[Dieser Beitrag enthält Werbung durch Firmenerwähnung und indirekte Firmenerwähnung, Fotos und Produktnennung, die ohne Auftrag, ohne Sponsoring, ohne Vergünstigung und ohne Bezahlung erfolgt]
26. Oktober 2019
So war der Plan:
eine schöne Rundfahrt durch das Müllerthal, zwischendrin eine Rundwanderung bei Berdorf, die einmal mit 6,6 und anderswo mit 8 km ausgezeichnet war, sollte kein Problem sein, allerdings Höhenunterschiede 350 Meter. Aber dafür viel Sehenswertes.
Ich hatte mich 2 Wochen durch Sammeln von Zeitungs- und Internetartikel sowie Durchforsten der Luxemburger Tourismusseiten akribisch auf diese Ausflugs-/Wanderungsfahrt vorbeibereitet. 3 DIN A4 Seiten voller Tipps und Anregungen.
Das war aber nur der Plan … Luxemburg wollte das aber anscheinend nicht, denn man schickte mich mehrmals über Umleitungen, und das nicht nur für die Straße. Am Ende gab es fast nur Frust und auch keine Wanderung. Dazu unten mehr.
Da es nun schon Monate zurückliegt und mich auch jetzt noch nervt, fällt es mir echt schwer, dazu einen guten Text zu schreiben.
Wenn ihr ein Hinweisschild seht auf den Ort, in den ihr fahren wollt, und da steht weder was von Umleitung noch sonst ein Indiz, aber ein weißer Pfeil, der in die Richtung des gewünschten Zielortes weist, würdet ihr euch dann groß was dabei denken, dass dieses Schild rot unterlegt ist? Sonst aber alle Funktionen eines Wegweisers aufzeigt? Würdet ihr nicht auch denken, okay, das ist eine Eigenart von den Luxleuten, genau wie bei uns die braunen Hinweisschilder, die auf Sehenswürdigkeiten hinweisen?
Nun .. ich habe es gelernt: wenn die Luxemburger darauf hinweisen wollen, dass man dort nicht hinfahren kann, dann stellen sie ein Schild auf inklusive Richtungspfeil, das auf den gewünschten Ort zeigt … es ist dann alles wie immer, außer dass es rot ist...und das bedeutet dann, dass man eben NICHT dorthin fahren kann ...
aus dem fahrenden Auto heraus ist man als Einzelperson nicht immer in der Lage, davon jedesmal ein Foto zu machen, wäre ich nicht alleine gewesen, ich könnte ein halbes Dutzend davon zeigen...
Es begann schon auf der Autobahn kurz hinter der Grenze - die vom Navi angezeigte Abfahrt war gesperrt, es gab aber keine vernünftigen Umleitungshinweise - und ich kann französisch … mein Navi führte mich in Schleifen dann immer wieder an die gleiche Stelle, bis ich einfach irgendwo in einen kleinen Ort abbog und es trotz ausländischem Netz schaffte, auf dem Handy (auf dem ich mich bis dato noch wenig auskannte) über Google Maps eine Alternative zu finden, denn das Navi wollte das partout nicht tun.
Das führte dann allerdings dazu, dass ich mitten durch die Stadt Luxemburg musste mit all ihren Baustellen und ihrer Verzweigheit, da sie links und rechts von einer tiefen Schlucht erbaut ist - schon kein Spaß!
Dabei hatte es so verheißungsvoll begonnen:
Endlich war ich durch die Stadt durch und fand tatsächlich die Zufahrt zum angepriesenen Müllerthal - auch die Luxemburgische Schweiz genannt wegen ihrer bizarren Felsformationen.
Ich wollte hier einmal so rum und einmal so rum durchfahren, um alles zu sehen und auch mal knipsen zu können, leider ist die Straße so eng und so kurvig, dass Stehenbleiben so gut wie unmöglich war.
Rechts der Bach - wohl die Sauer - links die Felsen, an denen kunstvolle Holzkonstruktionen für die Wanderer des 112 km langen Mullertrails klebten, hab kein einziges Foto davon.
Auch hierher wollte ich zurückkehren, zum sogenannten "Scheissendempel" - ja so heißt der doppelte Wasserfall in letzemburgisch wirklich, das e und i werden aber getrennt gesprochen - und in Hoch-Luxemburgisch ist er der Schiessentümpel
So sieht der aus, wenn es gut geregnet hat
Am Ende dieses Geschlängels kam dann die Burg und Renaissanceschloss Beaufort - nach einigen Internetseiten geschlossen, nach anderen unter bestimmten Bedingungen zu besichtigen. Ich machte nur Fotos, wollte ja Zeit sparen für die kleine, aber offenbar anspruchsvolle Wanderung.
Danach erreichte ich die angekündigte Panoramaansicht "Fensterlach" mit Gedenksteinen an Soldaten des 2. Weltkriegs.
Dass ich extrafrüh losgefahren war, sieht man hier noch an den tiefen Morgenschatten.
Dann ging es weiter am Ufer der Sauer entlang
Gerne nehme ich ja mal kleine Abzweigungen zu am Wegesrand liegenden Orten, hier reizte mich die Hangansicht des winzigen Ortes Eppeldorf, wobei sich herausstellen sollte, dass "Eppel" tatsächlich wie in meiner eigenen Mundart "Äpfel" bedeutet
Total die kleine Dorfidylle!
Erntedank-Altäre an den Bauernhöfen
Und da ist die Apfelpresse!
Eine Kreuzung - wohin geht's? Zurück nach Beaufort, wo ich herkomme, kann ja eigentlich nicht sein, also fahre ich mal rechts, das Navi sagt nix dazu
Und lande im Nichts
absolut nichts...
und finde dann doch zu einem dieser Winz-Orte, die auf den Schildern unten standen ….aber: Durchfahrt verboten! Klasse! Umkehren!
Ich komme endlich wieder in einen Ort, und was ist mit der Strecke, die ich eigentlich fahren soll? Eine weitere Straßensperre! Aber wo es stattdessen hingehen soll, bleibt offen, keine Schilder, keine solchen U-Schilder wie bei uns, gar nichts!
Der Traum vom Zurückfahren ins eigentliche Müllerthal ist damit Geschichte!
Da finde ich nach vielem Kurven nun nie wieder hin und nochmal durch die Umleitungen, nein!
Nächste Umleitung:
Ich weiß nicht, wie ich es dann doch noch geschafft habe, den Ausgangspunkt meiner geplanten Wanderung zu finden: Berdorf!
Dieses Feuerwehrhaus habe ich geknipst, weil ich "Pompjeesbau" so niedlich finde
Ich finde den Ausgangspunkt und auch die Touristinfo - wo es mich dann echt aus den Latschen haut!
EINE UMLEITUNG AUCH FÜR DEN WANDERWEG! Neiiiin!
Da ich den Luxemburgern nach mehreren Irrfahrten heute nicht mehr traue und nicht nachher irgendwo im Wald stehen möchte, und auch um zu wissen, wie sich denn diese Wanderweg-Umleitung auf die Länge des Weges auswirkt, betrete ich die dahinter liegende Tourist-Info.
Wie lange hängt das angesichts des Zustandes wohl schon da? Ich hab kein Vertrauen....
Die junge Frau in der Touristinfo ist am Telefonieren …. größere Probleme offenbar mit der Belegung des Campingplatzes, den sie ebenfalls betreut, ich knipse ein wenig in der Info herum...und warte und warte...
Immerhin spricht sie Deutsch!
Aber: ihre Kenntnisse gehen über das Buchen von Plätzen auf dem Camping nicht hinaus, ich quetsche und quetsche, aber sie kann mir keine konkreten Infos über diese Wanderwegsproblematik geben und scheint auch generell befremdet, dass jemand da im Wald herumlaufen möchte, nicht ihre Welt!
Ich gebe auf...ich hab keinen Mumm (mehr), auch noch dieses Wagnis einzugehen, eventuell gar nicht die Felsen und Aussichtspunkte erlaufen zu können, und auch nicht zu wissen, wie weit es denn sein wird, ich weiß ja, dass meine Kräfte begrenzt sind, und ich bin alleine unterwegs, und wer weiß, ob ich da überhaupt Netz auf dem Handy habe … nein, das geht so nicht. Ich fahr halt heim. Ich mag nicht mehr.
Soll ich mich wundern, dass mir auch auf dem Heimweg, der über eine andere Strecke führt, wieder Umleitungen ohne weitere Infos begegnen? Dies ist nur eine davon...
Ich trödele noch ein wenig an der Grenze herum, tanke billiges luxemburger Benzin, lasse den Blick über die Mosel schweifen
Und tschüss!