Tag 2 - 10.9.17
Ich fühl mich wieder (fast) gut, fein!
Wettervorhersage: Niederschlag 0%, Temperaturen 10 - 17 Grad
Das bedeutet: heute kann ich mich zu einer Erkundungstour durch Monreal aufmachen - vorher suche ich noch im Internet den Zuweg zu Fuß zur Burg, als ich gestern mit dem Auto unterwegs war, fand ich noch nicht mal einen Hinweis.
Monreal - an der Elz entlang zum "Stellwerk"
Hinter dem Haus läuft gleich der Bach Elz, ich gehe erst mal nach links Richtung Bahnhof, weil das so romantisch aussieht mit dem schmalen Weg, dem Bachlauf und den Laternen
der "Bahnhof" ist dann auch so winzig wie dieser Zuweg, nicht mehr als eine handelsübliche Bushaltestelle, aber daneben steht ein interessanter alter Waggon! Und gerade fährt hintendran ein moderner Zug los - alt und neu auf einem Bild
Früher besaß der Bahnhof aber wohl eine größere Bedeutung, denn gleich daneben ist das schöne Restaurant "Stellwerk" (das übrigens keine Speisekarte aushängen hat..)
Ich gehe weiter in dieser Richtung, unterwegs lerne ich noch etwas dazu, nämlich was eine Sohlengleite ist, wer weiß, vielleicht kommt mal so eine Quizfrage?
Die Elz wurde hier von einem Wehr befreit und stattdessen diese fischfreundlichen Rampen gebaut
Monreal - der historische Ortskern
Ich kehre um und gehe dem Hinweisschild am Elzer Weg Richtung "Historischer Ortskern" nach, er führt hinter den Gärten der Häuser an der Hauptstraße vorbei mit Blick auf die Löwenburg und die Philippsburg (die kleinere links, sie ist allerdings leider derzeit eingerüstet)
Und dann kann ich den Fotoapparat gar nicht mehr wegpacken...der Ort ist sowas von schön und bietet dermaßen viele Fotomotive, an den Häusern und den 3 Brücken und den ehemaligen Wehrtürmen hängen auch jeweils dezente Infotafeln, ich werde hier sicher nochmals durchlaufen und staunen, den Marktplatz kann ich sowieso nicht knipsen, denn hier ist Musikfest und ein Riesenfestzelt verdeckt alles, bevor ich Informatives zu den einzelnen Gebäuden schreibe, mache ich lieber nur unkommentierte Collagen, sonst wird es viel zu viel
(dazwischen stehen auch immer mal modernere Gebäude, das will ich nicht unerwähnt lassen)
ein Haus ist leider zweimal drauf...aber das lasse ich jetzt so....
Monreal - die Burgen
Vor lauter Begeisterung über den schönen Ortskern habe ich den richtigen Weghinweis für den Aufstieg zu den Burgen verpasst, das hier wäre er gewesen:
stattdessen folgte ich - was für mich noch zu einem Abenteuer werden sollte - dieser Treppe "zur Burg"
es geht steil und schmal nach oben, aber immerhin gibt es hier noch ein Geländer und der Weg ist geschottert
ich bin schon länger nicht mehr das, was man als "trittsicher" bezeichnen würde und ohne meinen Wanderstock wäre ich hier wahrscheinlich schon umgekehrt - denn ob dieser Zaun mich halten würde, wenn ich kippele???
ich komme zu einer Hütte mit schöner Aussicht etwa in der Mitte der Anhöhe und verschnaufe hier erst mal
beim Weitergehen wird mir aber immer mulmiger, der Weg ist nur noch ein Graspfad, das Gras ist nass von den Regentagen, und rechts geht es steil abwärts etwa 30-50 Meter hinunter...
und hier hat der Spaß für mich dann endgültig ein Ende, denn ich höre schon, was mein erwachsenster Sohn zu mir sagen würde, sollte ich hier den Halt verlieren... und ich bin alleine unterwegs und habe niemandem gesagt, wohin ich gehe, denn wer rechnet schon mit so einem riskanten Weg, nur einfach um zu einer Burg oberhalb eines Ortes zu kommen?
ich kehre also vernünftigerweise um, finde aber dann auch einen begehbareren Pfad rechts herum und nähere mich erleichtert der Löwenburg
den Turm kann man besteigen, ich setze mich aber erst mal und warte, bis meine Beine nicht mehr zittern ;-)
Wieder auf der Burganlage angekommen treffe ich ein niederländisches Paar und lasse mir den besseren Weg nach unten zeigen, der ist zwar auch steil und schmal, aber doch normal begehbar - und kürzer!
Monreal - "Arenz" am Malerwinkel
Am frühen Abend gönne ich mir dann einen Besuch im der Flammkuchen-Restaurant (nur bis 19 Uhr geöffnet), wunderschön gelegen direkt an der Enz, neben einer der Schiefer-Brücken und unterhalb des Hexenturms, ich setze mich mit einer der bereitgelegten Wolldecken über dem Schoß auf diese Bank vor der ehemaligen Scheune
und habe beim Essen einen wunderbaren Blick in alle Richtungen
Und der Lauch-Flammkuchen mit Speck und Walnüssen und einem hauchdünnen Knusperboden bekommt Note 1!








Was für ein schöner Ort! Weitläufig sind wir dort ja letztes Jahr auf unserer Deutschland Rundreise vorbei gefahren. Schande, was man alles verpasst...aber der Urlaub war zu kurz für all die schönen Ecken der Republik ;-D Das rote Fachwerk ist mir auch teilweise aus Nordhessen bekannt. Das es das auch in der Eifel gibt, wusste ich nicht. Im Sauerland und hier unten ist ja eher das schwarze Fachwerk zu sehen. Den Pfad mit Zaun wäre ich problemlos gegangen. Bei dem kaum existenten Wiesenweg hätte ich es mir wohl auch zweimal überlegt, ob ich weitergehe oder nicht. Gerade auf nassem Gras rutscht man schnell aus. Und den Flammkuchen hätte ich jetzt auch gerne - mein Käsebrot zur Mittagspause stinkt dagegen echt ab :-D
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