Freitag, 15. September 2017

Eifelurlaub Tag 7 - Premiumwanderweg Der Wacholderweg

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Eigentlich wollte ich ja heute diesen kleinen Weg zum Hochsimmerturm machen und dort Rundumblick genießen und auch zum Schloss Bürresheim, das in der Nähe liegt.

Wetter war mal wieder sehr gemischt gemeldet, mit Regen immer wieder über den Tag verteilt, so dass die Planung eigentlich ganz vernünftig war, aber dann packte mich doch die Wanderlust und ich entschied mich spontan, einen Weg zu wagen - und zwar den 8,8 km langen Wacholderweg bei dem winzigen Ort Langscheid (100 Einwohner).

Ich google mal, ob ich Chancen hätte, dass die Heide auch noch schön pink blüht, wann ist denn deren Blütezeit? Ich lerne, August bis Anfang September, heute ist aber der 15.9. schon, ob ich da wohl noch Glück habe?

Der Weg wird beim Wanderinstitut mit 78 Punkten bewertet und als mittel eingestuft, und ich las vorsichtshalber mal noch andere Websiten dazu, u.a. die vom Schlenderer, und dort fand ich einen für mich sehr guten Tipp!
Den Weg nämlich nicht im Uhrzeiger gehen, so wie es vorgeschlagen ist, sondern entgegengesetzt, man hat nämlich bei der "Normalversion" am Ende einen fast 2 km langen permanenten Anstieg zu bewältigen, 264 Höhenmeter, während man bei umgekehrter Richtung am Anfang halt nur runtergeht und die Steigung sich dann zahm über 4 km moderat verteilt und die letzten knapp 3 dann fast eben, das habe ich so gemacht und war prima für mich!

Knappe 20 km von Monreal entfernt liegt der Ort auf einer Anhöhe, und die Wacholderhütte, der Startpunkt, ist sehr gut ausgezeichnet.
Ich erwarte bei "Hütte" so eine kleine, nach vorne offene, aber nein, die ist ja quasi wie eine alpine Berghütte!


 Ich marschiere los und bin noch keine 20 Meter von der Hütte weg, da beginnt es ordentlich zu gießen!
Ich haste zur Hütte zurück und stelle mich unter, und schaue den dicken Tropfen zu, wie sie pladdernd auf die Plastiktischdecken fallen, leider ist die Hütte heute geschlossen



es dauert eine Viertelstunde, dann hört es genauso abrupt auf wie es angefangen hat, und ich gehe optimistisch los.

So einen Wegbeginn hatte ich auch noch nicht, flankiert von Wacholderbüschen mit blauen und grauen Beeren, schön!
 Das sind dann wohl die Beeren für den gleichnamigen Schnaps (den ich verschmähe)

Viel Aussicht hat man nicht auf den ersten, ich sag mal, 6 Kilometer, aber dafür ist der Wald richtig schön, sehr grün, sehr saftig irgendwie, so richtig urig.






Auf diesem Stück geraden Wegs zwischen Tannen raschelt es plötzlich links von mir

Und da steht ein Reh! Es läuft nicht weg, es schaut mich unverwandt an, bestimmt 20 Sekunden, ich mache mehrere Fotos, es ist natürlich schon ungefähr 50 Meter weit weg und zwischen den Bäumen schwer zu fokussieren, aber bin berührt, wie es mich da die ganze Zeit taxiert, irgendwie fragend...

dann entscheidet es sich doch zur Flucht und husch...

und gleich darauf kracht es rechts vom Weg auch in den trockenen Zweigen am Boden, und ich sehe ein weiteres flüchtendes Reh, allerdings bloß seinen Reh-Po und die hochgezogenen Hinterläufe :-)
das war wohl sein Kamerad, ich hoffe, die beiden haben wieder zusammengefunden

Ich muss übrigens dauernd stehenbleiben, weil es hier so dermaßen viele und verschiedene Pilze gibt! Nur einen Teil habe ich fotografiert, nur was am Wegrand stand, aber rundum war der Wald gespickt damit, besonders fasziniert hat mich der knallgelborange Korallenpilz! Ich wusste gar nicht, dass es sowas gibt, musste erst zuhause nachschauen


jetzt bin ich unten im Nettetal angekommen, der Bach und die Vogelstimmen sind das einzige, was hier zu hören ist

 Und doch mal ein wenig Aussicht auf gegenüberliegende Kuppen

 Ich raste aber nicht, mein Ziel ist, mindestens 2/3 des Weges gegangen zu sein, bevor ich mich irgendwo niederlasse, ich schätze meine Kondition immer noch als miserabel ein und will lieber nahe dem Ziel sein, falls es doch noch regnet.
An einer Weggabelung muss man etwas aufpassen, denn rechts geht es zu einem anderen Wanderweg, dem Bergheidenweg, ist aber super ausgezeichnet, wie überhaupt der komplette Weg mustergültig beschildert ist.

 Man betritt den Wald auf eigene Gefahr, das hier kann erst vor kurzem passiert sein, das gesplitterte Holz ist noch ganz hell, die Blätter am gestürzten Baum noch frisch und grün
Und dann staune ich: meine reguläre Wandergeschwindigkeit beträgt (leider nur) 2,5 km pro Stunde, wohl weil ich auch so oft stehenbleibe und schaue und knipse, und weil ich am Berg einfach öfter verschnaufen muss;
aber hier habe ich ja trotz Steigung auf den vorangegangenen 3 km für mich sehr gute 2,75 km pro Stunde geschafft! Und den Schnitt halte ich am Ende auch, also kann ich so lahm ja nicht sein, wenn ich genau 3 Stunden für den Weg gebraucht habe, so wie es für den Durchschnittswanderer auch angegeben ist.



Die hab ich gegessen, würden ja sonst nur verkommen..

Da erkenne ich auf Anhieb "Der Schrei" von Edvard Munch


 Nun verlässt man das lange Waldstück und der Weg ändert ab jetzt sein Gesicht
Eine Wiese voller Glockenblumen


Die Spannung steigt, ich nähere mich der Wacholderheide - ob sie noch blühen, die Erikas? Ja ja ja! Ist das schön!!!








Dann geht es zwischen Wiesen und Waldstücken auf einem Asphaltweg zurück



Kein einziger Regentropfen mehr auf der ganzen Strecke! Wer glaubt schon an Wettervorhersagen :-)

Gehzeit: von 11.45 bis 15.15  Uhr, inkl. einer halbstündigen Futter-Pause

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Auf dem Heimweg lockt mich noch ein Hinweisschild auf "Waldsee Rieden", das muss ich mir gleich mal anschauen und fahre einen Umweg, und finde eine Ferienhaussiedlung, eigentlich hatte ich mir so einen stillen, dunklen Waldsee vorgestellt, aber okay, da zu wohnen ist sicher hübsch! Und gar nicht mal so teuer wie ich dachte, fand ich später



Am Wegesrand ein weiteres mögliches künftiges Exkursionsziel: Schloss Bürresheim




3 Kommentare:

  1. Das ist eine tolle Tour! Ich glaub, ich hab noch nie einen Wacholderbusch live gesehen :-/ Und wie schön, dass die Heide noch geblüht hat. Wir sind ja letztes Wochenende auch ein einem einzelnen Erika-Pflänzchen vorbeigekommen :-) Und den "Schlenderer" kenne ich auch. Der hat ne Tolle Homepage. Ich kannte ihn aber vorher eher über Facebook und bestaune dort auch regelmäßig seine tollen Bilder ;-) So ein Ferienhaus am See könnte mir auch gefallen und die Burg am Schluss ist wunderschön. Wir sind heute den korrigierten Teilabschnitt vom Freiburg Rundweg gegangen - und haben es kurz vorm Gewitter zur Haustür geschafft. Mit dem Weg waren wir auch zufrieden :-D

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  2. Den Weg zum Schlenderer hatte ich über deinen Blog gefunden! Ich muss den auch mal verlinken...eine Fundgrube

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    1. Ist ja witzig das du den von mir hast ;-D Aber es ist echt eine Fundgrube. Leider haben wir es zum wandern noch nicht in seine bevorzugten Wandergegenden geschafft. Aber sie stehen schon länger auf unserer Wunschliste...

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