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Etappe 12 Part 1 am 9.9.2018
Ich glaube, ich habe bisher noch keine einzige Kirche besucht oder gezeigt auf meinen Etappen? Außer vielleicht dieser kleinen Kapelle im Nirgendwo bei Etappe 7.
An diesem Sonntag änderte das sich, und zwar kam mir da wie bei der Senderanlage Berus der Zufall zuhilfe.
Ich hatte meinen "Fahrplan" und die aufgepickten Sehenswürdigkeiten schon fertig ausgedruckt, da fiel mir ein, ich könnte ja mal im Veranstaltungsheftchen schauen, ob da am Wegesrand irgendwo irgendwas stattfindet, nicht dass ich mich hinterher ärgere.
Und ich entdecke: in diesem Landkreis (Saarpfalz nennt der sich) ist am 9.9. Tag des offenen Denkmals!
Und da die Denkmäler in diesen kleinen Ortschaften, wo zum Teil gerade mal 60 Personen leben, halt zu fast 100% Kirchen sind, habe ich mir noch weitere Notizen gemacht und bin dabei sogar auch auf einen unerwartete Entdeckung gestoßen, die mich schon beim Wikipedia-Lesen fast zu Tränen rührte - das geht bei mir allerdings auch schnell... (Näheres dazu später im Bericht beim Ort Niedergailbach).
Ich habe diesen Etappenbericht geteilt in Teil 1 und Teil 2, weil es sonst ein seeeehr langer Bericht würde, da am Ende der Etappe eine enorm große Römer- und Keltenanlage steht. Dafür brauch ich wirklich einen Extra-Bericht.
Ich fahre diesmal durch das wunderschöne
das - schön für mich - zum Teil an der Grenze zu Rhld-Pfalz liegt, zum Teil schon wieder an Frankreich grenzt. Und das sieht - mit Ausnahme einiger kleiner Orte - überall quadratkilometerweit so aus:
Biosphärenreservat Bliesgau,
das - schön für mich - zum Teil an der Grenze zu Rhld-Pfalz liegt, zum Teil schon wieder an Frankreich grenzt. Und das sieht - mit Ausnahme einiger kleiner Orte - überall quadratkilometerweit so aus:
Für Mimbach war lediglich genannt, dass es einige schöne alte Bauernhäuser zu sehen gibt, da ich aber noch mehrere Dörfer durchfahren will und nicht ständig aussteigen und Höfe knipsen will, hier für alle auf dieser Strecke ein einziger stellvertretend:
Für Böckweiler dann die erste Kirche, die aber wirklich was Besonderes darstellt, und zwar weil sie einen 3-Konchen-Chor hat - habe ich vorher noch nie gehört, das Wort Konche kommt vom lateinischen "concha" für Muschel, und bezieht sich in diesem Fall auf die Draufsicht des Grundrisses, diese Kirche hat gleich 3 Konchen, die im Grundriss dann ein Kleeblatt bilden:
der Chorturm mit den 3 Konchen stammt von 1149!
Die Orte Altheim, Brenschelbach und Riesweiler habe ich nur durchfahren, aber der noch kleinere Ort Utweiler, für den habe ich extra einen kleinen Abstecher gemacht und zwar alleine deswegen, weil er nur 46 Einwohner hat, nach anderen Quellen 60, und zudem die Straße dorthin einfach endet, man kann nur hin und wieder zurückfahren, das wollte ich einfach mal sehen, zumal ich bisher nicht wusste, dass wir wirklich so winzigste Orte haben.
Es ging eine Höhe hinauf wie in den Himmel, Kinder spielten auch auf der Straße, sehr schön, dass es sowas noch gibt, dazu Fernsicht und Ruhe...ich könnte mir vorstellen, dort zu wohnen (aber bitte nur mit Internet...)
Von dort wieder hinunter nach Riesweiler und von da nach Peppenkum
Für Peppenkum konnte ich leider auch keine Besonderheit finden, außer dass ich den Namen ebenso witzig finde wie den von Brenschelbach oder später Niedergailbach..man möge mir verzeihen.
Mehr bietet da
Medelsheim
Ach, es ist einfach so schön hier!
In Medelsheim gibt es auf einer Anhöhe dieses kleine Kirchlein mit altem Friedhof, aber das ist nicht das Besondere
sondern die 14 Kreuzweghäuschen, die dorthin führen, nur eins stellvertretend fotografiert für alle anderen (da die Straße gebogen ist, bekommt man immer nur einen Teil vom Weg aufs Bild)
Am dortigen Parkplatz entdeckte ich diesen Hinweis auf einen 23-km langen Rundwanderweg mit 13 Fernsichtpunkten und 18 als landschaftlich reizvoll bezeichneten Stellen, da war mir so, als sollte ich das - völlig sinnfrei - mal für Nicky knipsen, die schafft ja solche Distanzen
Irgendwo in der Nähe entweder von Walsheim oder von Gersheim (für beide Orte ist nichts Bemerkenswertes verzeichnet) schimmert im Vorbeifahren eine Wasserfläche durch die Bäume, wer hier öfter liest weiß, da tritt Frau K in die Bremse und kehrt um...
erst als ich unten am Weiher ankomme, sehe ich das Schild "Betreten verboten" - Mist....aber da steht ein einsamer Angler, ich spreche ihn leise an (will ja seine Fische nicht verschrecken), ob ich wenigstens ein paar Fotos machen darf? Ja klar!
Ich bin gerade mal 1 Minute da, da ruft er: "Jetzt hat einer angebissen!" - wie man auf dem Foto auch sehen kann:
Und das ist sein erster Fisch für heute - ich gehe Richtung Parkplatz, zack, da beißt der zweite an, innerhalb von vielleicht 3 Minuten!
Ich sage, ich hab ihm Anglerglück gebracht, was er lachend bestätigen muss, und er zeigt mir seinen Fang - ich wünsche noch Petri Heil, er sagt Petri Dank und ich ziehe weiter.
Am dortigen Parkplatz entdeckte ich diesen Hinweis auf einen 23-km langen Rundwanderweg mit 13 Fernsichtpunkten und 18 als landschaftlich reizvoll bezeichneten Stellen, da war mir so, als sollte ich das - völlig sinnfrei - mal für Nicky knipsen, die schafft ja solche Distanzen
Irgendwo in der Nähe entweder von Walsheim oder von Gersheim (für beide Orte ist nichts Bemerkenswertes verzeichnet) schimmert im Vorbeifahren eine Wasserfläche durch die Bäume, wer hier öfter liest weiß, da tritt Frau K in die Bremse und kehrt um...
erst als ich unten am Weiher ankomme, sehe ich das Schild "Betreten verboten" - Mist....aber da steht ein einsamer Angler, ich spreche ihn leise an (will ja seine Fische nicht verschrecken), ob ich wenigstens ein paar Fotos machen darf? Ja klar!
Ich bin gerade mal 1 Minute da, da ruft er: "Jetzt hat einer angebissen!" - wie man auf dem Foto auch sehen kann:
Und das ist sein erster Fisch für heute - ich gehe Richtung Parkplatz, zack, da beißt der zweite an, innerhalb von vielleicht 3 Minuten!
Ich sage, ich hab ihm Anglerglück gebracht, was er lachend bestätigen muss, und er zeigt mir seinen Fang - ich wünsche noch Petri Heil, er sagt Petri Dank und ich ziehe weiter.
(Natürlich tun mir die Fische auch leid, eben schwammen sie hier noch in der Idylle, da ich aber selber gerne Forellenfilets esse, und so wäre es verlogen...)
Nun kommt die zweitletzte Station, Niedergailbach
Nun kommt die zweitletzte Station, Niedergailbach
der Ort ist auf Muschelkalk erbaut, man findet in der Gegend viele Ammoniten und andere Versteinerungen, ein Brunnen ist z.B. mit den Funden dekoriert
außerdem gibt es eine unter Denkmalschutz stehende alte Treppe aus Kalkstein, die "kleine Steige", die Unter- und Oberdorf verbinden, mit nettem altem Geländerchen:
Aber in Niedergailbach gibt es noch etwas ganz anderes zu sehen, wobei mir der "Deutsche Tag des offenen Denkmals" heute ganz besonders zuhilfe kam, denn normalerweise kann man in die dortige Marienkapelle nicht hinein, wo aber etwas zugleich sehr tief Berührendes und auch Schönes zu sehen ist, ich las zuvor schon die Geschichte, von der ich bis dato noch nichts wusste:
es geht um die "Madonna von Stalingrad"
der Lazarettarzt und Künstler Dr. Kurt Reuber, im Kessel von Stalingrad mit eingeschlossen und leidend, hat dort zu Weihnachten 1942 für seine Frau diese Madonna mit Holzkohle gezeichnet und sie ihr mit einem Brief mit einem der letzten aus dem Kessel wegfliegenden Transportflugzeuge geschickt, er starb dort, seine Zeichnung wurde später von der Familie gestiftet und hängt in Berlin in der Gedächtniskirche.
Und ein Oberammergauer Schnitzer hat für diese kleine Kapelle diese Madonna als circa 1 Meter große Skulptur angefertigt, und was aus diesem Werk und der Zeichnung spricht, kann auch Nichtchristen in ihren Bann ziehen:
Die letzte Station für heute ist Reinheim
dort liegt genau auf der deutsch-französischen Grenze der Europäische Kulturpark Reinheim-Bliesbruck, über den ich einen eigenen Beitrag schreiben werde (ist einfach viel zu groß, um es hier einzufügen), aber ich habe dort ein witziges Café entdeckt, schon auf dem Kreisverkehr neben dem Eingang zum Kulturpark stand dieses Fahrrad:
Schon zuvor hatte ich dieses Café Fräulein Ida bei meinen Recherchen gefunden, und der Satz " inmitten der ausgefallenen, detailreichen 60-er Jahre Einrichtung" zog mich magisch an, das musste ich sehen! Ist schließlich das Jahrzehnt, in dem ich zur Schule ging und aufwuchs... ich habe mir natürlich die Fotografier-Erlaubnis eingeholt und auch meine Blogadresse angegeben - (und ich betone es an dieser Stelle nochmal eigens: Werbung ohne Auftrag, ohne Bezahlung, ohne Vergünstigung, ich habe meine Bestellung ganz normal bezahlt)
man kann gemütlich wie bei Freunden im Garten sitzen, unter einem schönen großen Walnussbaum
wie eine Zeitreise! Ich habe ein Stück Mirabellenkuchen gegessen, üppig mit leckersaftigen Mirabellen bestückt, hat super geschmeckt, mit einer feinen dunklen Extra-Schicht (was war das? Ich konnte es nicht ausmachen, nur genießen) über dem Teigboden - wie Kaffeetrinken bei der Familie war das. Gerne wieder, falls ich nochmal in der Gegend bin.
(Teil 2 zu Etappe 12 wird noch folgen in den nächsten Tagen)
(Teil 2 zu Etappe 12 wird noch folgen in den nächsten Tagen)

Wahnsinn! So eine schöne Landschaft in diesem Reservart. Diese "Kleeblatt-Kirche" ist ja auch interessant. Sowas hab ich noch nie gesehen! Danke für die Bickenalb-Runde :-D Den würde ich tatsächlich gerne mal gehen, sollte ich mal dort in die Gegend kommen. Fernsicht ist immer gut und 23 km ist auch gut zu schaffen. Das Höhenprofil sieht ja sehr "machbar" aus :-D
AntwortenLöschenWie witzig, dass du dem Angler Glück gebracht hat. Nur nicht witzig für die Forellen. Ich hab ein ähnliches "Problem". Die Tiere tun mir immer irgendwie leid - und trotzdem esse ich sie gerne. Ich bin froh, dass ich in dieser Zeit lebe und nicht meine eigenen Tiere schlachten muss. Meine Großeltern hatten noch Landwirtschaft - aber zum Glück nicht mehr, als wir Enkel da waren ;-)
Ich war schon in der Gedächtniskirche in Berlin. Aber auf die Madonna habe ich ehrlich nicht geachtet, weil ich so von dem Licht dort drinnen fasziniert war - die Sonne fiel durch diese blauen Glasbausteine.
Dieses 60er Jahre Café ist ja goldig :-D Häkeldeckchen unter Glas...wie bei meiner Uroma :-) Und die ausrangierten Pumps als Garderobe....was für eine geniale Idee :-D Wenn der Kuchen so liebevoll gebacken wurde, wie das Café eingerichtet ist, dann muss er ja geschmeckt haben :-D
Ich freu mich jetzt schon auf Teil 2 :-D
schön ist diese weite landschaft mit den streuobstwiesen.....
AntwortenLöschenich hab zum denkmaltag gearbeitet - in einem unserer denkmäler, dem malerwinkel. unser verein hat ein kleines fest ausgerichtet in diesem hof von mühle + vogtei, mit livemusik und lecker mampf und federweisser :-D
zum thema stalingrad hab ich meine eigene meinung - hätten da ja nicht hingemusst (zwangsrekrutierungen ausgenommen).
das café ist ja putzig, wenn dann auch noch der kuchen schmeckt!
xxxx
Du warst wirklich in einer wudnerschönen Gegend unte3rwegs, gab viel zu sehen, zu erleben, zu erfühlen. Die Geschichte vom malenden Arzt ist auvh für mich sehr rührend - ich finde Kriege so traurig, und umso trauriger finde ich es, wenn Kriege das Leben talentierter, intelligenter, gefühlvoller Menschen zerstören...
AntwortenLöschenHerzliche Rostrosengrüße, Traude
PS: Falls du das Rezept vom Eierlikörgugelhupf rauskopiert hast, schau bitte nach, ob da schon die Mengenangaben für den Eierlikör und fürs Backpulver drin waren, die hatte ich nämlich vergessen................
da reise ich durch gerne mit...
AntwortenLöschendiese gegend ist mir (noch unbekannt deshalb geniesse ich es mit dir mitzureisen....
was ich - unter anderem mitnehme ist diese geniale Idee mit den Pömps anstelle von Gardarobehaken, und schon - schwupps ist sie Gedächtnisgespeichert:
"wie bei Tante Amalie im Wohnzimmer" wird man auf deinen Bildern glatt in die 60ziger Jahre entführt, wohlfühlcharakter vorprogrammiert.
was ich auch mitnehme sind die Eindrücke einer so schönen Deutschlandreise an dem viele vorbeifahren oder es nur mal so eben beim vorbeifahren streifen...
liebe GRüße angelface
die Madonna und dsa Gemälde sind ergreifend
AntwortenLöschenund das Cafe schön nostalgisch..
ganz mein Geschmack ;)
liebe Grüße
Rosi