Donnerstag, 16. August 2018

Urlaub zuhause Teil 4 - Reise rund um mein liebes kleines Bundesländchen

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Etappe 4 am 15.08.2018 (Obermoselgebiet)


Für die 4. Etappe bin ich Autobahn nur bis Merzig gefahren, von da über Land, und zwar in die „Rebenecke“ vom Saarland, dem Landesteil mit einem Stück Mosel und vielen, vielen Weinstöcken:



Erste Adresse ist der Ort Eft-Hellendorf – beim Tourzusammenstellen dachte ich, Mensch, da war doch was mit Eft-Hellendorf? Vor laaanger Zeit? Dann fand ich es: in dem idyllisch gelegenen Dörfchen sollte eine Sondermülldeponie errichtet werden! 10 Jahre und viele Prostete, beginnend in den 80ern, hatte es gedauert, bis die Pläne vom Tisch waren.

Ich bin vor allem durch den Ortsteil Hellendorf gestreift:

Der Adenbornbrunnen (ziemlich veralgt, allerdings) und schöne Anwesen gefunden und solche, die es vielleicht werden könnten:



Weiter geht es nach Oberperl – wobei man diesen schönen Panoramablick hat

Hier stehen überall an der Straße immer wieder Hinweise auf die sehr schön rekonstruierte Römische Villa Borg und den Villa Borg Trail, die Villa hab ich aber schon besucht und den Weg bin ich auch schon gewandert, das war HIER.

Und den Panoramaweg Perl bin ich ebenfalls schon gegangen, da sieht man auch schön die Mosel und die umliegenden Weinberge.
Daher hier keine Fotos gemacht.

Weiter nach Perl



am Ortseingang grüßt Perla:

Eigentlich wollte ich euch die ganzen vielen [Werbung ohne Auftrag]  Weingüter zeigen, meist sind sie in schönen alten Gehöften, aber dann immer das Problem mit der Werbung…darauf hatte ich dann keine Lust.

Außerdem gibt es hier noch eine Kuriosität, denn so wie sich auf der anderen Grenzseite von hier (nach Schengen rüber) die Tankstellen häufen, gibt es in Perl gleich drei große [Werbung ohne Auftrag] Drogeriemärkte, und zwar vom gleichen Betreiber! Einer davon ist dessen weltweit größter! Und das in einem Ort mit nur 1400 Einwohnern! Der Wahnsinn oder?

Und warum? Weil es in Frankreich und Luxemburg keine reinen Drogeriemärkte gibt wie bei uns und weil die Artikel dort ein gutes Stück teurer sind als in Deutschland!

Da wo ich arbeite, ist die Situation auch so: die Grenze ist nur 150 Meter entfernt, und wenn man in den dortigen Drogeriemarkt geht, sieht man Franzosen mit Einkaufswagen, die überbordend gefüllt sind! Ich kauf da mal ein Shampoo, oder Toilettenpapier, aber keinen kompletten hochgetürmten Wagen voll, ich nehme an, einige bevorraten sich da auf Monate, prima Geschäft für beide Seiten!
Nun komm ich aber zur schönen Ecke von Perl, und zwar das Palais von Nell von 1733 und sein Barockgarten, direkt neben der Kirche gelegen (der Buchs hat hier auch sehr gelitten! Wohl von dem blöden Zünsler und von der Trockenheit)

Wein, wohin man blickt, wegen des südlich-milden Klimas hier haben schon Kelten und Römer hier im Obermoseltal gesiedelt, die Römer mit wahren Prachtbauten, aber dazu kommen wir später noch:

Dann ziehen diese beiden Sachen am Wegrand meinen Blick an: [Werbung ohne Auftrag] ein mobiles Hühnerheim mit glücklichen Hühnern, daneben gibt es [Werbung ohne Auftrag] regionale Produkte auf Vertrauensbasis zum Selbstbedienen

Ich muss mal…und fahre darum doch mal kurz rüber nach Schengen/Luxemburg, [Werbung ohne Auftrag] tanke nochmal ein wenig und wieder 20 Cent pro Liter weniger als in D, aber nur, weil ich dort die Toilette benutzen will – hätte ich den kleinen Umweg (1 km) nicht gemacht, hätte ich den Kreisverkehr mit Weintrauben nicht gesehen – die dürften allerdings wohl ziemlich verpestet sein

Nächster Halt ist Sehndorf, auch ein Weindorf mit [Werbung ohne Auftrag] mehreren Weingütern, dort ist allerdings irgendein Fest in der Dorfmitte, wo ich eigentlich das Waschhaus aus dem 19. Jhd. sehen wollte…ich quetsch mich so durch die Leute und bekomme doch einige Fotos gemacht, wenn auch immer unter Vermeidung der Leute und der Autos…

Ich bewege mich nun in Richtung Wochern, und da Birken meine Lieblingsbäume sind (die schöne Rinde, die zarten Blätter!) muss ich anhalten und diese ca. 500 Meter lange Birkenallee knipsen, die nach Wochern führt.



Zuvor aber ist mal eine Mittagspause fällig!

(mein Joghurtbecher auf dem Foto ist:[Werbung ohne Auftrag])

Wochern ist ein Ausnahmedorf, hat besonders viele schön erhaltene Höfe und hat bei „Unser Dorf soll schöner werden“ auch schon eine Silbermedaille auf Bundesebene gewonnen!

Ich parke und mache eine Fotostreiftour durch den kleinen Ort – der Mühlenbach plätschert übrigens offen (wie die Bächle in Freiburg!) durch den ganzen Ort



Ich reiße mich los, denn die nächste Sehenswürdigkeit wartet auf mich in Tettingen-Butzdorf, allerdings ist das eher zwiespältig zu sehen, denn es ist ein 2-Weltkriegs-Relekt, eine Höckerlinie zur Panzerabwehr.

Besonders schlimm war das damals für die Bewohner des Dorfs, sie wurden kurzerhand evakuiert (wie so viele saarländische Einwohner! Meine Mutter, meine Tanten, meine ehem. Schwiegermutter, alle waren als Kinder und junge Frauen „in der Evakuierung“ im Osten und erzählten öfter davon) – tja und die Bewohner solcher Grenzorte wie in Tettingen-Butzdorf erlebten dann bei ihrer Rückkehr folgendes, ich zitiere vom Schild „Saarland-Erlebnisland“

„Teilweise waren Bunker in ihre Gärten gebaut worden, Höckerlinien zerschnitten die Felder der Landwirte“
Manchen wurden sogar einfach ihre Häuser abgerissen...unvorstellbar.

44/45 war dann hier Schauplatz schwerer Kämpfe, das Dorf wurde zerstört, viele Gefallene, die in der Nähe in einer Kriegsgräberstätte liegen.

Ironie der Geschichte: 5 km von hier, in Schengen, wurde später der Frieden in Europa gesichert…hoffen wir, für immer!


Heute hat man sich offenbar mit den Panzersperren arrangiert, weg kriegt man die nicht mehr, die stecken mit ihrem massiven Beton ja auch noch tief in der Erde, ein Anwohner hält hier seine Hühner


Über hübsche Landstraßen geht es zum heutigen Höhepunkt der Fahrt, nämlich nach Nennig

Ich schrieb ja schon zuvor, dass die Römer vor fast 2000 Jahren hier gerne gesiedelt haben und auch den Weinanbau hierher brachten, und sie bauten sich superprächtige Villen, da könnte heute so mancher Filmstar neidisch werden. Allerdings fand das alles ja auf Basis von intensiver Sklaverei statt...das darf man nie vergessen. Nur mit Ausbeutung konnte eine solche Pracht geschaffen werden.


Die Villa, die in Nennig stand, ist nicht mehr erhalten, man weiß aber, dass sie so aussah:
Grundriß und Modellnachbau – achtet mal besonders auf den 250 Meter langen überdachten Wandelgang im Hintergrund, der zum separat liegenden Badegebäude führt! Damit die Herrschaften auch bei Regen trockenen Fußes dorthin gelangen konnte.



Fantastisch ist aber, dass der 160 qm große Mosaikfußboden der Mittelhalle der Villa (es ist der Teil, der im Modell mit Glas überdacht ist) vollständig erhalten ist!

1852 entdeckte ein Bauer ihn und er wurde vollständig freigelegt und mit einem Schutzhaus überbaut.

Er zeigt Szenen von Gladiatorenkämpfen..inkl. blutiger Details – nichtsdestotrotz ist er absolut sehenswert und eine hohe künstlerische Arbeit, allein die ganzen verschlungenen Motive.






Übrigens kostet der Eintritt nur 1,50 Euro! Da denk ich doch an die 10 Euro, die ich im Erlebnisbergwerk berappen sollte…hier dürfte es gerne etwas mehr sein, es ist es wert. Eines der schönsten und größten Zeugnisse römischer Mosaikkunst nördlich der Alpen, und am originalen Fundort erhalten geblieben.

Nennig hat außerdem aber auch noch das [Werbung ohne Auftrag] Schloss Berg zu bieten, da mache ich nur einen Abstecher hin, denn es ist für die High Society…Spielbank, Sternehotel, Sternekoch, Hubschrauberlandeplätze für die Gäste, nix, wo Frau K mal einfach so einen Kaffee trinken gehen könnte in ihrer ollen Jeansbuxe…


Eigentlich wollte ich noch in Sinz schauen, ob das Westwallmuseum vielleicht geöffnet hat (seine Website fiel wohl der DSGVO zu Opfer, wie so viele…), aber ich fand es nicht! Ist ja nicht das erste Mal in dieser Gegend…Schild ist da, dreimal Sträßchen abfahren, jede Garage, Scheune, Haus anschauen: nix, kein Hinweis! Also: weiter!




Und nun kommt noch ein privates Späßchen, und zwar will ich unbedingt einen Ort sehen, von dem ich erst vor kurzem etwas kurios Kenntnis erlangte und der zufälligerweise auch ein Grenzort an meiner Etappe ist:
Vor wenigen Wochen hatte ich ein Kundengespräch mit einer älteren Frau, ich fragte nach ihrer Adresse und sie sagte: „Faaaa!“

Ich: „Bitte, ich hab nicht verstanden?“

Sie: „Faaaa!“

Ich fragte nach, ob das denn wirklich im Saarland sei, ich hätte noch nie davon gehört (dabei kenne ich so seltsame Ortsnamen wie Peppenkum und Ober- und Niedergailbach…) – sie buchstabierte mir dann „F-a-h-a“

Ich konnt’s nicht glauben, ich dachte, ich kenne alle saarländischen Ortsnamen…und als ich bei der Etappenplanung sah, da kommt man an Faha vorbei, war klar: das muss ich mir anschauen 😎

Alles unspektakulär, ich mache aber ein zweites Picknick neben dem Banner „1250 Jahre Faha“.




Meine liebe alte "historische" Kutsche, jetzt frischgewaschen:

Dann will ich zu einer Mühlenruine im Tal der Leuk, von der ich las, nehme aber Abstand davon, als sich der Weg nach 100 Metern schließlich so darstellt:
Jetzt also für heute: heim! War wieder gut 7 prall gefüllte Stunden unterwegs

Und die Karte hab ich auch mal aktualisiert:



4 Kommentare:

  1. römer, WKII, weinberge & quellen.... sehr abwechslungsreich, diese etappe.
    der römische fussboden ist wunderschön - und manchmal frage ich mich was unser "achso-soziales-&-demokratisches" zeitalter so an grosser kunst hinterlassen wird.... ;-P
    wg. der WERBUNG hat karen/allegrias landhaus einen guten artikel geschrieben letztens und auch nützliche links....
    xxxx

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  2. danke Beate, da schau ich gleich mal nach...habe neulich auch Blogs gefunden, da stand einfach nur am Anfang des Posts: "Dieser Post enthält Werbung ohne Auftrag" - das wäre ja schon mal eine Erleichterung gegenüber diesen ständigen störenden Einfügungen, was haben die uns da bloß eingebrockt...andererseits hat meine (vielleicht Über-)Vorsichtigkeit auch einen handfesten Grund: einer meiner Juniors hatte mal einen Fehler gemacht im Internet, das kostete uns neben Anwalt noch eine vierstellige Summe, und das hat mich geprägt ;-)

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  3. Mir war nicht bewusst, dass die Mosel das Saarland auch noch berührt. Wieder was gelernt :-D

    Die Perla sieht ja toll aus. Und Birken sind bei mir das absolute Gegenteil, denn sie lösen bei mir jedes Frühjahr eine heftige Allergie aus :-(

    In Wochern könnte es mir auch gefallen. Das sieht ja allerliebst aus!

    Der Mosaikboden aus Römerzeiten ist ja auch gewaltig! Sowas wäre heute unbezahlbar. Und was die da für eine Fülle an Details eingearbeitet haben - und das alles ohne die heutige moderene Technik. Wahnsinn!

    Das hab ich zum Museum in Sinz gefunden: http://westwallmuseen-saar-mosel.eu/index.php?option=com_content&view=article&id=62&Itemid=80

    Eine tolle 4. Etappe und ein gutes Drittel hast du ja auch schon abgefahren. Ich freu mich schon auf die nächsten Etappen :-)

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  4. wieder eine schöne Etappe
    der Mosaikboden ist toll
    in Bad Kreuznach ist auch einer erhalten und zugänglich

    liebe Grüße
    Rosi

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