Ich setze den Weg beginnend an dem Hinweisschild auf die Alpakas nun alleine fort, wo wir letztes Mal abbrachen, eine kleine Straße führt hier weiter durch Wiesen und Weiden
ich hab mal gesucht, wie groß das Almet eigentlich ist und keine Angaben gefunden, wenn ich jedoch bei google maps schaue und auch selber die Ausdehnung überlege sollten es doch so um die 6 Quadratkilometer sein
das blaue Schild da vorne...ja...das ist tatsächlich die Autobahn A6, die ab irgendwann genau an das Almet grenzt, leider, wenn man jedoch nicht direkt daneben geht, ist sie kaum zu hören, weil von Büschen und Bäumen begrenzt und sie zählt sowieso nicht zu den stark befahrenen - wenn man sie in westlicher Richtung düst, kommt man nach weniger als 400 km in Paris an...
(der Hauptverkehr läuft in und bei Saarbrücken über die A620)
und da sind die Alpakas, in verschiedenen Farben und Altersklassen
sie grasten ruhig vor sich hin und keines wollte mir einen Blick gönnen für ein schönes "Passfoto"
dafür bot auf einer Weide ein wenig weiter dieser Esel dann eine Spitzenshow
"Rettet das Almet" - steht da noch auf dem Plakat - gottlob ist das nicht mehr aktuell, massiver Aufstand der Bürger hat eine teilweise Industriebebauung (!!!) dann doch noch verhindern können - wer kommt bloß auf sowas! Da kann man nur den Kopf schütteln...ein ausgewiesenes Naherholungsgebiet umwidmen zu wollen...
der Erbeldinger Hof, eine Gaststätte mitten im Gebiet, von dem man hier einen Teil sieht, ist leider geschlossen, früher habe ich hier auch schon gegessen, es gab immer saarländische Spezialitäten wie Dibbelabbes, Gefüllte und Hoorische Klöße - schade drum!
jetzt kommen wir doch wieder in Autobahnnähe, und zwar gehen wir über diese Brücke und gelangen in einen weiteren Teil des Almets
an dieser Stelle musste ich wieder suchen, wo es denn weitergeht, rechts oder links von diesem Gartenzaun???
nachdem ich ein Stück links rein ging, fand ich dann wieder eine Markierung
der Pfad wird sehr schmal - und ja schaut: direkt daneben zischt wiederum die Autobahn vorbei!
Aber nur ein sehr kurzes Stück, dann biegt der Weg wieder mittenrein ins Grüne und in die Stille
hier ist die Wegmarkierung gerade noch unter Gestrüpp zu erkennen, bald wird sie wohl ganz zugewuchtert sein, man muss sich aber rechts halten
die vielen Hütten, Campingwagen, Schuppen, Büdchen und sogar komplette Einfamilienhäuser sind alle sehr versteckt im Grün, an den Zäunen erkennt man meist überhaupt nichts, alle, die hier Grundstücke besitzen, sind offenbar sehr auf Privatsphäre bedacht
manche Hütten haben aber auch das Zeitliche gesegnet:
Der Weg wird jetzt wieder zur Straße und führt hoch in Richtung "Galgendell"
nun lassen wir das Almet hinter uns, und gehen die Galgendell entlang, die mehr ein Weg als eine Straße ist... rechts und links wieder kleinere oder größere Gärten, aber auch gut versteckte richtige Wohnhäuser, teils von aufmerksamen Hunden schwer bewacht - ich wurde ordentlich verbellt an mehreren Grundstücken ;-)
die Galgendell, früherer Hinrichtungsplatz, birgt auch noch ein Geheimnis, das ich nur aufgrund der Infos aus einem Buch über Saarbrücken erfuhr und das mir so nie aufgefallen wäre, ich hätte mich höchstens über die unschöne riesige Mauer gewundert, aber gedacht, sie würde der Hangbefestigung dienen, aber:
das ist eine Panzer-Absturzkante!
Im zweiten Weltkrieg wurde befürchtete, die Panzer der Alliierten könnten von Frankreich aus in Saarbrücken einfallen, und man baute diese fast 3 Meter hohe Mauer, die dann getarnt wurde. Panzer sollten dort kopfüber hinabstürzen und manövrierunfähig liegen bleiben - zum Einsatz kam die Mauer aber nie - heute dient sie einigen dahinter errichteten Anwesen zu zivilen Zwecken
Auch hier haben sich die Anlieger gut versteckt

Und da werfe ich einen Blick auf ein eventuelles Projekt, das ich mir auch noch gut vorstellen kann, diese Treppe hat mich daran erinnert:
Saarbrücken liegt ja am Fluß Saar in einer weiten Ebene, 4 x 10 km groß, ist aber umstanden von zahlreichen Hügeln, da gibt es unter anderem den Winterberg, den Eschberg, den Sonnenberg, Reppersberg, Triller, Schwarzenberg, Spichern, auch der Rastpfuhl und die Ortsteile Gersweiler, Klarenthal, Bischmisheim usw. liegen auf Anhöhen, die Höhen sind maximal 350 Meter, und im Laufe der Jahrzehnte, ja Jahrhunderte, haben sich viele Treppen etabliert, um einzelne oder mehrere Wohnstraßen miteinander zu verbinden.
Und so gibt es allein schon mal für den einen Ortsteil Altsaarbrücken einen Weg über 2300 Treppenstufen!
Das reizt mich auch mal abzulaufen, bzw. zu -steigen...aber erst mal den Stadtrundweg hinter mich bringen.
Aber erst mal einen Blick nach links zu dieser Blitzersäule, die vor wenigen Monaten zusammen mit einer anderen Blitzersäule buchstäblich geteert und gefedert wurde, als ich morgens daran vorbeikam, musste ich doch ehrlich gesagt herzlich lachen...(obwohl es natürlich Sachbeschädigung und Unfug war, aber sorry, es sah einfach zu witzig aus, wie sie da stand...)
Blitzersäule geteert und gefedert
Nun aber zum DFG, wie er in Saarbrücken nur genannt wird, einem Landschaftspark mit einer Kleinbahn mit 2-km-Strecke, Sessellift mit einer Fahrstrecke von rund 750 Metern, Minigolf, Gastronomie, Spielplatz, Heidegarten, vielen stillen Winkeln, dem Ehrenfriedhof, See mit Tretbooten, Wasservögeln etc., er hat etwa 50 Hektar, in den Nachkriegsjahren quasi als Friedensprojekt von deutschen und französischen Gartenarchitekten angelegt
nur wenige Meter, nachdem man ihn betreten hat, sollte man sich mal kurz umdrehen, da steht ein weiterer Bunker... direkt neben dem friedlichen Rosengarten
einige Objekte lassen einen mit einem Schmunzeln noch klar ihr Entstehungsjahr in den 50er oder 60er Jahren erkennen
wunderschöne große alte Bäume und weite Rasenflächen, die BETRETEN werden dürfen! Hier lagern an schönen Tagen Gruppen, Pärchen, ganze Familien
und das hier, das ist "unsere" Stelle, hier hab ich mit meinen Söhnen, als sie noch klein waren, schöne Stunden mit Picknicken verbracht und den Jungs beim Wasserstauen und Blätterbootebauen zugeschaut, das ist so friedlich und schön hier
jetzt taucht der See auf, eigentlich Weiher genannt, nämlich Deutschmühlenweiher, aber mit 5 Hektar finde ich, darf er sich doch See nennen .. im Hintergrund die Gebäude sind rechts die Spielbank, und links hinter den Bäumen verborgen liegt das Victors Hotel, in dem vor vielen Jahren bei einem Auftritt bei "Wetten dass.." in der Saarlandhalle auch Michael Jackson übernachtet hatte
ich warte die volle Stunde ab, denn ab 12 Uhr täglich beginnt hier die Wasserorgel ihren Tanz, begleitet von Musik - an diesem Tag sind es erst 3 muntere Klassikstücke, danach dann auch Pop wie z.B. "it's raining man"
man geht dann am See an der Wurstbude vorbei und kommt zu der Minigolfanlage, einem Kiosk mit Eis und Popcorn, einem weiteren Café (im oberen Teil gibt es 3 - zwei sind meist geöffnet, und gegenüber der Konzertmuschel ein weiteres, dort übrigens auch öffentliche Toiletten, ebenso wie am Südeingang) und den Zugängen zur Sesselbahn und zur Kleinbahn
über die Gleise hinweg und Richtung Zugang zum Hotel geht der Weg weiter, ist hier auch ausgezeichnet
ein Blick auf den Fahrplan der Bahn
zwischen den Hotelgebäuden hindurch überquere ich die Straße und trete auf den gegenüberliegenden Parkplatz, von wo ein Weg längs der Bahn zur Bahnbrücke und in den Wald führen soll - ich laufe suchend hin und her, finde zwar eine Markierung, aber hier wächst ein Dschungel, da ist nichts von einem Weg zu sehen, ich habe ausnahmsweise meine Machete nicht dabei - ich wende mich nach rechts
ich finde dann heraus, dann man auch über diesen Zuweg zur Bahnbrücke kommt, beende jedoch hier die Wegstrecke, denn nun geht es wieder durch Wald und ich werde mir erst mal wieder eine Begleitung suchen
übrigens: wer hier mal einen genaueren Blick auf den Transporter links wirft und die darauf befindliche Werbung: das ist eine traurige Begleiterscheinung für unsere Grenzlage, denn in Frankreich ist die Prostitution mittlerweile verboten, und so sprießen bei uns die Bordelle wie Pilze aus dem Boden - gerade hier in Grenznähe stehen ständig irgendwelche Anhänger oder Kleintransporter mit Bordellwerbung - und oben im Industriegebiet, wo sich auch eines befindet, war eine Zeitlang auch ein Verkehrsschild mit aufgemalten Hinweisen verunstaltet...aber das ist ja ein anderes Thema.



Auch Teil 3 deines Stadtrundwegs sieht ganz toll aus. Dieser Garten ist ja super schön! Und die Alpacas sind total herzig. Das diese hässliche Mauer tatsächlich so geschichtsträchtig ist, hätte ich im Leben nicht vermutet. Wie schön, dass du es durch vorheriger "Recherche" nun aufklären konntest :-) Der Link zur Bild hat bei mir (trotz ausgeschaltetem Ad-Blocker!) nicht funktioniert. Aber durch Google bin ich auf einen anderen Artikel gestoßen, den ich lesen konnte ;-) Irre...wie im Wilden Westen!
AntwortenLöschendanke für den Hinweis, Nicky, ich hab jetzt mal einen anderen Link gesetzt, hoffe, der funktioniert
AntwortenLöschenEr funktioniert ;-)
LöschenHochinteressant, Dein Bericht! Ist schon toll, wie kleinstädtisch SB eigentlich ist, und wie verwunschen manche Ecken sind...Im DFG bin ich schon ewig nicht mehr gewesen- früher, als unser Sohn noch klein war, waren wir auch öfters hier, weil man so viel Zeit mit den unterschiedlichsten Aktivitäten zubringen konnte. Und die Aktion mit den geteerten Blitzern war ja sowieso der Lacher- auch wenn`s Sachbeschädigung war. War DAS Gesprächsthema überall...
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