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Etappe 14 am 26.9.2018
Die vorletzte Etappe war die schwierigste! Und zwar darum, weil sich so stadtnah kaum noch Sehenswertes in den kleinen Orten fand, die eigentlich nur noch reine Wohnstädte sind mit beigelagerten Industriegebieten, "Knüller" waren hier keine mehr zu erwarten, aber ich glaube, ich habe das Möglichste noch herausgeholt.
Beim Start befinde ich mich immer noch kilometerweit im schönen Bliesgau, einem Biosphärenreservat, und dabei habe ich es für die Etappe auch belassen, alles, was an Landschaft und Ortschaften Richtung Saarbrücken noch kommt, ist zwar nicht hässlich, es gibt keine Emissionsindustrie, aber halt auch keine Besonderheiten.
Ich führte die Tour fort in
Rilchingen-Hanweiler
wo es außer der im römischen Stil erbauten Saarland-Therme weiter nichts zu sehen gab - außerdem habe ich keine guten Erinnerungen an diesen Ort, was mit dem Ort selbst nichts zu tun hat, aber hier habe ich das zweitschrecklichste halbe Jahr an einem Arbeitsplatz verbracht...warum habe ich mir das damals bloß zugemutet...naja, hinterher ist man schlauer und ich glaubte damals, es meinen Kindern schuldig zu sein, und der Verdienst war gut, dabei hätte es uns fast in die Katastrophe gerissen, aber Schwamm drüber, dagegen geht es mir heute gold und ich bin zufrieden!
Mein Thermenbild darf ich nicht vergessen über meinem Privatgejammer
Auersmacher
Dieser kleine, an einen Hang über der Saar wie hingegossene Ort ist noch der einzige, der sich einen Hauch von seinem ehemaligen Charme bewahren konnte.
Gleich am Ortseingang befindet sich die Kuchlinger Kapelle
geht man um sie herum, verläuft eine halbrunde Steinmauer, und ich hoffte, von hier einen schönen Blick ins Saartal genießen zu können, aber leider Fehlanzeige
gleich neben der Kapelle steht dieser Stein, an dem ich kurz rätselte (und wo ich die Raben? Krähen? während des Parkens erst mal für lebendig hielt..) - bis ich darauf kam: Aurica Machera ist der alte Name des Ortes! Klar, natürlich, und 777 erstmals erwähnt.
Weithin bekannt im Saarland und immer wieder wegen Veranstaltungen genannt: das Auersmacher Backhaus - hier wird dörfliche Tradition gepflegt, das Backhaus ist in Betrieb und aktuell wird auch wieder leckerer Flammkuchen gemacht
Ich fahre auf Spurensuche (weitere Sehenswürdigkeiten waren bei Recherche nicht auffindbar) einfach mal so durch den Ort und werde dann doch fündig! Andere würden diese meine Funde vielleicht für läppisch halten, mich hat es mal wieder begeistert (Grinsen wie immer erlaubt), denn neben einem im Umbau befindlichen Haus steht ein "Straßenschild" mit der Aufschrift "Miehle Gässel" und zeigt auf diese schmale Lücke zwischen zwei Häusern - das muss ich erkunden!
Der Weg führt im Zickzack zwischen den Hausgärten hindurch, wenigstens von hier habe ich ein wenig Ausblick auf das Saartal
und ich finde weitere solcher Gässchen, alle ebenso schmal, das Munze Gässel und das Kirchegässel, fast alle an alten Kopfsteinpflasterstraßen gelegen und offenbar auch noch in Benutzung
Übrigens noch eine Info für eventuell hier lesende Fußballfans: aus Auersmacher stammt der Nationalspieler Jonas Hector, der 2016 bei der EM den entscheidenden Elfmeter für den Einzug ins Halbfinale schoss. Bestimmt ist er als Kind auch mal durch diese Gässchen gestreunt.
Ich fahre im oberen Ortsteil noch etwas in den Straßen (überwiegend Neubauten) herum auf der Suche nach "verdammt, da muss es doch irgendwo ne Aussicht geben!" - aber nein, alles ist zugebaut
Also mache ich mich auf zur nächsten Station, irgendwo dazwischen habe ich dieses Foto gemacht
und dann geht es ein langes Stück durch Wald, keine Orte und nix,
und zwar zum abgelegenen, dahinten liegt er eingebettet, wie es schöner fast nicht sein könnte, weit und breit nichts als Grün,
Der Hartungshof
der Hof ist so riesig, er ist absolut unfotografierbar! Er besteht aus mehreren ziemlich gigantischen Gebäuden und offenen Scheunen, hier werden offenbar auch Pferde gehalten oder untergestellt, ich knipse nur dieses eine Foto, weil es keine Gesamtansicht geben kann
und dann fällt es mir am Ende wie Schuppen von den Augen! Ich war hier schon mal! Und zwar mit dem obercoolen Naturwacht-Ranger Michael Keßler zu einer naturkundlichen Wanderung vor 2 Jahren!
Oberhalb des Hofes wird geerntet
unterhalb stehen vereinzelt Pferde auf Weiden
Auf dem Rückweg wie auch zuvor auf dem Hinweg gilt es, kompliziert an diesem Fahrzeug vorbei zu rangieren - bitte nicht in die Wiese abstürzen...
Mein letzter Tagespunkt ist der
Wintringer Hof
wo ich aber wegen einer Hochzeit weiter keine Fotos machen kann, dabei hätte es sich gelohnt, denn ich sah eine Kuriosität: eine Braut in Unterhose!
Das war sicher so nicht gewollt von ihr, sie war ziemlich cool und alternativ angezogen, nämlich ein kurzes Jeansjäckchen, einen Blumenkranz im Haar, und dann das Verhängnis: ein weißer, gardinenartiger Rock, auf den die schrägstehende Sonne schien - immerhin ein taillenhoher weißer Slip, so dass sie nicht völlig bloßstand...ob ihr jemand von der Hochzeitsgesellschaft das mal offenbarte?
Ich ging daher auf die andere Seite vom Hofgelände, wo gerade die Apfelernte stattfand, und verabschiedete mich von dieser Etappe mit einem Blick zurück in den Bliesgau - ja, ich habe getrickst, es ist kein echtes Panoramafoto - wäre nicht der Himmel, würde es sicher nicht auffallen (vielleicht finde ich ja eines Tages auch in diesem Fotoapparat mal die Panoramafunktion, die bei den Vorgängern so einfach zu bedienen war...)
Ich hatte mich entschieden, dies die vorletzte Etappe sein zu lassen, weil ich Saarbrücken selbst nicht ganz auslassen wollte, ohne aber jetzt eine Riesentour an sämtlichen Sehenswürdigkeiten und persönlichen Lieblingsorten zu veranstalten, darum habe ich eine Schiffstour auf der Saar mitgemacht, über die ich als letzte Etappe demnächst auch noch berichten werde.


die gässchen sind ja idyllisch - wenn man es schafft den ganzen beton auszublenden... ;-D
AntwortenLöschenjetzt gehts zuende. deine runde war echt interessant und lehrreich und hat viel schönes zutage gefördert. saarland war ja ein weisser fleck auf meiner landkarte - ausser den erzählungen eines freundes, welcher im rahmen seines bergbaustudiums eine weile im steinkohlenbergbau gearbeitet hatte, wusste ich so gut wie nix darüber (von dem politischen hin&her abgesehen).
kannste denn jetzt wieder wandern? was macht die haxe??
xxxx
Wieder eine sehr schöne Etappe :-) Herrliche Landschaften habt ihr da oben. Die Braut in Unterwäsche ist ja echt kurios. Und diese alten Backhäuser kenne ich auch aus dem Sauerland, wo dann öfters mal Backfeste stattfinden :-) Auf den Bericht über die Schiffstour freue ich mich schon.
AntwortenLöschenBeate, nee leider keine guten Nachrichten von der Haxenfront, ich führe mittlerweile ein Schmerztagebuch...und halte aus, anstatt nochmal zum Arzt zu gehen - mein Plan ist aber, mit dem Tagebuch zur Hausärztin zu gehen, auf Orthopäden setz ich nicht mehr
AntwortenLöschenschmerztagebuch ist eine prima idee - und ja - diese orthopäden sind reine techniker (meist).
AntwortenLöschenich lerne ja grad mit den kaputten, schmerzenden knien zu leben. und damit zu wandern.
alles gute! xxxx
lustig die kleinen Gässchen
AntwortenLöschenhier gibt es das auch manchmal
und herrliche Landschaft
die großen Hofgüter sind auch klasse
sehr schöne Bilder
und ich habe die Tour sehr gerne mit dir gemacht
LG
Rosi
"Gässel", dieses Wort kam im Elsass auch oft vor - und natürlich der Flammkuchen :-) Allerdings hat keiner den für Kunstrasen gebacken ;-)))))
AntwortenLöschenIch weiß nicht, ob du gesehen hast, dass ich dir auf deinen vorigen Kommentar direkt drunter geantwortet habe - also hier: https://rostrose.blogspot.com/2018/09/eine-woche-im-ausseerland-teil-1.html
Frage: Welches Problem hast du mit deiner Haxe genau?
Herzliche rostrosige Grüße, Traude
https://rostrose.blogspot.com/2018/10/mach-mal-blau.html
wenn ich das wüsste...es ist mittlerweile nicht nur die Haxe...wandernde Schmerzen, mal hier mal da, ich schreibe jetzt täglich auf seit ein paar Tagen und bin selber platt, wieviel ich da seit Monaten ignoriere und akzeptiere, zum Arzt gehen ist für mich immer eine Riesenhürde, ich bin eine "geht-von-selber-wieder-weg-Hofferin", aber wenn ich so etwa 2 Wochen zusammen habe, gehe ich mal statt zum Orthopäden zur Hausärztin, die mich zwar fast nicht kennt (da ich Arztbesuche bis auf Unumgängliches meide), aber vielleicht hat sie ja eine Idee - heute morgen z.B. kann ich kaum mit dem rechten Fuß auftreten, gestern war da noch nix, am Mittag ist das wieder weg, das weiß ich aus Erfahrung, aber dafür wird dann was anderes schmerzen..so ein Mist, ich hasse es..
AntwortenLöschenRosi von Rumpelkammer: hab all deine Kommentare auf deinem eigenen blog beantwortet, damit du nicht alles nochmal anklicken musst ;-)
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