Samstag, 21. April 2018

Großartiger französischer Steinbruch "Carrière Freyming-Merlebach"

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Endlich wieder richtiges Internet! Nachdem unser Provider anstatt einer beantragten Vertragsänderung eine Kündigung vorgenommen hatte, die auch nicht mehr rückgängig zu machen war und die wir - ups - bemerkten, weil plötzlich eben keine Verbindung mehr da war, haben wir uns wochenlang mit einem (immerhin kostenlosen) Stick behelfen müssen, der natürlich nicht die Kapazität hatte...Bilder hochladen etc. sparte man sich besser auf.
Seit gestern nun haben wir wieder echten Zugang und ich muss jetzt erst mal nachtragen aus den vergangenen Wochen.

Am 8.4.18 war ich endlich mal durch diesen umwerfenden Steinbruch, der nur wenige Kilometer von meinem Wohnort liegt und von dem ich vor der Entdeckung auf dem Warndt-Wald-Weg letztes Jahr - auch im April, und wo ich mir den Fuß versaut hab... - nichts wusste!

Damals las ich zwar in der Wegbeschreibung, dass man von einer Plattform aus etwa in der Mitte des Wegteils, den ich ging, einen Ausblick hat, aber dass der so hammermäßig wäre, darauf wurde man nicht vorbereitet, hier die Fotos von diesem Aussichtspunkt vom Vorjahr:






Heute Naturschutzgebiet ist er das Überbleibsel der Bergbautätigkeit in der Region, das entnommene Material diente zur Verfüllung von Stollen und Schächten.

Nach einigem Herumforschen bei google maps fand ich eine Zugangsmöglichkeit über die Rue Reumaux in Freyming, man landet zunächst in einer Industriebrache mit alten Ziegelbauten mit eingeworfenen Scheiben und denkt zunächst mal, hier geht's nicht weiter - aber da es so ein schöner Tag war, waren viele Franzosen auch mit ihren Autos dort unterwegs, zeigten mir so quasi den Zuweg und ich parkte ebenfalls vor dem zunächst abgesperrt erscheinenden Gelände





Aber es gibt einen Durchgang


Eine Infotafel in beiden Sprachen informiert über den Naturschutzstatus und darüber, was alles nicht erlaubt ist (verständlicherweise), was aber, wie man später noch sehen wird, einige Herrschaften nicht davon abhielt, genau das Verbotene doch zu tun...

"Der braune Pelobate" ist übrigens eine gefährdete Schaufelfußkrötenart - gehört habe ich sie unterwegs häufig, gesehen natürlich leider nicht, die scheuen Tierchen.




Der Zuweg ist noch völlig unspektakulär, und bei mir steigt die Spannung auf den ersten Anblick



Ein Foto kann es aber nicht wiedergeben...zumal ich kein Weitwinkelobjektiv habe und mit der Panoramafunktion nicht zurecht komme...dies ist nur "die Mitte", sozusagen


rechts gibt es noch die ebenfalls erklimmbare Bergehalde 




und linkerhand neuerdings (wie ich auf einem anderen Blog las, war das vorher nicht möglich und auf der Plattform gab es auch letztes Jahr keinerlei Hinweis darauf) einen Zugang (Belvedere 1,2 km) zur Plattform hoch!




Ich wähle den Weg links vorbei, also laufe im Uhrzeigersinn rund um die Seen, ein anderer Blogger schätzt es auf 5 km

man hat dann links vom Weg diese Sandstein-Steilwand mit sich auf teilweise fantastische Weise anklammernden Birkenstämmen, und ich habe auch mal andere Spaziergänger mitfotografiert, um die Größenordnung etwas deutlicher zu machen

diese Sandsteinwand verläuft geschätzt 1,5 - 2 km, bis sie langsam verflacht und ausläuft, ganz am Ende des Steinbruchs





Ich bleibe immer wieder stehen, um die Schichtungen zu bestaunen, die ja von Sandablagerungen von Urzeitmeeren stammen




Und hier bitte mal ganz genau hinschauen: da oben in der Mitte am Steinbruchrand, da klebt die Plattform, die auf dem ersten Foto dieses Beitrags zu sehen ist:


Rechterhand zu den Seen und Feuchtgebieten hin ist ein Geländer angebracht mit zahlreichen, immer wieder am Wegrand platzierten Warnhinweisen (die bedeuten:  Zutritt verboten, Gefahr des Einsinkens und Ertrinkens)


Doch wen kümmert's...es werden ganze Kinderwagen über die Absperrung gehoben, mit Kind und Kegel wird vor allem am rechten Seeufer gecampt, siehe das grüne Zelt, und wie man auf dem zweiten Foto teilweise erkennen kann geht es am ganzen rechten Seeufer so weiter...und als ich später auf der anderen Seite entlang komme, sind dort auch Angler, direkt neben den Angelverbotsschildern - sch.... doch auf Naturschutz! 👿




zu dieser noch nicht grünen Jahreszeit bieten manche Anblicke auch etwas Urzeitstimmung




Hier blicke ich vom mittlerweile erreichten zweiten See zurück 



Hier sieht man, wie die Wand langsam schräg ausläuft...ich bin fast am Ende angekommen, weiter geht es dann auf der anderen Seite





Aber zuvor gehe ich noch einer Leidenschaft nach, die ich seit Kindertagen hege: als ich 10 Jahre alt war, zogen wir in ein Haus, dem gegenüber eine kleine Halde mit Schlacke lag, und wir Kinder hatten einen Heidenspaß daran, diese Schlacken, die so wie Blätterkrokant sich auseinanderbrechen lassen, zu knacken, und oft genug fand man darin dann versteinertes Holz oder im besten Falle Blätterabdrücke!
So turnte ich auch nun gebeugt auf so einer kleinen Fläche mit Schlacken herum und "blätterte", einen tollen Fund machte ich allerdings leider diesmal nicht

Witzig: ein Pärchen kam vorbei, blieb stehen und schaute der gebückten Frau zu, der Mann fragte dann "Vous cherchez quoi?" Ich, in deutsch: "Fossilien!" "Ah, des fossiles!" - gut, dass das ähnlich heißt, ich hätte es sonst nicht erklären können - wahrscheinlich dachten sie, ich suche einen verlorenen Autoschlüssel...




Ich bin am gegenüberliegenden Ufer des ersten Sees angekommen, und fliehe aus der mittlerweile echt brennenden Sonne (ich vertrage das nicht, muss mir sogar meine Jacke über den Kopf hängen und sehe aus wie - ich weiß nicht wie...😎 - ich habe es aber schon mal in einem April im Garten einer Freundin fertiggebracht, mir einen Sonnenstich zu holen mit anschließender ärztlicher Betreuung...) - ich werde definitiv im Sommer oder Herbst hier nochmal herkommen! Einfach zu geil! 😁




Sonntag, 18. März 2018

Ich weiß nicht, ob das mit dem Wandern nochmal was wird....

18. März und draußen ist Schneetreiben - und weit und breit weiterhin kein Grün in den Bäumen, schau ich auf den Wald, seh ich nur kackbraun und trübgrau...ich kann es kaum noch erwarten, bis die ersten Blätter endlich sprießen! Wieso dauert das denn dieses Jahr so lange?

Aber meine Kollegin meinte gestern: "Je älter wir werden, desto länger dauern die Winter" - okay, ich glaube fast, das kann ich bestätigen...war es früher nicht schon im März grün? So "Im Märzen der Bauer..." und so?

Nun ja, es kann ja jetzt nicht mehr lange dauern, allerdings:

mein linker Fuß, der mir letztes Jahr über Monate das Wandern unmöglich gemacht hat, meldet sich dezent ab und zu und meint, die Ferse und die Sehne könnten nochmal Ärger machen - kann ja nicht wahr sein! Einfach so? Ich hab doch gar nicht belastet...bloß einmal hatte ich an einem besonderen Tag nicht meine globigen Halbschuhtreter an, sondern schicke hellblaue höhergeschnürte mit hübschen weißen Schuhbändern - ob das da wieder was ausgelöst hat?

Menno...

Aber ich hab ja auch weiterhin Angst vor Wolfsrudelbegegnungen...entspannt und locker mich alleine im Wald herumtreiben, das ist einfach nicht mehr möglich und ich frage mich, ob mir das dann überhaupt noch was bringt, wenn ich ständig hinter mich schaue oder seitlich in die Gegend spähe, ob sich da was bewegt?

Und dann auch noch Hüft-Aua...der Orthopäde sagte noch letztes Jahr, da wäre (nach Schall und Röntgen) alles im normalen Bereich, aber weh tut es trotzdem.  

Super-Albtraum: im Wald hinfallen und liegen bleiben, es wird Nacht und die Wölfe kommen...und ich hab kein Netz

Daher: ob es das hier wieder geben wird, weiß ich noch nicht, denn hinter der Wegbiegung könnten 7 Wölfe auf dem Weg stehen....da kann mir einer sagen, was er will, vonwegen wir sind nicht in deren Beuteschema etc., mir bringt das nix (das Foto ist mit Selbstauslöser gemacht 2014)



Hachja, und mein zweites liebstes Outdoorhobby, nämlich Schwimmen in Naturbadeseen, scheint ja auch zum Luxus geworden zu sein seit der Meldung und Warnung über resistente Keime in Badeseen es war sogar Thema in der heute-show.

Ich bin echt am Überlegen, ob ich mir alternative Freizeitunternehmungen überlegen soll, Wandern in Gruppe kommt nicht in Frage, ich bin nicht schnell genug, da halte ich die anderen bloß auf und mache mir selber einen Heidendruck.

Es gibt bei uns "Geographie ohne Grenzen - Stattreisen Saar" die ein tolles Programm anbieten, ich könnte mich da anmelden und vieles mitmachen - oder das Programm vom Biosphärenreservat Saar bietet auch eine Menge Unternehmungen, da hab ich ja auch schon mal z.B. die Biberwanderung mitgemacht.

Mal sehen wie es um meine persönlichen Hindernisse steht, wenn es dann doch endlich mal grün wird...

übrigens hab ich mich für den 24.3. zu einer Gruppenfahrt nach Verdun angemeldet - hoffentlich ist gutes Wetter und nicht so windig-kalt wie heute!

Montag, 19. Februar 2018

Rundweg "Historischer Halberg" Saarbrücken

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Zuerst das Gejammer, dann haben wir das hinter uns:

ich schrieb ja schon mal, dass ich absolut nicht winterfest bin, draußen (vor allem bei Wind), tränen meine Augen, und zwar nicht einmal, sondern permanent, ebenso fängt sofort die Nase an zu laufen...da macht Wandern keinen Spaß. Tupfen, schnupfen, tupfen, schnupfen...
Am Sonntag 18.2. dachte ich jedoch, es ist so schön sonnig, wer weiß, wann ich nochmal die Chance habe, und ich will endlich mal raus, etc.pp.

Es war 2 Grad plus, allerdings ziemlich windstill, da dachte ich, das kann ich doch mal machen - und der Rundweg hat noch keine 4 km, eigentlich ein Witz. 
Jedoch schon nach wenigen hundert Metern hatte ich das vierte Taschentuch in Gebrauch und meine Finger waren trotz Handschuhen so steif und schmerzend, dass ich kaum noch den Auslöser der Kamera drücken konnte...da der Weg aber anfangs bergab führt, hatte ich keine Lust, nochmal umzukehren und ging tapfer weiter, mit einem zweiten Paar Handschuhen über dem ersten...
Und die Haut auf den Wangen...ich hatte das Gefühl, die reißt ein...(tat sie natürlich nicht)

Wer mir entgegen kam dachte sicher, die arme Frau hat sicher große Probleme...gerötetes Gesicht, knallrote "Säufernase", heult und schnupft herum - zum Glück sprach mich keiner an 😎.

Nun aber zu dem Weg: ich hatte 13 (!) ausgedruckte Seiten aus der Wegbeschreibung mit dabei, dachte mir so romantisch, ich bleib überall stehen, lese das und versetze mich in die vergangenen 2000 Jahre, in denen auf diesem kleinen Berg (eher doch ein Hügel..) Geschichte stattfand. Es gibt 16 Wegstationen!

Dazu war mir dann natürlich nicht mehr zumute, aber immerhin hab ich doch von fast jeder Station Bilder gemacht und will kurz was berichten, der Halberg war schon zur Römerzeit besiedelt, danach von Fürsten und Grafen, und mehrere Bunker gibt es da, ich sah alleine 4 (es gibt 18!), zeugen auch von der dunklen Zeit des Landes.

Ich sag es aber noch gleich:

An einem Teil der Stationen muss man seine Fantasie bemühen - denn im Lauf der Jahrhunderte ging vieles verloren - ich kann nichts dafür, es gibt dann nur Fotos von den Infotafeln

1. Start am Parkplatz oben auf dem Halberg, in der Nähe des Saarländischen Rundfunks
Infotafel

dann erst mal bergab, wie ich schon anderweitig schrieb: alles grau und braun um diese Jahreszeit


2. 
1762 - 67 Fürstlicher Weinberg - nix mehr davon da

 3. 
ab 1. Jahrhundert n. Chr. Römische Siedlung am Fuß des Halbergs
von hier oben eh nix zu sehen, und auch nur paar Trümmer da

hier dann endlich mal was zum Gucken:

4. 
ab 1. Jahrhundert n. Chr. Mithrasheiligtum





5.
1810: der gute (bedauernswerte) Mottel
Ein Junge (oder schon junger Mann), der als 18jähriger Knecht beim Pferdetränken an der Saar unweit von hier ertrunken war, muss eine so bemerkenswert gute Seele gewesen sein, dass seine Freunde/Kollegen ihm hier ein Denkmal setzten (sowas rührt mich auch noch nach 200 Jahren...)


Dreht man sich um, schaut man schon auf Bunker Nr. 1 - alle Bunker sind Richtung Frankreich ausgerichtet


Vielleicht hundert Meter weiter Bunker Nr. 2


6.
ab 1908: Siedlung für leitende Angestellte der Halbergerhütte des Großindustriellen Stumm (der ein wahrer Krösus war, wie sich später noch zeigen wird)
exemplarisch 2 Häuser:

7.
ab 1939: Westwallbunker WH 316 - in dem ich schon mal drin war!
Der Bericht von 2015 befindet sich *hier* ruhig mal anschauen, der ist voll original eingerichtet! Leicht gruselig....

Jetzt komme ich im Wald hinter der Halbergerhütte vorbei, und was da von weitem erst wie gespenstische Hochhäuser aussah, sind aber solche - mh - Kühltürme?


8. 
ca. 1760 Schankenbrunnen
eine erst im Sommer 2016  wieder freigelegte (auch ein Langzeitarbeitslosenprojekt wie die Freilegung der Drachenzähne, ich habe darüber geschrieben) Kaskadenbrunnenanlage, die komplett zugewachsen war, die Beckenränder wurden wieder aufgemauert, Wasser fließt, ist aber sehr veralgt momentan - lässt vergangene Pracht erahnen



 direkt darunter eins meiner Traumhäuschen als Altersruhesitz, das kleine Pförtnerhaus (mit Teich!) - direkt links davon sieht man zwei dicke Torpfosten, denn:

"Das Pförtnerhaus entstand etwa um 1882. Nachdem Carl Ferdinand Stumm den Halberg erworben hatte (1877), wurde das ganze Gelände eingezäunt. Wer Einlass begehrte, musste eines der mit Pförtnerhäusern ausgestatteten Tore benutzen."




Und direkt dahinter kommt - leider in Baugerüsten und Planen:

9. 
1881 Die Stummsche Kirche  
Der Großindustrielle hatte sich hier seine eigene Kirche gebaut, natürlich auch für die Bevölkerung, aber trotzdem irgendwie Wahnsinn...sein Wappen prangt am Portal, heute weiden davor diese goldigen Minipferde, die ich sehr enttäuscht habe, hatte nichts dabei







gleich um die Ecke Bunker Nr. 4

10. Halbergweiher
nur noch ein Schatten seiner selbst, stellt man sich vor, dass hier früher das Fürstenvolk Kahnpartien veranstaltete und Schlittschuh gelaufen wurde...

11.
Barockzeit: Hirschwiese - auch hier ist Fantasie erforderlich, früher graste hier das fürstliche Wild, übrig blieb nur der beeindruckende Mammutbaum:



12.
19. Jhd. Privatfriedhof der Familie Stumm (einer von zweien)



13.
19. Jhd: nur noch ein Trümmerfeld - Wasserspiel, Kaskaden die über Felsbrocken sprangen, und Storchenweiher (der zugeschüttet wurde für die Straße)

lohnt das Foto nicht...
  jetzt diese Treppe hoch und dann...



gibt es was zum Grinsen (find ich), ein Baudenkmal der besonderen Art - der taaaadaaaaaaa




Buspilz! Steht unter Denkmalschutz! 😊😊😊


14.
1966/67



 16.
 1877 Und jetzt...Das nette Einfamilienhäuschen des Hüttenbesitzers Herrn Stumm auf dem Halberg, samt Ökonomiegebäuden, Pförtnerhäusern, Portal...






 17.
Grabmal Fürst Heinrich

Nr. 18, die langweiligen 60iger Jahre Bauten des Saarländischen Rundfunks hatte ich keine Lust zu knipsen, bloß dies hier, das auch unter Denkmalschutz steht (und das ich hässlich finde)