 Grad) gehe ich in ein cooles, abgelegenes, herrlich altmodisches "Natur- und Waldfreibad"

- danach reihen sich dann alle anderen "Events" an wie Perlen auf der Schnur. 

Etappenort für Reise Nr. 7 auf meiner Grenzrundreise - ganz dicht zu Rheinland-Pfalz, auch noch am Schwarzwälder Hochwald gelegen - war Weiskirchen, einer von 15 Kurorten, die sich "Heilklimatischer Kurort der Premium Class" nennen dürfen - und auf der Suche nach (für mich!) Interessantem hatte ich natürlich die Website von Weiskirchen durchforstet und stieß mit einem Freudenschrei auf ein Naturfreibad (zweiter Punkt auf der Site)! Geöffnet ab 10 Uhr morgens - passt!

Nun fahr ich ja auf Flußschwimmbäder, Waldschwimmbäder mit natürlichem Zulauf und dergleichen immer total ab - "normale" Freibäder mag ich gar nicht - das Naturwasser ist auch ganz anders auf der Haut als das Gechlorte - jedenfalls war das der Top-Punkt auf meiner heutigen Liste.

Die Öffnungszeit 10 Uhr morgens wurde auch auf Schwimmbadcheck bestätigt, warum hätte ich zweifeln sollen?

Freudig aufgeregt stand ich also 2 Minuten vor 10 dort an Kasse - um gleich wieder weggeschickt zu werden!

Geöffnet ist es - ja, ich könnte ne Wurst essen oder was trinken - aber schwimmen gehen, nein, das ist erst ab 13 Uhr möglich, weil erst dann der Bademeister kommt! 

Aaaaaaaaaaaaaah!!!!!!!

Ich sage, dass das mit 10 Uhr aber so auf der Internetseite steht - "mh - hat der das nicht geändert?" - nee, hat "er" nicht, wer auch immer "er" ist - die Kassendame ist zwar lieb und nett, aber ich lass jetzt doch etwas die Unterlippe hängen...menno! Schon wieder - wie bei Mettlach - an Punkt 1 bereits gescheitert.

Na gut, hilft ja nix, gute Laune nicht verderben lassen und 3 Stunden noch gut herumbringen, also die nachfolgenden Tagesziele umsortieren und neu starten.

Und zwar in Rappweiler, wo mich ein Kapellchen, einziger Überrest eines untergegangenen Dörfchens hinaus auf die Felder zog. Für mich als Städterin erstaunlich: das Kapellchen ist offen!







Apropos muss ich hier was einflechten: mein ältester Sohn findet mein Projekt interessant und meinte, wenn er noch zuhause wohnen würde und noch jünger wäre, würde er da hin und wieder mitkommen - allerdings nicht zu meinen "Oma-Sachen" - ein Feld-Wald-Wiesen-Kapellchen gehört mit Sicherheit zu dem, was er mit Oma-Sachen meint, aber ich richte, da ich alleine unterwegs bin, die Tour nun mal nach eigenen Vorlieben ein, und ich mag die Atmosphäre an solchen stillen einsamen und geschichtlichen Orten nun mal sehr:

Außerdem gibt es hier einen Wildpark.

Zu dessen Eingang kommt man an der wirklich überraschend großen Wildpark-Alm vorbei.

Nachdem ich einige Gehege entlang gestapft war, ohne ein einziges Tier zu sehen (Beweisfotos) - denen war wohl auch schon zu heiß und sie lagerten irgendwo in Unterständen oder im Wald - zog ich wieder von dannen. Bringt ja nix, nur Zäune anzugucken. Übrigens Eintritt frei.



Nebenbei bemerkt: startet genau hier der 2-Täler-Wanderweg, den ich zusammen mit einem meiner Söhne am 3.10.2015 gegangen war (das war ein Geburtstagswunsch von mir gewesen) - und von wo ich leider nur 2 Fotos habe und darum keinen Beitrag schrieb, denn der Teenager ließ mir keine Zeit, irgendwo stehen zu bleiben und zu knipsen..).

Dann nach Weiskirchen rein und den Staudengarten und den Kurpark anschauen - Bilder sprechen für sich:








und vom Auto aus einen Blick auf den Mechanischen Musiksalon werfen, der aber sowieso nur für Gruppen öffnet

Noch über 2 Stunden bis Schwimmbadöffnung...also mache ich dann einen Grenzsprung rüber nach Rheinland-Pfalz, ich will die Grimburg sehen, die schaut auf den Bildern so schön düster aus.

Da wusste ich noch nicht, dass man dort eigentlich nur hin wandern kann - über die Strecke, die mein Navi anzeigte zumindest, aber für dieses eine Mal ignorierte ich das Schild "Nur Wald- und Forstverkehr und Mitarbeiter der Burg" - ich dachte allerdings auch, das könne ja nur ein paar Meter weit entfernt sein...aber ich kurvte dann mehrere Kilometer (schäm) durch The Middle of Nowhere - aber irgendwann ist dann halt auch der Point of no Return erreicht - und mit hochgezogenen Schultern (hoffentlich kommt da niemand und maßregelt mich) kam ich endlich an der Burg an, die man erst kurz vorher sehen kann und die mitten im Wald auf einer Anhöhe liegt.









Meine Strafe für die illegale Sträßchennutzung war dann vielleicht, dass ich mir ganz oben im Turm dann heftig den Kopf anstieß *doing*…und deswegen die letzte Leiter nicht mehr hochklomm.

Nun aber endlich SCHWIMMEN! 





Als ich kam, waren nur etwa 5 weitere Besucher da, herrlich!

Das Wasser sieht von hier aus dunkel und grün aus, ist aber nicht so, das Becken ist halt nicht so grellblau gestrichen, sondern hat einfache dunkle teils bemooste Steine und Platten am Boden, auch die Bäume etwas spiegeln sich darin. Alles perfekt!

nächstes Mal zieh ich die mitgebrachten Latschen an...heupanierte Fußsohlen 


Erst mal unter die eiskalte Dusche, dann kommt man leichter ins Wasser rein, denn "vom Bach gespeist" ist natürlich kalt, auf Nachfrage 20 Grad, geht ja noch.

Oh das war so schön! Ich hatte eine ganze Bank im Schatten unter einem Baum für mich mit Beschlag belegt, und lagerte dort zwischen 2 x schwimmen gehen.
Was mir außer der schönen ruhigen Umgebung und dem erfrischenden Wasser noch auffiel:
nach noch nicht mal 10 Minuten war ich schon mit 3 mal mit Leuten im Gespräch - das gibt's in der Stadt so nicht und das gefiel mir auch sehr und trug zum weiteren Wohlbefinden bei.

Dann war es aber auch mal Zeit, weiter zu ziehen. 

Noch eine Spaßaktion, und zwar im Freizeitzentrum Braunshausen!



Dort gibt es z.B. ein Rutschenparadies, einen Spielplatz im Stil eines Keltendorfs, Bungeejumping auf Trampolinen, das alles eher für Kinder, 


aber für große Kinder wie mich geht auch die

Sommerrodelbahn! Hab nachgeschaut: bis 170 kg kann man die benutzen.

Da lass ich mich jetzt den Berg hochziehen, um anschließend lustvoll wieder runterzubrettern - schöne 1000 Meter lang!

Meine Handtasche konnte ich beim Einsteigen hinterlassen, ein Foto ging aber nur bergauf, bergab braucht man beide Hände zum Beschleunigen bzw. Bremsen (bei mir eher Bremsen..) - außerdem isses verboten.

Hätte ich mir nicht ein Finanzlimit gesetzt, würde ich hier auch 10 mal runterfahren.

Aber ich will auch noch zu einer im Wald verborgenen Sehenswürdigkeit aus uralter Zeit, und zwar zum Keltenring bei Otzenhausen, einer gigantischen Befestigungsanlage, etwa 2000 bis 2500 Jahre alt! Und eine der beeindruckendsten Wälle dieser Art in Europa. Die Anfänge des Walls gehen zurück bis in die La-Tène-Zeit 5.-4. Jahrhundert vor Christus.

2,5 Kilometer lang, bis zu 10 Meter hoch, an der Basis über 40 Meter breit, man muss es gesehen und bestiegen haben, denn die Fotos können nur ein flüchtiges Bild dieses uralten Monuments vermitteln.

Ich glaube, dieses hier von oben lässt am ehesten noch die Dimensionen erahnen:



Nun war das allerdings zur Zeit der Erbauung kein simpler Steinhaufen, sondern eine sogenannte "Murus gallicus", d.h. die Steine verfüllten eine Art Fachwerkmauer, und diese war bis zu 25 Meter hoch!

Das Holz ist natürlich längst verfault, wir sehen und besteigen nur noch die Füllsteine, aber das alleine ist schon ein Erlebnis für sich.

Ohne diese Steintreppe hätte ich in dem Geröll keine Chance, da hoch zu kommen, was schade gewesen wäre, denn von oben ist es einfach GREAT 




Warum eigentlich brauchten die Kelten so eine Riesenmauer? 
Weil sie ihren Reichtum zu schützen hatten, der aus Bodenschätzen bestand. Toneisenstein zur Waffenherstellung. Immer dasselbe irgendwie in der Menschheitsgeschichte - man denke an die Mauern in unserer Zeit.

Übrigens ist die Wegbeschilderung überaus jämmerlich...ich lief offenbar sogar den längeren Weg durch den Wald (1,8 km, immer bergauf, für mich derzeit keine einfache Sache) - es hätte wohl aber linksherum noch einen weiteren Weg mit einem Tor gegeben. Schade drum, da hätte man nicht so sparen sollen und nur ein briefmarkengroßes Schildchen oben an einen Baum nageln...

Sei's drum, vielleicht ein ander Mal. Für heute war es das dann. 
Die riesige Talsperre Nonnweiler, zu der man vom gleichen Parkplatz aus wandern kann, hab ich mir geschenkt, ebenso das Keltendorf, dort war ich nämlich letztes Jahr am Feiertag Fronleichnam und hatte auch einen Blogbeitrag dazu geschrieben.

Das Wetter der kommenden Tage soll außer Abkühlung auch einiges an Gewittern und Regen bringen, da weiß ich nun nicht, wann ich die nächste Etappe fahren kann.

Bleibt mehr Zeit für Recherchen.

In die aktualisierte Karte habe ich mal grüne Flächen an den Rand gesetzt (unvollständig!), da wo halt keine Orte waren, weil es entweder nur Wald und Wiesen gibt, wie z.B. der Warndtwald, wo quadratkilometerweise keine Bebauung ist oder wie zwischen Mettlach und Saarburg das Flußtal mit den Steilhängen, usw.

Grün war es seit der Abfahrt in Saarbrücken aber überall!