Dienstag, 4. September 2018

Urlaub zuhause Teil 10 - Reise um mein liebes kleines Bundesländchen

[Dieser Post enthält durch Links zu externen Seiten, durch Fotos und Firmen- und Produktnennungen Werbung, die ohne Auftrag, ohne Sponsoring und ohne Bezahlung erfolgt] 

Etappe 10 am 2.9.2018 


Ein langer, aber erlebnisreicher schöner Tag - über 10 Stunden war ich unterwegs.

Bei Etappe 9 habe ich ja schon die Ostertalbahn, eine Museumsbahn, erwähnt, und fand dann heraus, dass am 2.9. eine offene Museumsfahrt stattfindet, prima!

Darum fuhr ich dann am Sonntagmorgen nochmals nach Schwarzerden, dem ersten Abfahrtsbahnhof, und startete um 9.40 Uhr (gute Wahl! Nur wenige Mitfahrer um diese Uhrzeit) eine 45-minütige Fahrt nach Ottweiler, dem Zielbahnhof, und buchte gleich auch für die Rückfahrt (Ticket 9,80 €).

Fast hätte ich den kleinen, abseits liegenden Bahnhof nicht gefunden, da er etwas versteckt außerhalb vom kleinen Örtchen liegt, und es dort nur einen Radweghinweis gab, wo aber sogar eine Baustellensperre war.



Hurra, eine echte Holzklasse, wie man so schön sagt(e)



Auch die Türen etc. und vor allem diese "Übergangsbleche" zwischen den Wagons, wo man an den Seiten noch bis runter auf den vorbeisausenden Boden schauen kann, und auf die zu treten ich als Kind höllische Angst hatte, und die metallisch knallen, wenn man drauftritt, sind original



Auch wenn wir nur mit einer gefühlten Geschwindigkeit von ca. 40 km durch die grüne Landschaft zockeln, ist es doch schwieriger als gedacht, Fotos aus den Seitenfenstern zu machen, denn die Bahndämme sind rechts und links meist hoch mit Bäumen und Büschen bewachsen - man fährt quasi durch einen grünen Tunnel, was aber auch wiederum schön ist




In Ottweiler hatte man dann rund 45 Minuten Aufenthalt, ich dachte, ich lauf mal runter in die schöne historische Altstadt und mache ein paar Bilder, 2016 war ich ja da in einen wahren Knipsrausch verfallen, aber heute sah es SO aus, denn die hatten Kirmes, und da es erst halbelf war, menschenleer und öde



Der Zug im ganzen von der Fußgängerbrücke am Bahnhof Ottweiler aus gesehen:



alt und neu nebeneinander


Danach fuhr ich zum in der richtigen Reihenfolge Ort 


Höchen
wo ich mir endlich mal den Höcherbergturm anschauen wollte (da war ich meiner Erinnerung nach noch nie)

Im kleinen Ort selber steht noch ein Hinweisschild, dem man bergauf folgt, um dann an einer Dreifachkreuzung ratlos zu stehen, denn da ist dann wiederum kein Hinweis...erstmal die falsche Straße gewählt, wieder zurück und dem Schild zum Hundeplatz gefolgt. Ich komme mal wieder auf eine Waldstraße und hoffe, die endet nicht an einer Schranke:
und da bin ich dann wohl richtig
Die Tür am Turm steht offen, ich steige die geschätzt 100 Stufen hinauf, ganz oben an der Hühnerleiter kommt eine Frau mit einem Kind runter, die Frau erklärt mir, dass man eigentlich nicht so einfach rein kann, sondern man muss am Restaurant unten den Schlüssel holen und einen Euro bezahlen, was sie getan haben.
Das wusste ich ja nicht! Sie sagt aber, es macht nichts, ihr Mann ist eh noch oben und kann sich nicht von der Aussicht losreißen, das Mädchen will aber offenbar auf den Spielplatz unten.
Ich steig dann hoch und informiere den Gatten über das Gespräch mit seiner Frau, und wirklich, die 360-Grad-Rundumsicht ist trotz tiefhängender Wolkendecke fantastisch!



Ich reiße mich irgendwann los, ich will ja weiter - und zwar nach
Jägersburg
Dieser Ort hat geschichtlich und freizeitmäßig eine Menge zu bieten, hat er doch alleine schon mal 3 Weiher bzw. Seen im Ort!
Ich wähle von allen Sehenswürdigkeiten die Gustavsburg, die unmittelbar am kleinen Brückweiher liegt






Weiter zum "richtigen" Jägersburger Weiher, der einiges an Freizeiteinrichtungen zu bieten hat, z.B. einen Kletterpark (nix für mich) und einen Bootsverleih - würde ich gerne - es ist aber echt kaltwindig!

Und die Boote gaaanz weit dahinten und kein Mensch hat eins ausgeliehen, ich entscheide mich auch dagegen. Wird nix mehr mit Bötchenfahren dieses Jahr.
Da schwebt übrigens ein Mann quer über den See, vom Kletterpark her kommend - das wäre schon auch cool!!!

Ich rufe beim nächsten Etappenziel an, wo man vorher nämlich nachfragen soll, ob wirklich eine Führung stattfindet, und erhalte das okay und fahre somit nach

Homburg

um die Schlossberghöhlen zu besichtigen, zum 3. Mal in meinem Leben, sie waren immer wieder mal geschlossen, um sie sicher zu machen und sind jetzt gerade mal seit ein paar Wochen wieder geöffnet.

Eigentlich ist es keine Höhle, wie uns erklärt wurde, sondern läuft unter der Kategorie "Bergwerk", denn es ist von Menschen geschaffen worden, und zwar im Mittelalter.

Da war der gelbe Sand begehrt für die Glasherstellung in den saarländischen Glashütten, und so wurden hier die Höhlen und Gänge gegraben, leider wohl oft auch von Kindern.

Im 2. Weltkrieg fanden hier Tausende Homburger Bürger Schutz vor dem Bombenhagel, es ist zwar kühl (immer 10 Grad) und vor allem feucht, aber immerhin konnte man so dem Tod entgehen.

Der Höhlenführer erzählt - was ich bisher noch nicht wusste, obwohl ich schon zweimal hier war in den letzten Jahrzehnten - dass zwar der Berg selber nicht bombardiert wurde, aber:
auf der Bergspitze gab es eine Nazi-Jagdhütte, schön dekoriert mit einem riesigen weißen Hakenkreuz, dieses diente für die Flieger als Orientierungshilfe, links davon sollten sie ihre Bomben abwerfen, denn da war der Bahnhof - und natürlich auch Wohnungen...

Man muss einen Helm tragen, und dort, wo was von der Decke kommen könnte, sind solche stylischen Gittergänge geschaffen, überwiegend läuft man aber frei herum:


250 Millionen Jahre alte Schichten....





hier hängt ein Schild: "Wohnräume für Familien im 2. Weltkrieg"
diese Riffel waren in Urzeiten mal ein Sandstraße, jetzt sind sie eine Höhlendecke


Der witzige Führer sagt, wer Mumm hat, kann auch in die dunklen Gänge reingehen, passieren kann einem nix - ich weiß nicht, ob das Angebot jemand angenommen hat
 
es gibt auch einen neueren, gemauerten Teil, dieser führt u.a. in einen ehemaligen Veranstaltungsraum für Bergleute sowie zu einem 30 Meter tiefen Schacht, der in die Bierkeller der nebenan liegenden Brauerei führt



das hier sieht seltsam aus, es ist aber die Wurzel eines Baumes, der über 15 Meter  seine Wurzeln bis hierher getrieben hat, Biologen haben das herausgefunden (das waagerecht kann nicht stimmen...über uns ist ja Fels...soll sicher senkrecht heißen und so erinnere ich mich auch von der letzten Führung von vor ein paar Jahren)


Eine Stunde bin ich in der Höhle, es ist jetzt 17 Uhr, ich schaue mir noch die Aussicht vom ehemaligen Burgberg an, die Anlage selber ist zerstört, es war übrigens eine Vauban-Festung, in der Höhle gab es eine Rekonstruktion zu sehen, und wer je eine Vauban-Festung gesehen hat, erkennt es sofort an dieser sternförmigen Umfassungsbauweise.



Die Ruinen eingehender zu besichtigen, habe ich aber keine Lust mehr. Für heute habe ich wirklich viel gesehen und erlebt und nun fahre ich heim, ich habe an der Höhlenkasse gleich ein Duo-Ticket gekauft auch für die Ausgrabungen im Ortsteil Schwarzenacker, das wird eins der nächsten Ziele sein.

Die Karte musste auch mal wieder aktualisiert werden



P.S.: wer bis hierher gelesen hat - ich habe heute Geburtstag 🙋 😊


4 Kommentare:

  1. Erstmal: Alles Liebe und Gute zum Geburtstag, liebe Walli :-D Ich hoffe, du hattest heute einen schönen Tag.

    Die 10. Etappe ist ja richtig toll! Museumsbähnle, Bergwerg/Höhle. Richtig soll. Diese Metallplatten gibt es in den (älteren) Regionalzügen hier unten heute noch - nur ohne das "Guckloch" an der Seite. Aber die knallen auch, wenn man drauftritt :-/ Und teilweise sind diese Holzbänke echt bequemer als die "modernen" Sitze :-D Zumindest für kurze Strecken.

    Der Turm ist ja auch nett. Fast wie bei uns an der Zähringer Burg mit dem Schlüssel :-D Die Aussicht von oben ist klasse. Das hätte mir auch gefallen.

    Auch die Sandsteinhöhlen finde ich total spannend. Das Wellenmuster an der Decke - wie Meeresboden bei Ebbe :-) Die Baumwurzeln - einfach gigantisch! Wie überlebt der Baum, wenn er doch da unten über die Wurzeln kein Wasser bekommt?

    Jaja, der Vauban. Der war in Freiburg damals ja auch schwer aktiv. Man sieht davon heute aber nichts mehr. Wir haben uns aber schon Neuf-Brisach angeschaut. Noch komplett erhalten und sehr sternförmig :-D

    Die Runde ums Saarland scheinst du ja echt fast geschafft zu haben :-)

    AntwortenLöschen
  2. Erstmal vielen Dank für die Glückwünsche! Ich kann es brauchen - morgen habe ich einen Arzttermin und kann mir die Diagnose schon vorstellen...Und wegen des Baumes: er hat ja sicher sehr verzweigte anderweitige Wurzeln und wird dadurch schon zu seinem Wasser kommen - ich war mit den Kids, als die noch klein waren, wohl so Anfang der 90er mal in der Höhle, und da war die Wurzel auch schon da und der Baum lebt, wie man uns versicherte - und das Wellenmuster an der Decke IST der ehemalige Strand eines Urzeitmeeres, aus dessen Sandkörnern sich der Sandstein dann bildete - Zeiträume, die man sich als Mensch gar nicht vorstellen kann - und morgen geht's, so habe ich es zumindest vor, wieder zu Römerspuren und vielleicht auch noch zu Kelten

    AntwortenLöschen
  3. happy birthdays - liebe frauK!
    das war ja mal eine interessante etappe! "bimmelbahn" fahren wir auch sehr gern und das barocke anwesen ist wunderschön..... cool das due den turm gefunden hast und sogar rauf konntest. und das sandbergwerk ist ja riesig - wir wohnen ja hier auch inmitten eines ehemaligen meeresbodens - berühmte bauwerke in hamburg, berlin & dresden etc. sind aus elbsandstein gemacht worden all die jahrhunderte lang - sogar das neue "schloss" in berlin.....
    wie war dein arzttermin?
    xxxx

    AntwortenLöschen
  4. sehr interessant diese Etappe
    alte Bahnen liebe ich auch (Dapfloks allerdings noch mehr )
    und die Höhle ist wirklich beeindruckend

    LG
    Rosi

    AntwortenLöschen