[Dieser Post enthält durch Fotos und Produkt- und Firmennennung Werbung, die ohne Auftrag, ohne Sponsoring und ohne Bezahlung erfolgt]
und sorry, die Schriftformatierung macht wieder, was sie will...da kann ich anpassen so oft ich will..
und sorry, die Schriftformatierung macht wieder, was sie will...da kann ich anpassen so oft ich will..
Etappe 12 Part 2 am 9.9.2018
Europäischer Kulturpark
Reinheim-Bliesbruck D/F
So hätte im 3. Jahrhundert n. Chr. eine
Immobilienanzeige lauten können:
Repräsentative Villa in
weitem Tal mit vielen Extras
Grundstück 70.000 qm (entspricht in der Zukunft fast 10 Fußballfeldern), komplett von
umlaufender Mauer umgeben (gegen die bösen Germanen), die Mauer hat eine Länge
von ca. 750 Metern
Villengebäude:
zweistöckig, freistehend, Grundfläche 80 x 62
Meter, mehr als 50 Räume, separater Bädertrakt von über 400 qm
12 Nebengebäude, zwischen den Nebengebäuden jeweils mindestens 40 Meter Abstand
die Nebengebäude sind nutzbar als Angestelltenwohnungen und/oder Werkstätten, oder auch als Lagerflächen für Naturalien aus Pachtzahlungen, Grundflächen zwischen 85 bis 260 qm
mindestens ein repräsentatives hohes Eingangstor
die Nebengebäude sind nutzbar als Angestelltenwohnungen und/oder Werkstätten, oder auch als Lagerflächen für Naturalien aus Pachtzahlungen, Grundflächen zwischen 85 bis 260 qm
mindestens ein repräsentatives hohes Eingangstor
Wirtschaftshof, innenliegend, von 300 x 135 Metern mit
diversen Nutzungsmöglichkeiten (Park, Pferdekoppel, Trainingsgelände etc.) in
der Mitte des Geländes
von vorne:
von hinten:
Teile dieser
gigantischen Anlage wurden zunächst bei Ausgrabungen für Teile einer Stadt
gehalten...und als ich vor Jahren zum ersten Mal hier war, auf einem Hügel
knapp hinter der Villa stand und die Fläche überblickte, in der Ferne das
zugehörige Tor sah (sucht das mal auf dem Foto!), und da erst begriff, das ist
alles EIN Villengelände, dachte ich "ach du Sch…. ist das groooß!"
Bedauerlicherweise fand hier über lange Zeit Kiesabbau
stand, so dass sogar noch in unseren 60er Jahren komplette Zerstörungen von
mehreren Gebäuden stattfanden...Banausen...
seitlicher Blick auf die Mauern des Villengebäudes, im
Hintergrund das erste der Nebengebäude, das rekonstruiert wurde
angelegter Garten
in gebührendem Abstand zum Herrschaftshaus das Nebengebäude 1, das heute eine Taverne und im Obergeschoss eine Ausstellung zur Villa birgt
Blick auf den riesigen Innenhof, das 300 m entfernte Eingangstor und rechts die rekonstruierte umlaufende Mauer mit Teilen von Nebengebäuden
Fenster im
Tavernengebäude, römisch verglast
im Vorraum zur Taverne ist für Kinder (und für Ewachsene, die sich ihr kindliches Gemüt bewahrt haben...) die Möglichkeit, Mosaiken nachzulegen
von der Taverne aus die in halbhoch nachgebildete rechte Begrenzungsmauer des Innenhofs, am Bildrand wieder das Eingangstor
Blick von hinter dem letzten Wirtschaftsgebäude seitlich auf das Tor
Von diesem Blick aus dem Tor auf die Anlage wendet man sich um und
geht einen schmalen Pfad (man denkt erst, man wäre verkehrt...) an einem Weiher
und französischen Ferienhäuschen vorbei hinüber nach Frankreich (also nach
Bliesbruck),
denn in etwa 300 Meter Fußweg entfernt liegt eine
ebenfalls teilweise ausgegrabene
römische Stadt,
die sicher zu der Villa in irgendeiner Beziehung stand.
Hier gab es - wie stets bei den
badefreudigen Römern - eine große Thermenanlage, einen Markt mit Marktgebäuden,
ein umfangreiches Handwerkerviertel und Handelsplätze.
Gleich am Anfang stehen eine Taverne sowie eine echte "Tretmühle" mit angegliederter Bäckerei, wo bei Veranstaltungen auch wirklich Leute in dem Rad wie die Hamster laufen und Brot gebacken wird (sah ich vor ein paar Jahren, Kinder schlugen sich fast darum, in das Rad zu kommen)
Reste der Stadt sind mit Schutzdächern versehen, in manche Keller kann man hinabsteigen
ein weiteres Stück entfernt sind die Thermen, und da hier im französischen Teil des Geländes kein Personal ist, erhält man beim Ticketkauf im deutschen Teil eine Code für diese Tür:
so kann man sich die umfangreiche Thermenanlage vorstellen:
Direkt an die Thermen angelehnt,
man kann sich das wohl wie eine heutige Shopping-Mall vorstellen, hatten
Händler ihre Läden, Baden & Shoppen, sozusagen.
Die Thermenanlage ist von einem wirklich schönen modernen Gebäude überdacht, über die einzelnen Bereiche ragen Stege wie kleine Aussichtskanzeln:
Aber die
Kelten
Kelten
waren vorher da in dieser Ebene!
Was die Römer sicherlich nicht wussten: sie bauten ihre Pracht teilweise quasi auf einen Friedhof...denn hier fanden sich bei Ausgrabungen mehrere eisenzeitliche Grabanlagen, eine davon mitten in dem Riesenhof, die andere direkt unter der Villa... das wäre heute Stoff für einen Gruselfilm.
Was die Römer sicherlich nicht wussten: sie bauten ihre Pracht teilweise quasi auf einen Friedhof...denn hier fanden sich bei Ausgrabungen mehrere eisenzeitliche Grabanlagen, eine davon mitten in dem Riesenhof, die andere direkt unter der Villa... das wäre heute Stoff für einen Gruselfilm.
Gleich neben der Villa befinden sich drei monumentale
Kelten-Grabhügel, sehr steil (ich wagte mich nicht hinauf, wer weiß, ob ich
wieder heil runterkäme mit meinen komischen Gräten, nach etwa 5 Metern gab ich
bedenkenvoll auf und kehrte um) und in einen kann man hinuntersteigen, wo
praktisch im Keller das sogenannte Fürstinnengrab von circa 370 v. Chr.
nachempfunden ist.
wie durch einen Schneckenhausgang geht es hinab in das nachgebildete Grab
Das Grab der keltischen Fürstin war mit wundervollem Goldschmuck und goldenem Geschirr bestückt, wenn man sich das anschaut kann man kaum glauben, dass dies vor ca. 2400 Jahren angefertigt wurde!
dieses Tier von oben auf der großen Kanne ist draußen in groß nachgebildet
Außerdem sind draußen hinter der römischen Umfassungsmauer auch ein paar keltische Gebäude nachgebaut:
ein Erdkeller:
Hier noch eine Übersicht über das komplette große Ausgrabungsgelände, man läuft insgesamt ca. 6 km um alles zu sehen:
wie durch einen Schneckenhausgang geht es hinab in das nachgebildete Grab
Das Grab der keltischen Fürstin war mit wundervollem Goldschmuck und goldenem Geschirr bestückt, wenn man sich das anschaut kann man kaum glauben, dass dies vor ca. 2400 Jahren angefertigt wurde!
dieses Tier von oben auf der großen Kanne ist draußen in groß nachgebildet
Außerdem sind draußen hinter der römischen Umfassungsmauer auch ein paar keltische Gebäude nachgebaut:
ein Erdkeller:
Hier noch eine Übersicht über das komplette große Ausgrabungsgelände, man läuft insgesamt ca. 6 km um alles zu sehen:
Quellen:
- die Infotafeln aus den Ausgrabungsgeländen
- die Informationen aus der Ausstellung im oberen Stockwerk
der "Taverne"
- das Buch "Die Villa von Reinheim" von Andreas
Stinsky, Nünnerich-Asmus Verlag
Wow! Einfach nur Wow! Was für eine Fülle an Informationen, tollen Bildern und überhaupt - ich liebe doch diese geschichtsträchtigen Orte :-D Das würde mir auch gefallen! Und das die Römer auf einem Keltenfriedhof siedelten ist echt Stoff für eine Gruselgeschichte :-D
AntwortenLöschengrandios!
AntwortenLöschenwas für ein platz! erst die kelten, dann die römer. und beide habens richtig krachen lassen - scheint eine inspirierende gegend zu sein. von so einem grossen latifundium kann man sicher heute noch was lernen - wie landwirtschaft geht z.b.. und der schmuck der fürstin ist wunderschön!
wieder eine sehr lehrreiche etappe - danke für die vielen fotos - ist als wär man dabei gewesen :-D
xxxx
stimmt, nach eingehender Besichtigung bn ich sprachlos still mir wäre wahrscheinlich - die Spucke im Hals stecken gebliegen wäre ich nicht nur virtuell sondern in echt dabeigewesen...WOUWWW...entfährt mir Bewunderung.
AntwortenLöschenWelch ein grandioses Schauspieltheater für den Blick.
Die verstanden es "bauen zu lassen" die armen sklaven die ihre Haut dafür hergeben mussten, all ihre Muskelkraft und Stärke, mei Nerve....unvorstellbar!
wahnsinnsbilder einer Epoche, nein gleich von meheren übereinander gestapelt und der Schmuc der Königin grandios wertvoll und schön.
ein herzliches Danke für diesen wunderschönen Rundgang bei dir..
herzlich Angelface
wow
AntwortenLöschendas scheint damals eine sehr rührige römische Gegend gewesen zu sein
prachtvoll die Villa
wir haben hier eine Villa Rustica mitten im Wald
aber das war eher ein Landhaus
du muss imenser Reichtum geherrscht haben
sehr schöne Bilder
LG
Rosi