Dienstag, 15. August 2017

Stadtrundweg Saarbrücken - Teil 2: über Spicherer Berg ins Almet

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Wie ich am Ende von Teil 1 schrieb, verließ mich angesichts des düster aussehenden Weges in den Wald hinein am Ende der St.-Arnual-Kurzstrecke der Mut, da alleine hineinzugehen, und weit und breit waren keine wandernde Familie oder wenigstens ein Paar zu sehen, hinter denen ich sicherheitshalber hätte herlaufen können, also kehrte ich um und organisierte mir mit einiger Mühe für das Waldstück eine männliche (etwas unwillige, jugendliche) Begleitung. 



Es geht ständig aufwärts durch den Wald auf breitem Weg, dann kommt eine Abzweigung nach links, wenn er nicht gesperrt wäre, könnte man von da den sehr interessanten St. Arnualer Felsenweg gehen, aber nach Unfällen (in die Tiefe gestürzter Rentner, Baumfälle nach Stürmen etc.) ist er gesperrt, ich war schon mal dort:

Felsenweg

(ein Arbeitskollege, der in St. Arnual wohnt und mit dem ich darüber sprach meinte, er würde einmal jährlich die Absperrung durchbrechen, das hielte ihn nicht auf, und den Weg trotzdem gehen - sowas mach ich aber definitiv nicht!)

Wir halten uns rechts, weiter ansteigend, und kommen zum ersten Markierungsstein dieses Weges (es gibt insgesamt sieben - ich wusste zuvor nicht, dass da mal eine keltische Fliehburg war - danke meine lieben offenbar keltischen Vorfahren, dass ihr mir den "keltischen Fluch" (helle Haut mit Neigung zu Rötungen) hinterlassen habt :-)
dann wart ihr ja doch in Saarbrücken, ich wusste das bisher gar nicht...





der Betonweg geht nun zum Glück in einen richtigen Waldweg über, der immer schmäler wird, vorbei an wilden Farnwäldern und zunehmend steilen Hängen links und rechts - viel steiler, als sie hier auf dem Foto rüberkommen
 (die Wegmarkierungen sind allerdings nicht so leicht zu finden wie die von den Premiumwegen)











diese Markierung auf dem Foto darunter sah man übrigens nur dann, wenn man rückwärts schaute...anscheinend war man sich bei der Ausschilderung nicht ganz einig über die Laufrichtung und gerade an solchen Abzweigungen steht man da öfter mal rätselnd da...



Waldhimbeeren hab ich schon ewig nicht mehr gesehen!



Der Ixtelbrunnen - nur die in der knappen Beschreibung genannten Ixtelsteine fanden wir nicht



hier war mal eine klare Beschilderung - prima!



sollen das die Ixtelsteine sein??? Ist ja nun nix Besonderes...egal, weiter



nach geschätzten 3 km nähern wir uns blutgetränktem Boden, jedes Kind in Saarbrücken, sofern das heute noch in den Grundschulen gelehrt wird, was ich mal hoffen will, weiß was "Spicheren" bedeutet: blutige verlustreiche Schlachten, vor allem im Krieg 1870/71 und später dann im 1. Weltkrieg, der Wald ist von nun an gespickt mit Kriegsdenkmälern, die düster zwischen den Bäumen auftauchen und einen an die Vergänglichkeit des Lebens und den Irrsinn der Menschheit erinnern - wir befinden uns nun garantiert schon auf französischem Boden, Saarbrücken liegt ja unmittelbar an der Grenze, der Ort Spicheren ist schon Frankreich



auch hier wie auf dem gesperrten (aber viel engeren und steileren Felsenweg) umgestürzte Bäume und eine Kletterstrecke, sozusagen


wir treten aus dem Wald auf eine Wiese, von dort geht es leicht hangaufwärts in Richtung Europadenkmal und dem berühmten Gasthaus Woll, alles schon auf französischem Boden





wir müssen aber in die entgegengesetzte Richtung, wo diese braunen Holzpfeile hinweisen - Achtung man geht nämlich hoch auf das Plateau mit "dem Woll" und dem Europadenkmal, Kriegsgedenkstätten etc. und kehrt dann am Woll vorbei wieder um und geht dann anschließend über diese Wiese weiter!



und da ist er nun, der berühmte "Woll", ein französisches Restaurant mit deutschem Namen, und wie schön, dass heute hier Franzosen und Deutsche zusammensitzen, bei schönem Wetter gerne auch im Biergarten, wo ihnen im Herbst in schöner Eintracht die dicken Kastanien auf die Tische ploppen - besser als das hier Waffen ploppen so wie früher oft genug!




 immer gut besucht, wie man sieht


bloß sterben sollte man hier oben möglichst nicht....das kann zu ungeahnten Schwierigkeiten führen:

*klick*

Blick von der Treppe des Woll auf das Europadenkmal und die Kriegsdenkmäler, wo wir jetzt auch hinübergehen, um nachher auf gleichem Weg wieder zurückzukehren







ein Gänsehautmoment beim Lesen dieser Tafel



natürlich muss hier oben auch ein alter Bunker stehen






Nachdem wir die große Wiese überquert haben und Blicke links und rechts zu weiteren Denkmälern werfen, finden wir keine Wegmarkierungen mehr, so viel wir auch hin und her laufen, und da der Himmel sich langsam zuzieht und es auch schon Spätnachmittag ist, kraxeln wir (also ich kraxele, ER natürlich springt jugendlich-flott von Kante zu Kante...) einen unfassbar steilen schmalen Serpentinen-Weg hinunter und kommen an den letzten Gräbern vorbei








und biegen erleichtert ins wunderbare Almet, das Almet ist ein großes Naherholungsgebiet, wo es riesige Wiesen- und Weideflächen mit Lamas, Pferden, Eseln etc. gibt, sehr viele Kleingärten und einen Campingplatz und Restaurants etc.pp.



wir müssen jetzt aber abbrechen, es beginnt zu nieseln und wir biegen ab in Richtung Bushaltestelle in der Untertürkheimer Straße und fahren mit einmal Umsteigen zurück nach St. Arnual, wo das Auto parkt

2 Kommentare:

  1. Wie blöd, dass sich die miese Beschilderung hier doch noch fortgesetzt hat, sah es am Anfang ja noch gut aus. Ein richtig toller Weg so durch den Wald und viele historische (wenn auch traurige) Stätten. Ja, die Menschheit neigt zum Wahnsinn. Man sah es früher und auch heute in den Nachrichten.

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  2. Oh, auf der Karte habe ich "Baeckeoffe" gesehen- gut zu wissen, wenn man mal wieder welchen essen und nicht selbst zubereiten will...:-))

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