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6 Tage nicht gegangen - wildes Aprilwetter (inklusive Schneesturm!) und einige Termine machten es unmöglich, ob es daran liegt, dass ich seit gestern abend wieder "Rücken hab" oder weil ich einen 15 Kilo schweren Fernseher auf dem Wertstoffhof aus dem Auto gehievt hab?
Jedenfalls musste ich dringend Bewegung haben, und obwohl es regnete, mutete ich mir tapfer einen 5-km-Weg zu, und es hat tatsächlich auch Besserung gebracht.
Schöne Bilder bei so einem Wetter sind leider unmöglich, es ist morgens 11 Uhr aber trotzdem duster - aber der Vollständigkeit halber will ich den Weg doch beschreiben. Ich werde ihn bei "mehr Grün" und schönem Wetter natürlich nochmal gehen, zumal er bei mir um die Ecke liegt.
Dies ist die Planung, einen Teil, etwa 1/3, muss man hin- und zurückgehen, gibt keine Alternative über Waldwege.
So, also die 7 Weiher - auch auf maps stehen sie in saarländischer Mundart - sie liegen wie an einer Kette aufgereiht, sehen kann man 6 davon, einer liegt komplett verborgen auf einem Privatgrundstück.
An der Straße, die durch ein kleines Waldstück zwischen Gersweiler und Klarenthal führt, ist eine kleine Parkgelegenheit für 2-3 Autos, direkt oberhalb vom ersten Weiher. Dort stelle ich den Benz ab und steige hinunter zum Aschbachweiher. Er ist der größte der 7 - aber nicht wirklich schön, und er müffelt auch leicht, das will ich nicht verhehlen. In einer Ecke hat sich sogar etwas Plastikmüll angesammelt, schuld sind natürlich doofe Menschen.
Links oberhalb des Ufers vorbei Richtung Wiese/Wald. Die Wiese ist - wie sollte es anders sein - von Wildschweinen komplett umgeackert.
Von einem Seitenweg links kommt eine laut labernde Wandergruppe herunter und folgt mir. Nee, das mag ich net, ich sehe seitlich Richtung Bach verlockend Grünes schimmern und gehe nachschauen, Blatt abreißen und zerreiben: Knoblauchgeruch! Bärlauch! So nahe von daheim! Da weiß ich ja künftig, wo ich den hole!
Die Gruppe rauscht vorbei und ich höre wieder nur Vogelgezwitscher.
Schön, dass der Aschbach so unbegradigt mäandern darf, und auch kaum zu glauben, dass er tatsächlich 7 Weiher füllt, ist aber so.
Am Ende kommt man auf eine Straße, die man überquert, schräg gegenüber geht es weiter, es gibt auch ein Hinweisschild (diese Dreispitzhütte, die da aufgeführt ist, kenn ich nicht, wäre ja auch mal noch eine Zielmöglichkeit, scheint aber nur eine Grillhütte zu sein).
Hier sieht man ein wenig vom Weiher Nr. 2, aber nur über einen Zaun, Weiher Nr. 3 bleibt unsichtbar.
Gegenüber von Weiher Nr. 2 steht dieses Kreuz von 1956, es gedenkt an "den untergegangenen Hof Aschbach und das verschwundene Dorf Aschbach".
Die vom Dorf übrig gebliebene kleine Kirche wurde danach als Pestlazarett benutzt, ich zitiere von dieser Seite:
Im 30-jährigen Krieg wurde das Land von der Pest heimgesucht und man bestimmt die alte, nun einsam gelegene Aschbachkirche zum Pestlazarett. Hierfür wurde das Gebäude im Jahr 1624 umgebaut, auch mit Materialien der damals noch bestehenden Aschbachziegelei. Besonders heftig wütete die Pest 1626, 1628 und 1634. Während dieser Zeit musste das Lazarett erweitert werden. Noch viele Jahre nach Schließung des Pestlazaretts mied man diesen Bau, der von da an den Namen 'Pestkirche' oder 'Pestburg' trug.
Ich habe auch eine Art persönliche Beziehung zu diesem Ort: Praktisch um die Ecke hatten mein erster Mann und ich gebaut, und bei den Ausgrabungen hier 1990 hat mein Mann als Mitglied im Heimatkundlichen Verein mitgeholfen, und ich als junge Mama ging nachmittags dorthin und ließ meinen Jungen da im Sand spielen. Es wurden übrigens auch Skelette gefunden, natürlich nicht da, wo das Kind spielte ;-)
Man vermag sich nicht vorzustellen, wie es im 17. Jahrhundert ohne Medikamente und ohne Intensivmedizin zu einer solchen Seuchenzeit gewesen sein mag - ich ziehe jetzt aber keine Parallele zu Corona...nicht zu vergessen, dass die Menschen damals zusätzlich auch noch unter dem 30jährigen Krieg litten. Dagegen geht es uns doch Gold.
Aber weiter auf dem Weg, der nun zwischen Wiese und Acker, auf dem sich gerade der Raps entwickelt, weitergeht, hinter dem Wald übrigens ist schon Frankreich.
Ein kalter, nasser Wind pfeift hier, ich mache meinen Schal ab und wickele ihn mir um Kopf und Hals, sonst fallen mir die Ohren ab.
Hier könnte man schön sitzen unter diesem mächtigen Baum mit Blick auf die Weiher Nr. 4 und 5, die als Angelweiher genutzt werden.
Auf dem schmalen, buckligen und lehmigen Weg nach unten habe ich etwas Bedenken, auf dem Po zu landen - nicht gut, wenn der Rücken eh schon Probleme macht - ich komme aber unbeschadet unten an.
Nach links (der Weg ist auf google gar nicht zu sehen) gehe ich am 6. Weiher vorbei, nun hat man alle 3 im Blick, Nr. 4 liegt etwas tiefer, man kann ihn gerade noch erkennen
Und das ist Nr. 7 - ich wundere mich, denn vor ein paar Jahren stand da noch ein Schild "Biotopweiher" und es gab Schilfrohr etc., nun ist auch er ein Angelweiher. Hm.
Coronaauswirkungen auch an der Anglerhütte.
Ich gehe nun weiter, lasse die Weiher hinter mir, es geht zurück hinter den Freizeitgrundstücken vorbei, bis man wieder an die zu überquerende Straße kommt.
Und dann denselben Weg zurück.
Der Regen hat sich noch verstärkt, ich versuchte es mit diesem Regentropfen-Blick auf den letzten Weiher zu verdeutlichen.
Laut maps ein Weg von 1 Stunde 7 Minuten, ich war 87 Minuten unterwegs.
Und das hier passiert mir fast jedes Mal: mein "guter" Fotoapparat nimmt keine SD-Karten mehr an, ich hab nur den internen Speicher mit 21 Fotos zur Verfügung, danach knipse ich mit dem Handy (ungern), und oft finde ich dann zu meiner Überraschung anschließend noch so ein Foto vor 😂






Bewegung braucht der Mensch ;)
AntwortenLöschenja mit Hund müsstest du auch vor die Tür..aber sicher nicht so weit
trotz Regen eine schöne Tour
lohnt sich sicher im Sommer auch wieder
ich wünsch dir einen schönen Sonntag
hier spitzt gerade die Sonne zwischen den Wolken hervor
Rosi
Meine Ma hat einen Hund und kommt trotzdem bei Regen nicht raus. Der Hund will nicht :-D Der springt in jeden Bach, jeden See, jede Pfüte - aber Wasser von oben GEHT GAR NICHT! :-D
AntwortenLöschenEin schöner Weg - trotz Regen. Die Kirchenruine samt Geschichte dazu finde ich sehr interessant. Und die Wandergruppe hätte ich jetzt auch nicht gebraucht. Und so Bilder wie dein letztes schaffe ich - keine Ahnung wie - auch mit der "guten" Kamera ;-)