Sonntag, 9. Mai 2021

Spaziergang Nr. 13 in Saarbrücken: Naturschutzgebiet Birzberg - was für eine Entdeckung!

 

Ich entschuldige mich gleich für viel Text und viele Fotos – aber das war ein besonderer Tag und ein besonderer „Spaziergang“, der am Ende mit 3 Stunden und vielen Erlebnissen doch viel eher schon eine Wanderung war!

Da ich mir zu Muttertagen ja immer wünsche, keine Geschenke, sondern eine gemeinsame Unternehmung zu bekommen, die ich dann aber oft vergesse selber einzulösen, war dies hier quasi der „Muttertag 2019“.

Eigentlich wollten mein Jüngster und ich ja auf diesen Riesenturm hochfahren, der mitten in Saarbrücken aufgebaut worden war, die Leute bekamen dann aber wegen Corona keine Erlaubnis zur Nutzung.

Bei meinen Maps-Recherchen für Spazierwege fand ich im Ortsteil Fechingen ein Naturschutzgebiet namens Birzberg, und sowohl in kurzen Texten als auch auf ein paar wenigen Fotos war ein alter Steinbruch zu sehen. Da ich ja möchte, dass auch mein 23jähriger von so einer Wanderung/einem Spaziergang mehr hat als nur „rein in den Wald raus aus dem Wald“ schien mir das vielversprechend – und war es dann auch!

Wir fuhren die Römerbergstraße im Ortsteil Fechingen (ca. 7 km von der Innenstadt entfernt) bis zu ihrem Ende und parkten dort. Es war schon gleich schön dort, Wiesen und Ausblick.

Es geht leicht hügelaufwärts, mit jedem Schritt hat man mehr Weite im Blick und wir rätseln, welche Stadtteile und „Saarbrücker Berge“ wir da sehen.

Man kommt dann an einem eckigen Versorgungsbau (Stadtwerke? Was mit Wasser?) hinter Zäunen vorbei und taucht in den Wald ein.

Nach einiger Zeit staunen wir über eine Art Birkenplantage links vom Weg, und da Birken meine Lieblingsbäume waren (heute hab ich mehrere) merke ich mir, da später mal reinzulaufen.

Etwas später kommt ein Feld mit Bärlauch, auch das wird für später vermerkt.

Hinter Hecken und Gestrüpp und umgefallenen Bäumen ein Lost Place, der auch erkundet werden musste, offenbar ein gewerbliches Gebäude und halb eingestürzt und von Bäumen überwuchert, was es mal war haben wir nicht herausgefunden.

Nun mit etwas Spannung weiter: wird es diesen Steinbruch wirklich noch „richtig“ geben oder ist er zugeschüttet wie einige andere?

Und dann sehen wir durch die Bäume: ja, da ist ein richtiger offener Steinbruch, und er ist auch zugänglich, zwar nicht megahoch, aber langgestreckt, wir erkunden ihn kreuz und quer und hoch und runter, es ist wenn man es gesamtbetrachtet praktisch wohl eine riesige Steinplatte von mehreren Fußballfeldern Ausmaß, die eine Klippenseite ist nicht zugänglich, da hindert uns zu viel Gestrüpp am Weiterkommen, aber wir haben echt Spaß hier!

Natürlich beachten wir die Regeln für Naturschutzgebiete und hoffen sehr, dass auch andere Besucher das so halten, es ist ein cooler Ort!

Später zuhause finde ich dann doch noch, dass der Steinbruch als Kalksteinlieferant für die Hüttenindustrie diente, und zwar erst ab 1930, und der Abbau endete in den 60ern (ich hätte mir gut auch schon Römerzeitabbau vorstellen können) und das Gelände sollte eigentlich für Neubauten zugeschüttet werden, gut, dass das zumindest zum Teil dann doch nicht durchgeführt wurde!

Mittlerweile kraxelte dann auch ein „schwerbewaffneter“ Hobbyfotograf an den Steilstücken herum, ich denke, dass man das eigentlich nicht sollte…aber nun ja.

Wir schlendern zurück und kommen wieder an dem lichten Birkenwäldchen entlang, und nehmen uns die Zeit, da mal hochzulaufen, man sieht dann auch einen Holzzaun am Ende und ich rechne evtl. mit einer Aussicht – die gibt es nicht, dafür aber einen kleinen optischen Knüller: tief unten ein hellgrüner, bis auf die Steine und Äste am Boden klarer Teich!

Den Junior juckt es natürlich…er muss da runter … mit rutschen und hangeln geht er abwärts und macht auch dort seine fotos, ich genieße in der Zeit den Anblick von oben.

Danach pflücke ich noch vorsichtig ein paar Blättchen Bärlauch und wir beenden diesen schönen Ausflug in gelöster und zufriedener Stimmung

Die Fotos von insgesamt 3 verschiedenen Geräten habe ich nach Ort sortiert, sonst komme ich gar nicht klar mit diesem Blogbeitrag

Aussichten von unterwegs zum Steinbruch und Wegverlauf:















Der Lost Place





Die Infotafeln am Wegesrand





Der Steinbruch






Mein Sohn










Das bin ich














Das Birkenwäldchen und an dessen Ende der Teich











4 Kommentare:

  1. Birken! Pfui! Neben Hasel, Erle und Esche mein Allergiebaum Nr. 1. Also, nicht nett :-/

    Aber ansonsten ein richtig genlungener Ausflug! Cool, dass dein Sohn dich begleitet hat und ihr auch richtig viel Spaß und Spannung unterwegs hattet. Sowas haben sich meine Eltern nie gewünscht. Und daher fanden wir Spaziergänge mit ihnen immer mega ätzend, da langweilig. An euerm Trip hätte ich hingegen super viel Spaß gehabt. Obwohl ich weder auf den Fels geklettert noch zum Teich hinabgerutscht wäre :-D Auf der gestrigen Wanderung hat mich eine "nicht verstrauenserweckende Treppe" in die Knie gezwungen und mich daran gehindert, meiner Neugierde zu fröhnen (Steinzeithöhlen!). Vielleicht trau ich mich ein anderes Mal hinauf. Denn - PEINLICH! - der ältere Herr war ruckizucki da oben :-D

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    1. Danke für deinen Kommentar :-) Nee man musste nicht an dem Steinbruch hochklettern, sondern es gab einen Umweg, durch dieses Gatter, das auf dem einen Bild ist, da sind wir durchgegangen.
      Höhlen - für mich auch ein Problem - aber bei dir scheint es "nur" eine treppe, nicht die Höhle an sich gewesen zu sein? Aber ich werde es ja lesen!

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    2. Höhle an sich macht mir nichts, solange sie nicht zu eng sind. Aber die "Treppe" hinauf (einfache, wackelig aussehende Steinplatten am Steilhang, ohne Geländer) waren jetzt nicht so meins :-D

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  2. den wunderschönen Bildern nach ein supertolles ERlebnis das du mit deinem erwachsenen Sohn bezwungen hast,
    der Steinbruch ist ja gigantisch groß und wunderschön, da wäre ich auch gerne mitgewandert und alles was Wasser heisst zieht mich sowieso magisch an..

    Toller Tagesausflug...
    herzlichst angel

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