Donnerstag, 16. Mai 2019

"Ab-und-zu-ein-Foto-zeigen" Nr. 1: Drama bei den Saarbrücker Wanderfalken

[Dieser Post enthält Werbung durch Firmennennung, die ohne Auftrag, ohne Sponsoring und ohne Bezahlung erfolgt] 

Vor vielleicht einem Jahr stieß ich per Zufall auf die Webcam für die Saarbrücker Wanderfalken, man hat ihnen am Turm des Fernheizwerkes einen Horst gebaut in luftiger Höhe von 67 Metern.

Ab und zu schaute ich da immer wieder mal rein, das Falkenpärchen wurde auf "Heinz" und "Hilde" getauft in Anlehnung an ein saarländisches Kabarett-Paar.

Hier lernte ich übrigens erstmals, dass Falkenmännchen ein gutes Stück kleiner sind als die Weibchen.

In der 3. Märzwoche dann plötzlich: ein Ei im Nest! Weitere kamen hinzu, am Ende waren es stolze vier. Da begann ich dann Screenshots zu machen. Als ich diese nun ausschneiden und bearbeiten wollte, zeigte sich, dass keins meiner Fotoprogramme da ran wollte, auch die Bemühungen eines digital-natives brachten kein Ergebnis, mit dem ich zufrieden war (Zuviel Rand, Zuviel drumrum…), darum habe ich am Ende einfach die Bilder von meinem Monitor abfotografiert 😎 - primitiv, aber hilfreich - daher aber auch das strähnige Aussehen. So hier also die Eier, als Hilde gerade mal mit Heinz das Bebrüten wechselte - sie hat sie ausgerechnet in die tote Ecke gelegt...


Ende April, Anfang Mai schlüpfen dann nacheinander alle vier Küken, meist sieht man nur den Rücken des jeweils brütenden Altvogels, sie wechseln sich partnerschaftlich ab, meist ist es jedoch Hilde, die da hockt und uns keinen Blick auf die Jungen gönnt, aber manchmal gelingt mir halt doch ein Schnappschuss




Oft sieht es jetzt nicht besonders appetitlich aus im Nest, denn die Eltern schleppen im Wechsel Erjagtes an (meist Möwen), eine blutige Angelegenheit, aber so ist Natur, die Kids sind fit und munter.

Und dann, am 9. Mai, am Vortag war noch alles in bester Ordnung, die Küken sind gerade ein bis eineinhalb Wochen alt, schau ich rein und sehe auf diesem Gitter im Vordergrund einen sehr kleinen Vogel liegen und wundere mich erst, dass sie jetzt Babyvögel anschleppen...bis mir klar wird: das ist ein Wanderfalke-Junges! Und alle anderen sind verschwunden!

Ich hab hin und her überlegt, ob ich dieses Foto auch zeige, aber es ist zu gruselig, das Junge hat nämlich keinen Kopf mehr, nur noch einen blutigen Stumpf....

Was ist da passiert?

Die Erklärung im Falken-Tagebuch, vonwegen es wäre wohl zu kalt gewesen oder die Küken hätten nicht genug Nahrung bekommen, kann ich einfach nicht akzeptieren!

Denn: würden dann alle von einem Tag auf den anderen sterben???

Würden sie wegen Kälte oder Hunger den Kopf verlieren? Oder würden etwa die bisher treusorgenden Eltern den eigenen Kindern den Kopf abbeißen? Das scheint mir doch sehr unwahrscheinlich! Dass sie tote Küken aus dem Nest wegtragen, ja, das ist bekannt, aber Kannibalismus, nee, glaub ich einfach nicht und habe beim googeln dazu auch nichts gefunden.

Viel naheliegender ist doch ein Überfall durch andere Raubvögel - aber das scheint man nicht wahrhaben zu wollen, denn im Falkentagebuch wird diese Möglichkeit einfach umgangen. Ich habe noch an die Kontaktadresse gemailt und meinen Verdacht mitgeteilt, die Antwort war aber bloß, dass aus Gesundheitsgründen nicht geantwortet werden könne....

Sehr schade! Ich hätte zu gerne weiter geschaut, wie sie wachsen und flügge werden und schließlich ausfliegen, aber wie ich oben schon schrieb: so ist Natur!

Vielleicht gibt es ja nächstes Jahr eine neue Chance auf Nachwuchs.

3 Kommentare:

  1. Ja, so ist die Natur - das verdrängt der Mensch nur leider allzu oft wie man auch an der Reaktion auf deine Mail sieht.
    LG, Varis

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  2. Wirklich schade. Aber so ist der Kreislauf nun mal. Raubtiere jagen um zu fressen. Und die Jungen anderer sind eine leichte Beute. Ich hab bei uns schon gesehen, das große Krähen die Taubenküken aus ihren Nestern stibitzt haben. Und denk an den Kuckuck. Der schmeißt ja schon die Eier aus dem fremden Nest, bevor die Küken schlüpfen können, um sein eigenes hineinzulegen.

    Als ich gestern auf den Balkon bin, haben die Spatzen einen Jungvogel zurückgelassen, als sie flüchteten. Der konnte noch nicht gut fliegen und tapste, jämmerlich nach den Eltern rufend, über den Balkon. Ich bin zum Glück kein Raubtier und hab meine Arbeit um ihn herum erledigt, ohne ihm zu nahe zu kommen, bis er es alleine auf das Geländer geschafft hatte und in den Baum verschwinden konnte :-) Aber die Altvögel hätten ihn wohl auch zum sterben zurückgelassen.

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  3. ohh
    das ist aber schade..
    ich weiß nicht ob es bei Falken so ist
    aber manchmal werden die toten oder schwachen Jungen auch verfüttert
    es gilt die anderen Jungen zu erhalten
    aber das alle weg sind?
    Ich denke schon dass da ein anderes Tier mit im Spiel war
    wenn das Spatzenjunge schon so kräftig war dann wären die Altvögel sicher zurück gekommen und hätten es gefüttert
    meine Kinder brachten einmal ein junges Rotschwänzchen
    die Katze hatte das Nest geräubert
    ich setze es in einen kleinen Holzkasten aussen auf meine Fensterbank und besorgte auch Mehlwürmer
    es dauerte gar nicht lang bis das Rufen des Kleinen von einem Elternteil erhört wurde
    dankbar nahm er auch die Würmer an und fütterte
    leider habe ich damals keine Bilder gemacht und ein paar Tage später war der Piepmatz ausgeflogen ;)

    wenn du gerne Nester beobachtest dann schau einmal hier hinein
    besonders die Seeadler betrachte ich schon viele Jahre
    liebe Grüße
    Rosi

    http://pontu.eenet.ee/

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