Freitag, 21. September 2018

Vonwegen "alles weg" - sie lag (wie eigentlich vermutet) die ganze Zeit vor meiner Nase...

Nun, nachdem ich mich ja langatmig über die vermutete Katastrophe der "verlorenen" SD-Karte aus dem Fotoapparat ausgelassen hatte, worauf sich die Bilder von der (zweigeteilten) Etappe Nr. 13 befanden (bzw. befinden sollten...), sollte ich vielleicht auch schamhaft des Rätsels Lösung verkünden - hoffentlich liest hier keiner, der mich privat kennt...

Die ganze Zeit während dieser verzweifelten Suche in Taschen, Schränken und wer-weiß-wo lag vor dem Monitor meines PC die alte 4-GB-Karte, die ich sonst benutze.

 Aber ich war ja der Meinung, dass ich am Mittwoch die neue, 16-GB-große Karte dabei hatte, und nach der suchte ich auch. Und fand sie nirgends. Ließ noch andere Leute an anderen Stellen danach suchen...schäm.

Gestern nun, weil mir einfiel, dass ich im Kulturpark Reinheim am 9.9. ausnahmsweise mal eine Art Selfie gemacht hatte, was ungefähr einmal im Jahr vorkommt, und ich das noch abspeichern wollte, steckte ich dann diese alte 4-GB-Karte in den PC - und oh Wuuuunder!!!! 

Da waren meine ganzen Etappe-13-Fotos vom Mittwoch drauf!!!

Wie kam's?

Ich hatte wohl tatsächlich direkt nach dem Heimkommen (wie ich auch eigentlich vermutete hatte) die Karte aus der Kamera genommen und an den PC gelegt, war aber der festen Meinung, dass es die 16-GB-Karte war, die alte 4-er meinte ich, hätte sowieso die ganze Zeit dort ungenutzt herumgelegen...schließlich hatte die neue ja viel mehr Speicherplatz.

Aber die 16-er-Karte hatte ich - warum auch immer... - in einen kleinen Zweitapparat getan (den ich manchmal, leider nicht immer, dabei habe, nachdem mir letztes Jahr auf einer Tour mal der Akku abkackte) - wo sie sich dann auch wiederfand, nachdem mir das alles klar wurde, inklusive der Bilder vom Dienstag. Oh menno, so eine doppelte Idiotie!

Also sind die Fotos vom Dienstag auf der neuen Karte, und die vom Mittwoch auf der alten.

Naja, freu ich mich halt einerseits und hau mir andererseits vor die Stirn - gut, dass die Bilder wieder da sind, für heute, Freitag, ist ja eine massive längere Wetterverschlechterung angekündigt, und wer weiß, ob uns nach diesem Wahnsinnssommer auch noch ein goldener Herbst geschenkt wird, es hätte mir doch echt leid getan, wenn alle Bilder verloren gegangen wären. Manches habe ich ja wieder mal nur durch "abseits in kleine Weg reinfahren" entdeckt, wie ich es so gerne mache.

Nun kann ich heute Abend starten, den Bericht zu schreiben, worauf ich mich schon freue, denn dann erlebe ich die Tour immer quasi zum zweiten Mal, doppelter Genuss, sozusagen.

Nun zeig ich aber doch mal mutig das "Waschraum-Selfie" von mir vom 9.9. aus dem Römerhaus, wegen dem sich am Ende das Rätsel löste, man wird echt nicht schöner mit den Jahren - aber was soll's, die inneren Werte zählen ja - angeblich 😎


und weil mir danach ist, auch noch eins meiner Lieblingslayouts aus meiner Scrapbookingzeit, mit einem Foto von vor 15 Jahren..

Und nun absenden, bevor ich es mir anders überlege

Mittwoch, 19. September 2018

Auf der letzten Etappe scheint ein Fluch zu liegen...alles weg...

[Dieser Post enthält durch Produkt- und Firmennennung Werbung, die ohne Auftrag, ohne Sponsoring und ohne Bezahlung erfolgt] 

Ich kann es nicht fassen...12 Etappen reibungslos und zu 98% erfreulich, und auf der letzten Strecke geht alles schief...und das gleich mehrfach...das kann doch nicht wahr sein!

Die 13. Etappe...wir sind doch nicht abergläubisch, oder doch?

Gestern, also Dienstag 18.9., hatte ich einen freien Tag, weil ich kommenden Samstag arbeite.

Okay, prima Wetter, dann fahr ich die Tour.

Gut vorbereitet mit Kühlbox mit Wasser und Essen, extra Nudelsalat, Joghurts, Besteck, für alle Fälle auch mal ein Badeanzug und ein Handtuch...man weiß ja nie, wie sich die Gelegenheit ergibt, Wechselschuhe, Wechselkleidung, pipapo 2 Taschen voll Zeug und ich könnte eigentlich fahren.

Dann kommt aber dies und jenes dazwischen, als ich endlich loskomme, ist es schon früher Nachmittag!
Aber gut, sage ich mir, es ist ja doch noch mindestens 5 Stunden hell, und weit fahren muss ich ja auch nicht, die Etappe liegt ja nahe bei Saarbrücken.

Also ab über die Autobahn, runter auf Landstraße bei Güdingen, und zack, Stau.

Ich warte und warte, das kann ja nicht ewig dauern. Man sieht aber nichts, vorne stehen LKWs irgendwie kreuz und quer, manche biegen ab in ein Industriegebiet (ist aber Sackgasse), andere drehen und fahren zurück.

Endlich nach viel stop-and-go nähere ich mich der Stelle, wo ein Polizeiwagen quer auf der Straße steht und ein Polizist alle wegwinkt: Vollsperrung in beiden Richtungen!

Ich hab ein neues Radio im Auto und weiß nicht, wie man Verkehrsfunk einstellt..ich weiß gar nix.

Heute lese ich in der Zeitung: schwerer Unfall, zwei Autos und ein LKW, B51 mehrere Stunden gesperrt.

Ich lasse mein Navi einen alternativen Weg suchen und komme dann noch später an der französischen Grenze an, wo ich eine Burg besichtigen will.
Nachdem ich dort 5 Bilder gemacht habe, sagt der Fotoapparat: Speicher voll.

Häh? Ich lösche immer die Bilder von der SD-Karte, das kann ja gar nicht sein? Ich schaue nach: ich habe gar keine SD-Karte im Apparat, die steckt noch im PC!!!! Aaaaah!

Und ich bin mitten in der Pampa, hier gibt es gar nix, keinen Drogeriemarkt, keine Tankstelle, überhaupt kein einziges Geschäft, weder in D noch in F.
 Und der interne Speicher des Apparats hat nur Platz für 8 Fotos. Nee, das geht gar nicht.

Nach viel herumkurven finde ich einen Rossmann! Und: die haben keine SD-Card! Scheuchte extra eine Verkäuferin herum!

Also gegenüber zum Edeka. Ein netter Mitarbeiter geht sogar ins Lager und sucht...nix, die haben auch keine.
Also noch ein paar weitere Kilometer in den nächsten Ort, dort bekomme ich endlich eine, sogar mit 12 GB.

Lust hab ich zwar keine mehr, alles so ätzend, aber gut, ich bin ja nun mal da, dann kann ich ja wenigstens ein bisschen was anschauen.

Heute bin ich nun nach der Arbeit so um 15 Uhr nochmal in die Gegend, kaum bin ich zwei Stunden unterwegs , kommt ein Anruf: bring das Auto, M. will es polieren und aufbereiten, und der hat nur morgen Zeit.
Also wieder abbrechen, Autotausch etc. pp. und um 20 Uhr bin ich dann daheim.

Immerhin habe ich aber gut 8 schöne Stationen gesehen und geknipst, bestimmt mal wieder 50 Fotos...und will gerade hier zuhause die Bilder im PC anschauen:

die SD-Karte ist nicht mehr im Apparat!!!! Neiiiiiiiiiiiiiiiiiin!!!

Ich durchwühle alle Taschen, suche die Wohnung ab, hab ich sie vielleicht im wirren Kopf schon rausgenommen? Nein, sie bleibt unauffindbar!

Ich lasse den Autoaufbereitungsmenschen durch meinen Sohn (ich hab keinen direkten Kontakt zu dem Mann) bitten, bevor er da irgendwas staubsaugt oder so, um Himmels willen nach meiner SD-Karte zu suchen!

Ich krieg die Krise 💀💀💀



P.S. am Morgen des 20.9.: nachdem ich mehrfach in der Nacht in Träumen und Halbschlaf nach der Karte gesucht (und sie manchmal gefunden hatte...), habe ich heute morgen sogar im Kühlschrank nachgeschaut...natürlich nix...aber das Gedankenkarussell hat mich immerhin dahin gebracht mir zu sagen: die KANN nicht einfach aus der Kamera gefallen sein, okay, typischer Schwachpunkt bei den Kameras des Herstellers, die ich bevorzuge, ist ein aufspringendes Batteriefach, obendrüber befindet sich dann die SD-Karte. Aber: man muss sie mit spitzem Finger erst mal nach innen drücken, bevor sie sich überhaupt löst - und dann hüpft sie auch nicht raus wie ein Springteufel, man muss sie rausziehen.
Schlussfolgerung: sie ist hier irgendwo im Haus...und das macht mich jetzt doppelt verrückt...


mh … ich könnte ja meinen Chef anrufen und ihm sagen, dass ich heute nicht kommen kann, weil ich dringend was suchen muss hihi ...klares Anzeichen beginnenden Wahnsinns

Montag, 17. September 2018

Urlaub zuhause Teil 12 Part 2 - Reise um mein liebes kleines Bundesländchen


[Dieser Post enthält durch Fotos und Produkt- und Firmennennung Werbung, die ohne Auftrag, ohne Sponsoring und ohne Bezahlung erfolgt] 
und sorry, die Schriftformatierung macht wieder, was sie will...da kann ich anpassen so oft ich will..

Etappe 12 Part 2 am 9.9.2018

Europäischer Kulturpark Reinheim-Bliesbruck D/F


So hätte im 3. Jahrhundert n. Chr. eine Immobilienanzeige lauten können:


Repräsentative Villa in weitem Tal mit vielen Extras



Grundstück 70.000 qm (entspricht in der Zukunft fast 10 Fußballfeldern), komplett von umlaufender Mauer umgeben (gegen die bösen Germanen), die Mauer hat eine Länge von ca. 750 Metern


Villengebäude:

zweistöckig, freistehend, Grundfläche 80 x 62 Meter, mehr als 50 Räume, separater Bädertrakt von über 400 qm


12 Nebengebäude, zwischen den Nebengebäuden jeweils mindestens 40 Meter Abstand
die Nebengebäude sind nutzbar als Angestelltenwohnungen und/oder Werkstätten, oder auch als Lagerflächen für Naturalien aus Pachtzahlungen, Grundflächen zwischen 85 bis 260 qm

mindestens ein repräsentatives hohes Eingangstor


Wirtschaftshof, innenliegend, von 300 x 135 Metern mit diversen Nutzungsmöglichkeiten (Park, Pferdekoppel, Trainingsgelände etc.) in der Mitte des Geländes
von vorne:


 von hinten:





Teile dieser gigantischen Anlage wurden zunächst bei Ausgrabungen für Teile einer Stadt gehalten...und als ich vor Jahren zum ersten Mal hier war, auf einem Hügel knapp hinter der Villa stand und die Fläche überblickte, in der Ferne das zugehörige Tor sah (sucht das mal auf dem Foto!), und da erst begriff, das ist alles EIN  Villengelände, dachte ich "ach du Sch…. ist das groooß!"



Bedauerlicherweise fand hier über lange Zeit Kiesabbau stand, so dass sogar noch in unseren 60er Jahren komplette Zerstörungen von mehreren Gebäuden stattfanden...Banausen...

seitlicher Blick auf die Mauern des Villengebäudes, im Hintergrund das erste der Nebengebäude, das rekonstruiert wurde



angelegter Garten




in gebührendem Abstand zum Herrschaftshaus das Nebengebäude 1, das heute eine Taverne und im Obergeschoss eine Ausstellung zur Villa birgt

Blick auf den riesigen Innenhof, das 300 m entfernte Eingangstor und rechts die rekonstruierte umlaufende Mauer mit Teilen von Nebengebäuden



Fenster im Tavernengebäude, römisch verglast



im Vorraum zur Taverne ist für Kinder (und für Ewachsene, die sich ihr kindliches Gemüt bewahrt haben...) die Möglichkeit, Mosaiken nachzulegen

von der Taverne aus die in halbhoch nachgebildete rechte Begrenzungsmauer des Innenhofs, am Bildrand wieder das Eingangstor



Blick von hinter dem letzten Wirtschaftsgebäude seitlich auf das Tor 




In späteren Jahrhunderten ging die Anlage unter, teils weil sie von den Besitzern aufgegeben wurde und sich dann Handwerker darin einrichteten, sowie durch Germaneneinfälle. Und halt den Kiesabbau.


Von diesem Blick aus dem Tor auf die Anlage wendet man sich um und geht einen schmalen Pfad (man denkt erst, man wäre verkehrt...) an einem Weiher und französischen Ferienhäuschen vorbei hinüber nach Frankreich (also nach Bliesbruck), 






denn in etwa 300 Meter Fußweg entfernt liegt eine ebenfalls teilweise ausgegrabene
römische Stadt,

 die sicher zu der Villa in irgendeiner Beziehung stand.




Hier gab es - wie stets bei den badefreudigen Römern - eine große Thermenanlage, einen Markt mit Marktgebäuden, ein umfangreiches Handwerkerviertel und Handelsplätze.

Gleich am Anfang stehen eine Taverne sowie eine echte "Tretmühle" mit angegliederter Bäckerei, wo bei Veranstaltungen auch wirklich Leute in dem Rad wie die Hamster laufen und Brot gebacken wird (sah ich vor ein paar Jahren, Kinder schlugen sich fast darum, in das Rad zu kommen)







Reste der Stadt sind mit Schutzdächern versehen, in manche Keller kann man hinabsteigen





ein weiteres Stück entfernt sind die Thermen, und da hier im französischen Teil des Geländes kein Personal ist, erhält man beim Ticketkauf im deutschen Teil eine Code für diese Tür:


so kann man sich die umfangreiche Thermenanlage vorstellen:



Direkt an die Thermen angelehnt, man kann sich das wohl wie eine heutige Shopping-Mall vorstellen, hatten Händler ihre Läden, Baden & Shoppen, sozusagen.


Die Thermenanlage ist von einem wirklich schönen modernen Gebäude überdacht, über die einzelnen Bereiche ragen Stege wie kleine Aussichtskanzeln:







Aber die
Kelten 

waren vorher da in dieser Ebene!

Was die Römer sicherlich nicht wussten: sie bauten ihre Pracht teilweise quasi auf einen Friedhof...denn hier fanden sich bei Ausgrabungen mehrere eisenzeitliche Grabanlagen, eine davon mitten in dem Riesenhof, die andere direkt unter der Villa... das wäre heute Stoff für einen Gruselfilm.

Gleich neben der Villa befinden sich drei monumentale Kelten-Grabhügel, sehr steil (ich wagte mich nicht hinauf, wer weiß, ob ich wieder heil runterkäme mit meinen komischen Gräten, nach etwa 5 Metern gab ich bedenkenvoll auf und kehrte um) und in einen kann man hinuntersteigen, wo praktisch im Keller das sogenannte Fürstinnengrab von circa 370 v. Chr. nachempfunden ist.





wie durch einen Schneckenhausgang geht es hinab in das nachgebildete Grab



Das Grab der keltischen Fürstin war mit wundervollem Goldschmuck und goldenem Geschirr bestückt, wenn man sich das anschaut kann man kaum glauben, dass dies vor ca. 2400 Jahren angefertigt wurde! 





dieses Tier von oben auf der großen Kanne ist draußen in groß nachgebildet


Außerdem sind draußen hinter der römischen Umfassungsmauer auch ein paar keltische Gebäude nachgebaut:


ein Erdkeller:



Hier noch eine Übersicht über das komplette große Ausgrabungsgelände, man läuft insgesamt ca. 6 km um alles zu sehen:





Quellen:
- die Infotafeln aus den Ausgrabungsgeländen
- die Informationen aus der Ausstellung im oberen Stockwerk der "Taverne"
- das Buch "Die Villa von Reinheim" von Andreas Stinsky, Nünnerich-Asmus Verlag