Samstag, 12. Mai 2018
Immer noch "Rücken", wandern scheidet somit aus (nicht dass ich irgendwo mitten auf einem Wanderweg strande...), und ich wagte mich auch nicht zu der angebotenen Führung zu den Stadtmauern von Saarbrücken, wo mich besonders die angekündigte "Ritzenbotanik" interessiert hätte, ich kann nicht mehr als 1 Minute am Stück stehen.
Der gestrige Tag in Saargemünd hatte in mir die Sehnsucht geweckt, den Jardin des faienciers nochmals zu besuchen, ich dachte eigentlich, ich wäre letztes Jahr auch dort gewesen, was sich aber als Trugschluss herausstellte.
Ich fuhr aber zuerst zum Office de Tourisme, weil mich dieser Blumenrundgang sehr interessiert hätte, ich wollte mir einen Plan holen, erfuhr aber, dass das nicht mehr ganz aktuell ist, einiges gibt es gar nicht mehr und die Stellen liegen zum Teil auch einfach auf Kreisverkehren, die nette junge Frau kreiste mir aber einige Stellen ein, wo ich noch was finden könnte.
Aber zurück zum "Garten der Steingutfabrik"
Erst mal wie immer auf die Fußgängerbrücke direkt am Parkplatz, um diesen Ausblick zu genießen:
Fast wäre ich enttäuscht umgekehrt, lief dann aber doch mal Richtung Busparkplatz um die Ecke (Leute! Schildert das doch bitte mal eindeutig aus! Vor allem für Besucher, die schon länger nicht mehr da waren...) und das war gut so, denn da stand nun plötzlich ein großer Neubau, der auch "Moulin de la Blies" heißt und der neue Eingang ist! Puh!
Ich nahm mir fest vor, nur Neues im Garten zu fotografieren, und weitgehend hab ich mich auch daran gehalten, es gibt ja schon Bildbeiträge aus den Vorjahren.
Ich machte mich also auf die Suche nach den Überraschungen, und ich wurde nicht enttäuscht, die Saargemünder haben's einfach drauf mit diesem Garten!
Der Charme des Verwitterten in Kombination mit Pflanzen, er kommt in diesem Garten immer wieder auf's Schönste zum Tragen
Der Reiher dürfte hier ideale Jagdgründe haben, so wie er hier hockt
Der Garten - so würde ich sagen - stand dieses Jahr unter dem Motto "Weiß", diese Büsche mit großen weißen Blumen fanden sich überall und ergaben einen fast bräutlichen Eindruck - sowie "Hasendraht mit Moos ausgestopft" - das wird man in der Folge noch sehen:
bitte einen Riesenfön:
Neu dieser Riesenapfel auf der Anhöhe am Ende des Gartens, hier taucht das Motto Hasendraht mit Moos (an den Apfelblättern) erstmals auf
An diesem Gebäude darf immer mit Überraschungen gerechnet werden und ich entdecke schon von Weitem: yesssss - sie haben es wieder neu gestaltet! Cool! Was hab ich hier nicht schon alles gesehen: bepflanzte Hängematten, ein komplettes "Esszimmer", auf dem Tisch wuchs das Essen etc.pp.
Diesmal sind es riesige Überraschungseier, auch wieder mit Draht und Moos, zum Drinsitzen und Entspannen oder Klönen
Die Polster der Stühle an dieser eigentlich hässlichen Betonwand - schließlich ist es ein altes Fabrikgelände - sind jedes einzelne anders bepflanzt
Oooh - wer hat denn da eine Ferkelei auf das schöne Gelände gekippt????
Ich stehe zweifelnd davor und mein erster Gedanke ist: "Sieht aus wie aus dem Meer angeschwemmte tote Tintenfische...." - aber das kann doch nicht sein???
Doch dann entdecke ich Formen, Formen von Suppenschüsseln und weiterem Geschirr - betaste die ganz vorsichtig: Wachs!!! Das ist alles weißes geschmolzenes Wachs, das zuvor Geschirr darstellte, es ist also Kunst und stellt den Bezug zur Vergänglichkeit her, denn all die Arbeitsplätze in dieser ehemaligen Steingutmanufaktor sind auch weggeschmolzen...nun gefällt mir die originelle Idee!
In dem neuen Empfangsgebäude gab es u.a. diese nette kleine Kaffee-Ecke, ich leistete mir dort diese mickrig wirkende "Schweinerei" aus einem Café der Stadt, es sieht so klein und harmlos aus, war aber praktisch eine komplette Mahlzeit, saftiger, irgendwie fruchtiger Marmorkuchen, und innen ein göttlicher flüssiger Schokoladenkern mit Schokostückchen drin, es machte richtig, richtig satt! Mein Mittagessen sozusagen. Dazu las ich gemütlich meine mitgebrachte Wochenendzeitung und ließ so richtig die Seele baumeln...
Dann vom Navi in Richtung des Casinos führen lassen, um die dortigen Gartenanlagen am Fluss zu inspizieren, die Mitarbeiterin im Touri-Büro hatte mir das empfohlen.
Erst wandte ich mich nach links, aber brach dann ab und kehrte um, da schien nichts zu kommen, richtige Entscheidung
Die Brasserie des Casinos der Steingutarbeiter lädt mit dieser Blechinstallation zum Spargelessen ein:
nach etwa einem halben Kilometer finde ich dann auch eins der in den Boden eingelassenen Symbole für den Blumenrundgang:
etwas enttäuschend war allerdings der "Bienengarten" aus der Auflistung, lediglich eine Blechinstallation am Wegesrand, und die Riesenbienen erinnerten mich an Trash-Horrorfilme...
ungefähr dort kehrte ich dann auch um
rund um dieses Riesen-Metallmobiliar - ich muss zweimal hinschauen, wachsen in Beeten Küchenkräuter und Erdbeeren! Ich zerreibe ein Blatt Pfefferminz - wie das duftet!
Beim Zurücklaufen könnte ich noch weitere 100 Fotos machen, von schönen alten Häusern, von tollen originalen gut gepflegten Haustüren, für die ich ein Faible habe, aber es muss ja auch mal Ende sein 😎
Ich fahre über die Grenze nach Deutschland rüber - Saargemünd liegt wie meine Heimatstadt Saarbrücken haarscharf genau an der Grenze - und gehe noch ein wenig zusammen mit vielen Franzosen einkaufen, denn das Preisniveau ist wohl etwas niedriger bei uns, vor allem was Drogeriemarktprodukte angeht, und kaufe mir endlich, endlich Zeckeneinreibzeugs und einen Zeckenfänger (wink zu Nicky) - oder wie sich das nennt. Jetzt muss ich mich nur noch impfen lassen...guter Vorsatz.

Wieder dieser schöne Garten und so viele tolle Bilder! Außer auf den Landesgartenschauen hab ich sowas in Deutschland noch nie gesehen. Schön, das du dran gedacht hast, den Plagegeistern zu Leibe zu rücken ;-)
AntwortenLöschen"Moulin de la Blies"- da geht doch der Blies-Grenz-Weg entlang, oder?! Der steht auf unserer Wanderer-Wunsch-Liste :-)) Und was alte Türen angeht-da könntest Du meinem Mann die Hand reichen, der findet die auch toll und so werden auf unseren Ausflügen immer wieder gern Haustüren und Tore fotografiert...
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