Freitag, 26. März 2021

Spaziergang Nr. 4 in Saarbrücken: vom Alten Wasserturm in Gersweiler zur dicksten Buche von Saarbrücken ("Dick Biech")

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Gestern musste ich den Gang wegen Terminen ausfallen lassen, heute fiel es mir echt schwer, mich von zuhause aus nochmal loszueisen und rauszugehen, aber ich habe es dann nicht bereut.

Heute war ich mal in dem Ortsteil im Wald, in dem ich auch wohne.

Ich startete in Waldnähe am höchsten Punkt von Gersweiler, direkt hinter mir der Alte Wasserturm von 1914, heute als Sachverständigenbüro genutzt.

In den 80er Jahren, als mein erster Mann, dessen Elternhaus hier in der Nähe stand, und ich nach dem Studium ein Haus kaufen oder bauen wollten, hatten wir sogar diesen Turm mal ganz kurz im Visier, aber er hat einfach einen recht kleinen Durchmesser, und die Renovierung - nee, alleine die vielen Fenster, die man in die Betonwände hätte schlagen müssen. Zu aufwändig. Wir haben dann weiter unten im Ort neu gebaut. Ging natürlich bei der Scheidung alles flöten.

Hier stehen auch ein paar schöne alte Bürgerhäuser.

 







Ich wende mich von diesen Gedanken ab und schlendere über den Reiterhof und von dort in den Wald.


Links der Wald, rechts die Rückseiten der Gärten



Hier entlang führt auch der Saarbrücker Stadtrundweg, links trägt einer der Bäume sein Wanderzeichen, hier ist man wirklich ziemlich am Rand von Saarbrücken, Luftlinie zu Frankreich vielleicht 300 m


Zweiter Zielpunkt im Wald ist die "Dicke-Büch-Hütte", der Name täuscht allerdings, denn ich laufe alle sternförmig abgehenden Wege ca. 100 m lang ab, da stehen zwar einige ordentliche Buchen, aber nichts so spektakuläres...


Einen Hinweis auf den besonderen Baum gibt es "natürlich" nicht, aber ich bin richtig, wie auch der Engenstein mit Hinweis auf die Dicke Büch verkündet



hier kehre ich wieder um, da vorne sind wohl schon die ersten Häuser hinter der Grenze, ich will ja nicht ohne Test hier aufgegriffen werden :-)


Ich quäle mein Handy (hätte ich das mal zuhause gemacht), das mir mehrfach meldet "Suche abgebrochen wegen Zeitüberschreitung" - bis ich endlich die Info bekomme, dass sich die Buche gar nicht hier in Hüttennähe befindet, sondern ca. 500 Meter entfernt in der Nähe des Friedhofes!

Schon aus der Ferne ist klar: das muss sie sein! In einem Zeitungsartikel steht geschrieben, dass sie gut als Kulisse für "Herr-der-Ringe"-Filme dienen könnte, ja das stimmt wohl!

Sie steht in einer Senke, der Boden war wohl früher etwas tiefer, sie hat stattliche 280 Jahre auf dem Buckel, ist damit zwar nicht ältester Baum im Stadtgebiet, aber dickster mit stattlichen 6,10 Metern Umfang!





Zu Recht trägt sie das dreieckige "Naturdenkmal"-Schild am knorrigen Stamm


Ich gehe weiter an der Buche vorbei und biege links in den Wald, der Logik folgend müsste ich so wieder auf den Hauptweg kommen. Das ist auch richtig, aber eine Gruppe heftig parlierender Franzosen, die immer wieder stehen bleiben zum Unterhalten, nutzt vor mir den gleichen Weg.

Nee, nix für mich, ich wähle einen schmalen Pfad links rein, dann noch einen und noch einen und quasi im Zickzack komme ich sogar an der richtigen Stelle heraus, nämlich am Alten Zollhaus, wo früher die Grenze verlief und Zollkontrollen stattfanden.


Eigentlich wollte ich auf dem gegenüberliegenden Waldspielplatz noch ein paar Erinnerungen an meine Söhne als kleine Kinder pflegen, aber dort feiern Jugendliche eine Rap-Party, da will ich mal lieber nicht stören.

70 Minuten war ich unterwegs - auch auf den anderen vorhergehenden Wegen jeweils zwischen 60 und 80 Minuten, und ich muss sagen, ich schlafe seither etwas besser!


Mittlerweile habe ich auch noch einige weitere Spazierwege gefunden, ich möchte halt immer wenigstens eine kleine Art Sehenswürdigkeit damit verbinden, nur einfach rein in den Wald, raus in den Wald, das gäääähnt mich an!

Ich berichte weiter - morgen ist Regen angesagt, das tu ich mir nicht an - Sonntag gehts weiter!





1 Kommentar:

  1. Ich wollte ja immer gern in einem Fachwerkhaus wohnen - bis ich in einer Sendung mal gesehen habe, was für eine Arbeit die Renovierung und Instandhaltung eines solchen Hauses kostet - vor allem, wenn dann auch noch das Denkmalschutzamt seine Finger mit im Spiel hat :-/

    Die Tafel auf dem Stein sieht aus, als wäre sie beschossen worden. Und die knorrige alte Buche ist ja auch ein richtiger Hingucker! Gut, dass du sie noch gefunden hast.

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