Ewig werde ich hier wohl nicht wohnen bleiben, obwohl die Lage super ist, zumindest zwar so lange wie mein Jüngster noch studiert, er hat es von hier genial nah zu seiner Hochschule, und ich auch zur Arbeit, wenn ich über Frankreich fahre, aber meine Zukunft sehe ich hier nicht. Ich hatte hier mal nette Nachbarschaft im Haus, eine ist leider gestorben, die andere zu ihrem Partner gezogen. Der Rest ist Schweigen...
Da ist im Hinterkopf der Traum von einem kleinen Häuschen (mir würden für mich alleine ja 50-60 qm oder sogar etwas weniger durchaus reichen), und wenn möglich, in der Nähe von Wasser.
Auf der Arbeit höre ich immer wieder von Kunden, die an den "Schwarzrinderseen" wohnen, sogar ein jüngerer Kollege, der aber in einer anderen Abteilung und in einem anderen Gebäude ist, wohnt da, zuvor hatte ich nie davon gehört, und so hatte ich schon lange vor, da mal hin zu fahren und mir das anzuschauen.
Das tat ich denn auch neulich und fuhr direkt nach der Arbeit dort hin, wie man an den langen Schatten unschwer erkennen kann.
Echt ewig weit weg von Saarbrücken - gut 65 km - also wenn ich weiterarbeiten will, was ich ja vor habe, kommt das nicht in Frage, nur wenn ich wirklich bloß noch Rente genieße.
Hier gibt es weit und breit nichts als hügeliges Grün, nur ab und zu mal winzige Dörfer, Nordsaarland sieht halt durchweg so aus. Keine Läden, keine Tankstellen, keine Ärzte, nur Landschaft. Und darin aber auch viele tolle Wanderwege.
Die 3 kleinen Seen liegen direkt nebeneinander und an einen Hang geschmiegt, lauter kleine Häuschen, jedes individuell, von der kleinen Blechbude (naja, das ist etwas übertrieben) bis zum schicken kleinen Einfamilienhaus alles bunt gemischt. Jeder scheint hier gestalten zu können wie er will, keine Einheitsbauten. Das ist gut. Gibt aber auch ein unruhiges Bild.
Ich lief alle "Straßen", die allerdings nur aus Schotterwegen bestehen, ab und schaute mich um: leider leider hat nur die allererste Häuserreihe einen Blick auf den See!
Alle anderen sehen bloß die Dächer der Häuser unter ihnen, das ist ja enttäuschend!
Dasselbe Problem hatte ich schon 2017 im Eifelurlaub bei einer anderen Traumlage festgestellt, nämlich am Waldsee Rieden, wo die Siedlung auch an einem zu flachen Hang liegt, um ab Häuserreihe 2 einen Blick auf den See zu haben. Das bringt ja nix, wenn, dann will ich Aussicht, und die erste Reihe ist sicher nicht zu haben.
Ähm, nö, das ist dann doch kaum das Richtige für mich.
Wenn man doch wenigstens schwimmen dürfte in dem mittleren See (die beiden anderen sind Biotop bzw. Angelsee), aber da stand beim Rundumlaufen dieses Schild:
Ah, offenbar bezog sich das dann nicht auf den Mittelsee, sondern auf den Biotopsee, etwas verwirrend, die Ausschilderung, denn hier ist ein paar Schritte weiter extra eine eingezäunte Badewiese (wegen Hunden) angelegt und offenbar Schwimmen erlaubt, und ja, da ist auch eine einsame Schwimmerin im Wasser!
Hm, immerhin - das wäre ja was! Jeden Morgen bei akzeptablem Wetter rein ins Naturwasser - viel angenehmer als Schwimmbadwasser! - und ein paar Runden ziehen, wie herrlich wäre das!
Aber so "am A... der Welt"? Ich als Stadtmensch? Ich fürchte, trotz Badesee und viel Grün würde ich hier eingehen...nee, das ist denn doch nichts für mich. Und wahrscheinlich überwiegend ältere Leute, da altert man selber sicher auch schneller, denk ich mal. Und wehe bei wochenlangem Regenwetter...Tristesse hoch drei.
Im Büro erzähle ich dann von meiner Expedition und eine Kollegin berichtet mir, dass da nachts die Wildschweinhorden durchziehen, (klar, Natur ist Natur) und man besser abends nicht mehr vor die Tür geht, aber ich hatte mich ja eh schon dagegen entschieden, das wäre jetzt kein Ausschlusskriterium gewesen. Aber wer weiß, ob ich mir das überhaupt auch nur ansatzweise hätte leisten können...