Etappe 3 am Samstag, 11.08.2018
fahre ich in umgekehrter Richtung, beginne also oben und
schraube mich nach unten bis Richtung Niedaltdorf, wo Etappe 2 endete.
Warum? Kennt ihr Schengen?Klar kennt ihr Schengen, `zwar in anderem Zusammenhang als ich jetzt meine, aber wisst ihr auch, wo es liegt?
Hart an der Grenze vom Saarland zu Luxemburg – und da es
nahe bei meinem heutigen Streckenverlauf liegt und [Werbung ohne Auftrag] man dort sehr billig tanken
kann und mein Auto das auch gerade sehr nötig hat, fahre ich zuerst nach
Schengen – lasse aber die Sehenswürdigkeiten dort links liegen, tanke nur und gleich weiter. Ich war erst letztes Jahr in Schengen und Umgebung
Es ist schon witzig, sobald man auf die luxemburgische
Grenzstadt zufährt, gibt es eigens ein Straßenschild
„Zu den Tankstellen links
einordnen“
Die Luxemburger wissen, warum wir Deutschen angerollt kommen...ich hab mal gezählt: direkt an der Grenzstraße stehen wie Perlen an einer Schnur schon gleich mal 9 Tankstellen.
Schaut euch die Preise an, dann ist klar warum, und man ist hier ganz auf deutsche
Kunden eingestellt.
Foto ist [Werbung ohne Auftrag]
Foto ist [Werbung ohne Auftrag]
Anekdote am Rande: die Eltern der [Werbung ohne Auftrag] Starköchin Lea Linster hatten auch so eine Grenztankstelle, mit Restaurant, in Frisange. Das waren ihre Anfänge.
Mit [Werbung ohne Auftrag] Zigaretten ist es wohl ähnlich, aber das interessiert mich zum Glück nicht, ich hab noch nie im Leben auch nur eine Zigarette geraucht.
Ich tanke voll und gönne mir dann das Vergnügen, das Navi
nicht auf „schnellste Strecke“ nach Hemmersdorf, meinem ersten Zielort,
einzustellen, sondern auf „kürzeste Strecke“ und zockele so 10 herrliche Kilometer über das ebenfalls
direkt hier angrenzende Frankreich (Dreiländereck!) über Kleinststraßen
zwischen endlosen Feldern und Weiden, dazwischen lose gesprenkelt mit Orten,
die man nicht mal als Dörfer, sondern höchstens als Siedlungen bezeichnen kann.
Wunderbar. Und ich fröne auch ein klein wenig meiner
(bekannten) Leidenschaft für alte Haustüren, aber allzu oft aussteigen mag ich
dann doch auch nicht, daher nur 2 Exemplare stellvertretend:Am Wegesrand nach Kerprichhemmersdorf komme ich am Startpunkt für die Wanderung Druidenpfad entlang (den ich schon 3 x ging) und finde, das ist der ideale Platz für mein Frühstück! Von da geht es zu den Keltenhäusern.
Allerdings brauche ich meinen großen Schal, 20 Grad lassen
mich frösteln – langsam verstehe ich, was Australier mit „der kalten
Jahreszeit“ meinen…(neulich bei Nicky gelesen)
Dann breche ich auf zur ersten „Sehenswürdigkeit“, die sich
allerdings als mega-enttäuschend herausstellt, vom „Schloss“ in Kerprichhemmersdorf
ist lediglich noch dieser Türrahmen mit Treppe als zu einem ehemals bedeutenden
Gebäude erkennbar…schade schade - dabei heißt sogar die Straße nach dem Schloss.
Nun weiter nach Großhemmersdorf, wo ebenfalls ein Schloss
angekündigt ist (ich finde allerdings, es sind doch eher Gutshäuser, oder?
Schloss klingt bisschen zu großspurig…aber okay, es ist ja auch einiges
verloren gegangen)
Zuvor jedoch – ich parke auf einem kleinen Platz mit
Infotafel – zu den Lothringer Bauernhäusern aus dem 17. und 18. Jhdt., die sich in der (passend!) Lothringer Straße in
Großhemmersdorf in unterschiedlichem Renovierungsstadium finden, allerdings
einige auch bis zur Unkenntlichkeit entstellt mit den schrecklichen
Eternitplatten – davon natürlich keine Fotos, nur von den Perlen
Prägnantestes Merkmal des Lothringer Bauernhauses: der
Drempel! Das ist diese auch Kniestock genannte Mini-Etage unter dem Dach.
Das Schloss verbirgt sich leider schüchtern hinter riesigen
Bäumen und ist kaum fotografierbar
Das Kutschentor entdecke ich erst, als ich schon wegfahre, da sind neue Häuser dazwischen gebaut worden.
Noch eine Anekdote, die ich fand bezüglich dieser beiden Schlösser und die zeigt: Adel verpflichtet! Und kann tödlich sein..
1790 fand der Abbé de la Roche Girault, wohnhaft im Schloss Großhemmersdorf, dass sein Schwager, Graf Johann Heinrich de Roucy, wohnhaft in Kerprichhemmersdorf, sich "nicht standesgemäß" verhalten hatte, indem er persönlich ein Schwein schlachtete, weswegen der Abbé sich veranlasst sah, ihn kurzerhand mit einer Schrotflinte zu töten! Wow! Fanatiker gab es schon immer. Ob er dafür verurteilt wurde, hab ich nicht herausgefunden.
Nächster Ort ist Fürweiler – überraschend für mich geht es
fast serpentinenartig von Großhemmersdorf aus bergauf, die Anwohner dort oben
können echt von „bevorzugter Höhenlage“ sprechen – im Ort selber habe ich als
Motiv lediglich dieses hübsche alte Tor mit Rundum-Mauer gefunden, jedoch keine
Erklärung dafür, was früher wohl dahinter war? Ein Haus? Oder auch ein
„Schloss“? Eine Kirche? Ich habe nichts finden können.
Weiter nach Oberesch, auf dem Weg dorthin ganz easy den
Eschbachweiher gefunden und dort herum gestreunt. Es gibt außer Seerosen und
Wasservögeln auch zwei Hochbeete mit Kräutern, von Hummeln und Bienen umbrummt
und dieser Schmetterling war wohl steif vor Kälte, denn ich konnte ihn ganz nah und mehrfach knipsen (an der Bestimmung bin ich aber gescheitert).
Nächstes Ziel sollte Burg Esch sein, die zwar in
Privatbesitz ist, die ich aber wenigstens von außen sehen wollte.
Hatte mir so viel Mühe gemacht und gleich drei Adressen
gefunden, wie man zu ihr kommen solle – die einfachste schien mir Zur Burg Esch, Kirchstraße 8, 66780 Rehlingen-Siersburg.
Es gibt auch ein Schild am Anfang dieser Straße…aber weit
und breit keine Burg, kein weiterer Hinweis, nix, gar nix, bloß eine
Gaststätte, die [Werbung ohne Auftrag] „Zur Burg Esch“ heißt…ja l…. mich doch…jetzt hab ich aber keine Lust
mehr auf eure Burg, behaltet sie! Veräppeln lass ich mich nicht.
Weiter nach Silwingen, über das ich zwei Infos fand, als
dass es zum einen der Wohnort von Oskar Lafontaine und Sarah Wagenknecht ist –
ich bin ihnen aber nicht begegnet.
Zum anderen gibt es hier den „Tunnel des Grauens“, 1700 m
langer ehemaliger Tunnel der Reichsbahn – es gibt Videos und Schauermärchen
darüber – es war klar, da finde ich weder hin noch würde ich alleine da rein
gehen. Wären meine Söhne mit dabei, gerne! Einer war sogar schon mal drin (gut, dass ich das nicht wusste). Obwohl die Kerle mich sicher auch
mal gruseln machen würden, wenn ich mit ihnen da reinginge.
Aber dann sehe ich einen Parkplatz am Straßenrand mit einer
dieser „SaarErlebnisLand“-Tafeln und steuere dorthin, und siehe da, nun kann
ich immerhin Fotos vom Gruseltunnel zeigen! Man hört undefinierbare Geräusche da drin, heißt es, und hat mein Sohn bestätigt
Und das war es für heute! Ich will heim und etwas Schlaf
nachholen und auch ausgeruht gerüstet sein für den Abend, wo ich noch was Besonderes vorhabe, über das ich hoffe, auch noch berichten zu können!P.S. die aktualisierte Streckenkarte füge ich noch ein, ich habe gerade keinen Bock 😎
na - war der abend schön?? :-D
AntwortenLöschenein bisschen enttäuschend ists ja schon wenn man sehenswürdigkeiten angepriesen bekommt die dann keine sind oder nicht zu finden.... hm. ich finde die landschaftsbilder ganz wunderbar - eine perfekte gegend um die seele baumeln zu lassen - zumindest für mich. weil wenn ein berg zu sehen wäre müsste ich rauf ;-D
xxxx
halb und halb war der Abend, teils super, teils enttäuschend - bin noch am Berichtschreiben, allerdings auch offenbar am Krankwerden, so ein Mist, mitten im Urlaub...
AntwortenLöschenWas für tolle Landschaften! Und die Bauernhäuser sind ja auch toll :-) Dieser Tunnel hätte mich ja magisch angezogen. Und Sehenswürdigkeiten die nicht existieren oder enttäuschen braucht echt kein Mensch. Wirklich schade.
AntwortenLöschenDer Schmetterling könnte ein Landkärtchen sein?!
AntwortenLöschenja du hast recht nicky! Ich hatte so sehr gesucht, und ich finde nun, "Landkärtchen der Sommergeneration", die sehen so aus! Ich hatte aber nur Fotos von den bunteren Landkärtchen, die viel mehr Orange haben, aber nun ist es klar, ja das ist es!
AntwortenLöschenherrliche Landschaftsbilder
AntwortenLöschenund ich liebe alte Türen und Tore auch
den Schmetterling hast du ja jetzt schon gefunden ;)
ein Landkärtchen im Sommerkleid
Lg
Rosi