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Etappe 7 am 22.08.2018
Ich hatte wieder einen so schönen Plan...Daran war auch nichts falsch, im Gegenteil - die Idee war:
- schon um 10 Uhr morgens (es wird ja wieder ein heißer Tag mit einer Temperaturspitze von 31 Grad) gehe ich in ein cooles, abgelegenes, herrlich altmodisches "Natur- und Waldfreibad"
- danach reihen sich dann alle anderen "Events" an wie Perlen auf der Schnur.
Etappenort für Reise Nr. 7 auf meiner Grenzrundreise - ganz dicht zu Rheinland-Pfalz, auch noch am Schwarzwälder Hochwald gelegen - war Weiskirchen, einer von 15 Kurorten, die sich "Heilklimatischer Kurort der Premium Class" nennen dürfen - und auf der Suche nach (für mich!) Interessantem hatte ich natürlich die Website von Weiskirchen durchforstet und stieß mit einem Freudenschrei auf ein Naturfreibad (zweiter Punkt auf der Site)! Geöffnet ab 10 Uhr morgens - passt!
Nun fahr ich ja auf Flußschwimmbäder, Waldschwimmbäder mit natürlichem Zulauf und dergleichen immer total ab - "normale" Freibäder mag ich gar nicht - das Naturwasser ist auch ganz anders auf der Haut als das Gechlorte - jedenfalls war das der Top-Punkt auf meiner heutigen Liste.
Die Öffnungszeit 10 Uhr morgens wurde auch auf Schwimmbadcheck bestätigt, warum hätte ich zweifeln sollen?
Freudig aufgeregt stand ich also 2 Minuten vor 10 dort an Kasse - um gleich wieder weggeschickt zu werden!
Geöffnet ist es - ja, ich könnte ne Wurst essen oder was trinken - aber schwimmen gehen, nein, das ist erst ab 13 Uhr möglich, weil erst dann der Bademeister kommt!
Aaaaaaaaaaaaaah!!!!!!!
Ich sage, dass das mit 10 Uhr aber so auf der Internetseite steht - "mh - hat der das nicht geändert?" - nee, hat "er" nicht, wer auch immer "er" ist - die Kassendame ist zwar lieb und nett, aber ich lass jetzt doch etwas die Unterlippe hängen...menno! Schon wieder - wie bei Mettlach - an Punkt 1 bereits gescheitert.
Na gut, hilft ja nix, gute Laune nicht verderben lassen und 3 Stunden noch gut herumbringen, also die nachfolgenden Tagesziele umsortieren und neu starten.
Und zwar in Rappweiler, wo mich ein Kapellchen, einziger Überrest eines untergegangenen Dörfchens hinaus auf die Felder zog. Für mich als Städterin erstaunlich: das Kapellchen ist offen!
Apropos muss ich hier was einflechten: mein ältester Sohn findet mein Projekt interessant und meinte, wenn er noch zuhause wohnen würde und noch jünger wäre, würde er da hin und wieder mitkommen - allerdings nicht zu meinen "Oma-Sachen" - ein Feld-Wald-Wiesen-Kapellchen gehört mit Sicherheit zu dem, was er mit Oma-Sachen meint, aber ich richte, da ich alleine unterwegs bin, die Tour nun mal nach eigenen Vorlieben ein, und ich mag die Atmosphäre an solchen stillen einsamen und geschichtlichen Orten nun mal sehr:
Außerdem gibt es hier einen Wildpark.
Zu dessen Eingang kommt man an der wirklich überraschend großen Wildpark-Alm vorbei.
Nachdem ich einige Gehege entlang gestapft war, ohne ein einziges Tier zu sehen (Beweisfotos) - denen war wohl auch schon zu heiß und sie lagerten irgendwo in Unterständen oder im Wald - zog ich wieder von dannen. Bringt ja nix, nur Zäune anzugucken. Übrigens Eintritt frei.
Nebenbei bemerkt: startet genau hier der 2-Täler-Wanderweg, den ich zusammen mit einem meiner Söhne am 3.10.2015 gegangen war (das war ein Geburtstagswunsch von mir gewesen) - und von wo ich leider nur 2 Fotos habe und darum keinen Beitrag schrieb, denn der Teenager ließ mir keine Zeit, irgendwo stehen zu bleiben und zu knipsen..).
Dann nach Weiskirchen rein und den Staudengarten und den Kurpark anschauen - Bilder sprechen für sich:
und vom Auto aus einen Blick auf den Mechanischen Musiksalon werfen, der aber sowieso nur für Gruppen öffnet
Noch über 2 Stunden bis Schwimmbadöffnung...also mache ich dann einen Grenzsprung rüber nach Rheinland-Pfalz, ich will die Grimburg sehen, die schaut auf den Bildern so schön düster aus.
Da wusste ich noch nicht, dass man dort eigentlich nur hin wandern kann - über die Strecke, die mein Navi anzeigte zumindest, aber für dieses eine Mal ignorierte ich das Schild "Nur Wald- und Forstverkehr und Mitarbeiter der Burg" - ich dachte allerdings auch, das könne ja nur ein paar Meter weit entfernt sein...aber ich kurvte dann mehrere Kilometer (schäm) durch The Middle of Nowhere - aber irgendwann ist dann halt auch der Point of no Return erreicht - und mit hochgezogenen Schultern (hoffentlich kommt da niemand und maßregelt mich) kam ich endlich an der Burg an, die man erst kurz vorher sehen kann und die mitten im Wald auf einer Anhöhe liegt.
Meine Strafe für die illegale Sträßchennutzung war dann vielleicht, dass ich mir ganz oben im Turm dann heftig den Kopf anstieß *doing*…und deswegen die letzte Leiter nicht mehr hochklomm.
Nun aber endlich SCHWIMMEN!
Als ich kam, waren nur etwa 5 weitere Besucher da, herrlich!
Das Wasser sieht von hier aus dunkel und grün aus, ist aber nicht so, das Becken ist halt nicht so grellblau gestrichen, sondern hat einfache dunkle teils bemooste Steine und Platten am Boden, auch die Bäume etwas spiegeln sich darin. Alles perfekt!
nächstes Mal zieh ich die mitgebrachten Latschen an...heupanierte Fußsohlen
Erst mal unter die eiskalte Dusche, dann kommt man leichter ins Wasser rein, denn "vom Bach gespeist" ist natürlich kalt, auf Nachfrage 20 Grad, geht ja noch.
Oh das war so schön! Ich hatte eine ganze Bank im Schatten unter einem Baum für mich mit Beschlag belegt, und lagerte dort zwischen 2 x schwimmen gehen.
Was mir außer der schönen ruhigen Umgebung und dem erfrischenden Wasser noch auffiel:
nach noch nicht mal 10 Minuten war ich schon mit 3 mal mit Leuten im Gespräch - das gibt's in der Stadt so nicht und das gefiel mir auch sehr und trug zum weiteren Wohlbefinden bei.
Dann war es aber auch mal Zeit, weiter zu ziehen.
Noch eine Spaßaktion, und zwar im Freizeitzentrum Braunshausen!
Dort gibt es z.B. ein Rutschenparadies, einen Spielplatz im Stil eines Keltendorfs, Bungeejumping auf Trampolinen, das alles eher für Kinder,
aber für große Kinder wie mich geht auch die
Sommerrodelbahn! Hab nachgeschaut: bis 170 kg kann man die benutzen.
Da lass ich mich jetzt den Berg hochziehen, um anschließend lustvoll wieder runterzubrettern - schöne 1000 Meter lang!
Meine Handtasche konnte ich beim Einsteigen hinterlassen, ein Foto ging aber nur bergauf, bergab braucht man beide Hände zum Beschleunigen bzw. Bremsen (bei mir eher Bremsen..) - außerdem isses verboten.
Hätte ich mir nicht ein Finanzlimit gesetzt, würde ich hier auch 10 mal runterfahren.
Aber ich will auch noch zu einer im Wald verborgenen Sehenswürdigkeit aus uralter Zeit, und zwar zum Keltenring bei Otzenhausen, einer gigantischen Befestigungsanlage, etwa 2000 bis 2500 Jahre alt! Und eine der beeindruckendsten Wälle dieser Art in Europa. Die Anfänge des Walls gehen zurück bis in die La-Tène-Zeit 5.-4. Jahrhundert vor Christus.
2,5 Kilometer lang, bis zu 10 Meter hoch, an der Basis über 40 Meter breit, man muss es gesehen und bestiegen haben, denn die Fotos können nur ein flüchtiges Bild dieses uralten Monuments vermitteln.
Ich glaube, dieses hier von oben lässt am ehesten noch die Dimensionen erahnen:
Nun war das allerdings zur Zeit der Erbauung kein simpler Steinhaufen, sondern eine sogenannte "Murus gallicus", d.h. die Steine verfüllten eine Art Fachwerkmauer, und diese war bis zu 25 Meter hoch!
Das Holz ist natürlich längst verfault, wir sehen und besteigen nur noch die Füllsteine, aber das alleine ist schon ein Erlebnis für sich.
Ohne diese Steintreppe hätte ich in dem Geröll keine Chance, da hoch zu kommen, was schade gewesen wäre, denn von oben ist es einfach GREAT
Warum eigentlich brauchten die Kelten so eine Riesenmauer?
Weil sie ihren Reichtum zu schützen hatten, der aus Bodenschätzen bestand. Toneisenstein zur Waffenherstellung. Immer dasselbe irgendwie in der Menschheitsgeschichte - man denke an die Mauern in unserer Zeit.
Übrigens ist die Wegbeschilderung überaus jämmerlich...ich lief offenbar sogar den längeren Weg durch den Wald (1,8 km, immer bergauf, für mich derzeit keine einfache Sache) - es hätte wohl aber linksherum noch einen weiteren Weg mit einem Tor gegeben. Schade drum, da hätte man nicht so sparen sollen und nur ein briefmarkengroßes Schildchen oben an einen Baum nageln...
Sei's drum, vielleicht ein ander Mal. Für heute war es das dann.
Die riesige Talsperre Nonnweiler, zu der man vom gleichen Parkplatz aus wandern kann, hab ich mir geschenkt, ebenso das Keltendorf, dort war ich nämlich letztes Jahr am Feiertag Fronleichnam und hatte auch einen Blogbeitrag dazu geschrieben.
Das Wetter der kommenden Tage soll außer Abkühlung auch einiges an Gewittern und Regen bringen, da weiß ich nun nicht, wann ich die nächste Etappe fahren kann.
Bleibt mehr Zeit für Recherchen.
In die aktualisierte Karte habe ich mal grüne Flächen an den Rand gesetzt (unvollständig!), da wo halt keine Orte waren, weil es entweder nur Wald und Wiesen gibt, wie z.B. der Warndtwald, wo quadratkilometerweise keine Bebauung ist oder wie zwischen Mettlach und Saarburg das Flußtal mit den Steilhängen, usw.
Grün war es seit der Abfahrt in Saarbrücken aber überall!
der bademeister schläft wohl gern lange ;-D
AntwortenLöschenin DAS bad wäre ich mitgegangen - sonst meide ich ja bäder wie der teufel das weihwasser..... due düstere burg ist ja richtig unheimlich und dass dir der dort eingesperrte geist gleich eine auf die nuss gegeben hat - hihi. und dieser keltenwall - mein lieber krokoschinski - ganz schönes möbel. echt abgefahren!
und das kapellchen ist sehr rührend!
xxxx
Wieder eine grandiose Etappe. Das mit dem Bademeister ist ja echt gediegen! Sowas hab ich jetzt auch noch nicht erlebt :-D In "leeren" Tiergehegen waren wir auch schon. Ärgerlich, wenn man dann noch Eintritt zahlen muss für "nichts". Daher gut, dass bei dir der Eintritt frei war. Der Garten/Kurpark war ja auch wieder sehr sehenswert - und trotz der Hitzewelle noch recht grün :-)
AntwortenLöschenDie Grimburg hat ihren Namen echt verdient. Sie sieht sehr "grimmig" aus. Eine tolle Kulisse für eine Gruselgeschichte :-) Seit mich mal ein Förster "angeschissen" hat, vermeide ich solche Forstwege tunlichst mit dem Auto :-D
In das Bad und auf die Sommerrodelbahn wäre ich auch mitgekommen :-D Aber mein persönliches Highlight dieser Etappe ist ja dieser gigantomanische Keltenwall! Boah!!! wie lange die wohl an sowas riesigem gebaut haben? Und es existiert bis heute! Da könnte sich manch "moderner" Baumeister mal ein Beispiel dran nehmen.
schön dass du trotzdem noch zum Schwimmen kamst
AntwortenLöschendie Burg gefällt mir
und der Wall ist grandios
LG
Rosi