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Jetzt kommt wieder die Beschreibung einer früher gegangenen Tour, als ich diesen Blog noch nicht hatte.
Die Litermont-Gipfeltour war "Deutschlands schönster Wanderweg 2007", und auch 8 Jahre später hatte er nichts von seiner Schönheit eingebüßt. Ich bin ihn zweimal gegangen im Abstand von einem Jahr, und eigentlich könnte ich ihn auch nochmal gehen...wenn ich mal wieder gesund sein sollte.
Auf 9 oder 10 km (die Angaben weichen ab) bietet er satte 94 von 100 Erlebnispunkten (!), das ist schon eine Ausnahmebewertung und er hat auch wirklich von Anfang bis Ende eine große Abwechslung und jede Menge Highlights zu bieten. Eine Kette von Naturerlebnissen, die man in der Konstellation so nicht allzu häufig antrifft.
Blickt man auf die Karte vom Saarland, so bewegt man sich diesmal nach links, also Richtung Westen auf Frankreich zu, die Tour beginnt in Nalbach (35 km von Sbr.), im Tal der Prims. Ein kleiner Ort, der vor 10 Jahren bundesweit traurige Berühmtheit erlangte, als er vom schwersten Bergbau-Erdbeben der Stärke 4 getroffen wurde, wobei Rathaus und Kirchturm beschädigt wurden und die Bevölkerung schockierte.
Aber all das darf man auf dem herrlichen Wanderweg getrost mal vergessen.
Start ist auf einem Waldparkplatz, man geht nur wenige hundert Meter und trifft schon gleich auf den ersten Erlebnispunkt, den man zweifach genießen kann: das Froschparadies!

Man steht auf einer Anhöhe und schaut hinab auf ein Biotop in einer ehemaligen Sandgrube, kann auch auf einer Sinnenbank den Ausblick genießen (Fläche ist größer als es hier optisch den Anschein hat)
Dann geht es steil hinab in dieses Tal auf einer Art Treppenweg mit vielen, vielen Holzstufen, das Tal ist zu jeder Jahreszeit wunderschön und man sollte unbedingt den Schnabel halten, sonst verpasst man was! Nämlich vor allem die Fröschlein.
(Bei meiner zweiten Tour trampelten hier 5 Wanderer laut quatschend und im Eilmarschschritt hindurch...ich kann sowas immer nicht fassen! Dann können sie ja auch auf der Autobahn wandern...)
Man darf diesen "Holzweg" nicht verlassen, um nichts zu beschädigen.
Die Vegetation in diesem ehemaligen Steinbruch ist schon besonders, u.a. gibt es auch Heidekraut, Erika:

Ich hatte so ein Glück an diesem Tag, die Sonne stand genau richtig auf die Wasserflächen, so dass es Stellen gab, an denen die neongrünen Fröschlein sich ruhig sonnten - ich stand lange Zeit gebannt da und schaute ihnen zu, schon die leiseste Bewegung und das Klicken des Fotoapparats brachte sie in Bewegung, husch, waren sie weg, aber kamen nach einiger Zeit dann doch wieder. Einen hab ich gut erwischt



Auf der anderen Seite des Froschparadieses geht es wieder steil auf die obere Kante hinauf
Langgezogener
Holzsteg am wildromantischen Piesbach und danke für die Info!
Später dann erreicht man einen Aussichtspunkt
mit Bänken, hier beginnt der Wegteil "Maldix-Wilderer-Trail, Maldix war der Sage nach ein bitterböser Jagdaufseher des Grafen, und als er - Gipfel seiner Missetaten - den zur Treibjagd verpflichteten Bauern den Kirchgang verweigerte und einen Alten schlug, wurde er von einer riesigen Wildsau entführt und spukt seitdem herum - ich bin ihm nicht begegnet.
An dieser Stelle hat man eine erste fantastische Aussicht bis ins Tholeyer Land und bei guter Sicht sogar bis Saarbrücken.
Ein Teil des Weges führt nun über Streuobstwiesen und ich konnte die guten Fall-Äpfelchen nicht dort verkommen lassen, habe sie den ganzen Weg mitgeschleppt und später verarbeitet.
Wie so oft im so grenznahen und krieggeplagten Saarland kommen wir an einem gesprengten Westwall-Bunker vorbei samt Infotafel und Ruhebank (mit Bänken für Müde oder Rastfreudige ist der Weg übrigens gut bestückt).

Dann beginnt die Phase des Aufstiegs zum Litermontfelsen, zuerst einen steilen Waldhang hoch, wo man (erstmals) wählen kann zwischen leicht und schwierig.
Von da ab geht man auf schmalem Pfad ein langes Stück entlang


dann kommt man an die Abbruchkante eines ehemaligen Steinbruchs - oder war es eine Sandgrube? Ich habe zwar versucht, das zu knipsen, ich fürchte, man kann die Tiefe nicht wirklich erkennen...
gleich zwei Warnschilder für die ganz Unvernünftigen...
wer mag, kann sich hier vor dem Aufstieg noch auf einer Bank ausruhen, dann geht es ab in die Felsen
Auch hier hat man wieder die Wahl zwischen einem leichteren und einem schwereren Weg, der schwerere ist mit Seilen gesichert
ich bin alleine unterwegs und nicht wirklich trittsicher, klar gehe ich nach links, ich will ja keine Suchmannschaften beschäftigen
Bevor ich hoch zum Gipfelkreuz gehe, besuche ich noch den Weidendom, 2015 ist der noch quasi im Aufbau, heute sicher schon weiter belaubt und fortgeschritten
man kann da heiraten, wenn einem der Sinn danach steht (ich würde ja, ehrlich gesagt, auch noch ein drittes Mal heiraten, wären nicht meine Ansprüche ins völlig Abnorme gewachsen, ein zukünftiger Partner müsste eine unmögliche Mischung sein aus: wild wie Worf von der Enterprise, sexy wie Dermot Mulroney in seinen Vierzigern, goldig und anschmiegsam wie Theodore von den Chipmunks und überlegen intelligent natürlich noch dazu, ausgestattet mit einem enormen Allgemeinwissen, am besten noch hätte er ein Diplom in Geologie oder Archäologie, und er dürfte niemals auf die Straße spucken und keine Uraltwitze erzählen, bisschen Geld könnte auch nicht schaden, aber das nur nebenbei 😎😎😎)
nachdem ich mich von der Aussicht gelöst hatte, ging ich weiter wieder Richtung Wald, zum Felsmassiv "Mondsteine", wo sich eine keltische Kultstätte befand
schon fast gegen Ende der Tour geht es die sogenannte Himmelsleiter hinab, dies ist nur ein Teil davon im Rückblick, die anderen Bilder find ich nicht mehr, ein Teil der Leiter besteht aus dicken Baumstämmen, in die Stufen hineingesägt wurden (und ich kann noch nicht mal ausschließen, dass diese Treppe sich in einem anderen Bereich des Weges befindet..ist ja auch egal, aber die gespeicherten Fotos wollen mir partout keine Zeitangaben mehr anzeigen, ich kann sie nicht sortieren)
Zwischendrin in einer Waldpartie gibt es noch einen Platz mit Holz-Kunstwerken eines Künstlers aus Bayern, der diese mit der Kettensäge geschaffen hat
Die Bilder vom letzten Wegstück, wo es durch eine Schlucht geht, finde ich leider nicht mehr...