Donnerstag, 14. September 2017

Eifelurlaub Tag 6 - Mayen: Vulcania, Grubenfeld und unterirdisches Schiefermuseum

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Nach zwei Faulenzertagen an Tag 3 und 5 hatte ich heute viel vor:

- Das Museum Vulcania in Mayen
- das sich dort anschließende Grubenfeld, wo seit 7000 Jahren Basalt abgebaut wurde
- das Schieferbergwerk unter der Genovevaburg

von den anhaltenden Regenmeldungen ließ ich mich nicht mehr beeindrucken, es fielen auch nur wenige Tropfen, aber der Wind ist immer noch höllisch! Nach dem Gang über das Grubenfeld musste ich sogar eine Schmerztablette nehmen, ich hatte Kopfweh davon bekommen, was bei mir sehr selten vorkommt. 
Immerhin hat der krasse Wind wohl die Regenwolken weggepustet, auch gut.

Vulcania Museum Mayen

(eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen: bloß jeweils 3 Fotos zu jeder Sehenswürdigkeit, damit meine Posts nicht so lange werden, vergesst es....)

Die Fahnen am Museum, das auf einer leichten Anhöhe über der Stadt liegt, knattern dass es knallt


An der Museumstüre hängt ein Schild "bitte klopfen", daraufhin kommt dann eine Mitarbeiterin hergeeilt und erklärt, wenn sie die Türe offen lassen, pustet ihnen der Wind alles weg

Ich löse eine Kombikarte für 9 Euro, die mich berechtigt, auch das Schieferbergwerk zu besuchen.
Dann stöbere ich - ich bin die einzigste Besucherin - im Museum herum (auf das ich erst gar nicht rechte Lust hatte, das Grubenfeld schien mir interessanter, aber das Museum hat mich dann doch in seinen Bann gebracht, echt sehenswert)

Die Steinbrucharbeiter brauchten kein Fitnessstudio .... Sixpack war bei dieser Arbeit inbegriffen:



Es war laut und gefährlich, in der Nähe des "Göpels" zu arbeiten, das Museum enthält eine Nachbildung, aus der 2. Etage ragt der Göpelarm mit dem schweren Stein dran


Aus dem Leben der "Layer" (Lay=Felsen, Stein)







Und dann lasse ich meinem inneren Kind freien Lauf, als dieses Klassenzimmer einen Test mit 10 Fragen anbietet, da muss ich einfach mitmachen und setze mich auf eins der kleinen Stühlchen


 
man hat 4 Antwortmöglichkeiten, und ich erreiche 9 von 10 Punkten und kann mir dieses Steinhauer-Zertifikat ausdrucken lassen 


ich reibe noch ein wenig Getreide wie eine Steinzeitfrau

und lerne, wozu diese napoleonshutförmigen Steine dienten: sie wurden mit der Spitze nach unten eingegraben um beim Reiben besseren Halt zu haben






Das Grubenfeld Mayen

(direkt neben dem Vulcanium)

Hier habe ich nur wenig fotografiert, da die Felsen sehr denen im Kottenheimer Winfeld gleichen, wo ich vorgestern war

das Gelände ist sehr weitläufig, und es gibt auch hier viele Erklärtafeln



Da unten liegt der "Silbersee", entstanden, weil man beim Abbau auf das Grundwasser stieß


Hier könnte ich hinuntersteigen in eine Höhle, in der es auch Fledermäuse gibt, aber mal ehrlich: welche Frau, die hier alleine hingeht, würde das tun? Ich jedenfalls nicht :-)
Es ist auch niemand sonst auf dem Gelände, nö, das lass ich mal...



das entging mir dann, ich habe nur das Erklärfoto geknipst


und Nicky schau mal, ich hab auch einen schildfressenden Baum gefunden auf diesem Gelände


  Ich gehe in Mayen was essen und danach hoch zur Genovevaburg, unterwegs ein wenig Mayen geknipst







 
Dann steige ich viele Treppen hinab zig-Meter unter die Burg, dort wurden im zweiten Weltkrieg von einer ortsansässigen Basaltabbaufirma Stollen gegraben als Schutzräume für die Bevölkerung, und das war dann auch bitter nötig, als Mayen Ende 1944/Anfang 1945 zu sagenhaften 90% im Bombenhagel zerstört wurde - unfassbar, wie es für die Menschen gewesen sein muss, in diesen Gängen auszuharren

in einem Vorraum wird man angewiesen, einen Helm zu nehmen (es gibt extra Einweg-Häubchen für drunter), und man soll eine dieser Gummijacken anziehen, weil es von oben tropft
 


ich stelle nach dem Probieren der 3. Jacke fest, dass die alle ordentlich möffen, ich halt den Geruch nicht aus und riskiere lieber, meine eigene Jacke beträufeln zu lassen..puh war das eklig!




Gerade als ich darüber nachdenke, wie und ob die Menschen im Krieg wohl hier unten die Bombeneinschläge wahrgenommen haben, da rumpelt und dröhnt es hier unten - ich frage mich, ob da irgendwo ein Zug drüber fährt? Aber nein, die Erklärung ist ganz anders:

es gibt eine Ecke mit drei Lorenwägelchen, die stehen vor einer Leinwand, drinnen sitzt ein Paar und wird ordentlich durchgerüttelt, denn vorne läuft ein Film ab wie die Lorenfahrt von Indiana Jones im ersten Teil, und der Ton ist auch ordentlich laut - kaum sind die beiden raus, steige ich natürlich ein und lasse mich auch durchschütteln, am Ende fliegt man quasi aus dem Schacht hinaus auf den Platz vor der Burg ;-)
(es gibt auch einen roten Notaus-Knopf für Angsthasen)




(ich kenne das zwar aus einem Freizeitpark, aber hier echt im Schacht ist es noch einen Ticken cooler)

Und später dann
fahre ich noch ins nahegelegene Ettringen, denn ich habe herausgefunden, dass es dort einen Turm auf einem "Berg" gibt, von dem aus man auch tolle Rundumsicht haben soll, ich finde keine Zufahrt und gehe in eine Bäckerei, wo mir geholfen wird, ich fahre dann schon mal bis zum Waldparkplatz, damit ich morgen oder übermorgen weiß, wo ich hin soll, den Rest muss man zu Fuß machen

Der Turm wurde übrigens nach einem Erdbeben (!!!) 1992 so schwer beschädigt, dass er gründlich renoviert werden musste

es dämmert schon etwas, der Schimmel auf der Weide am Parkplatz staunt mich an - und schon jetzt, wo das Tageslicht etwas zurückgeht, hat man eine tolle Aussicht


beim Runterfahren fällt mir auf einem Feld gegenüber der Straße eine Art schwarze Wand mit Löchern drin auf, da muss ich auch noch hin
offenbar auch vulkanischen Ursprungs, einige Meter hoch, kein Hinweisschild, auch später im Internet finde ich nichts dazu, das Gestein ist ganz porös und erinnert mich an Amaranthriegel

Genug für heute, und ob man es glaubt oder nicht: kaum gehe ich an der Fewo die Treppe zur Haustüre hoch, beginnt es zu regnen! Und regnet bis jetzt - Glück gehabt!


(und jetzt noch ein Test, ob ich einen Film einfügen kann, den ich auf dieser Straße zum Ettringen Turm mal versuchsweise gemacht habe:





1 Kommentar:

  1. Der Film hat geklappt ;-) Wieder mal ein toller Urlaubstag, den du da hattest. Was man dort alles machen kann - toll! Und dein Baum war noch nicht ganz so "hungrig" wie meiner, der hat noch mehr von seinem Schild übrig gelassen :-D

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