Donnerstag, 6. Juni 2019

Muttertagsausflug Teil 1: Wanderung in den Gerolsteiner Dolomiten

[Dieser Post enthält Werbung durch Produkt- und Firmennennungen sowie durch Fotos, die ohne Auftrag, ohne Sponsoring und ohne Bezahlung erfolgt] 

Genau, dort wo der Sprudel her kommt 😎

Zum Muttertag will ich von meinen Jungs keine Blumen, Pralinen, Alkohol (sowieso nicht) oder sonstiges Gedödel. Lieber was Persönliches, oder, und damit bin ich auch immer zufrieden, einfach bloß Glückwünsche und mal Drücken.

Der Große hatte dieses Jahr ein prächtige Idee: er lud mich ein zu einem Tagesausflug in die Eifel, ganz alleine mit ihm! Das allein war schon super, denn er ist ein prima Unterhalter und es wird einem keine Minute langweilig mit ihm (würde es sowieso nicht), aber dann hatte der Ausflug auch noch zwei Highlights:

Eine Fahrt mit einem historischen Schienenbus und die Besichtigung des historischen Bahnbetriebswerks sowie mittendrin noch eine Wanderung! Top! Für den Eisenbahn-Teil schreibe ich einen extra Beitrag.

Das war nicht genau am Muttertag, sondern kurz danach, denn es war eine gebuchte Reise.
Das Wetter meinte es hervorragend mit uns, besser hätte es nicht sein können.

Aber Dolomiten? Ja! Denn die Felsen bei Gerolstein sind ein "dolomitisiertes Kalkriff", und Dolomitgestein kommt weltweit vor, in Deutschland hauptsächlich in West- und Süddeutschland.

Leider kamen wir durch eine Autopanne auf dem Hinweg einige Minuten zu spät an, sodass mir keine Zeit blieb, von Gerolstein aus zu den Felsen hoch zu fotografieren. Und danach ging es ja dann zur Schienenbusfahrt.

Die Wanderung begann - für mich - höllisch. Denn, ich zitiere mal aus einer Beschreibung: "Die etwas schweißtreibende Passage zum Heiligenstein (506 m) sollte der ungeübte Wanderer (ich derzeit!) mit kleinen Schritten und vielen Pausen absolvieren."

Ich sag euch...ich war kurz vorm Aufgeben! Schöner schmaler holpriger Bergaufpfad, aber die Steigung, mannomanno!
Am Ende zog mich der gute Junge mehr nach oben als ich ging...es war aber auch schön für mich andererseits zu erleben, wieviel Power in dem Kerl steckt (wusste ich aber eh) und dass man in meinem Alter gerne mal die kräftige Hilfe seines erwachsenen Sohnes annimmt. Der wahre Geist von Muttertag!

Auf dem Plateau ging es dann zügig und leicht voran mit schönen Ausblicken


wir hielten uns abseits der Gruppe, zum einen, weil wir uns viel zu sagen hatten, zum anderen, weil ich mir die Erklärungen der Wanderführerin sowieso nicht hätte merken können und man auch nicht immer alles verstand - sei's drum. Interessiert hätte es mich natürlich auf jeden Fall, aber es war ja "unser Tag".


Das Nächste ist war schwierig zu fotografieren (ich brauch ne Drohne..), ist aber hochinteressant! Auf dem zweiten Bild sieht man es vielleicht besser - das ist die sogenannte Papenkaule.
Ein Quasi-Krater vulkanischen Ursprungs, wir sind ja schließlich in der Vulkaneifel.

Dieser Krater hat aber eine Besonderheit, und zwar gab es eine Lavaexplosion, aber die Lava floss nicht wie üblich aus dem Schlot, sondern unterirdisch durch das poröse Gestein ab und trat an anderer Stelle aus.
Das Gestein sackte zusammen, und normalerweise hätte sich hier auch ein See gebildet wie bei den "Augen der Eifel", den Maaren.

Da der Dolomit im Untergrund aber wasserdurchlässig ist, gibt's hier halt keinen See, sondern nur die weite Kaule.


Jetzt weiter zum sogenannten Buchenloch, einer Höhle, die schon in der Steinzeit von Menschen genutzt wurde und viel, viel später auch als Schutz während des 2. Weltkriegs




Holzsteige hoch ins Buchenloch, innen aber schwierig zu fotografieren



nun weiter zum nächsten Höhepunkt der Wanderung


der Munterley (wobei "Ley" immer "Felsen" bedeutet), ein schöner Aussichtspunkt über die Stadt und die Gegend ringsum


bei einem Stopp zwischendrin bekommen wir einen Teil der Erklärungen mit, und zwar sah man hier (wir konnten sie aber nicht entdecken und die Gruppe drängte nach auf dem schmalen, schrägen Waldpfad) versteinerte Trilobiten sowie Spuren der Korallen aus dem Urmeer


weiter auf dem Höhenzug machten wir Halt an diesem Loch, und diesmal konnten wir auch mithören:

das ist einer von vielen Bombentrichtern, denn Gerolstein (wie man auch später auf den Aussichtsfotos sehen wird) wurde im Krieg stark zerstört, weil es das Pech hatte, Eisenbahnknotenpunkt im deutschen Nachschubsystem zu sein.

Ironie der Geschichte: in 10 Luftangriffen von 44/45 wurde zwar der Ort selbst massiv zerstört, daher die vielen unschönen Nachkriegsbauten, aber das eigentliche Ziel, nämlich der Bahnhof und die Zug-Drehscheibe, wurden nie getroffen

weitere Ironie: die Bombentrichter dienen heute als Brutplatz für Frösche und Lurche, auch in diesem hier konnten wir die kleinen schwarzen "Mollenköpfe", wie sie bei uns heißen, munter wimmeln sehen, da aber der Rand so steil und sandig war, konnte ich da nicht runterklettern zum Knipsen

Rast und Ausblick auf der Munterley, wo es zwischen meinem Sohn und mir noch zu einem Vorfall kam, der wohl zitierfähig in die Familiengeschichte eingehen wird

Dieser Felsen fällt senkrecht ab, das nur mal vorweg...




 ich sitz da schließlich in der kleinen offenen Hütte auf der Bank, um meine Schuhe neu zu binden, mein Sohn, um meine Höhenängste wissend, sagt zu mir:

"Und? Was sagst du als Mutter DAZU?"

Ich: "Wie, was, wozu?"

Blicke auf von meiner Schuhbinderei, der hat sich der Säckel rückwärts an dieses Geländer gelehnt und wippt fleißig nach hinten, dass es nur so wackelt!

Aufschrei von mir und Schimpfen, begleitet von seinem Gelächter...ich verweise auf den tödlichen Unfall eines Wanderes im Saarland bei einer ähnlichen Aktion und boxe ihn! Er amüsiert sich bloß, diese Kerle! Kein Gefahrenbewusstsein.

Hier war das, rechts noch sein Bein im Bild, das hätte auch schiefgehen können..



weiter geht es an den Kletterfelsen entlang, wo mehrere Kletterer auch fleißig am Werk sind


zum Beispiel an dieser senkrechten glatten Wand, unten steht derjenige, der wohl irgendwie sichert (keine Ahnung, jedenfalls hält er ein Seil), während hoch droben, man sieht es hier nicht, sein Kamerad herumturnt


guckt mal hier, rechts von dem "r", da ist er - so hat man eher eine Vorstellung von der Höhe - ich würd da verhungern und sterben..


die Wanderführerin und ihr Ehemann verständigen sich, dass man einen anderen Weg läuft als die normale Beschreibung, und es geht stramm zurück bergab, bergab...naja, ist mir immer noch lieber als die krasse Steigung.

Zur Belohnung gibt es dann in der renovierten Eisenbahnhalle die angekündigte Kartoffelsuppe mit einem sogar frischen leckeren Brötchen.

Teil 2, nämlich die einstündige Schienenbusfahrt sowie die Stellwerkbesichtigung, folgt dann demnächst.



Sonntag, 19. Mai 2019

"Ab-und-zu-ein-Foto-zeigen" Nr. 2: mein Gewinner-Layout "Auf der Straße entdeckt"

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Nur dreimal im Leben habe ich etwas gewonnen:

- als Kind in der Grundschule, als ich beim Malwettbewerb einer Molkerei mit meinem Milchflaschenbild ein Gesellschaftsspiel gewonnen hatte

- mit ungefähr 30 hab ich mal 100 Mark im Lotto gewonnen

- und dann 2014 mit diesem Layout bei einem Scrapbooking-Wettbewerb, ich erhielt einen Einkaufsgutschein 

Das Thema des Wettbewerbs hieß "Auf der Straße entdeckt" - man sollte Fotos machen von Interessantem und Merkwürdigem, was einem so unterwegs begegnet - und so hielt ich dann etwa eine Woche mehr als gewöhnlich die Augen offen und knipste

So sieht das Layout als Ganzes aus - unten folgen noch Einzelfotos:



Entdeckt hatte ich 

- einen Typen, der in luftiger Höhe im zweiten Stock in einem Fenster saß und die Beine baumeln ließ

- direkt in der Nebenstraße wo ich wohne ein Auto, das mit einer roten Substanz über und über bekleckert war - Farbe schien es nicht zu sein, eher etwas Lebensmittelartiges (Ketchup? Joghurt?), jedenfalls muss da jemand eine ordentliche Wut gehabt haben - kein anderes Auto war versaut, nur dieses eine

- ein älterer Mann in einer für das Saarland überaus untypischen Lederhose, Po-rausstreckend

- die holprige Übersetzung an einer französischen Tankstelle: "Danke Ihnen für Ihre Pumpe Zahl verkünden"

- ein äußerst merkwürdiger Notausgang an der Sparkasse - ein Loch zum Durchhechten?

- und last but not least hab ich just in der gleichen Woche morgens den abgefallenen Auspuff meines eigenen Autos auf der Straße entdeckt....war damals nicht lustig, so vor der Abfahrt zur Arbeit

En Detail:














Donnerstag, 16. Mai 2019

"Ab-und-zu-ein-Foto-zeigen" Nr. 1: Drama bei den Saarbrücker Wanderfalken

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Vor vielleicht einem Jahr stieß ich per Zufall auf die Webcam für die Saarbrücker Wanderfalken, man hat ihnen am Turm des Fernheizwerkes einen Horst gebaut in luftiger Höhe von 67 Metern.

Ab und zu schaute ich da immer wieder mal rein, das Falkenpärchen wurde auf "Heinz" und "Hilde" getauft in Anlehnung an ein saarländisches Kabarett-Paar.

Hier lernte ich übrigens erstmals, dass Falkenmännchen ein gutes Stück kleiner sind als die Weibchen.

In der 3. Märzwoche dann plötzlich: ein Ei im Nest! Weitere kamen hinzu, am Ende waren es stolze vier. Da begann ich dann Screenshots zu machen. Als ich diese nun ausschneiden und bearbeiten wollte, zeigte sich, dass keins meiner Fotoprogramme da ran wollte, auch die Bemühungen eines digital-natives brachten kein Ergebnis, mit dem ich zufrieden war (Zuviel Rand, Zuviel drumrum…), darum habe ich am Ende einfach die Bilder von meinem Monitor abfotografiert 😎 - primitiv, aber hilfreich - daher aber auch das strähnige Aussehen. So hier also die Eier, als Hilde gerade mal mit Heinz das Bebrüten wechselte - sie hat sie ausgerechnet in die tote Ecke gelegt...


Ende April, Anfang Mai schlüpfen dann nacheinander alle vier Küken, meist sieht man nur den Rücken des jeweils brütenden Altvogels, sie wechseln sich partnerschaftlich ab, meist ist es jedoch Hilde, die da hockt und uns keinen Blick auf die Jungen gönnt, aber manchmal gelingt mir halt doch ein Schnappschuss




Oft sieht es jetzt nicht besonders appetitlich aus im Nest, denn die Eltern schleppen im Wechsel Erjagtes an (meist Möwen), eine blutige Angelegenheit, aber so ist Natur, die Kids sind fit und munter.

Und dann, am 9. Mai, am Vortag war noch alles in bester Ordnung, die Küken sind gerade ein bis eineinhalb Wochen alt, schau ich rein und sehe auf diesem Gitter im Vordergrund einen sehr kleinen Vogel liegen und wundere mich erst, dass sie jetzt Babyvögel anschleppen...bis mir klar wird: das ist ein Wanderfalke-Junges! Und alle anderen sind verschwunden!

Ich hab hin und her überlegt, ob ich dieses Foto auch zeige, aber es ist zu gruselig, das Junge hat nämlich keinen Kopf mehr, nur noch einen blutigen Stumpf....

Was ist da passiert?

Die Erklärung im Falken-Tagebuch, vonwegen es wäre wohl zu kalt gewesen oder die Küken hätten nicht genug Nahrung bekommen, kann ich einfach nicht akzeptieren!

Denn: würden dann alle von einem Tag auf den anderen sterben???

Würden sie wegen Kälte oder Hunger den Kopf verlieren? Oder würden etwa die bisher treusorgenden Eltern den eigenen Kindern den Kopf abbeißen? Das scheint mir doch sehr unwahrscheinlich! Dass sie tote Küken aus dem Nest wegtragen, ja, das ist bekannt, aber Kannibalismus, nee, glaub ich einfach nicht und habe beim googeln dazu auch nichts gefunden.

Viel naheliegender ist doch ein Überfall durch andere Raubvögel - aber das scheint man nicht wahrhaben zu wollen, denn im Falkentagebuch wird diese Möglichkeit einfach umgangen. Ich habe noch an die Kontaktadresse gemailt und meinen Verdacht mitgeteilt, die Antwort war aber bloß, dass aus Gesundheitsgründen nicht geantwortet werden könne....

Sehr schade! Ich hätte zu gerne weiter geschaut, wie sie wachsen und flügge werden und schließlich ausfliegen, aber wie ich oben schon schrieb: so ist Natur!

Vielleicht gibt es ja nächstes Jahr eine neue Chance auf Nachwuchs.

Mittwoch, 15. Mai 2019

Fotoapparat endlich wieder verfügbar - und ein Entschluss

Vor fast 14 Tagen passierte mir Folgendes:

Ich suchte, im Auto sitzend, etwas in meiner Handtasche, dazu nahm ich hastig alles mögliche heraus, u.a. auch den Fotoapparat (der leider nicht in seiner Tasche war...) - dabei öffnete sich die Klappe vom Batteriefach, und zack, flog der Akku heraus und NATÜÜÜÜRLICH ausgerechnet in den superengen Schlitz zwischen Handbremskonsole und Fahrersitz.

Ich sah sie da in der Tiefe stecken, mit der Hand unerreichbar, aber wozu hat Frau eine Pinzette dabei? Also versucht, damit eine Art Operation vorzunehmen, kaum berührte die Pinzette den Akku, verschwand er unsichtbar in der Tiefe...

Sitz hin und her schieben, rumkriechen, nix, nicht mehr zu sehen.

Da der Akku ja nicht allzu groß ist, bastelte ich mir am Abend mit Paketband und Schnur eine Art Gitter, das ich am Folgetag über die Schnute des starken Staubsaugers an der Waschanlage klebte, damit das kleine Ding nicht etwa da drin verschwindet.

Erfolglos - aber immerhin fand ich einige kleine Ästchen 😎 und einen Euro! Aber ich hatte mehrere Euro in das Gerät geworfen, also ein Gewinn war das nicht.

Ich erzählte auf der Arbeit davon, eine Kollegin gab mir den Rat, es doch einfach mit einem drübergezogenen dünnen Strumpf zu versuchen, ja das mach ich! Das könnte es bringen! Aber auch das half überhaupt nix.

Ich lag am Ende mit dem Kopf zwischen Rücksitzbank und Sitz...leuchtete mit einer Taschenlampe, Sch...ding, ich seh es nicht, ich krieg es nicht...das Auto ist ja sehr alt (Oldtimer mit H-Kennzeichen), vielleicht ist es sogar irgendwie in unergründliche Tiefen verschwunden?

Zwischenzeitlich war ich in einem der großen Elektronikmärkte und erkundigte mich dort, was mich ein neuer Akku kosten würde: über 60 Euro! Und muss auch erst bestellt werden. Neee!
Im Netz wurde ich auch nicht wirklich fündig, auch wenn es dort wohl welche für um die 30 Euro gegeben hätte - aber wer weiß, ob die wirklich gepasst hätten, eindeutige Angaben fand ich nicht, mein Knipso ist ja nicht mehr so brandneu.

Gestern nun fragte ich ohne große Hoffnung einen meiner Sohnemänner, er kam mit ans Auto, ich fragte, ob ich ne Lampe holen soll usw., wurde zum Schweigen verdonnert (das haben die Kerle ja frühzeitig mit einem Wischen der Hand drauf 😄), der Junge bückt sich hinter den Sitz, greift EIN EINZIGES MAL unter den Sitz und hat den Akku in der Hand! Innerhalb von 3 Sekunden!

Wäre ich nicht selbst dabei gewesen, ich würde es nicht glauben - und könnte ich steppen, ich hätte auf der Straße ein Tänzchen aufgeführt! Was für eine Freude, den Knipso endlich wieder benutzen zu können, was hat mir das doch gefehlt, das merkte ich erst, nachdem er nicht verfügbar war.

Einer meiner alten Apparate geht zwar noch, aber ohne funktionierenden Zoom und mit viel Zickerei und ohne echte Qualität.

Die unbefriedigte Fotografiersehnsucht von knapp 2 Wochen, die mir kurz vorm Einschlafen abends zu Foto-Ideen verhalf, auf die ich zuvor nie gekommen war, führte dann zu folgender Idee:

warum immer abwarten, ob ich eine Wanderung oder einen Ausflug mache und was zum Zeigen habe? Warum nicht öfter, am liebsten täglich? Nee, täglich, das schaff ich dann nicht, aber so ab und zu?

Also werde ich diesen Plan jetzt umsetzen und eine neue Serie "Ab-und-zu-ein-Foto-zeigen" einrichten 😊 - mal sehen, was daraus wird! Vielleicht hält es ja nur ein paar Tage/Wochen an, aber wer weiß...mal sehen!

Montag, 13. Mai 2019

Dresden - und mein Entschluss, nie wieder wegzufahren :-)

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Tja, warum habe ich Wochen Anlauf benötigt, um endlich diesen Beitrag zu schreiben?

Mit der schönen Stadt Dresden hat es nichts zu tun, Dresden kann nichts dafür - aber die ganze Reise war für mich eine Ansammlung von Frust, Missgeschicken, Schmerzen und allem Möglichen, das schief ging.
Teils meine eigene Schuld, teils auch irgendwie Schicksal. Weiß der Geier. Es war jedenfalls der Wurm drin.

Eigentlich hatte ich mich das ganze Jahr auf die Fahrt gefreut, die ich schon 2018 im Mai gebucht hatte, ich war wenige Wochen davor zum ersten Mal in DD gewesen, meine Scrapfreundinnen treffen, und das obwohl ich mich schwer tat mit meiner versiegten Kreativität, so hatte ich damals an den Tagen, wo ich mit ihnen in der Jugendherberge schöpferisch tätig war, viel Spaß und schaffte sogar mehrere Layouts, mit denen ich auch froh und zufrieden war. Um dann ein komplettes Jahr gar nichts mehr zu tun.

Ich schätzte aber, sobald ich wieder mit ihnen zusammen bin in dieser Atmosphäre geballter Lust am Tun, würde es mich auch wieder packen.
Dem war nicht so. Ich quälte mich. Von Donnerstag bis Samstag hoffte ich immer noch, es käme Schwung in meine Schaffenslust. Aber: nein. Null.
Daher nahm ich mir samstags ein Herz und sagte der Gruppe, dass ich aufhöre, und dass ich ab sofort aufbreche zum Sightseeing, für das ich eigentlich den Sonntag plus 2 weitere Tage vorgesehen hatte.

Die ganze Misere dieser Fahrt begann schon auf der Hinreise (das ist der Teil mit meiner eigenen Schuld).
Auf dem Bahnhof in Frankfurt war Umstieg, aber mit 20 Minuten Zeit. Kein Problem.

Aber dann hatte der Zug angekündigte 20 Minuten Verspätung. Auch kein Problem. Ich hab ja keinen Termin einzuhalten.
Um meine müden Gelenke etwas in Schwung zu bringen, lief ich also viele Runden auf dem Bahnsteig, immer meinen Rollkoffer hinter mir herziehend.

Dann plötzlich wie aus dem Nichts, fuhr der Zug ein! Vonwegen 20 Minuten Verspätung! Zack war er da!

Allgemeine Hektik brach aus, Leute quollen aus den Türen (die es auch eilig hatten wahrscheinlich wegen Anschlusszügen) - und mir fiel plötzlich nicht mehr meine Sitzplatznummer ein! Vor dem richtigen Wagen stand ich zwar dank dem Plan, aber wohin da drin?

Da ich mit meiner Fernbrille nicht lesen kann, hängte ich sie - so wie ich das immer tue - an den Ausschnitt meines T-Shirts und schaute schnell nochmal auf meine fix herausgekramten Reservierungsdaten.

Alles klar, schnell einsteigen. Ich hatte einen Tischplatz gebucht, Fensterplatz.
Nachdem ich mich auf den Sitz plumpsen ließ, griff ich gewohnheitsmäßig an meinen Ausschnitt nach der Brille.
Nicht da. Hm. Also Tasche und Rucksack durchwühlen, nix.

Ich bitte die anderen 3 Passagiere: "Könnten bitte so lieb sein, alle mal kurz aufstehen? Ich fürchte, mir ist meine Brille hier auf den Boden gefallen!"
Die Frau mir gegenüber ruft aus: "Oh SIE haben Ihre Brille verloren! Da hob nämlich eben jemand draußen auf dem Bahnsteig eine Brille hoch, und da sich niemand meldete, legte er sie irgendwo oben drauf - das hab ich noch gesehen!"

Der Zug fuhr bereits. No Chance...

Und so fuhr ich weitere 450 km mit schwummriger Sicht von Frankfurt bis Dresden. Was für eine Freude.
Den von mir informierten Schaffner (nee: Zugbegleiter!) konnte ich mit etwas Mühe davon überzeugen, doch bitte in Ffm anzurufen, ob man meine Brille wenigstens einsammeln könne.
Der Anruf ergab nichts. Da wäre keine Brille.
Ich glaub allerdings mittlerweile nicht mehr, dass da wirklich jemand schauen war, denn:

auf meine online-Suchmeldung beim Fundbüro der Bahn habe ich bis heute - mehr als 5 Wochen später - keine Antwort erhalten.
(Nebenbei: auf der Rückfahrt lief ich doch tatsächlich hoffnungsvoll diesen Bahnsteig ab - eine Woche später. Da war natürlich nichts mehr da.)

Naja, so ging es weiter mit den Problemen, das kleinste davon war noch, dass meine Abholerin, die mich am Bahnhof aufsammeln sollte, plötzlich mit ihrem zusammengeklappten Vater in die Klinik musste, eine andere Freundin erbot sich, mit der S-Bahn zum Bahnhof zu kommen, aber das schaffte ich dann doch auch alleine, von da zur JH zu kommen.

In der Folge verbrannte ich mir schwer die Finger am Backofen der kleinen Wohnung, die ich gemietet hatte, vertrug die Matratze dort nicht so recht und bekam auf beiden Seiten Hüftgelenks-Aua vom Feinsten, das mich dazu zwang, möglichst von S-Bahn zu S-Bahn zu hoppen und bloß nicht mehr als wenige 100 Meter zu laufen.

Und eigentlich war das fast noch das Schlimmste...da hatte ich extra nicht mehr in der JH gebucht, weil die Betten dort für mich (breites Bett gewohnt) zu schmal sind, dann treffe ich in der Wohnung auf eine ziemlich feste Matratze, die anderen sicher gut zupass käme, mich aber nach zwei Nächten total lauflahm machte...schlimmer noch als sowieso schon.

Samstags dann, nachdem ich mich als unkreativ geoutet hatte, packte ich mein Bastelzeug in einen Karton, um ihn von dort nachhause zu schicken.
Der unglaublich arrogante Mann an der Info der JH schickte mich auf meine Frage, wie ich zur nächsten Post komme, an die am weitesten entfernte Haltestelle (und ich hab Geh-Aua!), und als ich das verärgert feststellte, fuhr eine Bahn ein und zack, fuhr ich in die falsche Richtung.

Klar, dass ich - endlich in der richtigen Bahn - feststellen muss: da ist eine große Baustelle, da ist keine Post, die ist irgendwie verlegt worden. Ich irre mit meinem schweren Paket auf dem Arm herum auf der Suche nach Einheimischen, die mir auch nett helfen, am Ende laufe ich fast einen Kilometer und natüüürlich stehen dann 7 Leute vor mir in der Schlange. Und Stehen ist auch ganz klasse mit Untergestell-Weh...

Nachdem das endlich geschafft ist, will ich in die Innenstadt, mir nun endlich paar Sachen anschauen, es ist ja schönstes Wetter.
Aber: überall massiv Polizei. Ich hab echt noch nie so viel Polizisten auf einmal gesehen! Erst denke ich an eine Terrorwarnung - sie stehen in 7er bis 10er Gruppen alle paar Meter - ich frage dann einen und erfahre: Fußballspiel Dynamo Dresden! Und da strömen auch schon Männer mit Bierflaschen in der Hand aus dem Bahnhof.
Ich rufe meinen ältesten Sohn an und frage ihn nach seiner Meinung: "Mama, mach bitte, dass du da weg kommst".
Was ich dann auch tue. Ich fahre mit Bahn und Bus zu den beiden "Berg"bahnen von Dresden, das ist schön außerhalb.

Am nächsten Tag, dann Sonntag, sitze ich entspannt vor einem Café, als auf dem großen Platz gegenüber 22 (ich habe gezählt!) solche Mannschaftsbusse der Polizei auffahren und sich rund um den Platz positionieren! Und mehrere kreisen durch die Straßen oder stehen abseits in der Gegend herum. Ich frage nach: eine Pegida Demo. Ich mach mich wieder mal vom Acker. Das gibt's doch nicht.

Ich war übrigens gleich freitags nach der Ankunft zum Bahnhof und erkundigte mich, was mich eine sofortige Rückfahrt kosten würde...das Dreifache des Preises, den ich für Hin- und Rückfahrt zahlte. Also aushalten und Zähne zusammenbeißen.

Und das ist noch nicht alles, was mir da widerfuhr, aber ich habe nun keine Lust mehr, über all die Miseren zu berichten. Ich zeig einfach mal endlich die Fotos, die ich dennoch gemacht hatte:

Der Dresdner Bahnhof fasziniert mich jedes Mal:



In der Nähe der JH ist das Dresnder Word Trade Center - natürlich gleich Vergleich - ich weiß auch nicht, ob es nach dem New Yorker benannt ist


So kühl wie es jetzt gerade 5 Wochen später ist, kann ich erneut nur über die 29 Grad in der zweiten Aprilwoche staunen


Der ÖPNV ist DD ist wirklich große Klasse! Mit dieser Linie fuhr in zu den Bergbahnen - alles komfortabel mit Zielanzeige und Minutenangabe. Das gibt es in Saarbrücken nur in der inneren City.




gequetschte Kinder am Engang zur "Schwebebahn"





Blick von oben auf Dresden




Warum hab ich diese Tapeteninfo fotografiert? Weil ich dieses Wort "Lincrusta" schon fast ganz vergessen hatte, es hat eine Kindheitserinnerung hochgebracht
als ich 10 Jahre alt war, kauften meine Eltern ein Haus, innen waren viele Wände mit dieser Lincrusta-Tapete versehen - und es war eine mörderische Arbeit, das dunkle Zeug von den Wänden zu bekommen, auch wir Kinder standen mit Spachteln da und kratzen - es gingen immer nur minimale Stücke ab - unsere Eltern ächzten. Nun lese ich, das ist auf Holz- und Leimbasis - na kein Wunder!




Hätte ich da schon ein Smartphone gehabt, hätte ich dieses Bild einem meiner Söhne geschickt, denn von ihm hörte ich zum ersten Mal, dass kleine Hunde Fußhupen genannt werden


Das war am letzten oder vorletzten Tag, viel Barock Barock Barock! Wovon ich eigentlich kein Fan bin, aber es ist doch sehenswert




zwischendrin mein Lieblingseis, After Eight


nachdem ich hörte, dass sogar die früher massenhaft auftauchenden Spatzen immer weniger werden, gab ich diesem Frechsdachs gerne von meiner Waffel ab


Vor der Frauenkirche stand dieses Glasboot









So sahen die Adventskalender in den 50er und 60er Jahren aus, viel schöner als die mit den Comicfiguren heute..find ich







Die Semperoper


schwierig für mich Lahme: die Straßenbahn fuhr nicht, Baustelle...



leider viel Baustelle an der Brühlschen Terrasse









ich dachte erst, das sei eine ehemalige Kirchturmspitze, nein, es ist der Cholerabrunnen





Hier ist Kunst verborgen! Ich setzte mich auf diese Bank, da erklangen zarte Töne und es kluckerte irgendwie, als ob irgendwo Wasser läuft - mh komisch, dachte ich


erst als ich aufstand entdeckte ich, dass ich auf einem Kunstwerk gesessen hatte: alles, die Bank, der Mülleimer und der Fahrradständer begannen beim Berühren Töne von sich zu geben! Im Gedenken an Bäche, die hier früher verliefen und eine große Bedeutung für die Versorgung der Stadt hatten - damals.
Ich fummele da bisschen herum und wurde von Nichtwissenden sicher für bekloppt gehalten - aber mich kennt da ja keiner 😎


Dann fuhr ich nochmals in den Stadtteil (Namen vergessen), in dem die beiden Bergbahnen stehen, weil ich mir dort noch die sehr alten Häuser und das Flussufer anschauen wollte, diese hier sind natürlich nicht so alt, aber sehr schöne Bürgerhäuser



"Das blaue Wunder" - die Stahlbrücke


Diese eher unscheinbaren Häuschen stammen aus dem 16. Jahrhundert!


Mit dem Bus wieder zurück und nochmals staune ich über die prächtigen Straßen, so wohlerhalten und überwiegend in bestem Zustand - da ist wohl viel investiert worden - allerdings wundere ich mich auch immer wieder, da ich mir Dresden wegen der schlimmen Luftangriffe im 2. Weltkrieg als total zerstört vorgestellt hatte - so wie hier geht es Straßenzug um Straßenzug


Blick aus dem Bus vom blauen Wunder auf die Elbe


hier habe ich exemplarisch einige der schönen alten Wohnhäuser herausgepickt - es waren sicher um die 1000...und alle so individuell





und hier, in der Dresdner Kexerei, habe ich die Mitbringsel für meine Jungs gekauft - und danach fast nicht gewusst, wie ich die möglichst heil nachhause bringe...da gibt es paar hundert Sorten Plätzchen, ich konnte mich kaum entscheiden


Was ich trotz allem noch sehr lobend erwähnen muss: bei Brillen Fielmann haben sie sich echt ein Bein ausgerissen, mir in den wenigen Tagen (es war ja noch ein Wochenende dazwischen) wenigstens noch vor der Heimfahrt eine neue Brille anfertigen zu lassen - so war wenigstens die Heimfahrt nicht mit trüber Sicht.