Sonntag, 15. Oktober 2017

Ausflugstour: Altstadt von Blieskastel, ein Uralt-Laden, ein noch viel älterer Hinkelstein und der Würzbacher Weiher

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Goldener Oktober! Das traf heute, Samstag den 14. Oktober, wirklich zu und soll morgen am Sonntag sogar noch besser sein, heute 20 Grad und morgen bis zu 25, darum plane ich für morgen das letzte Reststück des Stadtrundwegs Saarbrücken.

Und heute? Zuhausebleiben und Hausarbeit machen oder wegfahren? Da fiel die Entscheidung leicht, aber immerhin machte ich mich erst um 13 Uhr auf den Weg.

Erstes Ziel war das 
Barockstädtchen Blieskastel, 
ca. 20 km von Saarbrücken entfernt, ich sage aber gleich vorweg, dass ich mehrere Hauptsehenswürdigkeiten heute nicht besucht hatte, weil ich noch zwei weitere Stationen sehen wollte - also ging ich nur durch die Altstadt und stieg die Anhöhe zur evangelischen Kirche hoch.

Die prächtigen Barockbauten, die überwiegend im oberen Teil der Stadt liegen, hebe ich mir für ein anderes Mal auf.

Ich muss allerdings sagen, dass die Altstadt mit der von Ottweiler, wo ich vor gut einem Jahr in einen regelrechten Fotografierrausch verfiel, nicht wirklich mithalten kann.
Zum einen ist die Bebauung ziemlich durchsetzt mit neuzeitlichen Häusern, desweiteren gibt es einige alte Gebäude in überaus traurigem Zustand und einige, die restauriert wurden, sind für meine Begriffe zumindest teilverschandelt worden, weil ihnen brutal moderne Elemente aufgezwungen wurden, das gab kein stimmiges Bild ab.

Zuerst aber mal die positiven Beispiele, die Schönheiten


Diese Pumpe funktioniert! Und da ich sah, dass die Straße sowieso schon nassgepumpt war durch ähnlich geartete Besucher wie mich, erlaubte ich mir auch ein wenig Wasserpumperei



eins der schönsten Häuser ist dieses hier, allerdings hätte der Eigentümer mit diesem Namen in Österreich sicher immer die Lacher auf seiner Seite...


Dieses Restaurant Le Patron war mal bei RTL2 bei den Kochprofis, hat aber nix geholfen...





und hier nun, was mir eher schmerzlich auffiel:

 eine pittoreske, sehr schmale Gasse, verunstaltet durch ein Wellblech(!)tor an der rechten Mauer

 
in den beiden linken Häusern sind Läden, die aber optisch elegant angepasst sind, weh dagegen tut das Copy-Shop-Schaufenster im Haus geradeaus samt Alurahmen und Alutür...wo war denn da der Denkmalschutz???

Auch für diesen Hoteleingang hätte man doch vielleicht eine passendere Lösung finden können? Irgendwie schade...


Ebenfalls schade solche Anblicke, oft ist das ja das Resultat von Erbengemeinschaften, die sich nicht einigen können


Ein Kurosium und wie aus der Zeit gefallen (solche Anblicke sind mir aus meiner Kindheit in den 50er und 60er Jahren noch präsent) ist dieser Tabakladen, ich wusste nicht, dass es sowas noch gibt;

wäre ich doch bloß reingegangen, da hab ich ja echt was verpasst! Erst zuhause beim Schreiben des Berichts entdeckte ich, dass es hier ein Museum gibt und ich vor dem ältesten Tabakgeschäft Deutschlands stehe!

Nun ja, ich will ja sowieso die Barockbauten demnächst noch anschauen gehen, dann werde ich hier auch reingehen! Obwohl ich noch nie geraucht hab ;-)


Schon gleich zu Anfang meines Rundgangs fiel mir eine im Grün verschwindende Treppe auf, die offenbar auf den Kirchenhügel mit der evangelischen Kirche hinaufführt, in der Hoffnung auf "Aussicht" stieg ich dort hinauf - Aussicht gab es zwar keine, alles zugewachsen, aber trotzdem ein kleines Paradies gefunden! Das Pfarrhaus mit der fantastisch-üppigen Begrünung ist allein schon ein Traum




Die Rückseite lag schon etwas im Schatten


 Am Ende noch ein Käffchen und die Wochenendzeitung am Hauptplatz, bei schönstem Sonnenschein, der auch viele andere nach draußen gelockt hat




Ebenfalls zu spät bemerkt wie den speziellen Tabakladen und will darauf nächstes Mal mehr acht geben: Blieskastel macht Urban Gardening, das entdeckte ich erst, als ich schon wieder am Parkplatz war, es gibt mehrere Orte in der Stadt mit Nutzbepflanzung, aufgefallen sind mir dann am Ende leider nur eine Reihe Betontröge wohl mit Sellerie und einer Kohlart, wie ich vermute, zu welchem Gemüse gehören bloß diese blauen Blätter?



Nun zurück zum Auto und knappe 2 km auf eine Anhöhe über der Stadt gefahren, zum
Gollenstein 


4-5000 Jahre (!) stand dieser Menhir oder auch Hinkelstein schon seit der Jungsteinzeit unbeschadet hier, als größter Menhir Mitteleuropas, bis zum 2. Weltkrieg. Da befürchtete man, mit seiner Höhe von fast 7 Metern könnte er als Orientierungspunkt für feindliche Flieger oder Zielpunkt der französischen Artillerie dienen und so legte die Wehrmacht ihn quasi um - sozusagen - und dabei zerbrach er in 4 Teile, was heute noch unübersehbar ist.


Man läuft vom Rand einer Wohnsiedlung aus etwa 500 Meter bis zu seinem Standort, schon auf dem Hinweg fiel mir was auf, auf dem Rückweg noch viel stärker, da ich da gegen die Sonne lief: die ganze Hochfläche war bedeckt von einer Art Seidengespinst, einem zarten Schleier, den man beim Näherkommen nicht mehr sehen konnte - ich merkte dann, dass das lauter "Altweibersommerfäden" sind! In diesem Ausmaß hab ich das noch nie gesehen und versucht, ein Foto davon zu machen im Gegenlicht zur tiefstehenden Sonne, ein wenig kann man es erkennen



Und in all den Gärten, an denen ich vorbeikam: Pilze Pilze Pilze! 2017 ist wirklich DAS Pilzjahr.

Nächste Station in knapp 7 km Entfernung und entlang der Barockstraße Saarpfalz zum 
Würzbacher Weiher, 
denn ans Wasser wollte ich heute unbedingt um zu sehen, wie sich der schon herbstliche Wald spiegelt;

außerdem verbinde ich mit diesem Weiher Jugenderinnerungen: als Teenager war ich in einer Clique, wo praktisch alle Jungs Mopeds hatten, es war mir aber streng verboten, da mitzufahren, was ich voll verstehen kann, aber was sollte ich denn machen, wenn plötzlich die Gruppe entschied: wir fahren zum Weiher! Ergo fuhr ich mit, Handys gab es noch nicht, dass ich eine andere Lösung hätte finden können (mein Vater hätte mich sicher mit dem Auto hinterhergekarrt), also rauf auf die Kreidler oder Hercules...immerhin wenigstens mit Helm (aber das schlechte Gewissen fühle ich noch heute nach)



Wiedersehen wollte ich auch den unglaublich schönen Annahof direkt am Weiherufer, richtig würdigen kann man den fast nur aus der Vogelperspektive, darum habe ich dies auf einer Schautafel abfotografiert, er ist nämlich O-förmig

Die Außenansicht kann man nur häppchenweise fotografieren, der Weg ist zu schmal




ich machte mich auf zur Weiherumrundung, wozu diese seltsamen verschiedenfarbigen Büdchen wohl dienen?

Fast an der Weiherspitze (er ist allerdings irgendwie langgezogen und biegt noch leicht um die Ecke) in traumhafter Lage inklusive vollem Seeblick das Gut Junkerwald:



Sie hat sich ja ein schönes Plätzchen komfortabel eingerichtet...(und hier erkennt man auch, dass der Weiher längergestreckt ist als man von vorne denkt)


 Es ist noch nicht 17 Uhr (aber immer noch Sommerzeit, also eigentlich 16 Uhr) und die Sonne scheint schon so herbstlich tief durch die Bäume


Und das ist der Annahof vom anderen Ufer aus mit seiner Café-Terrasse


Das war ein gelungener Ausflug - mal abgesehen von den 4 offenbar von Todessehnsucht besessenen Motorradfahrern, die mich auf enger Landstraße waghalsigst überholten...

2 Kommentare:

  1. Was für ein toller Ausflug. Da war ich ja am Wochenende gar nicht soooo weit weg (Kaiserslautern). Diese "Altweiberfäden" kenne ich auch. In diesen Massen allerdings eher aus dem Sauerland. Hier im Schwarzwald hab ich sie noch nie in solchen Flächen gesehen. Der Stein ist echt beeindruckend. Schade, das die Braunen ihn kaputt gemacht haben :-(

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  2. Hurra- ich kann wieder kommentieren...Den Würzbacher Weiher samt Anna-Hof liiiiebe ich; und den Gollenstein haben wir im vergangenen Jahr das erste Mal angesehen...Über die bepflanzten Betontröge kam vor kurzem was im Fernsehen, dass sich die Leute einfach bedienen können- finde ich toll!

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