Mittwoch, 19. Mai 2021

Einfach nur so - kleiner Gang in Hausnähe

 Eigentlich war es gar nicht so "einfach nur so", sondern ich hatte mich die ganze Nacht mit Schmerzen im rechten Bein geplagt, vielleicht was gezerrt beim Wanneschrubben gestern? Keine Ahnung. Jedenfalls wollte ich probieren, ob Gehen auf weichem Boden vielleicht Linderung bringt, ohne jetzt groß meinen Tagesplan umzustoßen und noch irgendwo hin zu fahren - da fiel mir "mein Brombeerenpflückweg" mit anschließenden Weideflächen ein, der ist nur paar hundert Meter vom Haus entfernt.

Gesagt getan, hier ein paar Fotos, und dem Beinchen hat es auch ein wenig Linderung gebracht, bin einfach die Strecke 3 x hin und her gelaufen :-) (6 x 700 Meter sind auch 4,2 km)

Dabei musste ich feststellen, dass meine sowieso schon lädierte Coolpix nun plötzlich nicht mehr heranzoomen möchte, beim Betätigen des Nupsis dafür passiert einfach gar nichts - der Witz, dass ich gerade heute morgen auf einem blog zum Thema Kamerakauf was schrieb...da ist sie wohl jetzt beleidigt und stellt den Dienst ganz ein - denn zuvor verweigert sie schon das Einlegen einer SD-Karte und ich kann immer nur den internen Speicher von 21 Fotos vollknipsen - danach muss das Handy ran. So kann es nicht weitergehen












Als ich noch Kind war, hat meine Mutter aus solchen Tannenspitzen (immer nur ein paar nehmen pro Baum) superleckeren Sirup gemacht 




Ich will nicht verhehlen: hier ist es zwar schön grün und fast ländlich in diesem Vorort von Saarbrücken, von einer Ecke der Wegbiegung allerdings sieht man auch die beiden Spitzkegelhalden "Hermann und Dorothea" sowie die Völklinger Hütte - ohne Industrie geht's in unserer Ecke halt nun mal leider nicht.

Apropos Mai 2021: diese Fotos entstanden vorhin zwischen halbzehn und halbelf, es war so mild, dass ich mir die Weste nur um die Hüften band, um 13 Uhr rannte ich auf dem Balkon hin und her, um meine Pflanzen vor dem minutenlangen Hagel zu schützen! Irre...



Dienstag, 18. Mai 2021

Der mysteriöse Mini-Urwald neben der Straße - Teil 3 - geflutet

 Die letzten Tage mit viel - auch teils heftigem - Regen lauerte ich darauf, dass der Bach im Mini-Urwald über die Ufer tritt - diese großflächigen Überschwemmungen, der er so anrichtet, haben mich ja ursprünglich überhaupt erst auf ihn aufmerksam gemacht.

Heute um die Mittagszeit knipste ich im vorderen Teil unter leichten Mühen - der Boden quatscht nur so unter den Füßen, alles ist vollgesogen - diese Fotos - inkl. meiner Fußabdrücke auf den Steinen bei der Bachüberquerung, die für mich schon eine kleine Herausforderung war angesichts meiner nicht mehr so dollen Gelenke

Aber nun ohne weitere Worte Bilder aus förmlich explodiertem feuchtem Grün:





















Sonntag, 9. Mai 2021

Spaziergang Nr. 13 in Saarbrücken: Naturschutzgebiet Birzberg - was für eine Entdeckung!

 

Ich entschuldige mich gleich für viel Text und viele Fotos – aber das war ein besonderer Tag und ein besonderer „Spaziergang“, der am Ende mit 3 Stunden und vielen Erlebnissen doch viel eher schon eine Wanderung war!

Da ich mir zu Muttertagen ja immer wünsche, keine Geschenke, sondern eine gemeinsame Unternehmung zu bekommen, die ich dann aber oft vergesse selber einzulösen, war dies hier quasi der „Muttertag 2019“.

Eigentlich wollten mein Jüngster und ich ja auf diesen Riesenturm hochfahren, der mitten in Saarbrücken aufgebaut worden war, die Leute bekamen dann aber wegen Corona keine Erlaubnis zur Nutzung.

Bei meinen Maps-Recherchen für Spazierwege fand ich im Ortsteil Fechingen ein Naturschutzgebiet namens Birzberg, und sowohl in kurzen Texten als auch auf ein paar wenigen Fotos war ein alter Steinbruch zu sehen. Da ich ja möchte, dass auch mein 23jähriger von so einer Wanderung/einem Spaziergang mehr hat als nur „rein in den Wald raus aus dem Wald“ schien mir das vielversprechend – und war es dann auch!

Wir fuhren die Römerbergstraße im Ortsteil Fechingen (ca. 7 km von der Innenstadt entfernt) bis zu ihrem Ende und parkten dort. Es war schon gleich schön dort, Wiesen und Ausblick.

Es geht leicht hügelaufwärts, mit jedem Schritt hat man mehr Weite im Blick und wir rätseln, welche Stadtteile und „Saarbrücker Berge“ wir da sehen.

Man kommt dann an einem eckigen Versorgungsbau (Stadtwerke? Was mit Wasser?) hinter Zäunen vorbei und taucht in den Wald ein.

Nach einiger Zeit staunen wir über eine Art Birkenplantage links vom Weg, und da Birken meine Lieblingsbäume waren (heute hab ich mehrere) merke ich mir, da später mal reinzulaufen.

Etwas später kommt ein Feld mit Bärlauch, auch das wird für später vermerkt.

Hinter Hecken und Gestrüpp und umgefallenen Bäumen ein Lost Place, der auch erkundet werden musste, offenbar ein gewerbliches Gebäude und halb eingestürzt und von Bäumen überwuchert, was es mal war haben wir nicht herausgefunden.

Nun mit etwas Spannung weiter: wird es diesen Steinbruch wirklich noch „richtig“ geben oder ist er zugeschüttet wie einige andere?

Und dann sehen wir durch die Bäume: ja, da ist ein richtiger offener Steinbruch, und er ist auch zugänglich, zwar nicht megahoch, aber langgestreckt, wir erkunden ihn kreuz und quer und hoch und runter, es ist wenn man es gesamtbetrachtet praktisch wohl eine riesige Steinplatte von mehreren Fußballfeldern Ausmaß, die eine Klippenseite ist nicht zugänglich, da hindert uns zu viel Gestrüpp am Weiterkommen, aber wir haben echt Spaß hier!

Natürlich beachten wir die Regeln für Naturschutzgebiete und hoffen sehr, dass auch andere Besucher das so halten, es ist ein cooler Ort!

Später zuhause finde ich dann doch noch, dass der Steinbruch als Kalksteinlieferant für die Hüttenindustrie diente, und zwar erst ab 1930, und der Abbau endete in den 60ern (ich hätte mir gut auch schon Römerzeitabbau vorstellen können) und das Gelände sollte eigentlich für Neubauten zugeschüttet werden, gut, dass das zumindest zum Teil dann doch nicht durchgeführt wurde!

Mittlerweile kraxelte dann auch ein „schwerbewaffneter“ Hobbyfotograf an den Steilstücken herum, ich denke, dass man das eigentlich nicht sollte…aber nun ja.

Wir schlendern zurück und kommen wieder an dem lichten Birkenwäldchen entlang, und nehmen uns die Zeit, da mal hochzulaufen, man sieht dann auch einen Holzzaun am Ende und ich rechne evtl. mit einer Aussicht – die gibt es nicht, dafür aber einen kleinen optischen Knüller: tief unten ein hellgrüner, bis auf die Steine und Äste am Boden klarer Teich!

Den Junior juckt es natürlich…er muss da runter … mit rutschen und hangeln geht er abwärts und macht auch dort seine fotos, ich genieße in der Zeit den Anblick von oben.

Danach pflücke ich noch vorsichtig ein paar Blättchen Bärlauch und wir beenden diesen schönen Ausflug in gelöster und zufriedener Stimmung

Die Fotos von insgesamt 3 verschiedenen Geräten habe ich nach Ort sortiert, sonst komme ich gar nicht klar mit diesem Blogbeitrag

Aussichten von unterwegs zum Steinbruch und Wegverlauf:















Der Lost Place





Die Infotafeln am Wegesrand





Der Steinbruch






Mein Sohn










Das bin ich














Das Birkenwäldchen und an dessen Ende der Teich