Freitag, 10. August 2018

Urlaub zuhause Teil 2 - Reise rund um mein liebes kleines Bundesländchen

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Etappe 2 am Donnerstag, 09.08.2018


Da mir das Äpfelraffen und die anschließende Verarbeitung des leckeren Obstes so Spaß gemacht hatten, hab ich mir ausgerechnet, was ein kleiner Umweg über St. Nikolaus für die 2. Etappe kosten würde und kam auf einen Euro – also ökonomisch vertretbar. Außerdem: ich hab ja Urlaub! Da kann ich mir – wenn ich schon nicht fliege oder sonst wie einen großen ökologischen Fußabdruck hinterlasse, so eine „unnötige“ Fahrt doch mal erlauben!
Außerdem fuhr ich dann (spät! Vorher noch Post- und Bankgänge nötig) ohne Frühstück los und machte ein Picknick am Weiher – bis Insekten mich überfielen – habe darum auch vier große Beulen an diversen Stellen mit heimgebracht, Krönung ist ein „Horn“ dick und rot auf der Stirn, na danke!
Aber trotzdem war es schön – und die Apfelernte noch reichlicher als beim ersten Mal.



Am Ende der ersten Etappe hatte ich zwar das Schild in Berus mit Hinweis auf den historischen Stadtkern gelesen, aber keine Kräfte mehr und es zog mich nur noch heim.

Für den Donnerstag 9.8.18 waren kräftige Gewitter und Starkregen angekündigt, aber darum zuhause bleiben? Nee, dazu hatte mich der Wetterbericht schon zu oft veräppelt.

Start also in

Berus - historischer Stadtkern


Ich sag es gleich vorweg – es gibt da einige schöne und interessante Gebäude, aber der Stadtkern ist doch sehr durchsetzt von neuen oder nicht-so-schönen Gebäuden, einen ganzen Straßenzug als Fotomotiv, das geht hier nicht, aber die Rosinen habe ich mir herausgepickt:




Das Schild wurde übrigens von einem offenbar Gänsefüßchen-Süchtigen erstellt – ob er begründen könnte, wozu die ganzen Gänsefüßchen hier nötig sind???

Berus liegt ja auf einer Anhöhe auf einem eigentlich recht schmalen Bergrücken, war in früheren Zeiten eine Bergfestung, und die „Altstadt“ besteht darum nur aus zwei parallel verlaufenden Sträßchen, dann geht es links und rechts gleich schon bergab in die Tiefe.


Ich fuhr, da ich das nicht wusste, wie nahe alles beieinander liegt, erst mal nach links bergab Richtung dieses Torhauses Scharfeneck und stellte das Auto ab, denn da kann man nur zu Fuß hin.









Es gab da mal ein Schloss, und dieses Gebäude war das Tor dazu – schade, Schloss ist weg, aber das Tor schön und mit viel Ausblick, es sitzt aber fotoungünstig direkt am Hang, wie kamen die mit Kutschen dahin??? Keine Ahnung…



Das wäre ja auch ein schöner Platz zum Picknicken gewesen!

Aber kaum 90 Sekunden später weiß ich, warum es besser war, am Weiher zu mampfen…




Kaum habe ich die Autotür geschlossen und bin angefahren, geht es los:




Das zweite Tor kann ich gerade noch aus dem Fenster knipsen und fahre vor zu der Kirche, um dort zu parken.




Im Auto mit notgedrungen geschlossenen Fenstern wird es bullig heiß, nein das halte ich nicht aus, ich renne in den offenen Zwischengang der Kirche, der zum dahinterliegenden Friedhof (die Toten haben da eine schöne Aussicht!) führt und bibbere in der kühlen Luft, aber immer noch besser als schwitzen…sicher ist es jetzt "nur" noch 20 Grad (puh, wie kalt das nach über 30 ist!) und wie "zu dünn angezogen" sich das anfühlt. Es blitzt und donnert, ich bin da jetzt gefangen.

Aber es dauert nicht allzu lange, da lassen Regen und Gewitter nach und ich kann wieder zum Auto




Dieses Philipps-Haus von 1580 ist für so einen alten Bau wirklich gigantisch, da wollte jemand die Nachbarn mächtig beeindrucken und neidisch machen, ich kann nur kurz raus zum knipsen, habe nur Stoffschuhe an und alles schwimmt da draußen…



Ich verlassen die ehemalige Bergfestung und fahre dem Grenzverlauf folgend nach Ittersdorf, wo ich allerdings nichts Bemerkenswertes finden konnte, weder bei meinen Recherchen noch optisch vor Ort.
Allerdings: alle zwei Jahre findet hier ein Mähdrescherrennen statt, mit aufgemotzten Dreschern, die bis zu 100 km fahren, hab mir das mal auf [Werbung ohne Auftrag] youtube angeschaut und glaube, das könnte ein Heidenspaß sein, wie die da brettern…merke ich mir mal für 2019 vor! Ich mag abgefahrene Sachen!
Nächster Grenzort ist Bedersdorf, hierzu fand ich: „Am Ortseingang hohe Rosskastanien mit Kreuzkapelle“, ja stimmt, das ist auch ein schöner Anblick:








Nun mache ich, entgegen meiner eigentlichen Vorgabe, nicht von der Grenzlinie abzuweichen, dort einen 2-km-Abstecher zum [Werbung ohne Auftrag]  „Flugplätzchen“ Düren, der für Kleinflugzeuge, Fallschirmspringen etc. gedacht ist.


Meine Hoffnung, ein paar Starts und Landungen zu sehen, wird allerdings durch das schlechte Wetter zunichte gemacht.

Mich zog aber noch etwas anderes hierher: beim Nachlesen fand ich eine [Werbung ohne Auftrag]  „Fliegerklause“, ich stellte mir eine urige Kneipe vor, vielleicht mit Typen wie aus „Quax, der Bruchpilot“ mit Heinz Rühmann…ich weiß, bescheuert, aber ich wollte es dann doch sehen, außerdem braucht Frau ab und zu mal ein stilles Örtchen…



Ich fand die Fliegerklause nicht, aber ich fand eine andere Kneipe (oder vielleicht ist das der Nachfolger?), wo ich eine Cola trank und auf besseres Wetter wartete. Und die mitgenommene Zeitung las – ich hab ja ein Mitarbeiter-Freiexemplar.
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Einen goldigen kleinen Tower gibt es auch.



Nun aber weiter nach Leidingen, und 
Leidingen, das ist was ganz Besonderes

Der Ort ist links französisch, und rechts deutsch! Die Hauptstraße ist quasi in der Mitte längs geteilt!

Hier werden auch schon mal – laut [Werbung ohne Auftrag] Saarbrücker Zeitung – Besuchergruppen aus Japanern, Südkoreanern und Amerikanern mit ganzen Reisebussen gesichtet – die Hauptstraße heißt auf ihrer linken Seite „Rue de la Frontière“, und auf ihrer rechten Seite „Neutrale Straße“.

Dies ist übrigens die "Straße" zu dem winzigen Ort


Der Ortseingang von Ittersdorf her kommend, links französisch, rechts deutsch








Diese Kuh links hatte eindeutig eine Frage an mich, konnte sich aber nicht ausreichend artikulieren.




Der andere Ortseingang:

Links deutsch mit Autos mit Kennzeichen SLS (Saarlouis) vor dem Haus, rechts mit französischen Autonummern und schön entsprechend geflaggt.

Auch mitten im Ort stehen französische und deutsche Fahnen ca. 8 Meter voneinander entfernt.




Das Ganze treibt auch manchmal drollige Blüten wie z.B., als in Deutschland die Hühner wegen der Vogelgrippe in den Stall eingesperrt werden mussten – in Leidingen kein Problem: 
Viecher zum französischen Nachbarn paar Meter entfernt umquartieren, dort durften sie dann frei laufen. Da gab es nämlich keine Stallpflicht, wie auch bei Tschernobyl damals respektieren fiese Ereignisse nämlich die französischen Grenzen und stoppen dort abrupt 😎


Das ist (deutsche Seite) ein ehemaliger Klosterhof, heute eine [Werbung ohne Auftrag]  Destillerie, daneben sind noch mehr alte Gebäude, aber im Zustand des Zerfalls.



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Dieses Milchhäuschen – ist es nicht goldig? – erinnert mich an die Sprachgrenze, die sich quer durch das Saarland zieht, weswegen es eigentlich kein „Saarländisch“ gibt: die eine Hälfte (wozu auch ich gehöre) spricht Rheinfränkisch (bei uns würde es Milchheisje heißen) und die Gegend Richtung Mosel, wo ich jetzt bin, halt Moselfränkisch.





Ich verabschiede mich nach meinem Rundgang durch den Ort und fahre nun Richtung

Niedaltdorf
Zuvor suche ich aber zwischen dem Ort Ihn und Niedaltdorf an der Landstraße nach zwei Internetfunden: Gallo-römisches Quellheiligtum Sudelfels und ein Naherholungsgebiet an der Ihn inklusive Weiher (Weiher ziehen mich immer magisch an).
Der Weg zum Quellheiligtum ist leicht durch die Schilder auffindbar, leider steht da keine Entfernung dabei, und ich habe bereits nasse Füße, außerdem führt der Weg mitten hinein in ein dunkles Waldstück, ich habe keine Lust, nun kilometerweit zu marschieren, zumal ja mit weiteren Gewittern gerechnet werden muss, da will ich nicht im Wald sein.

Aber der Weiher, wo ist dieser verdammte Weiher…kein Schild und nix…ich weiß nur von der Landkarte her, er muss links am Weg sein, aber da ist alles dicht bewachsen, und es gibt nur einen einzigen Parkplatz, aber da steht kein Schild und man sieht auch keinen Weg vom Auto aus. Zweimal hin und her fahren.
Okay, dann halt doch mal Parken hier und suchen…und tatsächlich, da gab es wohl mal ein Schild! Jetzt nur noch eine nackte Stange.
Mein Blick fällt sehnsüchtig auf die Holunderbeeren – wenn ich da doch drankommen könnte! Marmelade! Saft!



Nun finde ich auch den schmalen Zugang zum Weiher und latsche mit quatschenden Schuhen bis zum Ende, wo ich mich noch an den Rohrkolben erfreue, die ich mit meiner Schwester zusammen als Kind gerne mal zerpflückt habe…





Zurück am Auto entdecke ich doch noch eine Stelle, wo ich an Holunder ran kann, und frau hat ja natürlich standardmäßig für solche Fälle eine Gartenschere im Handschuhfach, die leere Bäckertüte tut auch gute Dienste, ich büße zwar etwas, weil ich gebrennesselt werde, aber eine kleine Ausbeute habe ich doch!






DIE Sehenswürdigkeit in Niedaltdorf ist allerdings die 7000 Jahre alte Tropfsteinhöhle – in die ich allerdings niemals reinkommen werde…

Vor etwa 4 Jahren hatte ich es mal versucht – und war genau 15 Sekunden drin, bevor ich die Flucht zurück zum Eingang antrat…so eng…nein, ich hab zwar weitgehend meine Höhenangst bezwungen, aber gegen Klaustrophobie ist wohl kein Kraut (bzw. kein Mut) gewachsen…ich brauch nur nochmal dran zu denken, schon ergreift mich würgende Panik.

Wer sowas allerdings nicht hat, wird die Höhle sicher toll finden!



Warum hab ich dieses Haus fotografiert? Weil es Teil 1 meines Problems mit dieser Höhle ist, denn:


Sie liegt UNTER diesem Haus! Man steigt quasi in den Keller hinab und von dort weiter in die Höhle runter, wenn ich nur daran denke, dass dann die ganze Zeit dieses Riesenhaus über meinem Kopf thront – würg…
(sorry, meine weiß-pinke Flechttasche spiegelt sich in der Scheibe vor dem Bild vom Höhleneingang)



Zum Abschluss fahre ich in Richtung Nied (hübscher kleiner Fluss!) und zwar zur [Werbung ohne Auftrag] Wackenmühle nahe bei Hemmersdorf



Die Nied fließt teilweise unter dem Haus hindurch, wobei sie ein Mühlrad antreibt.



Es gibt ein [Werbung ohne Auftrag] Restaurant, wo ich den Tag würdig beenden werde, zunächst auf der herrlich direkt am Wasser gelegenen Terrasse, bis mich starker Wind doch nach innen treibt.




Ich wähle einen [Werbung ohne Auftrag] Flammkuchen mit Räucherspeck – sehr lecker!


Das Mühlrad sieht man innerhalb des Gastraumes hinter Glas:

Wehe, wenn die Nied Hochwasser hat, dann sieht das so aus:


Ich wandere noch über zwei Brücken auf die andere Niedseite, 

und hier finde ich auch diesen lauschigen Platz, wo jemand vielleicht für die heißen Tage für ein Fußbad vorgesorgt hat?

Im nahegelegenen Hemmersdorf wird Teil 3 weitergehen, aber für heute schaffe ich meine nassen Füße mal nachhause! Die Äpfel und der Holunder wollen ja auch noch verarbeitet werden.



4 Kommentare:

  1. ab jetzt immer gummistiefel im auto?? ;-D
    dass du auf mähdrescherrennen stehst.... andererseits- bei dem auto kein wunder - hab den daimler schon im letzten post angestaunt!
    gut dass du trotz gewitterwarnung losgefahren bist! der D/F doppelort ist ja lustig! das mit den hühnern auch ;-DDD
    das bisschen höhle - da wäre ja die, in der ich letztens war so GAR NIX für dich gewesen - der zugang war ein loch, durch das ich meine figüre nur mit ach&krach und hautabschürfen DER LÄNGE NACH schieben konnte!
    xxxx

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  2. Du lieber Himmel - da wäre ich schon beim Zuschauen schreiend weggerannt - oder hätte dich an den Beinen rausgezogen :-)

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  3. Wieder eine tolle Etappe! Wir hätten heute kiloweise Schlehen ernten können - hatten aber kein geeignetes Behältnis dabei :-( Vielleicht sollte ich mir mal ein Beispiel an dir nehmen und das Auto besser ausrüsten :-D

    Dieser "halbe" Ort ist ja klasse! Ja, alle Seuchen und "Giftwolken" machen definitiv an jeder Grenze halt. Das ist doch bestens bekannt ;-D Verrückt - diese Welt!

    Die Tropfsteinhöhle hätte mich auch gereizt. Wir waren hier im Sauerland schon in der Attahöhle bei Attendorn. Die ist auch sehr schön - auch bei Klaustrophobie. Man hat doch recht viel Platz auf den Wegen.

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  4. wieder eine schöne Etappe trotz Regen
    diese Grenzverläufe durch einen Ort ect. kenn ich auch
    ich war in einer Gasstätte an der dänische Grenze ..da war das Vorderteil deutch ..die hinteren Räume dänisch :D
    das mit der unbezahlen Werbung halte ich für völligen Unsinn
    keine Ahnung wer dsa aufgebracht hat
    ich habe jedenfalls noch keinen Gestzestext gefunden der das verlangt
    eine unbezahlte Werbung wäre zum Beispiel wenn du in höchsten Tönen von einem Hotel schwärmen würdest und sonst nichts anderes ..dann wäre der Werbecharakter erfüllt
    die Nennung eines Namens ist keine Werbung
    wie würde es sich auch lesen wenn ich schreiben würde.. gestern war ich in "ups" und habe mir dort "ups" angeschaut ..;)
    liebe Grüße
    Rosi

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