Sonntag, 23. Juli 2017

Von totaler Ablehnung zu schierer Begeisterung - Baumwipfelpfad an der Saarschleife am 21.06.2017

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Die Saarschleife - DAS Wahrzeichen schlechthin (vielleicht neben der Ludwigskirche in Saarbrücken) für das Saarland - verschandelt durch ein riesiges hölzernes Monstrum .... so sah ich es bisher, ohne es selbst in Augenschein genommen zu haben, aber das Lesen zahlreicher Leserbriefe in der Zeitung sowie die Abbildungen von dem "Ding" bestärkten auch mich in der Meinung, dass das einfach ein ätzendes Teil ist, das die schöne Cloef, die ich schon seit Kindertagen immer wieder mal besuche, total entstellt.

Trotzdem oder gerade deswegen hatte ich mir vorgenommen, trotz des hohen Eintrittspreises mir das Teil doch mal selber anzuschauen und mir eine eigene Meinung zu bilden - und die fiel dann ganz anders aus.

Ich schicke allerdings trotz aller Begeisterung voraus: von unten oder von ferne betrachtet passt es wirklich nicht in die Landschaft! Schön ist das nicht, es sieht für mich aus wie ein an sich hübsches Gesicht mit einer schlimmen Verletzung drin, man kann dann nur noch da drauf schauen und wünscht sich, es wäre nicht da....

Anders sieht die Sache aber aus, wenn man das "Gestell" begeht und erlebt - da kann man nur begeistert sein - was allerdings am Ende nichts an der Fragestellung ändert: haben Menschen das Recht, nur für schöne Ausblicke so was hinzubauen? Das muss sich jeder für sich selbst beantworten - die Cloef an sich war vorher schöner, das ist ohne Frage so - aber die Saarschleife selbst sah man noch nie so wie von diesem gewundenen Aussichtsturm aus und den Fernblick hatte man auch nie - aber wie gesagt, ist das die Rechtfertigung? 

Ich dachte ja bisher, bei dem "Baumwipfelpfad" würde es sich nur um dieses Riesengebäude handeln, ich schaute es mir daher zuerst mal vom Fluß unten aus an und fand meine vorherige Meinung bestätigt, es sieht (für mich!) hässlich aus:



nachdem ich dann trotz Baustelle am Parkplatz (der ist derzeit gesperrt und auch hier - tscha, siehe meinen Bericht über den Bostalsee) fand man es nicht erforderlich, den Besucher irgendwie zu leiten...und Riesenumweg und Lauferei wenigstens in die Nähe des Wipfelpfades kam, stellte ich fest: das ist gar nicht nur dieses Ding, sondern das läuft doch auch noch quer durch den Wald! Hätte ich jetzt nicht unbedingt gebraucht (kenn ich schon vom Edersee), aber immerhin sind angeblich nur ein paar wenige Bäume gefällt worden:




nachdem ich endlich trotz aller Widrigkeiten (hab mich auch an der Kasse beschwert, die Dame schob es auf die Gemeinde, die hier keine Beschilderung angebracht hatte - am Kreisverkehr oben weist nichts darauf hin, wie man zum Pfad kommt, bloß wie man NICHT hinkommt) dann AUF den Pfad gelangte, fand ich es doch recht hübsch und vor allem auch gut mitgedacht, dass z.B. für Kinder auf der Strecke zur Aussicht immer wieder kleine Schmankerl eingebaut sind, und dass an den Infotafeln auch in Kinderaugenhöhe solche Guck-Kästchen angebracht sind:







Achtung für Ängstliche: niemand muss durch diese Röhre, man kann auch einfach auf dem Weg bleiben!




nach etwa einem knappen Kilometer nähere ich mich dem Aussichts-Dingens, da schaut es schon um die Ecke



und je näher ich komme, desto mehr schwinden meine Vorbehalte, es sieht zumindest schon mal ziemlich spektakulär aus von dieser Warte aus betrachtet, und größer, viel größer als ich dachte!



das kleine Häuschen da unten hat etwa Kassenhäuschchengröße, zum Vergleich, es ist aber nur ein Infopunkt

es geht nun in Windungen mit sanfter Steigung nach oben, ich bin schon von der ersten Etage aus leicht euphorisch, denn so habe ich in all den Jahrzehnten die Schleife noch nie sehen können, bloß auf Fotos von Flugzeugen oder Ballons oder was weiß ich aus - unten dieses steinerne Halbrund, wo auch Leute stehen, ist die ehemalige Plattform



die starken, dicken Armierungen sind vertrauenerweckend







je weiter ich nach oben komme, desto mehr muss ich doch leicht mit meiner (ehemaligen - aber noch rudimentär vorhandenen) Höhenangst kämpfen und kann nur auf diese genieteten Stellen treten, nur einfach auf den Bretterboden geht noch nicht





nun bin ich ganz oben angelangt und fange an zu genießen, ich habe an diesem Morgen das Glück, dass nur sehr wenige Menschen da sind




auf der oberen Plattform überkommt mich dann doch große Unsicherheit, ich kann nicht bis vor zu dem Geländer gehen - - -  okay, zum Bibbern bin ich ja jetzt echt nicht hergekommen und setze mich erst mal 5 Minuten auf die große Rundum-Bank in der Mitte der Plattform - und siehe da, plötzlich ist es überhaupt kein Problem mehr! Ich laufe frei herum, muss auch nicht mehr nur auf die Nietenstellen treten, die Angst ist wie weggeblasen! Und ich genieße bestimmt eine halbe Stunde die 360-Grad-Aussicht in alle Richtungen, einmalig!









rundum sind Beschilderungen für die Orientierung angebracht, prima!




 Irgendwann reiße ich mich dann los und blicke nochmal zurück


Und "das wäre ihr Parkplatz gewesen" 



der dann zu diesem weit entfernten Kassenhäuschen dahinten geführt hätte


Leider gab es wie gesagt keine wirkliche Ausschilderung, erst nach dem Besuch entdeckte ich ganz am äußeren Rand des oberen Parkplatzes Mini-Papptäfelchen, die auf eine Art Umweg hinwiesen, nee, das war nix, Leute ;-)

Ich muss da irgendwann nochmal hin - im Frühjahr gibt es wohl die Möglichkeit, zum Sonnenaufgang schon vor 6 Uhr reinzukommen, das vermerke ich mir für nächstes Jahr mal auf dem Kalender, das muss eine Wucht sein!

Ich hoffe, sie machen das 2018 wieder und es ist dann gutes Wetter:


Hier habe ich ein eindrucksvolles Filmchen davon gefunden:



*edit*

oho! Nun habe ich nachträglich noch was entdeckt! Und es ist gar nicht mehr lange hin!

Donnerstag, 20. Juli 2017

Ein Tag im St. Wendeler Land: Bostalsee - Keltendorf Otzenhausen - Nohfelden Burg Veldenz - Hofgut Imsbach Theley - Johann-Adams-Mühle Theley (15.6.2017)

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Eine Erlebnistour durch das St. Wendeler Land am 15. Juni 2017 - Feiertag Fronleichnam

Und das war der Plan (für alle Fälle viele Punkte, um Spielraum zu haben, ich musste ja nicht alles machen, was drauf stand!)

- Frühstücken von 8-9 auf der Wiese vom Strandbad am Bostalsee
- Otzenhausen Keltendorf
- Burg Veldenz in Nohfelden
- Hofgut Imsbach Theley
- Johann-Adams-Mühle Theley
- Sommerrodelbahn Peterberg bei Nonnweiler
- Schaumbergturm bei Tholey

(bis auf die letzten beiden hab ich alles "bereist"!)

Der Bostalsee und ich, wir werden wohl keine Freunde mehr...

Nachdem mein Besuch am Bostalsee letzten Sonntag (siehe Bericht über die Liebenburg vom 11.6.17) so kläglich gescheitert war, stand der See gleich für frühmorgens als erstes auf meinem Tourplan.

Ich hatte ja gesehen, dass das 4-Euro-Parken erst um 9 Uhr begann, aber das Strandbad öffnet bereits um 8.
Da ich wegen des Fußes (die alte Leier...) auch nicht schwimmen sollte, stellte ich es mir immerhin herrlich vor, mein Frühstück und Getränke einzupacken, mich eine Stunde ans Seeufer zu setzen und dann dort die Feiertagsausgabe der Zeitung zu lesen, während ich gemütlich futtere. Und dann weiterziehe zu den anderen Sehenswürdigkeiten.

Damit diesmal aber auch gar nix schiefgehen kann, rief ich vorsichtshalber beim Freizeitzentrum Bostalsee an und fragte, wie genau sich das mit der Öffnung des Strandbads um 8 und parallel dazu den Parkgebühren erst um 9 verhielte....eine Kollegin wurde noch zu Rate gezogen, man wusste es nicht.
Aber egal, ich wollte ja sowieso früh wieder weiter zu meinen nächsten Stationen.

Beim Studieren der Karte entdeckte ich: es gibt ja zwei Strandbäder! Eins in Bosen, eins in Gonnesweiler auf der anderen Seeseite!
Ich rufe also nochmal an und erforsche das, und ja, man rät mir sogar zur Gonnesweiler Seite, weil es dort ruhiger ist.

So kann doch nun wirklich nichts mehr querlaufen und ich starte mit einer Kühlbox voller Proviant schon früh am Morgen




Leider, leider, leider artete es dann doch wieder zu einer Odysee aus - nachdem ich das Auto schon kurz vor 8 Uhr abgestellt hatte und mich auf die angegebene Stelle "Strandbad Gonnesweiler" zubewegte, immer darauf bedacht, so wenig wie möglich zu laufen um den Fuß zu schonen, schickten mich Schilder von hier nach da und von da nach dort .... nirgendwo war jemand, nirgendwo konnte ich Eintritt zahlen, ich wollte ja nicht riskieren, von dort verjagt zu werden als "Schwarznutzerin" - nachdem ich schon viele hundert Meter umsonst gelaufen war, entschloss ich mich, dann zu dem Komplex von Center Parcs zu laufen und dort zu fragen, eins der Schilder gab an, dass man auch dort Karten kaufen könne.

Oh manno, nachdem ich da endlich in einer riesigen Eingangshalle jemanden zum Fragen aufgetan hatte erfuhr ich, dass DORT ERST AB 9 der Schalter besetzt sein wird!

Jetzt reichts mir aber!!!!

Ich ging dann wieder zurück zum Strandbad, nutzte dann doch "wild" und hatte gerade mal noch 20 Minuten bis 9, wo ich wegen der Parkgebühr wieder verschwinden musste....echt jetzt.... das ist doch Ka..e!

Immerhin setzte ich mich ans Ufer, bewunderte den Mut eines einsamen, weißhaarigen Schwimmers weit draußen, las ein paar Seiten, blickte immer wieder auf das wirklich schöne Panorama und wusste, dass ich mir von dieser Unorganisiertheit nicht den Tag vermiesen lasse.

Hier die Fotos zum Thema (und da hab ich jetzt noch nichtmal alle Besucher-Hin-und Herschickschilder geknipst, es gibt ja mehrere davon!):

Das Handtuch im Rucksack hätte ich mir sparen können, zum Füße-Reinhängen blieb ja keine Zeit...






der Sandstrand







ein paar mutige Singdrosseln stolzieren in meiner Nähe herum


da der einsame Frühschwimmer


glasklares Wasser






Eine besondere Entdeckung am Wegesrand

Ich hab ja Zeit ohne Ende und muss auf niemanden Rücksicht nehmen, so lasse ich mich gerne treiben und dazu verleiten, statt dem Navi zu folgen diese Mini-Straße zu nehmen....




nach etwa 1 km entdecke ich auf der rechten Seite das hier: Grabsteine hinter einer Mauer! Einfach so, ohne dass irgendeine menschliche Ansiedlung auch nur in Sichtweite wäre - bloß Wiesen, Felder und Waldstücke weit und breit, das muss ich natürlich erkunden!

Ich gehe durch dieses Tor auf die Gräber zu und weiß dann auch, warum der Friedhof so abgelegen ist: es ist ein alter israelitscher! Traurige Geschichte, ich brauche nicht weiter darauf einzugehen, warum er nicht in Dorfnähe liegt...












Keltendorf bei Otzenhausen

(den dortigen keltischen Ringwall kann ich nicht besichtigen, zu viel zu gehen für den "defekten" Fuß, aber nächstes Mal!)

auf dem Weg dorthin komme ich aber erst mal in Nohfelden an diesem Café vorbei und lasse mich gerne vom Weg abbringen und lese dann dort die Zeitung fertig






ich lasse die Bilder für sich sprechen - interessant fand ich u.a. die verschiedenen Dachdeckungen, es konnte bei den Ausgrabungen nicht festgestellt werden, welche verwand wurden, daher hat man alle 3 Möglichkeiten benutzt: kurze Schindeln, lange Schindeln (Brettdächer) und Schilfdächer





































Burg Veldenz in Nohfelden

Mitten im Ort gelegen, leicht aufzufinden - viel versprochen habe ich mir davon nicht, denn es ragt nur ein einsamer Turm in die Höhe

aber Überraschung: er ist offen und begehbar! Und bietet so eine schöne Aussicht auf den Ort und das Umland
das Plateau wird für Veranstaltungen genutzt, es gibt dafür auch eigens einen Aufzug, um es auch für Behinderte zugänglich zu machen (heute ist der aber geschlossen)




















Im Ort selbst fallen mir einige besondere Häuser auf:









Ich kehre Nohfelden nun den Rücken und fahre über seltsame Schleichwege durch Wiesen und Felder auf einem schmalen Sträßchen zum

Hofgut Imsbach bei Theley

 das war allerdings ein wenig enttäuschend, denn für mich sah es so aus, als ob das mittlerweile Privatgelände ist bzw. zu einem Hotel gehört, da hab ich mich nicht getraut "einzudringen", und es war niemand zu sehen, den ich hätte fragen können

das Hofgut wurde von Napoleon dem Reiteroffizier namens Lapointe für seine Dienste geschenkt, und es liegt unglaublich idyllisch ganz einsam in einem schönen Tal und hat eine sehr lange Geschichte, hier gibts Näheres für Interessierte:

Geschichte des Hofgutes

die linke Hälfte ist wohl ein Biobauernhof, der rechte Teil ist ein luxuriös erscheinendes Hotel, das allerdings kurz vor der Schließung steht, Ende August 17 ist dort Schluss - und der Teich rechts davon, auch da ist praktisch betreten verboten, ein entsprechendes Schild eines Anglervereins untersagt es

zur Guts-Kapelle auf der Anhöhe hochzugehen habe ich danach dann keine Lust mehr...

















Besser zugänglich und auch sehenswert ist da die

Johann-Adams-Mühle in Theley

 ebenfalls idyllisch gelegen, die Mühle stammt wohl aus dem 16. Jahrhundert, vom Außengelände kann ich nicht so viele Fotos machen, denn der Innenhof ist vollständig besetzt von Restaurantgästen, das Museum ist aber offen, kein Eintritt, man kann einfach ungestört darin herumlaufen - allerdings konnte ich so auch niemanden fragen, ob ich im Museum fotografieren und die Bilder hier zeigen darf, schade, denn es sind mehrere Räume auf 2 Etagen vollständig eingerichtet und sehr schön und interessant!










und nun zieht sich der Himmel zu, es wird immer dunkler, obwohl erst Nachmittag kurz nach 16 Uhr, ein Unwetter kündigt sich an und die Idee mit der Sommerrodelbahn sollte ich wohl lieber verschieben , ebenso den Schaumbergturm - sie laufen ja nicht weg! Also ab nachhause.