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Freitag, 29. Mai 2020

UNESCO Weltkulturerbe Alte Völklinger Hütte

[Dieser Beitrag enthält Werbung durch Firmenerwähnung und  indirekte Firmenerwähnung, Fotos und Produktnennung, die ohne Auftrag, ohne Sponsoring, ohne Vergünstigung und ohne Bezahlung erfolgt]

Am Nachmittag des gleichen Tages, an dem ich vormittags auf der Bergehalde war, traf ich mich um 16 Uhr mit einer Freundin, um mal wieder dem Giganten "UNESCO Weltkulturerbe Alte Völklinger Hütte" = "einer der spannendsten Orte der Welt" betitelt, abzustatten.
Es ist die weltweit einzige komplett erhaltene Eisen- und Stahlhütte aus dem 19. und 20. Jahrhundert, und ja, sie ist keine optische Schönheit, aber sie ist eine absolute Besonderheit und Ausnahmeerscheinung, wirklich sehens- und erlebenswert!

Dienstags zwischen 16 und 19 Uhr ist freier Eintritt, und da es sonst saftige 17 Euro kostet, nutzten wir das Angebot aus.

Das war am 26.5.20 - und ich sehe gerade, dass ich genau am 25.5.17 ebenfalls dort war 😎

Damals konnte man noch nicht ahnen, dass man mal mit Desinfizieren am Ein- und Ausgang, mit Abstandsregeln, Mundschutz auf "Begegnungsstrecken" und Wegwerf-Schutzhäubchen unter desinfizierten Helmen hier rumlaufen würde...

Ich mach hier weiter keinen Text dazu, dies ist die Essenz aus 3 Stunden herumlaufen und zeigt vielleicht 5% von dem, was es hier zu sehen und zu fotografieren gibt, eigentlich braucht man einen kompletten Achtstundentag, und wir waren auch nur in der rechten Hälfte, gar nicht mal in der Gasgebläsehalle.

Der komplette Rundgang ist übrigens 7 Kilometer lang!

Also los geht's inklusive einiger Kunstwerke, die wechselnd hier ausgestellt werden, die Fotoausstellung afrikanischer Künstler in der riesigen sogenannten Möllerhalle habe ich nicht geknipst, weil ich da Copyrightbedenken habe.








Ein wenig Kondition und vor allem gutes Schuhwerk sind nötig, es geht permanent treppauf-treppab über solche "offenen" Metalltreppen



Blick von der Aussichtsplattform, die genau wie in all den Jahren zuvor sauschwer zu finden ist! Dass die einfach nicht schaffen, da eine vernünftige Beschilderung anzubringen! Und diesmal war ich ja nicht alleine, auch meine Freundin regte sich auf über die fehlenden Hinweisschilder, am Ende fanden wir es dann doch, und die rollenden Sitzbänke auf Schienen, die gibt es da oben auch immer noch, das ist nett immerhin





Der hintere, unglaublicherweise über 20 Jahre komplett in Vergessenheit geraten gewesene Teil genannt "Paradies", wo die Natur sich schon vieles wieder einverleibt hat (derzeit teilweise gesperrt wegen Restaurierung)







Auf dieses Mauerstück ist ein Teil eines Bienenzüchters gemalt
übrigens leben hier auch 11 Bienenvölker!

Der untere Teil des Graffity vom Künstler Case ist leider zugewachsen, es ist eine Honigwabe mit Bienen zu sehen


Diese Graffitiy ist innendrin in einem Schornstein


Die Inschrift Compro Arvores heißt "Bäume kaufen" - ich kann nur mutmaßen, dass es sich um Protest gegen die Regenwaldabholzung handelt, vielleicht liege ich aber auch falsch - das Dollarzeichen weist aber darauf hin, denke ich





das ist (nur) ein Teil der Möllerhalle, in der sich auch immer die Ausstellungen der Urban Art finden, diesmal die afrikanischen Fotokünstler



am Ende setzen wir uns noch kurz draußen vor das Bistro und meine Freundin füllt den derzeit obligatorischen "Coronazettel" für uns aus


Donnerstag, 21. Mai 2020

Luxemburgische Schweiz: das Müllerthal - und ein Tag in der Umleitungshölle!

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26. Oktober 2019

So war der Plan:

eine schöne Rundfahrt durch das Müllerthal, zwischendrin eine Rundwanderung bei Berdorf, die einmal mit 6,6 und anderswo mit 8 km ausgezeichnet war, sollte kein Problem sein, allerdings Höhenunterschiede 350 Meter. Aber dafür viel Sehenswertes.

Ich hatte mich 2 Wochen durch Sammeln von Zeitungs- und Internetartikel sowie Durchforsten der Luxemburger Tourismusseiten akribisch auf diese Ausflugs-/Wanderungsfahrt vorbeibereitet. 3 DIN A4 Seiten voller Tipps und Anregungen.

Das war aber nur der Plan … Luxemburg wollte das aber anscheinend nicht, denn man schickte mich mehrmals über Umleitungen, und das nicht nur für die Straße. Am Ende gab es fast nur Frust und auch keine Wanderung. Dazu unten mehr.

Da es nun schon Monate zurückliegt und mich auch jetzt noch nervt, fällt es mir echt schwer, dazu einen guten Text zu schreiben.

Wenn ihr ein Hinweisschild seht auf den Ort, in den ihr fahren wollt, und da steht weder was von Umleitung noch sonst ein Indiz, aber ein weißer Pfeil, der in die Richtung des gewünschten Zielortes weist, würdet ihr euch dann groß was dabei denken, dass dieses Schild rot unterlegt ist? Sonst aber alle Funktionen eines Wegweisers aufzeigt? Würdet ihr nicht auch denken, okay, das ist eine Eigenart von den Luxleuten, genau wie bei uns die braunen Hinweisschilder, die auf Sehenswürdigkeiten hinweisen?

Nun .. ich habe es gelernt: wenn die Luxemburger darauf hinweisen wollen, dass man dort nicht hinfahren kann, dann stellen sie ein Schild auf inklusive Richtungspfeil, das auf den gewünschten Ort zeigt … es ist dann alles wie immer, außer dass es rot ist...und das bedeutet dann, dass man eben NICHT dorthin fahren kann ...

aus dem fahrenden Auto heraus ist man als Einzelperson nicht immer in der Lage, davon jedesmal ein Foto zu machen, wäre ich nicht alleine gewesen, ich könnte ein halbes Dutzend davon zeigen...

Es begann schon auf der Autobahn kurz hinter der Grenze - die vom Navi angezeigte Abfahrt war gesperrt, es gab aber keine vernünftigen Umleitungshinweise - und ich kann französisch … mein Navi führte mich in Schleifen dann immer wieder an die gleiche Stelle, bis ich einfach irgendwo in einen kleinen Ort abbog und es trotz ausländischem Netz schaffte, auf dem Handy (auf dem ich mich bis dato noch wenig auskannte) über Google Maps eine Alternative zu finden, denn das Navi wollte das partout nicht tun.

Das führte dann allerdings dazu, dass ich mitten durch die Stadt Luxemburg musste mit all ihren Baustellen und ihrer Verzweigheit, da sie links und rechts von einer tiefen Schlucht erbaut ist - schon kein Spaß!

Dabei hatte es so verheißungsvoll begonnen:



Endlich war ich durch die Stadt durch und fand tatsächlich die Zufahrt zum angepriesenen Müllerthal - auch die Luxemburgische Schweiz genannt wegen ihrer bizarren Felsformationen.

Ich wollte hier einmal so rum und einmal so rum durchfahren, um alles zu sehen und auch mal knipsen zu können, leider ist die Straße so eng und so kurvig, dass Stehenbleiben so gut wie unmöglich war.
Rechts der Bach - wohl die Sauer - links die Felsen, an denen kunstvolle Holzkonstruktionen für die Wanderer des 112 km langen Mullertrails klebten, hab kein einziges Foto davon.




Auch hierher wollte ich zurückkehren, zum sogenannten "Scheissendempel" - ja so heißt der doppelte Wasserfall in letzemburgisch wirklich, das e und i werden aber getrennt gesprochen - und in Hoch-Luxemburgisch ist er der Schiessentümpel


So sieht der aus, wenn es gut geregnet hat



Am Ende dieses Geschlängels kam dann die Burg und Renaissanceschloss Beaufort - nach einigen Internetseiten geschlossen, nach anderen unter bestimmten Bedingungen zu besichtigen. Ich machte nur Fotos, wollte ja Zeit sparen für die kleine, aber offenbar anspruchsvolle Wanderung.







Danach erreichte ich die angekündigte Panoramaansicht "Fensterlach" mit Gedenksteinen an Soldaten des 2. Weltkriegs.
Dass ich extrafrüh losgefahren war, sieht man hier noch an den tiefen Morgenschatten.






Dann ging es weiter am Ufer der Sauer entlang

Gerne nehme ich ja mal kleine Abzweigungen zu am Wegesrand liegenden Orten, hier reizte mich die Hangansicht des winzigen Ortes Eppeldorf, wobei sich herausstellen sollte, dass "Eppel" tatsächlich wie in meiner eigenen Mundart "Äpfel" bedeutet



Total die kleine Dorfidylle!


Erntedank-Altäre an den Bauernhöfen


Und da ist die Apfelpresse!


Eine Kreuzung - wohin geht's? Zurück nach Beaufort, wo ich herkomme, kann ja eigentlich nicht sein, also fahre ich mal rechts, das Navi sagt nix dazu


Und lande im Nichts


absolut nichts...



und finde dann doch zu einem dieser Winz-Orte, die auf den Schildern unten standen ….aber: Durchfahrt verboten! Klasse! Umkehren!



Ich komme endlich wieder in einen Ort, und was ist mit der Strecke, die ich eigentlich fahren soll? Eine weitere Straßensperre! Aber wo es stattdessen hingehen soll, bleibt offen, keine Schilder, keine solchen U-Schilder wie bei uns, gar nichts!


Der Traum vom Zurückfahren ins eigentliche Müllerthal ist damit Geschichte!
Da finde ich nach vielem Kurven nun nie wieder hin und nochmal durch die Umleitungen, nein!

Nächste Umleitung:


Ich weiß nicht, wie ich es dann doch noch geschafft habe, den Ausgangspunkt meiner geplanten Wanderung zu finden: Berdorf!

Dieses Feuerwehrhaus habe ich geknipst, weil ich "Pompjeesbau" so niedlich finde


Ich finde den Ausgangspunkt und auch die Touristinfo - wo es mich dann echt aus den Latschen haut!
EINE UMLEITUNG AUCH FÜR DEN WANDERWEG! Neiiiin!

Da ich den Luxemburgern nach mehreren Irrfahrten heute nicht mehr traue und nicht nachher irgendwo im Wald stehen möchte, und auch um zu wissen, wie sich denn diese Wanderweg-Umleitung auf die Länge des Weges auswirkt, betrete ich die dahinter liegende Tourist-Info.



Wie lange hängt das angesichts des Zustandes wohl schon da? Ich hab kein Vertrauen....


Die junge Frau in der Touristinfo ist am Telefonieren …. größere Probleme offenbar mit der Belegung des Campingplatzes, den sie ebenfalls betreut, ich knipse ein wenig in der Info herum...und warte und warte...


Immerhin spricht sie Deutsch!

Aber: ihre Kenntnisse gehen über das Buchen von Plätzen auf dem Camping nicht hinaus, ich quetsche und quetsche, aber sie kann mir keine konkreten Infos über diese Wanderwegsproblematik geben und scheint auch generell befremdet, dass jemand da im Wald herumlaufen möchte, nicht ihre Welt!

Ich gebe auf...ich hab keinen Mumm (mehr), auch noch dieses Wagnis einzugehen, eventuell gar nicht die Felsen und Aussichtspunkte erlaufen zu können, und auch nicht zu wissen, wie weit es denn sein wird, ich weiß ja, dass meine Kräfte begrenzt sind, und ich bin alleine unterwegs, und wer weiß, ob ich da überhaupt Netz auf dem Handy habe … nein, das geht so nicht. Ich fahr halt heim. Ich mag nicht mehr.

Soll ich mich wundern, dass mir auch auf dem Heimweg, der über eine andere Strecke führt, wieder Umleitungen ohne weitere Infos begegnen? Dies ist nur eine davon...


Ich trödele noch ein wenig an der Grenze herum, tanke billiges luxemburger Benzin, lasse den Blick über die Mosel schweifen

Und tschüss!