Sonntag, 17. Juni 2018

Der Felsen von Dabo, der Odilienberg und das Städtchen Obernai


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Ausflugsfahrt am 13.06.2018 Elsass/Lothringen


Die Wetteraussichten waren eigentlich super, nicht zu heiß und null Prozent Regenwahrscheinlichkeit, das traf auch ein, allerdings blieb es sehr bedeckt, meine Fotos sind daher nicht "sonnig".

Um 10 Uhr kommen die Nordvogesen in Sicht, wir fahren über den Pass Saverne in die Höhe zum ersten Fahrtziel, wo wir circa um 11 Uhr eintreffen:

Der Felsen von Dabo


Der vor über 200 Millionen Jahren entstandener Block aus rosa Sandstein ragt solitär über das Dorf Dabo (ehemals Dagsburg oder Dachsburg) und hat vom Sockel aus eine Höhe von 30m, er ist 80 m lang und 26 m breit und hat eine wechselhafte Geschichte, was seine Nutzung von der Keltenzeit bis in die Gegenwart angeht. Hier stand auch einmal ein Schloss, heute gibt es noch eine Kapelle. Hier sieht man aus dem Busfenster, wie exponiert dieser Block oben auf dem Hügel sitzt



Wir haben hier 30 Minuten Aufenthalt, die man entweder zu einer Kaffeepause am Bus oder zum Besteigen des Felsens nutzen kann, natürlich pfeife ich auf den Kaffee....die allermeisten allerdings ziehen das vor, verstehe ich nicht...aber besser für mich zum Fotosmachen. Es kostet moderate 2 Euro Eintritt.

Diese Aussicht hat man bereits vom Busparkplatz aus, so leicht trüb wird es leider den ganzen Tag bleiben 





Trotz der relativ wenigen Höhenmeter sieht es - oben angekommen - doch noch einen Tick besser aus




super sind die Keramik-Erklärtafeln für die Aussichtspunkte!





Der Turm kann bestiegen werden, enge Wendeltreppe, aber okay



upps...diese supersteile Hühnerleiter ist dann allerdings doch ein paar Sekunden der Überlegung wert


oh nein oh Schreck! 

Diese Zinnen sind niedriger als mein Hüftknochen, und der Platz zwischen Zinnen und dem Turm im Rücken ist vielleicht gerade mal einen Meter! 

Da ist sie wieder, die blöde Höhenangst, ich kann die Türe gar nicht los lassen, durch die ich herausgekommen bin, mache nur hektisch einhändig zwei Fotos und trete mit schlotternden Knien den Rückzug rückwärts die Hühnerleiter an

ich glaube fast nicht, dass das in D möglich wäre, so eine niedrige Begrenzung - da wäre bestimmt noch eine Mauererhöhung draufgesetzt worden, nein tut mir leid, das kann ich nicht, da saugt mich die Tiefe quasi an und ich hätte mit dem Rücken an die Turmmauer gepresst rundherum rutschen müssen, und dann noch Angst gehabt, mich überfällt mittendrin noch mehr Panik, einzige Alternative wäre gewesen, auf die Knie und rumkriechen 😁


wieder unten vielleicht noch schnell ins Toilettenhäuschen? Ach nee, doch nicht 😂


weiter geht es, wir sind jetzt schon im Elsass und die Straße von Weinreben umgeben


Der Odilienberg

Hier haben wir 2 Stunden Aufenthalt, die ich ausgiebig nutze, vergesse aber am Ende, zu der Quelle hinabzusteigen..nun ja, nächstes Mal.

Auch der Odilienberg ein großer Buntsandsteinfelsen, schon seit eh und je als Kultstätte genutzt, heute bebaut mit einer sehr großen Klosteranlage und gewidmet der heiligen Odilie, ihre Sage zu schildern spare ich mir. 

Hier eine gut beschilderte Übersichtstafel, die die Ausdehnung der Anlage schön illustriert und wo man auch sehen kann, dass man fast komplett rundherum laufen kann über mehrere Aussichtsplattformen, man hat also auch hier fast 360 Grad Aussicht



Auf dem Parkplatz stehen zwei bewaffnete Polizisten in Schutzkleidung, schade, dass heute so etwas nötig ist, ich trete durch den Torbogen des ersten Gebäudes in einen wunderbaren Innenhof


Wunderbar die vielen blühenden Sommerlinden, die sich überall auf dem Rundgang wiederfinden und die Anlage noch schöner machen




Das ist die Kirche Notre-Dame, gewidmet Odilie, die Schutzpatronen der Blinden ist, daher die Schrift über dem Tor "Öffne meine Augen" - später setze ich mich dort 20 Minuten rein und lasse die Kirchenatmosphäre auf mich wirken





Einmalig auf der Welt ist diese Sonnenuhr auf dem zweiten Plateau (die Säule links im Bild) aus dem 18. Jahrhundert


Sie zeigt nämlich nicht nur die örtliche, sondern auch noch die Zeiten verschiedener Regionen der Erde, unten rechts erkennt man gut "Congo africaine" 




Von außen schlicht sind die nebeneinanderliegenden Kapellen der Engel und der Tränen, aber innen dann: Überraschung! Mir fallen sofort die Mosaiken von Ravenna ein, die ich als 21jährige in Italien sah






Leicht ironisch dieser Hinweis an den überall an den Gebäuden herunterlaufenden Blitzableitern, denen man sich "im Falle von Gewitter auf nicht mehr als 3 Meter nähern soll", während der Gang, der daran vorbeiläuft, teilweise so breit aber gar nicht ist - na, bei Gewitter würde ich mich hier aber ganz schnell in mein Auto zurückziehen und fix ins Tal düsen


In einem der Hauptgebäude habe ich - fast verbogen beim Versuch, Spiegelungen zu vermeiden - dieses Luftbild geknipst 


Es gibt hier auch einen Wanderverein!


Ein letzter Blick zurück vor der Abfahrt, wie schade, dass die Sicht nicht besser ist




Obernai

 - ehemals, und heute auch noch oft so genannt: Oberehnheim am Flüsschen Ehn


Die Fakten, die schon für sich sprechen: am Fuß des Odilienbergs gelegen, im Krieg nicht zerstört worden, daher eine sehr gut erhaltene Altstadt, unter anderem mit:

1.400 Meter langer, die Altstadt umringende historische Stadtmauer
schöner Marktplatz mit altem Kornspeicher
Rathaus von 1523
Sechseimerbrunnen
viele schöne Plätze und Straßen mit originalen Gebäuden

quasi ein französisches Rothenburg o.d.Tauber

(da es mir hier schon ziemlich schlecht ging, habe ich recht wahl- und lieblos fotografiert)


hier sind die Häuser direkt in die alte Stadtmauer hineingebaut:


und hier sieht man gut, wie dicht - quasi handbreit - manche Häuser zueinander stehen



da fahr ich sicher nochmal hin





2 Kommentare:

  1. Na, das sind ja mal wieder tolle Bilder! Da hat sich der Ausflug - trotz "Gefrier-Bus" doch gelohnt :-) Echt beeindruckend. Viel überlegt hätte ich bei der Hühnerleiter (sieht recht kurz aus) wohl nicht, aber bei der niedrigen Brüstung wohl auch postwendend den Rückzug angetreten. Höhe OK, aber Höhe ohne gescheite "Absicherung" nach unten - Nein, danke! Ich weiß auch nicht, ob die selbstgewählte Therapie da je greifen wird :-D

    Das WC hätte ich wohl auch eher gemieden. Und bewaffnete Polizei vor einem Kloster? So weit sind wir jetzt schon? Die letzten bewaffneten Polizisten die ich in Frankreich gesehen habe, waren (kurz nach den vielen Anschlägen) vor ein paar Jahren auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt. Da rannte sogar das Militär Patroullie. Die Welt ist ein Irrenhaus!

    Die Kapellen sind ja wunderschön - zumindest von innen. Das hätte ich jetzt bei der öden Außenansicht auch eher nicht vermutet. Aber wie war das noch mit den Büchern und dem Einband?!

    Und Obernai - das ist ja echt schnuckelig dort. In Rothenburg war ich leider noch nicht. Das steht schon seit Jahren auf meinem Wunschzettel. Aber für einen Tagesausflug ist es leider schon etwas zu weit weg. Aber da wir ja schon feststellten, das Obernai nur eine reichliche Stunde von Freiburg entfernt ist, wird das wohl auch auf meinem Wunschzettel landen. Jedenfalls kommen wir dort eher mal hin als nach Rothenburg :-D

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  2. das ist eine schöne und interessante gegend!
    habe aber auch den vorherigen post gelesen - au weia. mal wieder alle vorurteile über busreisen bestätigt....
    ich hoffe du hast keinen langwierigeren gesundheitsschaden davongetragen!
    xxxx

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