Donnerstag, 21. Mai 2020

Luxemburgische Schweiz: das Müllerthal - und ein Tag in der Umleitungshölle!

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26. Oktober 2019

So war der Plan:

eine schöne Rundfahrt durch das Müllerthal, zwischendrin eine Rundwanderung bei Berdorf, die einmal mit 6,6 und anderswo mit 8 km ausgezeichnet war, sollte kein Problem sein, allerdings Höhenunterschiede 350 Meter. Aber dafür viel Sehenswertes.

Ich hatte mich 2 Wochen durch Sammeln von Zeitungs- und Internetartikel sowie Durchforsten der Luxemburger Tourismusseiten akribisch auf diese Ausflugs-/Wanderungsfahrt vorbeibereitet. 3 DIN A4 Seiten voller Tipps und Anregungen.

Das war aber nur der Plan … Luxemburg wollte das aber anscheinend nicht, denn man schickte mich mehrmals über Umleitungen, und das nicht nur für die Straße. Am Ende gab es fast nur Frust und auch keine Wanderung. Dazu unten mehr.

Da es nun schon Monate zurückliegt und mich auch jetzt noch nervt, fällt es mir echt schwer, dazu einen guten Text zu schreiben.

Wenn ihr ein Hinweisschild seht auf den Ort, in den ihr fahren wollt, und da steht weder was von Umleitung noch sonst ein Indiz, aber ein weißer Pfeil, der in die Richtung des gewünschten Zielortes weist, würdet ihr euch dann groß was dabei denken, dass dieses Schild rot unterlegt ist? Sonst aber alle Funktionen eines Wegweisers aufzeigt? Würdet ihr nicht auch denken, okay, das ist eine Eigenart von den Luxleuten, genau wie bei uns die braunen Hinweisschilder, die auf Sehenswürdigkeiten hinweisen?

Nun .. ich habe es gelernt: wenn die Luxemburger darauf hinweisen wollen, dass man dort nicht hinfahren kann, dann stellen sie ein Schild auf inklusive Richtungspfeil, das auf den gewünschten Ort zeigt … es ist dann alles wie immer, außer dass es rot ist...und das bedeutet dann, dass man eben NICHT dorthin fahren kann ...

aus dem fahrenden Auto heraus ist man als Einzelperson nicht immer in der Lage, davon jedesmal ein Foto zu machen, wäre ich nicht alleine gewesen, ich könnte ein halbes Dutzend davon zeigen...

Es begann schon auf der Autobahn kurz hinter der Grenze - die vom Navi angezeigte Abfahrt war gesperrt, es gab aber keine vernünftigen Umleitungshinweise - und ich kann französisch … mein Navi führte mich in Schleifen dann immer wieder an die gleiche Stelle, bis ich einfach irgendwo in einen kleinen Ort abbog und es trotz ausländischem Netz schaffte, auf dem Handy (auf dem ich mich bis dato noch wenig auskannte) über Google Maps eine Alternative zu finden, denn das Navi wollte das partout nicht tun.

Das führte dann allerdings dazu, dass ich mitten durch die Stadt Luxemburg musste mit all ihren Baustellen und ihrer Verzweigheit, da sie links und rechts von einer tiefen Schlucht erbaut ist - schon kein Spaß!

Dabei hatte es so verheißungsvoll begonnen:



Endlich war ich durch die Stadt durch und fand tatsächlich die Zufahrt zum angepriesenen Müllerthal - auch die Luxemburgische Schweiz genannt wegen ihrer bizarren Felsformationen.

Ich wollte hier einmal so rum und einmal so rum durchfahren, um alles zu sehen und auch mal knipsen zu können, leider ist die Straße so eng und so kurvig, dass Stehenbleiben so gut wie unmöglich war.
Rechts der Bach - wohl die Sauer - links die Felsen, an denen kunstvolle Holzkonstruktionen für die Wanderer des 112 km langen Mullertrails klebten, hab kein einziges Foto davon.




Auch hierher wollte ich zurückkehren, zum sogenannten "Scheissendempel" - ja so heißt der doppelte Wasserfall in letzemburgisch wirklich, das e und i werden aber getrennt gesprochen - und in Hoch-Luxemburgisch ist er der Schiessentümpel


So sieht der aus, wenn es gut geregnet hat



Am Ende dieses Geschlängels kam dann die Burg und Renaissanceschloss Beaufort - nach einigen Internetseiten geschlossen, nach anderen unter bestimmten Bedingungen zu besichtigen. Ich machte nur Fotos, wollte ja Zeit sparen für die kleine, aber offenbar anspruchsvolle Wanderung.







Danach erreichte ich die angekündigte Panoramaansicht "Fensterlach" mit Gedenksteinen an Soldaten des 2. Weltkriegs.
Dass ich extrafrüh losgefahren war, sieht man hier noch an den tiefen Morgenschatten.






Dann ging es weiter am Ufer der Sauer entlang

Gerne nehme ich ja mal kleine Abzweigungen zu am Wegesrand liegenden Orten, hier reizte mich die Hangansicht des winzigen Ortes Eppeldorf, wobei sich herausstellen sollte, dass "Eppel" tatsächlich wie in meiner eigenen Mundart "Äpfel" bedeutet



Total die kleine Dorfidylle!


Erntedank-Altäre an den Bauernhöfen


Und da ist die Apfelpresse!


Eine Kreuzung - wohin geht's? Zurück nach Beaufort, wo ich herkomme, kann ja eigentlich nicht sein, also fahre ich mal rechts, das Navi sagt nix dazu


Und lande im Nichts


absolut nichts...



und finde dann doch zu einem dieser Winz-Orte, die auf den Schildern unten standen ….aber: Durchfahrt verboten! Klasse! Umkehren!



Ich komme endlich wieder in einen Ort, und was ist mit der Strecke, die ich eigentlich fahren soll? Eine weitere Straßensperre! Aber wo es stattdessen hingehen soll, bleibt offen, keine Schilder, keine solchen U-Schilder wie bei uns, gar nichts!


Der Traum vom Zurückfahren ins eigentliche Müllerthal ist damit Geschichte!
Da finde ich nach vielem Kurven nun nie wieder hin und nochmal durch die Umleitungen, nein!

Nächste Umleitung:


Ich weiß nicht, wie ich es dann doch noch geschafft habe, den Ausgangspunkt meiner geplanten Wanderung zu finden: Berdorf!

Dieses Feuerwehrhaus habe ich geknipst, weil ich "Pompjeesbau" so niedlich finde


Ich finde den Ausgangspunkt und auch die Touristinfo - wo es mich dann echt aus den Latschen haut!
EINE UMLEITUNG AUCH FÜR DEN WANDERWEG! Neiiiin!

Da ich den Luxemburgern nach mehreren Irrfahrten heute nicht mehr traue und nicht nachher irgendwo im Wald stehen möchte, und auch um zu wissen, wie sich denn diese Wanderweg-Umleitung auf die Länge des Weges auswirkt, betrete ich die dahinter liegende Tourist-Info.



Wie lange hängt das angesichts des Zustandes wohl schon da? Ich hab kein Vertrauen....


Die junge Frau in der Touristinfo ist am Telefonieren …. größere Probleme offenbar mit der Belegung des Campingplatzes, den sie ebenfalls betreut, ich knipse ein wenig in der Info herum...und warte und warte...


Immerhin spricht sie Deutsch!

Aber: ihre Kenntnisse gehen über das Buchen von Plätzen auf dem Camping nicht hinaus, ich quetsche und quetsche, aber sie kann mir keine konkreten Infos über diese Wanderwegsproblematik geben und scheint auch generell befremdet, dass jemand da im Wald herumlaufen möchte, nicht ihre Welt!

Ich gebe auf...ich hab keinen Mumm (mehr), auch noch dieses Wagnis einzugehen, eventuell gar nicht die Felsen und Aussichtspunkte erlaufen zu können, und auch nicht zu wissen, wie weit es denn sein wird, ich weiß ja, dass meine Kräfte begrenzt sind, und ich bin alleine unterwegs, und wer weiß, ob ich da überhaupt Netz auf dem Handy habe … nein, das geht so nicht. Ich fahr halt heim. Ich mag nicht mehr.

Soll ich mich wundern, dass mir auch auf dem Heimweg, der über eine andere Strecke führt, wieder Umleitungen ohne weitere Infos begegnen? Dies ist nur eine davon...


Ich trödele noch ein wenig an der Grenze herum, tanke billiges luxemburger Benzin, lasse den Blick über die Mosel schweifen

Und tschüss!

Montag, 18. Mai 2020

Kleiner Radausflug an der Saar entlang

[Dieser Beitrag enthält Werbung durch Firmenerwähnung und  indirekte Firmenerwähnung, Fotos und Produktnennung, die ohne Auftrag, ohne Sponsoring, ohne Vergünstigung und ohne Bezahlung erfolgt]

Am gestrigen Sonntag 17.5. habe ich nochmal einen Versuch gemacht, mit dem Fahrrad, das ich mir selbst zum Renteneinstieg anstelle der geplatzten Wien-Tour geschenkt habe, eine Fahrt zu machen.

Am Donnerstag war ich 6 Runden zu 1,7 km um den Burbacher Weiher gekreist, aber hatte trotz Gelsattel ordentliches Popo-Aua, am Ende fast nicht auszuhalten. Abhärten, wie ich es vorhatte, bringt offenbar auch nichts, denn irgendwie sitz ich da wohl falsch, denn anschließend hatte ich zuhause Schwindelgefühle, wie besoffen, und gestern nach der Tour auch nochmal.

Man hat mir eine Sitzknochenvermessung empfohlen, um den idealen Sattel zu finden, ich bin noch auf der Suche, wo das im Saarland möglich ist.

Nun aber zum gestrigen Ausflug:

Ich hatte mir bei Maps eine Strecke an der Saar entlang gesucht, die 2 x 5 km ist, es war ja klar, dass mehr schmerzmäßig nicht geht. War auch diesmal so, aber immerhin knapp 12 km.

Prächtiges Wetter, auf der Hinfahrt machte ich keine Fotos, denn das Blöde beim Radfahren im Gegensatz zum Wandern ist, dass man für Fotos jedesmal anhalten muss.

Wenn ich auf die Karte und den Verlauf des Flusses schaue, muss der Radweg in Deutschland verlaufen, auch nach der Schleuse Güdingen. Aber nach ca. 6 km sah ich dann dieses Schild und stutzte, nanu Französisch?



Interessant die Namen der Tiere und Pflanzen in Französisch, der Schmetterling Kaisermantel heißt hier Spanischer Tabak
Obwohl es hier schön einsam ist, wollte ich doch einen noch tieferen Grenzübertritt nicht riskieren, man darf ja nach wie vor nicht ohne triftigen Grund (z.B. wenn man dort arbeitet) nach F rein



Erst auf dem Rückweg - ich muss mit Blindheit geschlagen gewesen sein - oder zu sehr aufs Lenken und meinen wehen Bobbo konzentriert gewesen sein - dass ich diese eindeutige Grenze nicht wahrgenommen hatte! Wie schon bei uns im Ort: jemand hat einfach die Barrieren auf die Seite geschoben...


Bei der Schleuse ein alter Lastkahn mit Stadtnamen


Blick auf die So-Da-Brücke, eine von diesen Brücken, die ohne Anschluss einfach nur "so da" in der Gegend herumstehen, zu dieser hab ich mal die Geschichte kopiert aus einem Artikel der Saarbrücker Zeitung:

Die Geisterbrücke gehört zum Peugeot-Deutschland-Gelände in der Schönbach in Güdingen - eine gewaltige Stahlkonstruktion, eine Eisenbahnbrücke, auf der von 1974 an Peugeot seine Autos auf Zügen aus Frankreich lieferte. Seit 2003 aber hat sich der Transport über die Straßen als wirtschaftlicher erwiesen. Und seither steht auch diese Brücke einfach nur "so rum". Die Stahlkonstruktion ist blitzblau, nicht zu übersehen und ähnelt damit den meisten Saarbrücker Brücken mit Metallgeländern.

Das Wasser der Saar ist heutzutage erstaunlich klar, hier am Ufer sieht man bis auf den sandigen Flußboden


Der Fischbestand ist mittlerweile auch wieder ganz ordentlich und es gibt mehrere Angler zu sehen

Ganz typisch für die Uferzone innerhalb des Stadtgebiets sind die Platanen, vor allem auch am sogenannten "Staden" direkt in der Stadtmitte, sie spenden ein besonderes Licht auf die Wege mit ihren breiten Blättern


Unter der Ostspangenbrücke befindet sich dieses Wahnsinnsgraffiti, ich konnte es, ohne rückwärts in die Saar zu stürzen, nur auf zwei Bildern bannen und habe es dann am PC zusammengesetzt, links der lebende Eisbär, rechts nur noch sein Schädel - die Schrift kann ich aber auch jetzt nicht deuten - kann es jemand??



der kleine Yachthafen, rechts das Kunstprojekt "Mühle" und links das Silo, wo sich die Kulturszene trifft

Blick von der Fußgänger- und Radfahrerbrücke "Daarler Brück" - wobei Daarle - warum auch immer - die Kurzform für den Stadtteil St. Arnual ist


Was mich überraschte: an vielen Stellen wachsen Seerosen - oder zumindest sind es seerosenartige Gewächse, ihre Stängel sieht man bis auf den Flußboden verhaftet
Dies ist ein Blick auf die Halbinsel unterhalb vom Staden, da wollte ich eigentlich noch hin, konnte aber kaum noch gehen...