Teil 3 Bad Münster am Stein - Fähre und Felsen
Bei meiner Suche, was in der Gegend für mich noch interessant wäre stoße ich auf Bad Münster am Stein, das praktisch noch zu Bad Kreuznach dazu gehört. Hier finde ich Hinweise auf "die einzige noch handgezogene Fähre im ganzen Südwesten" zum Übersetzen über die Nahe und von da aus den hohen Felsen des Rheingrafensteins zu besteigen, das ist genau so was, was mich reizt.
Ich recherchiere, ob sie auch wirklich fahren wird an diesem Tag, und ja, das ist der Fall, die Überfahrt kostet bloß einen Euro.
Ich parke gegenüber der Tourist-Info (ein Zufall! Und da der Ticketautomat nicht funktioniert, auch noch kostenlos) und erkundige mich nach dem Weg dorthin, denn auch hier ist nichts ausgezeichnet, weder der Weg noch die Fähre.
Es ist nicht weit bis dorthin, gerade mal paar Hundert Meter, die mich an den Gradierwerken, auch Salinen genannt, vorbeiführen, wo Salzwasser über diese Anlagen, gefüllt mit Schwarzdornreisig, läuft und eine gesunde Kur-Luft verbreitet.
Ich fange ein Tröpfchen auf und schmecke: ja, wirklich salzig.
Diese Wände sind 10 Meter hoch und haben insgesamt eine Länge von über 100 Metern und das Wasser kommt aus einer 500 Meter tiefen Quelle.
und das ist der Rheingrafenstein auf der anderen Uferseite der Nahe - und man versteht nun auch, warum der Ort "am Stein" heißt
bitte mal genauer hinschauen: auf dem linken Felsen ist ein Geländer, und dort steht jemand, und dort will ich auch hin!
Teile des Kurparks und Kurgebäude
und da ist sie tatsächlich! Ein älterer Herr steht aufrecht im Boot und zieht an einer Kette die Fähre über den Fluss hin und her
es herrscht Stille bis auf das Rasseln der Kette, sehr beschaulich und wie aus einem früheren Jahrhundert
Während ich auf ihn warte - ich bin der einzige Fährgast, oder heißt es Fährgästin? - schaue ich mir die Karten in diesem Ständer am Fährhäuschen an, obendrüber steht, dass der Fährmann sie selbst gezeichnet und gemalt hat - Stück ein Euro, ich kauf mir eine!
Der jetzige Fährmann sagt mir aber, dass sein Chef sie gemacht hat, der Chef-Fährmann sozusagen
diese hab ich mir gekauft als Andenken
Nun geht es los mit sinnvollem Bergauf - nicht wie neulich bei dem Wanderweg in Merzig - so macht mir das auch nicht so viel aus
ein kurzer Schreck: muss ich etwa wieder durch Felsenlöcher? Nein, der Weg führt links vorbei
ganz schön steil, auch wenn man das nicht so sieht
ein erster Wachturm taucht auf, und dieses untere Schild führt mich nun in die Irre
ich laufe und laufe und komme nicht auf den gewünschten Felsen, sondern immer weiter weg, dahinten sieht man ihn
das kann doch nicht richtig sein? So komm ich doch selbst in einem Bogen nicht mehr dorthin...ich habe aber doch im Fotoapparat eindeutig den Hinweis "rechts rum"
nein, das kann nicht sein, hier geht es immer weiter weg von den beiden Felsen, ich kehre um!
hier geht es nun wirklich hoch zur Burg, und mir wird klar: dieses Hinweisschild bezeichnet einen Wanderweg (!), der halt "Rheingrafenstein" heißt, und ist kein Hinweis auf die Besteigung der Burg!
Aber nun bin ich richtig
Gespannt nähere ich mich der Burgmauer, ob denn das Hochsteigen sich gelohnt hat - der Moment VOR der Aussicht ist auch ein besonderer Moment
Aber sowas von! Ich sehe da unten die Boote vom Bootsverleih, neben dem die Fähre liegt, sie selber sieht man leider nicht, aber dieser Ausblick ist klasse
der Nachbarfelsen
Ich bin aber noch nicht ganz oben, es geht noch weiter hinauf
huaah, tief, da nähere ich mich ganz vorsichtig, mit leichter Höhenangst behaftet bin ich ja weiterhin, aber ich tu was dagegen
Und übrigens: hier oben schaue ich dann mal auf die Uhr - ich bin um 15.58 Uhr losgegangen, und habe nur für mich sagenhafte 28 Minuten gebraucht, trotz des Umweges! Ich bin geplättet, das hätte ich nicht gedacht...ich hab mit mindestens einer Stunde und häufigem Stehenbleiben gerechnet, da zahlen sich die mittlerweile fehlenden mehr als 60 Butterpäckchen doch aus!
ohne Geländer könnte ich hier nur hilflos auf dem Bauch liegen und müsste mich retten lassen ;-)))
Es wird windig, Zeit für den Abstieg, in diesem Treppenschacht zieht es wie Hölle
Nun fällt mir auch der Brunnen auf
wieder unten an der Anlegestelle brauche ich ein wenig Zeit, bis der Groschen fällt
dass ich natürlich an dieser Glocke bimmeln muss, damit der Fährmann rüberkommt
Die Salinen erinnern mich an meine Kindheit. Mein Opa war immer in Bad Sassendorf zur Kur und da gab es die auch :-D Allerdings nicht so lang wie hier.
AntwortenLöschenDie Person auf dem Felsen wirkt ja sehr ameisenhaft. Ohne Hinweis hätte ich den nicht gesehen! Und ich hoffe, es heißt nicht Fahrgästin. Das klingt total bescheuert :-D
Die Karten sind ja toll! Und das ausgesuchte Motiv hätte ich wohl auch gewählt :-) Die Fähre ist ja richtig schnuckelig mit den Sonnenblumen.
Diese Felsenburg ist ja klasse. Da hat sich der Aufstieg wahrlich gelohnt. Sowas finde ich ja total interessant. Wie mühsam es gewesen sein muss, die Anlage da oben hinzubauen. Und die Aussicht. Ich bin platt!
Ein grandioser Tagesausflug! Den hätte ichh glatt mitgemacht :-D
ohhh
AntwortenLöschendu warst ganz oben ..
da könnte ich nicht mehr hin
in meiner Jugend war ich mal dort ;)
im Kurpark und auf der Fähre haben wir vor 2 Jahren (oder 3)
ein Fotoshooting gemacht
muss ich auch die Bilder noch mal zeigen ;)
war im Nebel.. ganz tolle Stimmung
schön die Bilder bei dir zu sehen
liebe Grüße
Rosi