Samstag, 13. Oktober 2018

Urlaub zuhause Teil 15 und Schlussetappe - Reise um mein liebes kleines Bundesländchen

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(Schluss)-Etappe 15 am 16.9.2018 

Boah hab ich mich schwergetan mit diesem Bericht über diesen letzten Etappenteil!!! Er fand ja schon vor fast einem Monat statt - nun ja, besser spät als gar nicht.

Zum Ende der Rundreise, die in meinem Saarbrücker Vorort westwärts startete und mich per Auto in Etappen an den Grenzen des Saarlandes entlangführte, mich immer wieder staunen ließ, für mich spannend war  und mich natürlich dann wieder von Osten her nach Saarbrücken zurückführte, wollte ich die Stadt selbst nicht ganz außen vor lassen.

Aber nun eine komplette Stadtführung, diverse Sehenswürdigkeiten oder meine privaten Lieblingsorte, darauf hatte ich einfach keine Lust und dachte, es wäre eine echt clevere Idee, als "Endstück" eine schon lange nicht mehr gemachte Flußschifffahrt auf der Saar an Saarbrücker Ufern entlang zu machen.

Das Wetter war ja durchaus (wie auch jetzt noch im Oktober..der Wahnsinn...) prächtig und so freute ich mich auf eine Stunde auf dem Wasser - ich glaub, das hab ich zuletzt mit den Kids gemacht vor Urzeiten.

Ich konnte allerdings nicht ahnen, dass ich dafür eine Stunde lang komplett zugetextet wurde. Möchte ich über Mikrofon, dem ich ja nicht entgehen kann, auf so einer Sonntagsfahrt über die Probleme dieser Welt informiert werden, die mir schon täglich aus den Nachrichten entgegenspringen? Warum hat uns die Natur nicht hermetisch verschließbare Ohren mitgegeben?

Will ich etwas über Trump, über Steuerverschwendung, über Mikroplastik überall, über Müllsünder, über schlechte Menschen etc. hören? Nicht an meinem Sonntagnachmittag! Der Traum von sanftem Dahingleiten plus gerne ab und zu ein paar interessante Informationen zur Stadt (die es immerhin eingestreut auch gab), blieb unerfüllt.

Wäre ich eine Robbe gewesen, ich hätte mich nach spätestens einer halben Stunde über Bord gestürzt und wäre entkommen - so gab es aber kein Entrinnen. Hätte mich das von - sagen wir - 30 Jahren genauso genervt? Ich glaub schon...Belehrungen und Aufdringlichkeiten gegenüber war ich schon immer nicht tolerant.

Aber nun endlich nach langer Vorrede zu den Bildern dieser Fahrt, die für mich natürlich mit vielen persönlichen Erinnerungen verbunden ist, die ich auch nicht unterdrücken werde, die Freiheit nehm ich mir:

erstmal einen Parkplatz finden, gegenüber am Landtag konnte ich mich einreihen und über die Alte Brücke ans andere Flussufer schlendern



wie heißt es so schön? Idylle ist, wenn man nicht so genau hinschaut - und das trifft hier leider aufgrund völlig irrsinniger Stadtplanung von vor zig-Jahren absolut zu - ich wäre unehrlich, würde ich es bei dieser Ansicht belassen und verschweigen, dass die ganze Schönheit der Saaranlagen massiv gestört wird durch die Autobahn, die crazy Menschen mitten durch die Stadt führten - wer macht so was?!?! Sie liegt genau gegenüber.
So sieht das dann in Wirklichkeit aus:


Dafür wurde damals, in den 60er Jahren, sogar ein Bogen der Alten Brücke abgerissen und durch einen "hübschen" Metallsteg für Fußgänger ersetzt, und wenn man schon dabei war, gerade mal noch das historische Oberamtshaus "aus dem Weg geräumt" und einen Teil der Schlossmauer zurückversetzt - klar, eine Autobahn mitten durch eine Stadt, wer wünscht sich das nicht? Ist doch toll, vor allem, wenn man sie besonders intelligent genau auf Flusshöhe anlegt, was alljährlich zu folgender Situation führt, hier mein eigenes Foto vom Januar 2018 - daher nennt man die olle Autobahn in Saarbrücken auch "Nebenfluss der Saar"


seit Jahren geistern Pläne einer Tunnelisierung durch die Politik - ich werde das wohl nicht mehr erleben

Blick von der alten Brücke auf den ersten der beiden Spielplätze, wo ich mit meinen Kindern viele lustige Stunden verbracht hatte - und wo beim krassen Hochwasser 1993, sieben Meter über Normal,  die Plastikfetzen oben in den Bäumen hingen!



So, da kommt das Schiff an



auf der rechten Saarseite, nachdem die Autobahn wenigstens für ein Teilstück abgeschwenkt ist, hier gibt es das "Big Island", das zuvor auch schon mal "Potato Island" hieß (wohl wegen der vielen Kartoffelgerichte in der saarländischen Küche) und wo man in Liegestühlen auf aufgeschüttetem Sandstrand abhängen kann.





Dann kommt die Autobahn rechtsseitig wieder näher, aber auch der ehemalige Treidelpfad und die für Graffity freigegebene lange Wand



ob das ein absichtlicher Doppelfehler ist mit den "Behren"? Es gibt allerdings auch dicht an der sehr nahen Grenze einen französischen Ort namens Behren…, vielleicht ist der Sprayer von dort, man weiß es nicht, aber süß




Diese kleine Mühle ist ein Kunstwerk, gestaltet zur Erinnerung an die 300 Mühlen, die es einstmals an der Saar gab



der Yachthafen, im Hintergrund das Silo, dazu gibt es am Ende dieses Beitrags noch einen Link, denn da ist ein superschräges Café


diese schwimmende Ponton-Brücke, erbaut 2015 und gedacht zur Förderung des Freizeit-Bootsverkehrs, hat laut Schiffseigner 1,6 Millionen gekostet, na hoffentlich kommt das wieder rein

nun kehren wir um und schauen auf die schönen Saarlandanlagen mit dem Ulanenpavillon, dies ist die langgestreckte "Terrasse" Saarbrückens, wo immer was los ist, es einen weiteren schönen Doppelspielplatz gibt, man auf den Wiesen lagern, spielen, Sport machen und grillen darf und es einen wunderbaren alten Baumbestand gibt, hier nur ansatzweise zu sehen, dahinter die imposanten Stadtvillen des Stadens


Das Fernheizwerk, wegen Kunst am Bau ausgezeichnet worden, auf dem eine Nachbildung eines römischen Tempels wie kurz vor dem Abstürzen quasi hängt, was versinnbildlichen soll: Kulturen können untergehen, auch wenn sie hochentwickelt sind - hier waren einst eine Römerbrücke sowie ein Kastell und ein Tempel - die Straße heißt daher auch "An der Römerbrücke"



An dem hohen Schornstein wurde übrigens ein Wanderfalken-Horst angebracht, hier gab es auch schon Junge und man kann über eine Webcam den Falken beobachten (Truman Show..) und machmal schaue ich da rein - und vor ein paar Tagen, wupps, hatte die Falkendame Herrenbesuch! Erst da wusste ich überhaupt, dass es ein weibliches Tier ist, zuvor war mir nicht bekannt, dass Falkenmännchen viel kleiner sind als die Weibchen, hatte mal schnell einen Screenshot gemacht

Diese Stelle an einer Flusskurve habe ich mit den Jungs im Sommer gerne aufgesucht, denn hier hatte die Saar bei Hochwassern feinen Flusssand abgelagert (man sieht es hier nicht so deutlich), sodass man richtiges Strandfeeling zum Nulltarif haben konnte

Das Stadtwappen in blumig


Nun geht es unter der alten Brücke hindurch an der "Berliner Promenade" und der großen Freitreppe vorbei, hier sieht die Stadt halt wieder ganz anders aus





Auf diesem alten Schiff "Vaterland" habe ich mich 1976 spontan und heimlich verlobt 😎 (später zusammen studiert und verheiratet)

nun kommen wir an den alten Hafenanlagen und am sogenannten Bürgerpark vorbei, von dem man allerdings nicht viel sehen kann, zuviel Grün


Auf diesem Schiff wird gewohnt! Cool!!!

Das Schiff wendet beim "Saarbrücker Ufo", was nichts anderes ist als ein ehemaliges Schleusenwärterhäuschen, 1982 erbaut, mittlerweile in privater Nutzung, der Schiffsführer erzählt, es habe nur 20.000 Euro gekostet, allerdings hat der jetzige Eigner über 100.000 in die Sanierung gesteckt, darf es aber nicht zu Wohnzwecken nutzen, es ist bloß Büro, schade, geile Wohnlage!


Zurück zur Anlagestelle vorbei am Saarkran

und mit einem Blick aufs Schloss endet dann die akustische Qual


Übrigens apropos Saarbrücken: ich bin - natürlich auch in Teilstücken - 2017 den "Saarbrücker Stadtrundweg" (46 km) gewandert und habe darüber auf eigenen Seiten berichtet

wenn es interessiert: hier

Und dann juckte es mich doch mal zu schauen, inwieweit ich auf diesem Blog in der Vergangenheit schon über Saarbrücken berichtet hatte, und da kam über den Stadtrundweg hinaus doch schon eine Menge zusammen:

Das Café im Silo am Osthafen Saarbrücken

Die "Drachenzähne" in Saarbrücken - St. Arnual

In der "Wohnung" des Saarbrücker Tatort-Kommissars

Premiumwanderweg Urwaldtour Saarbrücken

Erlebnis Licht-Ton-Installation am Schloss Saarbrücken

Ein Nachmittag im Bunker am Halberg Saarbrücken

Besondere Stadtführung: "Steine in Saarbrücken"

Deutsch-Französischer Garten Saarbrücken - im Winter

Rundweg "Historischer Halberg" Saarbrücken

Urwaldpremiumweg Wilder Netzbachpfad bei Saarbrücken

Schwarzenbergturm Saarbrücken

Der Felsenweg Saarbrücken - St. Arnual

Hochwasser an der Saar Januar 2018






5 Kommentare:

  1. wir haben hier diverse stauanlagen in sehr pittoresken klammen - da kann man sich mit einem kahn durchstaken lassen. leider können sich die staker aber auch nicht zurückhalten und kalauern die ganz zeit furchtbar unterirdisch vor sich hin - das ganze naturerlebnis geht zum teufel. ätzend.
    näxtemal - oropax.
    diese autobahn ist ja grässlich! aber guck mal mannheim, da haben die für "modernen verkehr" sogar ihren schlosspark geopfert - voll schlimm. sie pariser ärgern sich ja auch, dass sie irgendwann ihre seineufer mit einer schnellstrasse verschandelt haben. in DD wäre das wohl auch noch passiert - strasse oder/und "superbauten" - wenn es 2002 nicht dieses verheerende hochwasser gegeben hätte. seitdem stehen die flusswiesen unter schutz (allerdings gern angefochten).
    aber immerhin - es gibt noch viele schöne parks in saarbrücken!
    die auch etwas über diese betonunsäglichkeiten hinwegtrösten - nichtmal blumenkübel oder ein einsamer stadtbaum stehen da - grusel.......
    schönen sonntag! xxxx

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  2. Tolle Bilder. Zugelabert werden auf einer Flussfahrt - das ist mir zum Glück noch nicht passiert. Stelle ich mir grausig vor. Diese Autobahn die regelmäßig überflutet wird ist ja echt ein "Geniestreich" der Baukunst. Wer denkt sich denn so einen Mist aus. Das ist ja fast wie die neue Uni-Bibliothek hier in Freiburg wo keiner damit gerechnet hat, dass eine schräge Glasfront im Frühjahr und Herbst bei tiefstehender Sonne die Autofahrer blenden könnte :-D Ich dachte immer Architekten hätten studiert und seien schlaue Leute ;-)

    Und trotz allem scheint Saarbrücken ja doch jede Menge zu bieten zu haben :-)

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  3. ohje ohje..
    ich hätte mein Geld zurück gefordert ;)
    das grenzt ja schon an Körperverletzung
    wenn man die Verschandelungen nicht beachtet ist es doch noch ganz schön was du uns an Bildern zeigst ..
    wenigstens ist die Autobahne NEBEN der Saar
    in Idar Oberstein habe sie die Straße gleich ganz über die Nahe gebaut
    liebe Grüße
    Rosi

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  4. @Rosi von Rumpelkammer: In Idar-Oberstein war ich im September 2016 für eine Wanderung und habe zum wiederholten Mal bedauert, wie sehr die ihre Stadt verschandelt haben - schon seit Kindertagen war Idar-Oberstein Ausflugsziel, die Felsenkirche, das romantische Stadtinnere mit dem Flüsschen und den alten Fachwerkhäusern, es sah ähnlich aus wie in Colmar im Elsass, und dann hauen die da Beton rein...okay, das Tal ist eng, das Verkehrsproblem wahrscheinlich sehr groß, aber schrecklich bleibt es trotzdem!

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  5. @beate vom Bahnwärterhäuschen: die Berliner Promenade sah - zu meinen Verlobungszeiten *g* und auch noch bis vor wenigen Jahren - ganz anders aus! Da gab es eine Ufervegetation, da gab es Büsche und kleine Bäume - aber eine betonliebende Bauderzernentin hat uns diese graue harte Wüste beschert...da weht kein Blatt mehr im Wind..

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