Ich fahre zuerst an die Stelle, wo ich beim Ende des letzten Teilstücks die Markierung verlor, wohl durch eigene Schuld, weil ich nur Augen hatte für die zu suchende Bushaltestelle.
Ich stelle dann fest, dass ich den Text im Wege-Prospekt etwas irreführend finde, dort steht:
An der Saarlandhalle vorbei biegen Sie links ab, dann geradeaus bis zur Grülingstraße. Es geht rechts weiter bis zur Einmündung "Ottweiler Straße".
Direkt nach der Saarlandhalle steht man aber schon sofort in der Ottweilerstraße!
Ich fahre die Strecke erst mal - nach den Markierungen suchend - mit dem Auto ab und finde, es würde besser lauten:
nach der Saarlandhalle gehen Sie links durch die Ottweilerstraße bis zum Ende (und sie ist lang!), dann stoßen Sie automatisch auf die Grülingstraße.
Ich sehe nun aber keinen Sinn darin, diese (langweilige) Straße hochzulaufen
sondern parke hier genau gegenüber, wo sie endet, an der dicken Eiche, an der es dann in den Wald hineingeht
heute ist es irgendwie schweineheiß (32 Grad!), erst später lese ich:
Selbst hier auf dem Pfad (der wohl mal asphaltiert war, aber der Natur unterlag und etwas holprig zu laufen ist) ist es immer noch heiß - er ist auch nur kurz (leider)
dann trifft er auf eine Straße - gegenüber auf der Anhöhe sieht man einen Turm, die Sonne steht mir aber genau gegenüber, mir will kein Bild gelingen (auch nicht mit "Gegenlicht") und ich weiß mal wieder nicht, welcher das sein könnte...oder ist es am Ende der Schwarzenbergturm? Keine Ahnung...
Über google maps finde ich später heraus, es ist doch tatsächlich der per Luftlinie etwa 5 km entfernte Schwarzenbergturm, der auch noch ein Ziel des Stadtrundwegs ist!
von da aus geht man ein Stück links die Straße entlang, es gibt eine hohe Beton-Befestigungsmauer, auf der Mauereidechsen hin und her flitzen, ich verbringe geraume Zeit mit dem Versuch, auch nur eine einzige fotografisch zu erwischen, mit magerem Ergebnis - aber dazu schreibe und zeige ich später noch was...
und dann kommt, worauf ich ein wenig gespannt war und mir etwas Nervenkitzel versprach: die lange Fußgänger-Hängebrücke unter der Autobahn - ich hatte den Wegebericht von Manuel Andrack zum Stadtrundweg gelesen, ich finde leider den öffentlichen Link dazu nicht mehr - und hatte mir die Brücke so geyerlaymäßig vorgestellt, mit Schwankungen und bisschen Abenteuergefühl...
okay, der Boden vibriert immerhin, wenn oben Autos drüber fahren - der Blick über die Riesengleisanlage des Güterbahnhofs hat aber auch was für sich!
am Ende der Brücke dann nach rechts, ein Stück die Straße entlang
am Krämersweg geht es dann gleich links wieder in den Wald hinein und schon nach wenigen Schritten entdecke ich - obwohl ich darauf vorbereitet war - doch mit Überraschung dieses schöne Plätzchen am Teich, von dem Andrack schrieb, er fand es zum Weinen schön - und das stimmt, alleine die Trauerweide ist ein herrlicher Anblick, ich lief zweimal hin und her unter ihrem Zweigevorhang und genoss es
ich bin wieder im Wald, es wird immer stiller, die Autobahngeräusche sind nur noch ein sehr entferntes Hintergrundrauschen und verschwinden bald ganz
der Weg verläuft links, man hat eine Art Kerbtal neben sich, bei weniger Trockenheit als derzeit läuft dort sicherlich ein Bach
der Weg führt (schnauf, es ist doch so heiß...) stetig hangaufwärts in mehreren Spitzkehren, ich bin mal wieder ohne Frühstück los und nutze die Bank da unten, das nachzuholen
Ich glaube, ich habe noch bei keiner bisherigen Strecke dieses Weges so viele Sitzgelegenheiten angetroffen, und das ist auch gut so, denn...
exakt beim Lesen dieser Wegweiser schießt plötzlich der altbekannte Schmerz durch die linke Ferse... ich habe zum Glück die Salbe dabei und pausiere hier erst mal (während ich den Bericht schreibe, sind 4 Tage vergangen und es ist wieder etwas besser, aber der Arzt hatte wohl recht: man muss damit leben - damit scheiden aber auch alle größeren Wanderunternehmungen im bevorstehenden Urlaub schon mal aus *grrrr*)
Die Hütte, auf die ich nach einiger (dann schmerzfreier, zum Glück...) Strecke stoße, liegt "normalerweise" an einer Quelle mit einem kleinen Bachlauf, sehr schön, aber nun ist alles total ausgetrocknet - hier könnte man schön feiern
hier läuft sonst wohl der Bach durch - zum Getränke-Kaltstellen und fürs Kinderamüsement :-)
Wegen der starken Sonne ist es nicht zu erkennen, aber da vorne ist ein großer Zaun, und da fällt es mir auch wie Schuppen von den Augen, schon bevor ich die Tafel links lese: ich bin oberhalb des Wildparks angekommen! Nun weiß ich wieder, wo ich bin...ich habs ja nicht so mit Orientierung
Der Weg streift den Park aber nur, ich mache auch keinen Abstecher, a) zu heiß und b) schon oft gesehen
es geht dann ein gutes Stück weiter durch den Wald, ich begegne einigen Kleingruppen, die offenbar Jobprobleme diskutieren, sie sind wohl von der Uni, der ich mich jetzt langsam nähere
Und hier ist auch Stein Nr. 6 (von 7) dieser Wegstrecke, er ist ein Ersatz für den früheren Stein von 1534 und markiert die Grenzen von St. Johann, Dudweiler und Scheidt
Im Winter 2014 fühlten sich irgendwelche Trottel tatsächlich bemüßigt, ihren Vandalismusdrang an ihm auszutoben, nun steht er aber wieder in altem Glanz - ich werde sowas nie verstehen...
man läuft oder fährt (mit Rad) extra in den Wald, um etwas kaputt zu machen? Wie kaputt muss man da selber sein...
und da lugen auch schon die ersten Gebäude der Uni, die so schön mitten im Wald liegt und doch nur knapp von der City entfernt ist, durch das Grün
Der Weg führt in komischen Mäandern an der Zubringerstraße quasi nochmal zurück, um dann durch eine Unterführung ins Unigelände zu münden
Am Wegesrand strahlen mich perfekte Wicken-Schönheiten an
da geht es runter zum Zielpunkt "Mensa"
DAMIT hatte ich nicht gerechnet! Nach all der Zeit gibt es doch immer noch diese Säule im Eingangsbereich mit den Angebots- und Suchzetteln! Und auch mit den Abreiß-Telefonschnipseln wie kleine Schürzchen untendran - ich dachte, das würde heute alles digital ablaufen, das hat mich echt gerührt und in meine Jugendzeit zurückgebeamt - heute laufe ich mit meinem Wanderrucksack und meinen Lebensjahrzehnten hier aber wie ein Alien herum
Ich finde nach einiger Suche (das Gelände ist sowas von groß und es gibt dermaßen viele neue Gebäude, ich war schon ewig nicht mehr hier) das Busterminal und fahre zurück in die Stadt und von dort zu meinem Auto auf den Rodenhof
Und hier noch eine Collage der Tiere, die mir auf diesem Weg begegneten, alle habe ich selber fotografieren können, aber meine Bilder sind so miserabel, da habe ich mir bei Pixelio jeweils ein besseres Exemplar herausgesucht und dazugesellt:
die vielen Mauereidechsen vor der Johannisbrücke, eine sehr coole Ringeltaube, die geraume Zeit in aller Ruhe vor mir auf dem Weg herumlief, sowie ein schöner Buntspecht!
Quellenangabe ist Pflicht, also:
Buntspecht von von Gabriela Neumeier_pixelio.de
Eidechse von Ulfried Vogt_pixelio.de
Ringeltaube von Frank Hollenbach_pixelio.de
Und nun habe ich fast 40 km des Weges geschafft, aber die nächsten Tage ist schlechtes Wetter angesagt, und ich muss für das Reststück auf Sonne warten, denn die Besteigung des Schwarzenbergturms, der an dieser Strecke liegt, würde sonst wenig Sinn machen. Außerdem sollte ich dem Fuß wohl etwas Ruhe gönnen.

Wahnsinn! Die Brücke unter der Brücke ist ja spannend. Und der viele Wald - einfach schön. Der Günterbahnhof bzw. die vielen Gleise....wie die es schaffen, sich da nicht zu "verfahren" :-D Und wieder so schöne Tiere - auch wenn sie unsereinem oft nicht so gut gelingen wie dem Profi mit Mega-Teleobjektiv ;-) Wieso ein Mensch extra irgendwo hinfährt um etwas kaputt zu machen, hab ich auch noch nicht verstanden - aber sowas gibt es hier auch ab und an. Versteh einer das menschliche Treiben...
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