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Kennt ihr das, wenn ihr an mehreren Fronten kämpfen müsst, dass ihr dann so eine Art Gedankenkarussell entwickelt, aus dem ihr nicht mehr rauskommt? Derzeit habe ich gleich an 5 Stellen Ärger, und obwohl ich mich auf diesen Tag der offenen Gartentür, den ich die beiden letzten Jahre regelrecht zelebriert hab, sehr gefreut hatte, heute war ich aber so belastet, dass ich mich regelrecht zwingen musste loszufahren.
Hinzu kam, dass ich auch noch meinen "schüchternen Tag" hatte, will sagen: ich hab dann Schwierigkeiten, jemanden anzusprechen. Lieber verzichte ich als zu fragen.
In den Vorjahren hatte ich ja jeden Gartenbesitzer explizit gefragt, ob er/sie mit einer Veröffentlichung auf meinem blog einverstanden ist (wobei manchen noch zu erläutern war, was das überhaupt ist), aber heute fühlte ich mich dazu einfach nicht in der Lage. Ich habe nur kurz gefragt "Fotos erlaubt?" und darum mache ich einfach nur eine Fotoparade aus den Gärten, die ich gesehen habe ohne Nennung, wo das war.
Und dann, auf dem Weg zum nächsten Garten, verließ mich komplett und zur Gänze die Lust!
Ich hatte einige Meter zuvor am Straßenrand in einem Waldstück einen Hinweis auf einen Weiher entdeckt, ich drehte um, ließ Gärten Gärten sein und fragte mich dann, ob ich es wage, diesen schmalen Weg runterzufahren - was wenn mir da einer entgegenkommt?
Also lieber zu Fuß runter und dann auf zwei grüne Angelweiher gestoßen, hinter einem diese idyllisch wirkende Hütte, dort wollte ich mich hinsetzen und mal innerlich durchschnaufen, leider erwies sie sich als Holzlager
Auch diese bemooste Steinbank lud nicht wirklich ein, aber ich fand dann doch noch ein wackliges Brett und schaute erst mal geraume Zeit bloß einfach auf die Weiher, um mal alles sacken zu lassen
Dann machte ich mich matt auf den Heimweg, sicher mit Merkel-Mundwinkeln und kam an einem Flohmarkt vorbei, der gerade so am zu-Ende-gehen war, und da war ein großer Obststand, und die schrieen da Preise in die Gegend, das konnte ich gar nicht glauben!
Ich erlebte ein inneres High und kaufte wie besessen Obst, war ja auch wohl eine Rettungsaktion, sonst wäre es sicher entsorgt worden - und ich freute mich schon beim Packen darauf, das zuhause zu verarbeiten, das hatte mir der Himmel geschickt, das half mir echt aus meinem Tief!
Ich zeige mal, was ich ergattert habe und woran ich gerade noch am Arbeiten bin:
eine komplette Steige Aprikosen füüüüür: 1 Euro! Alle!
Diese Pfirsiche, 1 Euro, die Kirschen (knappes Kilo) 2 Euro
Und erst die Beeren! Dieser Klappkorb ist voll bis obenhin!
Guckt, die Himbeeren, alles zusammen unglaubliche 3 Euro
und all die Heidelbeeren auch 3 Euro, jede Box 125 gramm! Ich bin immer noch im Obsthimmel und am Einfrieren, Schnippeln, Einkochen
Und weil das so Spaß gemacht hat, hab ich nebenbei auch gerade noch eine Gemüsequiche gemacht, mit TK-Rosenkohl, brauche den Platz für die Beeren 😍
Ich obste mal weiter...💚
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Ausflugsfahrt am 13.06.2018 Elsass/Lothringen
Die Wetteraussichten waren eigentlich super, nicht zu heiß und null Prozent Regenwahrscheinlichkeit, das traf auch ein, allerdings blieb es sehr bedeckt, meine Fotos sind daher nicht "sonnig".
Um 10 Uhr kommen die Nordvogesen in Sicht, wir fahren über den Pass Saverne in die Höhe zum ersten Fahrtziel, wo wir circa um 11 Uhr eintreffen:
Der Felsen von Dabo
Der vor über 200 Millionen Jahren entstandener Block aus rosa Sandstein ragt solitär über das Dorf Dabo (ehemals Dagsburg oder Dachsburg) und hat vom Sockel aus eine Höhe von 30m, er ist 80 m lang und 26 m breit und hat eine wechselhafte Geschichte, was seine Nutzung von der Keltenzeit bis in die Gegenwart angeht. Hier stand auch einmal ein Schloss, heute gibt es noch eine Kapelle. Hier sieht man aus dem Busfenster, wie exponiert dieser Block oben auf dem Hügel sitzt
Wir haben hier 30 Minuten Aufenthalt, die man entweder zu einer Kaffeepause am Bus oder zum Besteigen des Felsens nutzen kann, natürlich pfeife ich auf den Kaffee....die allermeisten allerdings ziehen das vor, verstehe ich nicht...aber besser für mich zum Fotosmachen. Es kostet moderate 2 Euro Eintritt.
Diese Aussicht hat man bereits vom Busparkplatz aus, so leicht trüb wird es leider den ganzen Tag bleiben
Trotz der relativ wenigen Höhenmeter sieht es - oben angekommen - doch noch einen Tick besser aus
super sind die Keramik-Erklärtafeln für die Aussichtspunkte!
Der Turm kann bestiegen werden, enge Wendeltreppe, aber okay
upps...diese supersteile Hühnerleiter ist dann allerdings doch ein paar Sekunden der Überlegung wert
oh nein oh Schreck!
Diese Zinnen sind niedriger als mein Hüftknochen, und der Platz zwischen Zinnen und dem Turm im Rücken ist vielleicht gerade mal einen Meter!
Da ist sie wieder, die blöde Höhenangst, ich kann die Türe gar nicht los lassen, durch die ich herausgekommen bin, mache nur hektisch einhändig zwei Fotos und trete mit schlotternden Knien den Rückzug rückwärts die Hühnerleiter an
ich glaube fast nicht, dass das in D möglich wäre, so eine niedrige Begrenzung - da wäre bestimmt noch eine Mauererhöhung draufgesetzt worden, nein tut mir leid, das kann ich nicht, da saugt mich die Tiefe quasi an und ich hätte mit dem Rücken an die Turmmauer gepresst rundherum rutschen müssen, und dann noch Angst gehabt, mich überfällt mittendrin noch mehr Panik, einzige Alternative wäre gewesen, auf die Knie und rumkriechen 😁
wieder unten vielleicht noch schnell ins Toilettenhäuschen? Ach nee, doch nicht 😂
weiter geht es, wir sind jetzt schon im Elsass und die Straße von Weinreben umgeben
Der Odilienberg
Hier haben wir 2 Stunden Aufenthalt, die ich ausgiebig nutze, vergesse aber am Ende, zu der Quelle hinabzusteigen..nun ja, nächstes Mal.
Auch der Odilienberg ein großer Buntsandsteinfelsen, schon seit eh und je als Kultstätte genutzt, heute bebaut mit einer sehr großen Klosteranlage und gewidmet der heiligen Odilie, ihre Sage zu schildern spare ich mir.
Hier eine gut beschilderte Übersichtstafel, die die Ausdehnung der Anlage schön illustriert und wo man auch sehen kann, dass man fast komplett rundherum laufen kann über mehrere Aussichtsplattformen, man hat also auch hier fast 360 Grad Aussicht
Auf dem Parkplatz stehen zwei bewaffnete Polizisten in Schutzkleidung, schade, dass heute so etwas nötig ist, ich trete durch den Torbogen des ersten Gebäudes in einen wunderbaren Innenhof
Wunderbar die vielen blühenden Sommerlinden, die sich überall auf dem Rundgang wiederfinden und die Anlage noch schöner machen
Das ist die Kirche Notre-Dame, gewidmet Odilie, die Schutzpatronen der Blinden ist, daher die Schrift über dem Tor "Öffne meine Augen" - später setze ich mich dort 20 Minuten rein und lasse die Kirchenatmosphäre auf mich wirken
Einmalig auf der Welt ist diese Sonnenuhr auf dem zweiten Plateau (die Säule links im Bild) aus dem 18. Jahrhundert
Sie zeigt nämlich nicht nur die örtliche, sondern auch noch die Zeiten verschiedener Regionen der Erde, unten rechts erkennt man gut "Congo africaine"
Von außen schlicht sind die nebeneinanderliegenden Kapellen der Engel und der Tränen, aber innen dann: Überraschung! Mir fallen sofort die Mosaiken von Ravenna ein, die ich als 21jährige in Italien sah
Leicht ironisch dieser Hinweis an den überall an den Gebäuden herunterlaufenden Blitzableitern, denen man sich "im Falle von Gewitter auf nicht mehr als 3 Meter nähern soll", während der Gang, der daran vorbeiläuft, teilweise so breit aber gar nicht ist - na, bei Gewitter würde ich mich hier aber ganz schnell in mein Auto zurückziehen und fix ins Tal düsen
In einem der Hauptgebäude habe ich - fast verbogen beim Versuch, Spiegelungen zu vermeiden - dieses Luftbild geknipst
Es gibt hier auch einen Wanderverein!
Ein letzter Blick zurück vor der Abfahrt, wie schade, dass die Sicht nicht besser ist
Obernai
- ehemals, und heute auch noch oft so genannt: Oberehnheim am Flüsschen Ehn
Die Fakten, die schon für sich sprechen: am Fuß des Odilienbergs gelegen, im Krieg nicht zerstört worden, daher eine sehr gut erhaltene Altstadt, unter anderem mit:
1.400 Meter langer, die Altstadt umringende historische Stadtmauer
schöner Marktplatz mit altem Kornspeicher
Rathaus von 1523
Sechseimerbrunnen
viele schöne Plätze und Straßen mit originalen Gebäuden
quasi ein französisches Rothenburg o.d.Tauber
(da es mir hier schon ziemlich schlecht ging, habe ich recht wahl- und lieblos fotografiert)
hier sind die Häuser direkt in die alte Stadtmauer hineingebaut:
und hier sieht man gut, wie dicht - quasi handbreit - manche Häuser zueinander stehen
da fahr ich sicher nochmal hin