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Auf einer Anhöhe über Mayen sieht man weithin ein Holzgebäude stehen, das war am 18.9. mein Ziel.
Es ist die teilweise Nachbildung einer ehemaligen Römer-Wachstation, und man hat von ihr weiten Blick ins Land. Sie wurde vor 1700 Jahren gebraucht gegen die Angriffe der Germanen.
Sie ist oben auf der Kuppe eines Schieferberges errichtet, und auch ein Teil der ehemaligen Mauerbefestigung wurde wieder aufgebaut. Leider waren die Holzteile an der Mauer gestern teilweise beschädigt, so dass der Zugang gesperrt war.
Natürlich sind auch die Stufen dort hinauf aus Schiefer
so ein Gebäude stand oben auf der Bergspitze mit Rundumblick für die Wächter, darunter und drumherum war dann aber auch noch eine richtige kleine Siedlung sowie eine massive Befestigungsmauer
den Boden hat man herausgelassen damit zu sehen ist, wie massiv der Schiefer an dieser Stelle ist
Hier ist es jetzt windig und war es sicher auch um 300 n. Chr., daher waren die hier Stationierten sicher froh über den Luxus der Fußbodenheizung
unterhalb des großen Wachgebäudes gab es, wie oben schon erwähnt, noch mehrere Wirtschafts- und Wohngebäude, deren Fundamente man fand
Blick aus der Wachstation auf den rekonstruierten Befestigungsteil
Allerdings will ich nicht verhehlen, dass direkt rechts daneben die vielbefahrene Umgehungsstraße brummt
Linkerhand von der Wachstation befindet sich auch heute noch ein Schiefersteinbruch
Blick von der Mauer hoch zum Wachgebäude
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Eifelturm - nicht Eiffelturm... (gut gewählter Name!)
Zur Bezeichnung Doppelmaar: eins der Maare ist ein Trockenmaar, aber ein zweites (auch als Booser Weiher bezeichnet) ist noch als solches erkennbar, ich bin den Weg gestern am 17.9. gegangen bei prächtigem Wetter.
Es gibt zwei Angaben zur Länge, einmal 9,1 und einmal 9,6 km, wobei ich davon ausgehe, dass die zweite richtiger ist, da sie wohl die beiden Abstecher am Weg mit berücksichtigt.
da sind die beiden Maare auf einer Infotafel am Parkplatz dargestellt
Blick auf Boos, auf den ersten 2 km stehen gleich 5 Bänke
Erste, hochinteressante und nie gesehene Attraktion am Wegesrand (im Hintergrund schon der "Eifelturm") sind die deutlich sichtbaren Einschläge der Lavabomben am Aufschnitt dieser Wand
Blöcke wurden beim Vulkanausbruch herausgeschleudert und schlugen in tiefere Erdschichten ein, wie hier prima zu sehen ist - man hätte nicht dabeisein mögen :-)
nächster unbedingter Abstecher zum Eifelturm
was ich nicht vermutet hätte: der Turm wurde am Boden liegend zusammengebaut, und dann mit Kränen aufgerichtet, 25 Meter hoch auf einem Betonfundament - beeindruckend auch die drei mächtigen Stämme an den Ecken
für die 125 Stufen ließ ich meinen Rucksack vertrauensvoll unten auf der Bank liegen, von hier oben ist er nur noch ein roter Punkt
Ich habe hier einen Film gemacht über die 360 Grad-Rundumsicht, aber leider ist die Datei zu groß, um hochgeladen zu werden, daher "nur" Fotos
hier sieht man übrigens die Nürburg (daneben liegt unsichtbar der Nürburgring), der kleine Pickel auf der höchsten Erhebung, später kommt man ihr beim Wandern noch etwas näher
Wenn man genau hinschaut, sieht man auf diesem Foto das wassergefüllte Maar:
Kurz bevor der Weg später in den Wald abbiegt, sehe ich vier Wanderer an diesem Kasten herumfuhrwerken, ich bleibe stehen um zu schauen, was die da machen, sie rufen mich herbei und zeigen mir, dass das quasi eine Honig-Verkaufsstelle auf Vertrauensbasis ist, ein Imker aus der Region hat ihn hier aufgestellt, man soll kein Bargeld einlegen, sondern überweisen, was man für richtig hält
Kastanienhonig habe ich noch nie gesehen, den nehme ich mit, ebenso wie den weißen cremigen, ich kenne zuhause jemanden, der den sicher in kürzester Zeit vertilgen wird.. (mittlerweile habe ich auch bereits bezahlt und mit dem Imker Kontakt aufgenommen, ob er auch Honig versendet, ja macht er, ich kann mir vorstellen, noch was nachzubestellen, beide Sorten sind nämlich köstlich)
Der Weg im Nitzbachtal führt nur oberhalb des Baches vorbei, ich muss den natürlich sehen und gehe die Böschung runter
Nun führt der Weg nach einem langen Waldstück über ein großes üppiges Wiesengebiet
Kurz bevor man eine Straße überqueren muss, wundere ich mich über diese beiden Bäumchen, einen deutschen und einen japanischen Kirschbaum, sie kommen mir vor wie Gedenkstätten, es gibt einen Zettel mit japanischem Text sowie Tafeln mit dem Datum 23.10.2010, denen aber nichts Konkretes zu entnehmen ist, später recherchiere ich und finde heraus, dass hier ein Test-Chefingenieur von Toyota tödlich verunglückte und dem seine Kollegen hier eine Erinnerungsstätte errichteten, die bis heute gepflegt wird, sie liegt genau gegenüber vom Booser Maar
(wer sich für mehr interessiert: Hiromu Naruse )
An einem Zuweg zum Weiher ist ein großes versperrtes Tor mit einem Briefkasten! Da scheint jemand zu wohnen - das muss ich sehen... man geht eine weite Schleife um das Maar herum, so dass man sehen sollte, ob es da ein richtiges Haus gibt
und ja, da ist es! Das ist mein Traumhaus! So könnte ich mir gut meinen Lebensabend vorstellen, vor der Haustüre ein Steg zu einem kleinen See (Peter Fox - Das Haus am Seeeheee) - ich will das haben!
Nicht zu weit abgelegen vom nächsten Ort, eine Straße in der Nähe, also gut erreichbar, und trotzdem so einsam mitten in Wiesen und Wäldern, weit und breit in der Runde ist kein anderes Haus - einfach traumhaft!
Eigentlich wollte ich ja keine Pilze mehr knipsen....hier gab es auch wieder sehr viele - aber diese hier waren einfach zu lustig da in der Baumspalte
Ich beschließe die Wanderung mit dem Wunsch nach einem Lottogewinn, um dem Besitzer ein "Angebot zu machen, das er nicht ausschlagen kann" - und mit diesem herrlichen Wolkenhimmel
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Ich schwimme sehr gerne in Badeseen und Flüssen (empfehlenswertes Flussbad: Leutershausen in Franken - back to the Fifties - richtig cool, zuletzt in 2014 dort geschwommen)
In der Hoffnung auf einen ähnlich warmen und sonnigen September wie letztes Jahr hatte ich mir schon diverse Badeseen in der Gegend hier ausgesucht - in einem Maar (Vulkansee) zu schwimmen, in dem Wissen, da war (oder ist?) ein Vulkan darunter, ist doch auch mal was für den anderen Geschmack und hätte mich gereizt.
Bei Temperaturen von unter 10 Grad am Morgen ist mir darauf allerdings die Lust vergangen - aber wenigstens sehen wollte ich einen, den größten immerhin, den Laacher See (der gar kein Maar ist...aber dazu später)
Aber zuerst mal zum Café Plüsch: heute habe ich mir erstmals Frühstück außerhalb gegönnt, und in diesem schönen Café, das in Monreal in einer Seitenstraße liegt (und von wo man diese Aussicht auf die Burg hat) und sich in einem sehr alten Fachwerkhaus befindet, war ich bestens aufgehoben!
Von dort dann an den Laacher See, eine wassergefüllte Caldera (d.h. eine Magmakammer ist eingestürzt und hat sich mit Wasser gefüllt) - beim Start in Monreal war noch strahlender Sonnenschein mit blauem Himmel und duftigen weißen Wolken, was sich unterwegs dann etwas änderte, und auch die ganzen Vögel auf der Leitung zeigen: der Herbst naht! Oder ist schon da...
Dort am Campingplatz bei Glees am Laacher See ist auch die Stelle, wo man schwimmen darf, es hat geregnet, als ich ankam und ich musste eine Jacke tragen, so kühl war es.
Kostenlos ist das Schwimmen allerdings nicht, wie ich feststellen musste, Eintritt 4 Euro - ganz schön happig find ich. Aber wenn ich nächstes Jahr die Möglichkeit habe, will ich doch hin.
Die Liegewiese hat immerhin Duschen und auch Wetterwarnungen mit Flaggen, das Schild müsste allerdings zuerst mal eingehend studiert werden, außerdem bräuchte ich solche Plastik-Schwimmschuhe, denn da sind ne Menge Wasserpflanzen am Rand, da gruselt mich, wenn ich auf die treten muss
Wegen einer gesperrten Straße musste ich um den halben See kurven, bis ich am Kloster Maria Laach ankam, da geht es sehr touristisch zu, Parkplätze mit Schrankenwärter und Parkgebühr, ganze Busladungen Besucher etc.pp.
Bis man zum Kloster kommt, wird man erst mal am Hofladen, einer Wurstbude, Andenkenladen, 2 Gaststätten und einer Buchhandlung vorbeigeleitet.
In einer kleinen Seitenkapelle habe ich eine Kerze für meine Lieben, für die lebenden und die toten, gestiftet und innegehalten.
Absolut sehenswert ist die Klostergärtnerei, die ist sehr groß, sowohl im Innen- als auch im Außenbereich, hier eine kleine Auswahl
Dann entdeckte ich diesen Korb mit "Gestrüpp"
Ich habe mir so eine "Auferstehungspflanze" gekauft und in der Wohnung gleich ausprobiert, Bild 2 zeigt sie 30 Minuten nach dem Begießen mit warmem Wasser, Bild 3 am nächsten Morgen
Ich bummele noch ein wenig am See herum, als es wieder zuläuft, kehre ich zum Auto zurück.
Das Restaurant war mir zu teuer und zu fein, an der Gaststätte hing ein Schild "geschlossene Gesellschaft", aber ich hatte Huuunger, also gab es das einzige Warme, was verfügbar war: Currywurst vor dem Bio-Hofladen
Die Wingertsbergwand
Da es nun wieder zu tropfen anfing, machte ich mich doch mal auf den Heimweg, aber wie schon so oft fiel mein Blick auf so ein Schild, das auf eine Sehenswürdigkeit hinweist.
Hm, sowas lockt mich immer, trotz Recherchen vor dem Urlaub war mir diese "Wand" noch nicht begegnet, ich biege dort ein (Regen hat wieder aufgehört) und fahre zwischen Wiesen und einem Wall, wo alle paar Meter Verbotsschilder und Hinweise auf Sprengungen stehen - es wird mal wieder abenteuerlich - hoffentlich kommt mir da kein LKW entgegen...
Und dann komme ich an und sehe, das war mal wieder die richtige Entscheidung: ich stehe gegenüber einer riesigen Wand mit Schichtungen, die die Auswirkungen der Vulkanausbrüche hier abbilden, ich bin gefesselt.
Geologie wäre auch eines meiner bevorzugten Studienfächer gewesen, hätte ich mich nicht für ein anderes entscheiden müssen, das auf jeden Fall mehr Anstellungschancen bot.
Um die Größenverhältnisse zu veranschaulichen, habe ich auf einen Stein meine Handtasche gestellt- die Wand ist bis zu 60 Meter hoch und mehrere hundert Meter lang!
Sie ist ein steinernes Dokument des Ausbruchs des nahegelegenen Laacher-See-Vulkans vor ca. 12.900 Jahren.
Dieser war der gewaltigste Vulkanausbruch der jüngeren Erdgeschichte in Mitteleuropa und zog sich über mehrere Monate hin, und diese Schichten zeigen den Geologen den Verlauf, und es geht unterhalb der Position, wo man steht, auch noch weiter runter in die Tiefe
Ich treibe mich hier (kein Mensch weit und breit) eine ganze Zeitlang fasziniert herum, als ich wieder am Auto ankomme, juckt es mich doch, mal diesen Wall mit den Warnschildern da wenigstens teilweise hochzukrabbeln um zu sehen, wovor denn hier ständig so gewarnt wird....es ist sehr steil und ich komme nicht ganz hoch, mache aber mit hochgerecktem Arm ein paar Bilder und sehe erst auf dem Apparat, was da unten liegt, ein riesiger Steinbruch und dahinter eine weite Sicht ins Land hinein.