Donnerstag, 6. Juni 2019

Muttertagsausflug Teil 1: Wanderung in den Gerolsteiner Dolomiten

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Genau, dort wo der Sprudel her kommt 😎

Zum Muttertag will ich von meinen Jungs keine Blumen, Pralinen, Alkohol (sowieso nicht) oder sonstiges Gedödel. Lieber was Persönliches, oder, und damit bin ich auch immer zufrieden, einfach bloß Glückwünsche und mal Drücken.

Der Große hatte dieses Jahr ein prächtige Idee: er lud mich ein zu einem Tagesausflug in die Eifel, ganz alleine mit ihm! Das allein war schon super, denn er ist ein prima Unterhalter und es wird einem keine Minute langweilig mit ihm (würde es sowieso nicht), aber dann hatte der Ausflug auch noch zwei Highlights:

Eine Fahrt mit einem historischen Schienenbus und die Besichtigung des historischen Bahnbetriebswerks sowie mittendrin noch eine Wanderung! Top! Für den Eisenbahn-Teil schreibe ich einen extra Beitrag.

Das war nicht genau am Muttertag, sondern kurz danach, denn es war eine gebuchte Reise.
Das Wetter meinte es hervorragend mit uns, besser hätte es nicht sein können.

Aber Dolomiten? Ja! Denn die Felsen bei Gerolstein sind ein "dolomitisiertes Kalkriff", und Dolomitgestein kommt weltweit vor, in Deutschland hauptsächlich in West- und Süddeutschland.

Leider kamen wir durch eine Autopanne auf dem Hinweg einige Minuten zu spät an, sodass mir keine Zeit blieb, von Gerolstein aus zu den Felsen hoch zu fotografieren. Und danach ging es ja dann zur Schienenbusfahrt.

Die Wanderung begann - für mich - höllisch. Denn, ich zitiere mal aus einer Beschreibung: "Die etwas schweißtreibende Passage zum Heiligenstein (506 m) sollte der ungeübte Wanderer (ich derzeit!) mit kleinen Schritten und vielen Pausen absolvieren."

Ich sag euch...ich war kurz vorm Aufgeben! Schöner schmaler holpriger Bergaufpfad, aber die Steigung, mannomanno!
Am Ende zog mich der gute Junge mehr nach oben als ich ging...es war aber auch schön für mich andererseits zu erleben, wieviel Power in dem Kerl steckt (wusste ich aber eh) und dass man in meinem Alter gerne mal die kräftige Hilfe seines erwachsenen Sohnes annimmt. Der wahre Geist von Muttertag!

Auf dem Plateau ging es dann zügig und leicht voran mit schönen Ausblicken


wir hielten uns abseits der Gruppe, zum einen, weil wir uns viel zu sagen hatten, zum anderen, weil ich mir die Erklärungen der Wanderführerin sowieso nicht hätte merken können und man auch nicht immer alles verstand - sei's drum. Interessiert hätte es mich natürlich auf jeden Fall, aber es war ja "unser Tag".


Das Nächste ist war schwierig zu fotografieren (ich brauch ne Drohne..), ist aber hochinteressant! Auf dem zweiten Bild sieht man es vielleicht besser - das ist die sogenannte Papenkaule.
Ein Quasi-Krater vulkanischen Ursprungs, wir sind ja schließlich in der Vulkaneifel.

Dieser Krater hat aber eine Besonderheit, und zwar gab es eine Lavaexplosion, aber die Lava floss nicht wie üblich aus dem Schlot, sondern unterirdisch durch das poröse Gestein ab und trat an anderer Stelle aus.
Das Gestein sackte zusammen, und normalerweise hätte sich hier auch ein See gebildet wie bei den "Augen der Eifel", den Maaren.

Da der Dolomit im Untergrund aber wasserdurchlässig ist, gibt's hier halt keinen See, sondern nur die weite Kaule.


Jetzt weiter zum sogenannten Buchenloch, einer Höhle, die schon in der Steinzeit von Menschen genutzt wurde und viel, viel später auch als Schutz während des 2. Weltkriegs




Holzsteige hoch ins Buchenloch, innen aber schwierig zu fotografieren



nun weiter zum nächsten Höhepunkt der Wanderung


der Munterley (wobei "Ley" immer "Felsen" bedeutet), ein schöner Aussichtspunkt über die Stadt und die Gegend ringsum


bei einem Stopp zwischendrin bekommen wir einen Teil der Erklärungen mit, und zwar sah man hier (wir konnten sie aber nicht entdecken und die Gruppe drängte nach auf dem schmalen, schrägen Waldpfad) versteinerte Trilobiten sowie Spuren der Korallen aus dem Urmeer


weiter auf dem Höhenzug machten wir Halt an diesem Loch, und diesmal konnten wir auch mithören:

das ist einer von vielen Bombentrichtern, denn Gerolstein (wie man auch später auf den Aussichtsfotos sehen wird) wurde im Krieg stark zerstört, weil es das Pech hatte, Eisenbahnknotenpunkt im deutschen Nachschubsystem zu sein.

Ironie der Geschichte: in 10 Luftangriffen von 44/45 wurde zwar der Ort selbst massiv zerstört, daher die vielen unschönen Nachkriegsbauten, aber das eigentliche Ziel, nämlich der Bahnhof und die Zug-Drehscheibe, wurden nie getroffen

weitere Ironie: die Bombentrichter dienen heute als Brutplatz für Frösche und Lurche, auch in diesem hier konnten wir die kleinen schwarzen "Mollenköpfe", wie sie bei uns heißen, munter wimmeln sehen, da aber der Rand so steil und sandig war, konnte ich da nicht runterklettern zum Knipsen

Rast und Ausblick auf der Munterley, wo es zwischen meinem Sohn und mir noch zu einem Vorfall kam, der wohl zitierfähig in die Familiengeschichte eingehen wird

Dieser Felsen fällt senkrecht ab, das nur mal vorweg...




 ich sitz da schließlich in der kleinen offenen Hütte auf der Bank, um meine Schuhe neu zu binden, mein Sohn, um meine Höhenängste wissend, sagt zu mir:

"Und? Was sagst du als Mutter DAZU?"

Ich: "Wie, was, wozu?"

Blicke auf von meiner Schuhbinderei, der hat sich der Säckel rückwärts an dieses Geländer gelehnt und wippt fleißig nach hinten, dass es nur so wackelt!

Aufschrei von mir und Schimpfen, begleitet von seinem Gelächter...ich verweise auf den tödlichen Unfall eines Wanderes im Saarland bei einer ähnlichen Aktion und boxe ihn! Er amüsiert sich bloß, diese Kerle! Kein Gefahrenbewusstsein.

Hier war das, rechts noch sein Bein im Bild, das hätte auch schiefgehen können..



weiter geht es an den Kletterfelsen entlang, wo mehrere Kletterer auch fleißig am Werk sind


zum Beispiel an dieser senkrechten glatten Wand, unten steht derjenige, der wohl irgendwie sichert (keine Ahnung, jedenfalls hält er ein Seil), während hoch droben, man sieht es hier nicht, sein Kamerad herumturnt


guckt mal hier, rechts von dem "r", da ist er - so hat man eher eine Vorstellung von der Höhe - ich würd da verhungern und sterben..


die Wanderführerin und ihr Ehemann verständigen sich, dass man einen anderen Weg läuft als die normale Beschreibung, und es geht stramm zurück bergab, bergab...naja, ist mir immer noch lieber als die krasse Steigung.

Zur Belohnung gibt es dann in der renovierten Eisenbahnhalle die angekündigte Kartoffelsuppe mit einem sogar frischen leckeren Brötchen.

Teil 2, nämlich die einstündige Schienenbusfahrt sowie die Stellwerkbesichtigung, folgt dann demnächst.



2 Kommentare:

  1. Was für ein toller Ausflug. Und du warst "Rudel-Wandern" :-D An dieses dünne Geländerchen hätte ich mich im Leben nicht rückwärts angelehnt und schon gar nicht daran herumgeschaukelt! Die Eifel ist echt was besonderes. Und das Bombentrichter heute den Tieren zu Gute kommen, finde ich klasse. Das es in der Eifel und im Hunsrück viele "Leys" gibt weiß ich, dass Ley aber Felsen bedeutet, wusste ich nicht. Wieder was gelernt :-) Die Höhle ist ja spannend. Und diesen Kletterer tue ich auch einfach nur mal mit einem Kopfschütteln ab, wie ich es bei meiner Freundin aus Australien auch immer tue, wenn sie mir Bilder von ihrem Canyoning schickt, wo man sich mal eben 30-60 Meter abseilen muss, um überhaupt in die Schlucht zu kommen, durch die man wandern will. Verrückt! Auf den Eisenbahn-Teil eures Ausflugs bin ich auch schon sehr gespannt.

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  2. wow
    eine tolle Tour
    wie schön.. Mutter und Sohn ;)
    auch wenn es eine Gruppe war habt ihr doch viel gemeinsam Zeit gehabt
    an das Geländer wäre ich noch nicht vorwärts gegangen
    das war wirklich leichtsinnig von ihm schöne Bilder hast du mitgebracht

    liebe Grüße
    Rosi

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