1. Versuch (gescheitert, aus 3,5 km wurden 10 und mehr...)
Diese fantastische Aufnahme (ganz offenbar von einer Drohne gemacht, denn sonst sieht man die Halde so nicht, bloß gerade mal knapp das Gipfelkreuz), betitelt mit "Der Elefant an der Autobahn", hat mich inspiriert, das in diesem Urlaub in Angriff zu nehmen. Die Entfernung ist ja nicht das Problem, das Problem ist das Finden des Zugangs!
In keinem Artikel und auf keiner Website steht, wie man durch den Wald dorthin gelangt, ich habe darum über Google Maps, wo sie unter der Bezeichung "Halde Grühlingstraße" zu finden ist, einen Weg hinter dem Ortsteil Rußhütte ausfindig gemacht und am 24. Mai losgegangen, laut der Karte sollte es etwa nur 1,7 km zur Halde sein
(dieses Bild habe ich aus der Zeitung abfotografiert)
hier war ich schon mal … während des Stadtrundwegs Saarbrücken war das eine Etappe, gegenüber sollte es dann in den Wald gehen
ein miefender Bach … ich sagte mir, das könne ja gut sein, denn aus dem Abraumgestein der Bergehalde kann ja durchaus miefiges Sickerwasser kommen, ich fühlte mich auf dem rechten Weg
ha! Das könnte doch gut ein Symbol für einen Weg zu einer Halde sein! Allerdings wurde ich über die Bildersuche auch mit Eingabe von diversen Schlagwörtern nicht fündig, also einfach weiter, das Symbol kam allerdings nur dieses eine einzige Mal!
Es geht immer tiefer in den Wald, Himmel wo bin ich denn?? Weit und breit nichts von einer Halde zu sehen!
Ich stehe mitten im Wald als ich erneut einen Versuch mit der App Komoot mache … an der ich schon mal gescheitert bin.
Erstmal runterladen, dauert lange hier, kein gutes Netz - zack, ich hab sie. Aber sie verlangt meine Anmeldedaten, aber ich weiß die nicht mehr. Also "Passwort vergessen" - und mail an eine meiner Mailadressen...von der ich aber nicht genau weiß, welches PW ich dafür vergeben hatte (ich mache das immer nur am PC, ist nicht im Handy gespeichert). Endlich kann ich mich einloggen, melde mich dann bei komoot an und suche "Halde Grühlingstraße" - aber was Google Maps kennt, kennt komoot noch lange nicht, es gibt mir nur diverse "Frühlingstraßen" in anderen Bundesländern an...na gut, also einfach mal tapfer weitergehen.
Da kommt mir wie gerufen eine junge Frau mit Hund entgegen! Ich spreche sie an ob sie weiß, wie ich zur Halde komme. Sie schildert mir den Weg, einmal links, und an der nächsten Kreuzung wieder links.
Also weiter, gefühlt 2-3 km später (ich sehe immer noch keine Halde) kommt sie mir doch glatt nochmal entgegen!!!
"Bin ich verkehrt gelaufen?" "Nein, sie sind schon richtig, ich bin halt eine Schleife gegangen, von hier aus nun noch ca. 2 km immer geradeaus, dann kommen sie an den ADAC Verkehrsübungsplatz".
Ich stapfe etwas mutlos weiter, da fällt es mir im Nachhinein wie Schuppen von den Augen! Sie meinte nicht die Halde Grühlingstraße, sondern die Halde Lydia bei Quierschied! Oh mein Gott...ich bin sauweit weg von da wo ich hinwollte, aber was soll ich tun, ich tappe weiter bis zum ADAC (der halt weitab von der Zivilisation liegt) und hocke mich dort auf ein Mäuerchen, und mache einen erneuten Versuch, über Komoot einen kürzeren Waldweg zurück an mein Auto zu finden, nix, ich werde (auch von Maps) immer nur auf die L127 verwiesen, satte 4,5 km von hier entfernt!
Ich hoffe darauf, dass es von da einen seitlichen Abzweig auf einen Waldweg gibt, aber mitnichten...ich laufe in der Sonne Richtung Süden (abend Sonnenbrand auf Nase) immer an dieser Landstraße entlang und meine Gelenke freuen sich...und die Motorradfahrer, die mir entgegen brausen...keine schöne Sache - zwischendrin kleine Pause am Netzbachweiher und der Versuch jemanden zu erreichen, der mich vielleicht abholen kann - Fehlschlag.
Ich hab danach 2 Tage Muskelkater...aber immerhin, ich weiß nun, dass ich sogar gute 10 km, davon die Hälfte auf Asphalt, nochmal laufen kann! Ist ja auch was wert..
2. Versuch (voll gelungen!)
Zuhause am PC beschäftige ich mich erst Mal wieder mit komoot. Ich finde dann tatsächlich über Ausfindigmachen der GPS-Daten über Maps einen Weg! Und der ist tatsächlich kurz! Ich speichere den ab in komoot.
Allerdings muss ich einen ganz anderen Startpunkt wählen, und zwar in der Alten Bergstraße in Rußhütte, die zu meinem leisen Erschrecken suuupersteil ist! Steile Straßen hinaufzufahren machte mir schon als Kind auf dem Rücksitz Angst (das Auto könnte sich nach hinten überschlagen), diese Angst bin ich nie losgeworden und wer dabei gewesen wäre, hätte mich im Auto jammern hören können.
Zum Unglück war dann dort auch keinerlei Parkmöglichkeit, und ich musst es rückwärts in eine Einfahrt laufen lassen zum Drehen, und stand für einen Moment waagerecht am steilen Berg mit dem sicheren Gefühl, die Karre legt sich gleich wie beim Elchtest auf die Seite und dann geht's holterdipolter bergab.
Darum fahre ich wieder nach unten und gehe dann zu Fuß hoch, uiii, die Beine!
Aber hier ist es echt schön! Hätte ich gar nicht gedacht bei dem hässlichen Ortsnamen Rußhütte!
(wie immer sieht man nicht, WIE schrecklich steil das hier ist! Ist es aber!)
Mittels komoot laufe ich dann die ca. 1,5 km, bis tatsächlich aus dem Wald der Elefantenbuckel auftaucht!
Die Landschaft hier erinnert mich glatt an solche Urzeitlandschaften wie in dem Gondwana-Park! Sieht irgendwie surreal aus, und dieser "Teich" ist kupferrot! Ob von Algen oder etwas Giftigem, keine Ahnung, immerhin düsen aber Libellen herum
Und nun bin ich wohl wirklich endlich richtig!
Etwa 150 Meter weiter kommt dann dies, und ich zweifele, ob das wirklich der Fußweg sein kann, denn ich las was von 12 Stufen, an denen sogar Gedichtsprüche stehen sollen, hier sieht man aber keine, und ob das wohl nicht bloß so ein Trail für wildgewordene Biker ist und die kommen mir da herdenweise entgegengerast? Denn das hier ist auch wirklich viel steiler, als es den Anschein auf dem Foto hat!
Zudem sagt komoot unvermittelt (in etwa wie folgt): "Die Streckenführung wurde geändert, kehren Sie um" - Hä? Nee bitte nicht schon wieder in die Irre laufen...
Ich betrete doch mal versuchsweise diesen Abhang
Und da! Die Stufen sind nicht wirklich Stufen, sondern quer eingelassene Metallbänder, auf denen dann auch die erwähnten Gedichtzeilen stehen, ich bin endlich richtig!
Etwas gespenstisch, dass man durch diese Wölbungen des Elefantenbuckels keinen Blick zu Tal hat und auch nicht weiß, wie es dahinter nach unten geht...immer schön auf dem Weg bleiben
Und dann bin ich hin und weg und alles hat sich gelohnt! Ein 360-Grad ungestörter Fernblick, einfach wow! Ich turne begeistert auf dieser Holzplattform mit dem Gipfelkreuz drauf herum und kann mich nicht bremsen, zig Fotos zu machen, das muss jetzt hier rein ;-)
Erstaunlich, dass die Birken bis ganz oben hier Halt und Nahrung finden, wo es gar keinen Humus gibt, und das Regenwasser in diesen Rinnen abläuft, die man auch gut auf dem Zeitungsfoto erkennen kann - das wäre eine tolle kleine Wanderung auch mit kleineren Kindern, mit so einem spektakulären Highlight! Wenn ich mal Enkel haben sollte...
Nun habe ich Blut geleckt und werde mich dransetzen, auch den Zugang zur Halde Lydia, die noch größer ist und obendrauf zwei kleine Teiche hat, zu finden, vielleicht sogar in den nächsten Tagen!
Warum allerdings komoot mich am Fuß des korrekten Zugangs zurückschicken wollte, obwohl die blaue Linie ganz eindeutig dort hochlief, das weiß auch nur der Geier...



Am PC die Halde Grühlingstraße bei Komoot nach 2 Minuten gefunden, obwohl ich nicht aus der Gegend bin. Daher Plane ich niemals vom Handy aus, sondern immer am PC :-D Dort ist sie sogar als Wander-Highlight angegeben. Aber so aus der Vogelperspektive (Zeitungsfoto) sieht sie echt beeindruckend aus.
AntwortenLöschenAh, diese Halde Lydia hab ich auch bei Maps und Komoot gefunden. Die wurde als erste angezeigt. Der Weiher ist echt schön.
Geil, ich dachte schon ich wäre die einzige mit dem Problem der steilen Straßen. Wir mussten so eine mal in Baden Baden hinauf, um SchwieMu dort in der Klinik zu besuchen. Was hab ich dort hinauf geflucht und immer diese unbegründete Angst, gleich kippt die Karre hinten über :-D
Der rote Teich sieht interessant aus. Aber auch irgendwie surreal. Schön, dass du es dann im zweiten Anlauf so gut gefunden hast. Auf dem Bild von oben nach unten kann man erahnen, wie steil der Weg gewesen sein muss. Puh!
Deine Foto-Wut kann ich auch zu 100% nachempfinden. So geht es mir auch immer :-D
Birken habe ich schon IN den Mauern von Burgruinen wachsen sehen. Die sind scheinbar unkaputtbar.
Der zweite Versuch hat sich definitiv gelohnt. Der Aussicht macht den steilen Aufstieg wieder wett :-) Für so einen Blick wäre ich auch da hoch gekraxelt.
"Steile Straßen hinaufzufahren machte mir schon als Kind auf dem Rücksitz Angst (das Auto könnte sich nach hinten überschlagen)" - lol, genau so ging und geht es mir noch heute. Ich kenne so eine supersteile "Straße" in Marsberg, wenn man hoch zum Friedhof fahren will... gewöhnungsbedürftig! ;-)
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